Wir von PETA Deutschland setzen uns bereits seit mehreren Jahren dafür ein, dass der grausame und unwissenschaftliche Forced Swim Test (FST) abgeschafft wird. Die „German Mouse Clinic“ am Helmholtz Zentrum München, die gentechnisch veränderte Mäuse für Tierversuche züchtet, hat uns gegenüber angegeben, dass sie den FST nicht mehr durchführt und auch nicht plant, ihn wieder einzuführen.
Erfahren Sie hier, warum der Forced Swim Test sowohl grausam als auch unwissenschaftlich ist und wie Sie dazu beitragen können, solche Tierversuche abzuschaffen.
Forced Swim Test: So leiden Mäuse und Ratten
Beim sogenannten Forced Swim Test werden Mäuse und Ratten in einen mit Wasser gefüllten Behälter gesetzt, aus dem sie nicht entkommen können. Die Tiere kämpfen verzweifelt darum, nicht zu ertrinken. Einige Experimentator:innen interpretieren die Dauer, in der sie aktiv um ihr Leben schwimmen, als Maß für depressionsähnliches Verhalten. Doch immer mehr Wissenschaftler:innen weisen darauf hin, dass die Ergebnisse eines solchen Tests nur wenig aussagekräftig sind.
„Selbst ein Unternehmen, dessen Geschäftsmodell rein auf der Fehlannahme basiert, dass Tierversuche Erkenntnisse für menschliche Krankheiten liefern können, hat anerkannt, dass der Forced Swim Test keine Aussagekraft hat. Wer aus dem Erzeugen von Todesangst bei Tieren Rückschlüsse auf die menschliche Psyche ziehen will, der handelt ethisch unvertretbar. Solche Versuche verhindern zudem wesentlich den Fortschritt in der Depressionsforschung.“
Julia Spänle, wissenschaftliche Beraterin bei PETA im Bereich Tierversuche
Forced Swim Test: Kaum Aussagekraft und wachsende Kritik
Der Forced Swim Test in der Depressions- und Angstforschung wird weltweit zunehmend kritisiert. Zahlreiche Forschende bezweifeln, dass das reglose Treiben im Wasser tatsächlich etwas über Depressionen oder Angst aussagt. Stattdessen gehen viele davon aus, dass es sich dabei um ein erlerntes Verhalten handelt, das dazu dient, Energie zu sparen und sich an die neue Umgebung anzupassen. Deshalb raten inzwischen zahlreiche institutionelle Gremien davon ab, den Test zur Modellierung von Depressionen und Angstzuständen anzuwenden.
Auch für die Identifizierung neuer Antidepressiva ist der FST zu ungenau. Die Neurowissenschaftlerin und Direktorin der Science Advancement and Outreach Division von PETA USA, Dr. Emily R. Trunnell, und die Psychologin Dr. Constança Carvalho fanden heraus, dass im Auftrag von 15 Pharmaunternehmen Experimentator:innen über 15.000 Mäuse und andere Kleintiere mit 109 verschiedenen Präparaten behandelt haben und sie danach dem FST ausgesetzt haben. 36 der Mittel galten aufgrund der Testergebnisse als vielversprechend – doch kein einziges davon wurde bisher als Antidepressivum für Menschen zugelassen. [1]

Tierversuche in der Medikamentenentwicklung: Hohe Durchfallquote
In der Entwicklung von Medikamenten sieht man regelmäßig, dass Ergebnisse aus Tierversuchen in den meisten Fällen nicht auf Menschen übertragbar sind. Bei circa 95 von 100 neuen Medikamenten, die durch Tierversuche getestet und als wirksam und sicher eingestuft wurden, zeigt sich letztendlich, dass sie für den Menschen unbrauchbar sind. Auch in der Depressionsforschung liegt die Durchfallquote bei 95 Prozent. [2]
Helfen Sie, den Forced Swim Test abzuschaffen
Tiere sind fühlende Lebewesen, die genauso wie Menschen Angst empfinden, wenn sie um ihr Leben kämpfen müssen. Helfen Sie uns, grausame Tierversuche wie den Forced Swim Test endlich abzuschaffen. Unterstützen Sie jetzt unsere Petition, damit künftig keine Tiere mehr für unnötige Tierversuche leiden müssen.
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Quellen
[1] Trunnell ER, Carvalho C. The forced swim test has poor accuracy for identifying novel antidepressants. Drug Discovery Today. 2021;26(12):2898-2904. doi:10.1016/j.drudis.2021.08.003
[2] Bio Industry Analysis. The State of Innovation in Highly Prevalent Chronic Diseases. Volume I: Depression Therapeutics. Published December 2017. Accessed June 10, 2026. https://go.bio.org/rs/490-EHZ-999/images/BIO_HPCD_Series-Depression_2018-01-03.pdf