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Zoo Hannover quält Elefantenbabys mit spitzen Elefantenhaken

Update Sommer 2020

Erfolg: Keine Elefantenhaken mehr im Zoo Hannover

Mittlerweile hat der Zoo Hannover die Elefantenhaltung auf den „Geschützten Kontakt“ umgestellt, bei dem keine Elefantenhaken mehr verwendet werden. Die Umbauarbeiten am Elefantengehege des Zoos dauern jedoch noch an [1]. Der europäische Zoo-Dachverband EAZA hat 2019 zudem angekündigt, dass alle Mitgliedzoos bis 2030 auf den „Geschützten Kontakt“ umsteigen müssen.
 

Original-Artikel:

Die im Frühjahr 2017 veröffentlichten Videoaufnahmen zeigen, wie die Asiatischen Elefanten im Zoo Hannover in zirkusähnlichen Shows vorgeführt werden, um Besucher anzulocken. Dafür werden schon die Elefantenbabys regelmäßig auf eine Nebenanlage geführt und – verborgen von den Blicken der Besucher – immer wieder mit dem Elefantenhaken, einem Stock mit einem spitzen Metallwiderhaken, gequält. Wenn die Tierkinder die geforderten Zirkustricks wie Sitzen, Drehen oder den Stand auf Hinterbeinen nicht zur Zufriedenheit der Zoowärter ausführen, wird ihnen der Elefantenhaken in die empfindliche Haut gerammt. Für die Elefanten ist dies sehr schmerzhaft, denn die Tiere haben eine dünne Haut und können sogar Insektenstiche spüren.

Bei den Misshandlungen handelt es sich nicht um Einzelfälle. Die Elefantenwärter tragen den Haken stets bei sich und nutzen ihn zum Schlagen, Stoßen und Drohen. Auch eine schwere Peitsche wird eingesetzt, um die Tiere zum Gehorsam zu zwingen. Obwohl der Zoo angibt, die Zirkustricks aus dem Programm gestrichen zu haben, werden die Elefanten in der Haltungsform des sogenannten „Direkten Kontakts“ weiterhin misshandelt.

Weltweit renommierte Elefantenexperten wie Margaret Whittaker, Carol Buckley und Dr. Olaf Behlert haben das stundenlange Videomaterial im Auftrag von PETA begutachtet und bestätigt, dass die Elefanten mit Schlägen und anderen Formen der Gewalt unterworfen werden. 
 

Langwieriges Verfahren um die Elefantenhaltung

Wir von PETA Deutschland haben im April 2017 Strafanzeige gegen die Zoo-Verantwortlichen wegen Tierquälerei gestellt. Im August 2017 gab die Staatsanwaltschaft Hannover bekannt, dass das Ermittlungsverfahren eingestellt wurde – obwohl selbst die von der Staatsanwaltschaft eingesetzten Gutachter bestätigten, dass den Tieren „erhebliche Leiden bzw. Schmerzen“ zugefügt wurden und ein „unangemessener Einsatz des Elefantenhakens“ stattgefunden habe.
 
Im Oktober 2017 haben wir bei der Generalstaatsanwaltschaft Celle Beschwerde gegen die Einstellung des Ermittlungsverfahrens eingelegt, um die Wiederaufnahme des Verfahrens zu erreichen. Vier der fünf Expertengutachten untermauerten deutlich unseren Einsatz für die Elefanten. Die Generalstaatsanwaltschaft bestätigte im Januar 2018 jedoch die Einstellung des Ermittlungsverfahrens. Als Begründung hieß es, es sei nicht nachweisbar, dass den Elefanten im Zoo Hannover durch die Schläge „erhebliche Schmerzen und Leiden“ zugefügt worden sind. Das bedeutet: Die Misshandlung der Elefanten ist nach Ansicht der Staatsanwaltschaften nicht gravierend genug, damit es für eine Anklageerhebung reicht.
Im Sommer 2018 gab der Zoo Hannover bekannt, auf den „Geschützen Kontakt“ umzustellen und die Elefanten-Anlage umzubauen.

Elefanten haben im Zoo nichts zu suchen

Elefanten gehören nicht in den Zoo, sondern in die Wälder und Savannen Afrikas und Asiens. Dort wandern sie gemeinsam mit ihren Familien viele Kilometer am Tag. Die Bedingungen in Zoos sind derart unnatürlich, dass die empfindsamen Tiere dort in der Regel wesentlich früher sterben als in der Natur [2]. Viele der Tiere in Zoos sind verhaltensgestört.

Der brutale Einsatz des Elefantenhakens in deutschen Zoos ist kein Einzelfall. Auswilderungen finden hingegen nicht statt – im Gegenteil: teilweise importieren Zoos weltweit auch heute noch wildgefangene Elefanten und tragen so zu ihrem Verschwinden in freier Wildbahn bei. Der Artenschutz wird lediglich als Vorwand benutzt, um den Besuchern ein gutes Gewissen zu suggerieren. Steuergelder sollten nicht für Zoos ausgegeben werden, in denen Elefanten eingesperrt und gequält werden, sondern für echte Artenschutzprojekte – für Tiere in Freiheit.

Was Sie tun können

  • Bitte besuchen Sie keine Zoos und Tierparks.
  • Überzeugen Sie Freunde und Bekannte, Zoos den Rücken zu kehren.
  • Unterschreiben Sie unsere Petition an die EAZA, die verpflichtende Umstellung auf den gewaltfreien „Geschützten Kontakt“ für alle Mitgliedszoos bis spätestens 2023 umzusetzen.

[1] Bild (01.02.2020): 12,5 Millionen für die Rüsselbande, https://www.bild.de/regional/hannover/hannover-aktuell/groesseres-gehege-mit-aussendusche-12-5-millionen-fuer-die-ruesselbande-68519034.bild.html, (eingesehen am 14.08.2020)
[2] Clubb R., Moss C. et al (2008): Compromised Survivorship in Zoo Elephants., Science 12 December 2008: 1649, https://www.researchgate.net/publication/23655237_Compromised_Survivorship_in_Zoo_Elephants, (eingesehen am 20.07.2020)