Spenden
 »  »  »  »  » PETA: 1 Million Dollar für künstliches Laborfleisch

Laborfleisch für den Tierschutz

PETA USA versprach dem ersten Forscher 1 Million Dollar für die Produktion von konkurrenzfähigem „Laborfleisch“.

Stand Februar 2014
PETA USA beendet den Wettbewerb um die 1 Million Dollar für In Vitro-Fleisch. Auch wenn die Summe nicht vergeben wurde; die Auslobung des Preisgeldes aus dem Jahre 2008 ist ein voller Erfolg. Warum und wie es dazu kam, beschreibt PETAs 1. Vorsitzende Ingrid Newkirk:
 
“Herbert Hoovers “Huhn in jedem Topf” gab den Impuls für PETAs Auslobung von 1 Million Dollar Preisgeld an den ersten Wissenschaftler, der für ein In Vitro-Huhn in jedem Topf, oder zumindest in jedem Supermarkt, sorgen würde. Seit Auslobung des Preisgeldes hat sich in der In Vitro-Fleischforschung viel getan. Es sieht allerdings ganz so aus, als würde das erste kommerziell umsetzbare In Vitro-Fleisch ein Rindfleischhamburger oder eine Wurst aus „Schweinefleisch“ werden und kein Huhn. Wir von PETA freuen uns, eine Debatte angestoßen und Forscher zusammengebracht zu haben, Interesse geweckt und Investitionen aus der Lebensmittelindustrie und von Internetmillionären generiert zu haben. Es stehen außerdem einige Patente für die wichtigsten Entwicklungsprozesse aus, wie Gewebeaufbau und Muskelentwicklung.“
 
Warum hat PETA nun keinem Forscher das Preisgeld ausgezahlt, der schon jetzt erste Erfolge in Sachen In Vitro-Schweine- oder Rindfleisch verzeichnen konnte? Ingrid Newkirk erklärt auch dies:
 
„Hühner sind die am schlimmsten missbrauchten Tiere in der Fleischindustrie, allein aufgrund der reinen Anzahl an Tieren – eine Million werden allein in den USA pro Stunde geschlachtet. Die Entwicklung von In Vitro-Schweine- und Rindfleisch wird schließlich auch zur Entwicklung von In Vitro-Hühnerfleisch führen. PETA unterstützt zudem seit langem die Forschung an der Universität von Missouri zur Produktion von In Vitro-Fleisch. Unsere Auslobung hat ihren Zweck erfüllt und wir werden jetzt darüber nachdenken, wie wir die 1 Million Dollar am besten einsetzen können, um Tierquälerei in der Produktion von Nahrungsmitteln zu bekämpfen. Einen Kernbereich könnten dabei rechtliche Schritte gegen die sogenannten „ag-gag“-Gesetze darstellen – also Gesetze, die das Filmen von Tierquälerei in Massenbetrieben und Schlachthäusern unter Strafe stellen und damit sicherstellen sollen, dass der Konsument nichts über die Hintergründe der Produktion erfährt.“  
 

 

 

Forschung für die Tiere

Wissenschaftler weltweit werden aufgerufen, fleischähnliche Produkte aus einem Reagenzglas heraus zu entwerfen und damit Milliarden Tieren das Leben zu retten. In Norwegen gab es bereits 2007 ein In-Vitro-Fleisch-Symposium, wo Forscher zusammenkamen, um wissenschaftliche Schlüsselfragen zu klären, eine Organisationsstruktur festzulegen und zu versuchen, ihre Bemühungen zu finanzieren. Um sich für das Preisgeld zu qualifizieren, muss die produzierte Fleischmenge ausreichend für den Markt in mindestens 10 US-Bundesstaaten sein – und das zu einem Preis, der vergleichbar mit den zu diesem Zeitpunkt vorherrschenden „Hühnchenpreisen“ ist.

 

Laut PETA seien zwar bereits gesunde und leckere vegetarische Fleischalternativen (aus Pflanzenproteinen und Gewürzen) verfügbar, jedoch könnten Konsumenten, die einfach nicht genug Cholesterin und gesättigte Fettsäuren bekommen können, ihre Sucht stillen, ohne Tiere dabei zu quälen. Das Fleisch aus dem Labor würde auch der Umwelt gut tun, denn eine UN-Studie ergab, dass die Tieraufzucht mehr Treibhausgase verursacht, als alle Autos, Lastwagen und Flugzeuge weltweit zusammen. Zudem trägt die „Nutztierhaltung“ zu der Welthungerproblematik bei.

Alternativen zur derzeitigen Fleischproduktion aufzeigen

Jedes Jahr werden über 40 Milliarden Hühner, Fische, Schweine und Kühe in den USA für den Verzehr getötet, in Deutschland etwa 900 Millionen. Nimmt man Fische mit dazu sind es sogar 3 Milliarden Tiere hierzulande. Die sensiblen Schnäbel der Hühner werden mit einer heißen Klinge abgeschnitten und dann müssen sie in verdreckten Hallen unter Einsatz von Antibiotika so schnell wachsen, dass sie unter ihrem eigenen Gewicht zusammenbrechen. Ihre Kehlen werden aufgeschnitten, während sie häufig noch bei vollem Bewusstsein sind. Und Millionen von ihnen werden in Entfederungsbecken verbrüht, während sie die Schmerzen noch spüren können. Aber auch Menschen, die die Tiere essen, leiden darunter. Der Verzehr von Fleisch und anderen Tierprodukten wird direkt mit Herzerkrankungen, Gicht, Diabetes, Übergewicht und verschiedenen Krebsarten in Verbindung gebracht. Der Antibiotika-Einsatz führt zur Ausbildung multiresistenter Keime, welche über den Verzehr von Fleisch oder anderen tierischen Produkten in den Menschen gelangen und die Behandlung bei Krankheiten erschweren oder unmöglich machen.

Ist ein moralisch vertretbarer Fleischkonsum möglich?

„Viele Menschen zeigen sich erstaunt darüber, dass sich PETA für Laborfleisch interessiert – für uns ist jedoch klar, dass wir unsere eigenen Abneigungen gegen den Fleischverzehr überwinden müssen, um eine gerechtere Welt zu schaffen“, so Ingrid Newkirk, Gründerin und Präsidentin von PETA USA. „Eine Million Dollar hört sich viel an, aber es ist doch ein geringer Preis für etwas, das womöglich Millionen von Leben jede Stunde retten könnte.“
Natürlich brauchen wir Menschen kein Fleisch. Im Gegenteil, es hat negative Auswirkungen auf unsere Gesundheit, die Umwelt und natürlich die Tiere. Es enthält Antibiotika-, Hormon- und Pestizidrückstände, gesättigte Fettsäuren sowie Cholesterin und wird häufig mit Nitritpökelsalzen haltbar gemacht. Keiner denkt darüber nach, wie viele Zusatzstoffe und Stabilisatoren Fertigprodukten zugesetzt werden, die wir im Supermarkt kaufen können, daher kann auch der Rückgriff auf Laborfleisch bald zur Normalität gehören.

In moralischer Hinsicht ist In-Vitro-Fleisch positiver zu bewerten als das Abschlachten von Milliarden von Tieren, die zuvor in Enge und Gestank leben müssen, um dann oft bei vollem Bewusstsein die Kehle aufgeschlitzt zu bekommen. Sie alle sterben, noch bevor sie das Erwachsenenalter erreicht haben, als Tierkinder.

Menschen, die nicht auf Fleisch verzichten können, genaugenommen nicht darauf verzichten wollen, könnte durch in-Vitro-Fleisch die Chance geboten werden weiter der Fleischeslust nachzugehen, also Muskeln, Gewebe und Fett zu konsumieren, ohne dass Tiere gequält werden. Das war bisher noch nicht möglich. Wer sich bereits fleischlos oder vegan ernährt, kennt die Vielzahl der zur Verfügung stehenden nicht-tierischen Produkte. Alle, die also nicht warten wollen, bis die Forschung Ergebnisse liefert, können bereits jetzt auf Alternativen und leckere vegane Gerichte zurückgreifen.


Kostenlose Tipps und Tricks bekommen Sie auch über das 30-Tage-Veganstart-Programm von PETA Deutschland e.V. per Mail geschickt.