Hubertusmesse – kirchlicher Segen für Jagen und Töten von Tieren

Hubertusmesse
Im Oktober und November werden deutschlandweit Hubertusmessen abgehalten, bei denen Jäger den kirchlichen Segen erhalten. Der eigentliche Hubertustag ist der 3. November. Im Gedenken an den heiligen Hubertus von Lüttich, der fälschlicherweise als Schutzpatron der Jagd gilt, werden die Jäger quasi mit Gottes Erlaubnis in die Natur geschickt, um Tiere zu töten – denn die Hubertusmesse ist häufig der Auftakt zu grausamen Treib- und Drückjagden. Dann ziehen die Jäger in die Wälder, um unzählige Tiere zu hetzen und zu erschießen.

So brutal sind Drückjagden

Bei einer Drück- oder Treibjagd werden die Wildtiere von sogenannten Treibern und oft auch Jagdhunden aufgespürt, aus ihren Verstecken aufgescheucht und zu den Jägern getrieben, von denen sie erschossen werden. Es ist eine regelrechte Hetze, bei der die Tiere in wilder Panik versuchen, zu entkommen. Dann trifft sie der Schuss des Jägers. Dieser beendet jedoch nur selten das Leid der Tiere, denn bis zu zwei Drittel der Wildtiere sterben nicht sofort. [1] Die meisten Tiere flüchten mit zerschossenen Knochen und heraushängenden Innereien und kämpfen oftmals einen tagelangen, extrem schmerzvollen Todeskampf. Nicht umsonst gibt es den Begriff der Nachsuche.

Afrikanische Schweinepest

Die Jagd widerspricht der christlichen Ethik

Das Töten von „Gottes Geschöpfen“ widerspricht maßgeblich den christlichen Werten und der Ethik. Zahlreiche anerkannte Wissenschaftler und Wildbiologen sind sich einig, dass die Jagd nicht zur Regulation der Wildtierpopulation beiträgt. [2] Die Natur reguliert sich durch Umwelteinflüsse wie Witterung, Krankheiten und Nahrungsverfügbarkeit von selbst. In Deutschland gibt es über 380.000 Hobbyjäger, denen gerade mal 1.000 Berufsjäger, meist Forstbeamte, gegenüber stehen. [3] Die offene Freude am sinnlosen Töten von Tieren kann nicht mit der Barmherzigkeit, Liebe und Gerechtigkeit vereinbart werden, die im Christentum eigentlich gelebt werden. Selbst der heilige Hubertus, der von Jägern als Schutzpatron erwählt wurde, hat Überlieferungen zufolge die übermäßige Jagd abgelehnt.

„Einen Gottesdienst zu veranstalten, der Jägern symbolisch den Segen für das sinnlose Töten wehrloser Mitgeschöpfe gibt, sendet ein völlig falsches Signal. Kirchen müssen für die Bewahrung der Schöpfung eintreten, nicht für ihre Zerstörung.“

Nadja Michler, Fachreferentin bei PETA.

Was Sie tun können

  • Bitte besuchen Sie niemals eine Hubertusmesse.
  • Veranstalten Sie mit unserem kostenlosen Demopaket eine friedliche Mahnwache gegen die Jagd.
  • Verhindern Sie, dass Tiere auf Ihrem Grundstück von Jägern getötet werden dürfen, indem Sie einen Antrag auf Befriedung bei der Jagdbehörde Ihres Landkreises stellen.


[1] Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz (ohne Datum): Tierschutz und Bewegungsjagden, Stellungnahme der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz (TVT), Arbeitskreis Wildtiere und Jagd (AK 6).
[2] Reichholf J. H. (ohne Datum): Die Wahrheit über die Jagd - Evolutionsbiologe Prof. Josef Helmut Reichholf widerlegt Jägerlügen, TV- Beitrag SWR BW, https://www.youtube-nocookie.com/embed/-Ls-m1kDwVY, zuletzt eingesehen am 11.10.2019.
[3] Deutscher Jagdverband (2019): Jagdscheininhaber in der Bundesrepublik Deutschland, DJV-Handbuch 2019, S. 357.