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Avocado: Hoher Wasserverbrauch und schlecht für die Umwelt

Avocado Umwelt
Die Avocado gilt wegen ihrer Nährwerte als sogenanntes Superfood und erlebt seit Jahren einen regelrechten Hype. Gleichzeitig kommt jedoch auch die Frage auf, wie umweltfreundlich die Avocado eigentlich ist – hat sie doch einen sehr hohen Wasserverbrauch und verursacht viele andere Probleme. Hier erfahren Sie alles zur Umweltbilanz der grünen Frucht.

Wasserverbrauch der Avocado im Vergleich

Die Avocado hat viel „Durst“. Für ein Kilogramm Avocado – also ca. drei Früchte – werden mehr als 1.000 Liter Wasser gebraucht. [1] Zum Vergleich: Die Produktion von einem Kilo Tomaten benötigt durchschnittlich gerade mal 180 Liter Wasser. [2] Im Vergleich zu tierischen Produkten sieht der Wasserverbrauch der Avocado jedoch wieder ganz anders aus: So werden für ein Kilo Rindfleisch mehr als 15.000 Liter Wasser, für Schweinefleisch fast 6.000 Liter und für Geflügel mehr als 4.000 Liter Wasser verbraucht. [3] Auch Kaffee und Kakao haben einen sehr viel höheren Wasserverbrauch als Avocados. [4, 5]  

Lange Transportwege, Abholzung der Wälder und Wasserknappheit

Da Avocados nur in wärmeren Klimazonen wachsen, werden sie hauptsächlich in Mittel- und Südamerika angebaut und von dort importiert. Durch die langen Transportwege und erforderliche Kühlung wird viel CO2 freigesetzt.

Wegen der hohen Nachfrage auf dem europäischen Markt kommt es immer wieder zu illegalen Abholzungen der Wälder, um weitere Anbaugebiete für Avocados zu erschließen. Aber auch legale Rodungen sind von großem Umfang: Jedes Jahr werden für Avocado-Plantagen 1.500 bis 4.000 Hektar Wald abgeholzt. [6]
 
Weil für Avocados riesige Monokulturen angelegt und Bewässerungsanlagen gebaut werden, wird der Bevölkerung teilweise der Zugang zu Trinkwasser geraubt. [7] Zusätzlich verschmutzen Pestizide das noch zugängliche Trinkwasser und schaden der Umwelt und den Einwohnern. [6] Im Bundestaat Michoacán in Mexiko zum Beispiel, wo ein Großteil der Avocado-Ernte eingefahren wird, verdienen brutal agierende Gangs am Anbau mit Avocados und terrorisieren ganze Städte. [8]

Was hat Veganismus mit der Avocado zu tun? 

„Superfood“ und „vegan“ werden gerne in einen Topf geworfen. Zwischen einem gesunden Lebensstil und einer veganen Ernährung gibt es sicherlich Überschneidungen. Vegan leben bedeutet jedoch weitaus mehr als das:

Es bedeutet, Mitgefühl gegenüber allen Lebewesen zu zeigen und ihnen kein Leid zufügen zu wollen.

So wie es Fleischesser gibt, die Avocados essen, gehören Avocados auch nicht zum täglichen Konsum eines Veganers.

Kann man nachhaltige Avocados kaufen?

Wie bei Kaffee und Kakao sollte man beim Kauf von Avocados die Herkunft hinterfragen. Sicher ist es gut, nur ökologisch und fair produzierte Avocados zu konsumieren – und noch besser, gar keine Avocados zu kaufen.

Wer etwas Wirkungsvolles für den Umweltschutz tun will, sollte auf eine pflanzliche Ernährung umsteigen. Die landwirtschaftliche Tierhaltung ist für mehr Emissionen verantwortlich als der gesamte Verkehr auf der Welt. [9] Auch haben die meisten tierischen Produkte einen sehr viel höheren Wasserverbrauch als Avocados. Am nachhaltigsten ist es, sich von veganen, regionalen, saisonalen und biologischen Lebensmitteln zu ernähren.

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[1] Zeit (13.10.2016): Das Märchen von der guten Avocado, https://www.zeit.de/2016/43/avocado-superfood-anbau-oekologie-trend/komplettansicht, (eingesehen am 03.07.2020)
[2] GEO (22.03.2017): Dänische Supermärkte listen chilenische Avocados aus, https://www.geo.de/natur/nachhaltigkeit/16027-rtkl-extrem-hoher-wasserverbrauch-daenische-supermaerkte-listen, (eingesehen am 03.07.2020)
[3] Vereinigung Deutscher Gewässerschutz e.V.: Fleisch und Milchprodukte, http://virtuelles-wasser.de/fleisch.html, (eingesehen am 03.07.2020)
[4] Vereinigung Deutscher Gewässerschutz e.V.: Virtueller Wassergehalt ausgewählter Produkte (weltweite Mittelwerte): Kaffee und Tee, stell, (eingesehen am 03.07.2020)
[5] Vereinigung Deutscher Gewässerschutz e.V.: Virtueller Wassergehalt ausgewählter Produkte (weltweite Mittelwerte): Zucker und Kakao, http://virtuelles-wasser.de/zucker_kakao.html, (eingesehen am 03.07.2020)
[6] Spiegel Wissenschaft (29.08.2016): Avocado-Boom führt zu illegaler Abholzung in Mexiko, https://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/mexiko-avocado-boom-fuehrt-zu-illegaler-abholzung-a-1109872.html, (eingesehen am 03.07.2020)
[7] Das Erste (13.03.2018): Weltspiegel-Reportage: Avocado – Umweltkiller Superfood, https://www.daserste.de/information/politik-weltgeschehen/weltspiegel/sendung/umweltkiller-superfood-100.html, (eingesehen am 03.07.2020)
[8] GEO: Sterne-Koch nennt Avocados „die Blutdiamanten Mexikos“, https://www.geo.de/wissen/ernaehrung/20043-rtkl-boykott-aufruf-sterne-koch-nennt-avocados-die-blutdiamanten-mexikos, (eingesehen am 10.07.2020)
[9] Gerber, P.J./Steinfeld, H./Henderson, B./Mottet, A./Opio, C./Dijkman, J./Falcucci, A./Tempio, G. (2013): Tackling Climate Change through Livestock - A global assessment of emissions and mitigation opportunities, FAO, http://www.fao.org/3/a-i3437e.pdf, (eingesehen am 03.07.2020)