Zecken gehören zu den bekanntesten Parasiten in Deutschland – und kaum ein Thema sorgt jedes Frühjahr für so viele Fragen. Was viele nicht wissen: Dass Zecken heute häufiger Krankheiten übertragen, hängt auch mit menschlichen Eingriffen in die Natur zusammen. Hier erfahren Sie die wichtigsten Fakten über Zecken – und wie Sie sich und Ihre tierischen Mitbewohner tierfreundlich schützen können.
Zecken: Spannende Fakten und wichtige Infos
Zecken sind faszinierende, wenn auch oft gefürchtete Lebewesen. Viele Mythen halten sich hartnäckig – erfahren Sie hier mehr über die Tiere, die oft als „Ungeziefer“ abgewertet werden.
1. Zecken sind keine Insekten
Zecken gehören zur Klasse der Spinnentiere und sind eng mit Milben verwandt. Weltweit gibt es über 900 Arten. In Deutschland ist vor allem der Gemeine Holzbock verbreitet. Anders als Insekten haben Zecken acht Beine und keinen Flügelapparat. [1]
Fliegende Zecken: Ist eine Hirschlaus eine Zecke?
Nein – die sogenannte Hirschlausfliege kann zwar fliegen und sieht zeckenähnlich aus, gehört aber zu den Insekten (genauer: zu den Lausfliegen). Sobald sie einen Wirt wie ein Wildtier, einen Hund oder auch einen Menschen erreicht, wirft sie ihre Flügel ab und bleibt im Fell oder in den Haaren zurück. Dort saugt sie Blut und kann – ähnlich wie Zecken – unangenehme Hautreaktionen auslösen: Häufig kommt es zu Juckreiz, Rötungen und Entzündungen, teilweise halten die Beschwerden mehrere Wochen an.
Auch wenn sie meist nur lästig ist, kann die Hirschlausfliege potenziell Krankheitserreger übertragen, etwa das Bakterium Bartonella schoenbuchensis, das mit Hautentzündungen in Verbindung gebracht wird. Weitere mögliche Übertragungen von Erregern werden noch wissenschaftlich untersucht. [2, 3]
2. Zecken durchlaufen mehrere Entwicklungsstadien
Zecken entwickeln sich über drei Stadien:
- Larve,
- Nymphe
- und adulte Zecke.
Für jedes Stadium benötigen sie eine Blutmahlzeit.
Sind „Mini-Zecken“ gefährlich?
Ja – besonders Nymphen sind klein und werden oft übersehen. Gerade sie spielen eine wichtige Rolle bei der Übertragung von Krankheitserregern wie Borreliose oder FSME, da sie häufig unbemerkt länger am Wirt bleiben.
3. Zecken orientieren sich am Geruch
Zecken erkennen potentielle Wirte über Körpergeruch, Wärme und Kohlendioxid. [4]
Welchen Geruch hassen Zecken am meisten?
Starke ätherische Düfte wie Kokos, Lavendel, Teebaumöl, Minze oder Eukalyptus können Zecken abschrecken – bieten aber keinen vollständigen Schutz.
Hinweis: Viele ätherische Öle sind für Hunde und insbesondere Katzen gefährlich: Vor allem Teebaumöl, Eukalyptus, Pfefferminze, Zitrusöle und starke Kräuteröle gelten als toxisch und reizend. Katzen sind dabei deutlich empfindlicher, weil ihnen ein wichtiges Leberenzym fehlt.
4. Zecken sind weltweit verbreitet
Zecken kommen auf allen Kontinenten vor – auch in Deutschland sind sie weit verbreitet, besonders in Wäldern, Wiesen und Gärten.
Welche Gebiete sind Risikogebiete für Zecken?
Vor allem Süddeutschland gilt als FSME-Risikogebiet. Doch durch die Klimakatastrophe breiten sich Zecken zunehmend auch in anderen Regionen aus.
5. Zecken können Krankheiten übertragen
Zecken können unter anderem Borreliose und FSME übertragen. Allerdings ist nicht jede Zecke infiziert.
Warum tragen Menschen eine Mitschuld?
Menschen tragen indirekt dazu bei, dass Zecken häufiger gefährliche Krankheiten übertragen.
- Durch Jagd und Lebensraumzerstörung ist die Zahl vieler natürlicher Wirte gesunken. Denn große Wildtiere wie Rehe und Hirsche sind wichtige Wirte für Zecken.
- Wenn gleichzeitig andere Tierarten – insbesondere kleine Beutegreifer wie Füchse – weniger werden, können sich kleine Nagetiere wie Mäuse und Ratten stark vermehren. Diese gelten als besonders wichtige Reservoirwirte für Krankheitserreger wie Borreliose [5, 6]
Wenn der Mensch beispielsweise durch Bejagung bestimmter Tierarten in Ökosysteme eingreift, hat das Folgen:
- Zecken saugen häufiger an infizierten Nagetieren,
- sie nehmen dabei Krankheitserreger auf
- und können diese später an Menschen und andere Tiere weitergeben.
Zudem bringen zerschnittene Lebensräume, Gärten und Stadtrandgebiete Wildtiere, sogenannte Haustiere und Menschen näher zusammen. Dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Zecken Krankheitserreger weitergeben.
Aus tierrechtlicher Sicht zeigt sich: Nicht die Zecke ist „schuld“ – sondern ein vom Menschen gestörtes Ökosystem.
Was hilft gegen Zecken?
Der beste Schutz ist Prävention – und zwar tierfreundlich und ohne die Tiere zu töten.
Soll man Zecken rausdrehen oder ziehen?
Wer bei sich selbst, bei Mitmenschen oder tierischen Mitbewohnern wie Hund und Katze eine Zecke entdeckt, sollte ruhig bleiben, sie jedoch möglichst schnell entfernen – am besten mit einer Pinzette oder Zeckenkarte.
Wichtig: Gerade herausziehen, nicht drehen, nicht quetschen.
Was ist der beste Schutz gegen Zecken beim Menschen?
- Lange Kleidung in der Natur.
- Helle Kleidung, um Zecken schneller zu entdecken.
- Körper nach Aufenthalten im Freien absuchen.
- Natürliche Mittel wie Kokosöl, Minzöl, Zitroneneukalyptusöl – mit Einschränkungen auch verdünntes Teebaumöl – einsetzen; Hunde und Katzen sollten mit ätherischen Ölen niemals in Kontakt kommen.
- Chemische Mittel zur Zeckenabwehr aus der Apotheke.
In welchem Monat sind Zecken gefährlich?
Zecken sind mittlerweile ganzjährig aktiv – daher empfiehlt es sich, über das ganze Jahr hinweg präventive Maßnahmen anzuwenden.
Was empfehlen Tierärzte bei Zecken?
Tierärzt:innen empfehlen meist eine Kombination aus:
- regelmäßiger Kontrolle des Fells
- frühzeitigem Entfernen von Zecken
- tierärztlich individuell abgestimmtem Schutz (z. B. pflanzliche Alternativen oder Medikamente)
Was empfehlen Tierärzt:innen gegen Zecken bei Katzen?
Bei Katzen wird häufig zu speziell angepassten Spot-ons oder natürlichen Lösungen geraten – wichtig: niemals Mittel für Hunde verwenden, da sie für Katzen gefährlich sein können. Wer eine Katze sicher vor Gefahren im eigenen Zuhause hält, schützt das Tier vor Zeckenbissen und anderen Gefahren.
Auch Katzen mit gesichertem Freigang sollten Mittel zum Schutz vor Zecken erhalten und nach ihrem Aufenthalt im Freien gründlich auf Zecken untersucht werden.

Was ist das beste Mittel gegen Zecken bei Hunden?
Es gibt keine „eine“ perfekte Lösung. Sinnvoll ist eine Kombination aus:
- Absuchen nach jedem Spaziergang
- und tierärztlich empfohlenen Präparaten
Fazit: Prävention statt Töten
Gegen Zecken vorzugehen, bedeutet nicht, sie wahllos zu töten. Viel wichtiger ist es, sich und Tiere bewusst zu schützen und gleichzeitig zu verstehen: Das Problem liegt oft im gestörten Gleichgewicht der Natur.
Ein respektvoller Umgang mit allen Lebewesen und verantwortungsvolles Handeln des Menschen sind der nachhaltig beste Schutz.
Floh entdeckt? Was hilft wirklich, wenn der Hund Flöhe hat?
Wenn der tierische Begleiter sich Flöhe einfängt, kann das sehr lästig sein. Denn Flohbisse verursachen Juckreiz und sind somit sehr unangenehm für Hunde – und Flöhe sind äußerst schwer loszuwerden.
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Quellen
[1] Umweltbundesamt (28.10. 2025): Schildzecken, https://www.umweltbundesamt.de/schildzecken (eingesehen am 01.06.2026)
[2] Apothekenumschau (18.06.2024): Hirschlausfliege: Was hat es mit der „fliegenden Zecke“ auf sich?, https://www.apotheken-umschau.de/krankheiten-symptome/hautkrankheiten/hirschlausfliege-ist-fliegende-zecke-gefaehrlich-1114043.html (eingesehen am 01.06.2026)
[3] ADAC (05.08.2025): „Fliegende Zecke“: So gefährlich ist die Hirschlausfliege, https://www.adac.de/gesundheit/gesund-unterwegs/gefaehrliche-tiere-auf-reisen/fliegende-zecke-hirschlausfliege/ (eingesehen am 01.06.2026)
[4] Carr, Ann L. & Salgado, Vincent L. (23.08.2019): Ticks home in on body heat: A new understanding of Haller’s organ and repellent action, https://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371%2Fjournal.pone.0221659 (eingesehen am 01.06.2026)
[5] Rubel, Fran et al. (17.03.2023): Atlas of ticks (Acari: Argasidae, Ixodidae) in Germany: 1st data update, https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC10020077/ (eingesehen am 01.06.2026)
[6] Biologie-Schule.de: Der Gemeine Holzbock – Steckbrief, https://www.biologie-schule.de/gemeiner-holzbock-steckbrief.php (eingesehen am 01.06.2026)