Spenden
 »  »  » Vegan leben mit Nahrungsmittelunverträglichkeit

Vegan leben mit Nahrungsmittelunverträglichkeit

Vegan leben ohne Soja, Fruchtzucker oder Gluten. So geht’s!

Stand Juni 2013
Viele Menschen leiden unter Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder Allergien und müssen sich tagtäglich genau mit ihrer Nahrungsmittelauswahl befassen. Bei einer Laktoseintoleranz liegen die Vorteile der veganen Ernährung klar auf der Hand, doch was machen Menschen, die eine Soja- oder Fruktoseunverträglichkeit haben und aus Tierschutzgründen vegan leben möchten?

Vegan mit Sojaunverträglichkeit
Vegan leben und keine Sojaprodukte essen, geht das überhaupt? Klar! Kein Veganer muss Soja essen, um den Eiweißbedarf zu decken. Oft treten zwar Unverträglichkeiten auf, die nicht nur ein Lebensmittel ausschließen, sondern gleich mehrere der gleichen Gattung, doch das ist kein Grund, aufzugeben. Erst einmal muss herausgefunden werden, gegen welche Lebensmittel genau Sie allergisch sind.

Bei einer Sojaunverträglichkeit sollten Sie in jedem Fall folgende Produkte vom Speiseplan streichen: Sojabohnen, Sojakeimlinge, Tofu, Sojadrinks, Sojapudding, Sojajoghurt, Sojasahne, Sojaeis, Sojamehl, Sojaflocken, Sojasoße und Sojaöl. (1)

Oftmals liegt die Unverträglichkeit nicht direkt an der Sojabohne, sondern am Histamin. Die natürliche Aminosäure Histidin wird in der Nahrung durch Bakterien (oder Hefe) zu Histamin abgebaut. Die Enzyme, die das Histamin eigentlich abbauen sollen, sind jedoch nicht richtig funktionstüchtig und daher kommt es zu einer pseudoallergischen Reaktion, die Kopfschmerzen, Hautrötungen, Bauchschmerzen oder Durchfall auslösen kann.

Was also was können Veganer mit Sojaunverträglichkeit essen?
Wer lediglich keine Sojaprodukte verträgt, kann es mit Erbsen und Linsen versuchen und auf Reis- oder Haferdrinks zurückgreifen. Walnüsse, Paranüsse, Cashewnüsse, Kürbiskerne, Sonnenblumenkerne und andere Samen sind ebenfalls gute Proteinquellen.

Probieren Sie doch auch mal Lupinenprodukte als Fleischersatz, Humus als Brotaufstrich oder Lupineneis zum Dessert. Seitan (Weizeneiweiß), fein gewürzt und mariniert, bereichert den Speiseplan und wird als Fleischersatzprodukt verwendet. Rezepte zu diversen veganen Seitan-Würstchen gibt es hier.

Grundsätzlich gilt: Halten Sie Ihre pflanzliche Ernährung so naturbelassen wie nur möglich. Die vegane Küche ist nicht auf verarbeitete Produkte angewiesen, auch wenn Hafer Cuisine, Dinkel Cuisine und die vielen erhältlichen Pflanzendrinks einen klasse Ersatz für Sojaprodukte bieten. So behalten Sie auch den Überblick über das, was auf Ihrem Teller landet.

Vegan mit Glutenunverträglichkeit (Zöliakie)
Gluten ist ein Eiweiß, das in zahlreichen Getreidesorten vorkommt. Ein Seitan-Steak besteht aus reinem Weizeneiweiß und viele Sojawürstchen enthalten zusätzlich Bestandteile aus Weizen. Was für andere Veganer eine pure Eiweißquelle ist, sollte bei Allergikern vermieden werden.

Denn bei einigen Menschen führt die Aufnahme von Gluten zu chronischen Bauchschmerzen, Durchfall und Blähungen, aber auch zu Wachstumsstörungen oder Gewichtsverlust. Gerade bei Kleinkindern sollten Sie auf die Symptome achten. Durch die Aufnahme von Gluten wird bei manchen Menschen das Dünndarmgewebe geschädigt und die Nährstoffe können nicht mehr so gut aufgenommen werden. Wenn nach einer ärztlichen Diagnose eine Zöliakie festgestellt wurde, ist eine Ernährungsumstellung notwendig. (3)

Wer Zöliakie hat und das Weizenbrot oder die Nudeln ersetzen möchte, kann also Maismehlgerichte oder Quinoa-Beilagen ausprobieren. So wird die Versorgung mit Kohlenhydraten trotz Zöliakie sichergestellt.

Von diversen Herstellern gibt es glutenfreie Veggie-Aufschnitte, Brotaufstriche sowie Back- und Kochzutaten. Sogar eine Rezeptdatenbank hilft Ihnen beim Filtern von Rezepten und bietet die Kriterien „vegan“ und „glutenfrei“ an.

Vegan mit Fruchtzuckerunverträglichkeit
Wenn die Aufnahme von Fruchtzucker ständig zu Übelkeit, Bauchkrämpfen, Durchfall oder Blähungen führt, sollte die Aufnahme von Fruktose eingeschränkt werden. Auch Sorbit sollte vermieden werden.

Auch wenn Obst in der veganen Ernährung eine große Rolle spielt, kann die Zufuhr von Vitaminen und Mineralstoffen genauso durch Gemüse, Hülsenfrüchte oder Vollkornprodukte gewährleistet werden.

Manche Online-Shops bieten speziell für Veganer Lebensmittel ohne Fruktose oder Gluten an. Viel Spaß beim tierfreundlichen und bewussten Einkauf!

 

Was Sie tun können

Leben Sie vegan, auch wenn Sie Unverträglichkeiten haben! Da jeder, der eine Unverträglichkeit hat, bereits sehr auf seine Ernährung achten muss und oftmals auch besser informiert ist als die meisten anderen Menschen, wird es eine Leichtigkeit sein, sich vegan zu ernähren.
Um zu zeigen, wie vielfältig eine vegane Ernährung ist, gibt es die vegane Ernährungspyramide. Fallen bestimmte Nahrungsmittel weg, da diese eine Unverträglichkeit auslösen, ersetzen Sie diese mit anderen aus ihrer Lebensmittelgruppe.

Achtung: Die individuelle Allergie oder Unverträglichkeit kann nur mit Hilfe eines Arztes festgestellt werden! Bitte beachten Sie diesen Hinweis bei der Zusammenstellung eines Ernährungsplans.


Quellen:
(1) Deutscher Allergie- und Asthmabund e.V. (2013): Soja-Allergie. www.daab.de/ernaehrung/soja-allergie/
(2) Die Nahrungsmittel-Intoleranz Community (2013): Laktoseintoleranz, Fructoseintoleranz oder Histaminintoleranz? www.nahrungsmittel-intoleranz.com
(3) Deutscher Allergie- und Asthmabund e.V. (2013): Zöliakie. www.daab.de/ernaehrung/zoeliakie/