5 kranke Dinge, die Brieftauben JEDEN TAG angetan werden

Brieftaube
Rund 25.000 Brieftaubenzüchter und -halter nehmen mit ihren Tieren an sogenannten Taubenwettflügen teil, in der Hoffnung auf ein saftiges Preisgeld und Auszeichnungen. Für ca. 2,5 Millionen Tauben bedeutet dies, ein Leben voller Qualen. Lesen Sie hier, welche fünf Dinge die für den „Brieftaubensport“ ausgenutzten Vögel täglich über sich ergehen lassen müssen.

1. Sie werden von ihrer Familie getrennt

Tauben haben einen extrem ausgeprägten Familiensinn und sind überaus treue Tiere – auch ihrem Standort gegenüber. Sie verbringen in der Regel ihr ganzes Leben mit nur einem Partner und ziehen gemeinsam ihren Nachwuchs groß. Dies wird für die Wettflüge anhand der „Nest-“ oder „Witwermethode“ skrupellos ausgenutzt: Die Tiere werden bis über tausend Kilometer weit von ihrem Taubenschlag weggebracht, von wo aus sie verzweifelt versuchen, so schnell wie möglich wieder zurück zu ihrer Familie zu finden. Und da die Tauben für den Wettflug regelmäßig „trainiert“ werden, ist dieser Stress Alltag für die sensiblen Tiere.
 
Brieftauben

2. Sie werden für Auszeichnungen in den Tod geschickt

Bei Tauben-Wettflügen wird generell mit einer sehr hohen „Verlustrate“ gerechnet. Diese liegt durchschnittlich bei 53 Prozent. Besonders verlustreich sind die sogenannten Tribünenflüge. So werden hunderttausende Tauben jedes Jahr für eine mögliche Auszeichnung oder ein Preisgeld in den Tod geschickt. Diejenigen, die nicht zurück in den Taubenschlag kommen, sterben qualvoll an Flüssigkeitsmangel, Erschöpfung oder Verletzungen oder stranden in Städten, wo sie ein leidvolles Leben führen.
 
Brieftaube tot

3. Sie werden an den Höchstbietenden verscherbelt

Dass es den Taubenhalter und -züchtern nicht um das Wohlbefinden der Tiere, sondern nur um wirtschaftlichen Gewinn geht, sieht man auch an den zahlreichen Tauben-Auktionsportalen, die es im Internet gibt. Hier werden Zuchttauben nach gewonnenen Preisen und Abstammung eingestuft und an den Höchstbietenden verkauft. Dass die Tiere dabei von ihrem Heimatschlag und vor allem ihrer Familie getrennt werden, interessiert Händler und Käufer nicht.

4. Sie werden getötet, wenn sie nicht schnell genug sind

Das oberste Ziel der Taubenzucht ist die Leistung der Tiere und damit verbunden erfolgreiche Wettflüge. Bis zu 130 km/h schnell sollen die Tiere fliegen. Wenn eine Taube nicht schnell genug fliegt oder sich verflogen hat, ist es nicht unüblich, dass die Taube getötet wird. Ohne die Taube zu betäuben, wird ihr der Hals lang gezogen und der Kopf umgedreht.

5. Sie werden ohne Rücksicht auf den Tierschutz gequält

Das Töten von Tieren ohne Betäubung und ohne vernünftigen Grund verstößt gegen das Tierschutzgesetzt. Den Haltern ist dies jedoch meist egal. Auch steht im § 3 Nr. 1 des Tierschutzgesetzes (TierSchG), dass es verboten ist, „einem Tier außer in Notfällen Leistungen abzuverlangen, denen es wegen seines Zustandes offensichtlich nicht gewachsen ist und die offensichtlich seine Kräfte übersteigen“. Dass die meisten Tiere den Wettkämpfen nicht gewachsen sind, kann man deutlich an den hohen Verlustraten erkennen. Dennoch werden Tauben jeden Tag von Züchtern und Haltern zu anstrengenden Flügen gezwungen.

Was Sie tun können

  • Besuchen Sie niemals einen Taubenwettflug und unterstützen Sie diese nicht.
  • Klären Sie Menschen in Ihrer Umgebung über die Tierquälerei des Brieftaubensports auf und bitten Sie sie, diesen ebenfalls nicht zu unterstützen.
  • Schreiben Sie einen Leserbrief an die Zeitung, um auf die Grausamkeit dieses Hobbys aufmerksam zu machen.
  • Unterstützen Sie örtliche Stadttaubenprojekte.
  • Erstellen Sie eine Petition an die Bundesregierung, in welcher Sie ein Verbot von Taubenwettflügen fordern.

Unsere Autoren

Friederike Huth

setzt sich als Editor und Coordinator im Online Marketing für die Rechte der Tiere ein.