Skip to Content

Was sind antikoagulante Rodentizide? Infos zu Wirkung und Gefahren von Rattengift

Teilen:

Zur Bekämpfung von Ratten und Mäusen in Innenräumen oder auf Ackerflächen werden immer noch sogenannte Rodentizide eingesetzt, umgangssprachlich bekannt als Mäuse- bzw. Rattengift.

Für die betroffenen Tiere bedeuten diese Gifte meist erhebliches Leid. Viele Rodentizide wirken nicht sofort, sondern erst nach mehreren Tagen. Ratten und Mäuse sterben dadurch oft langsam und qualvoll. Das Gift ist dabei nicht nur für Mäuse und Ratten gefährlich, auch Hunde, Katzen, Greifvögel, Füchse, Igel und andere Wildtiere können vergiftet werden. Entweder direkt durch die Aufnahme von Ködern oder indirekt, wenn sie vergiftete Tiere essen.

Inhalte im Überblick

Was sind antikoagulante Rodentizide?

Die meisten Rodentizide sind sogenannte antikoagulante Rodentizide. Diese Wirkstoffe verhindern, dass das Blut normal gerinnt. Nehmen Tiere den Giftköder auf, verlieren sie nach und nach die Fähigkeit zur Blutgerinnung. In der Folge kommt es zu inneren Blutungen, an denen sie meist erst nach mehreren Tagen sterben.[1]

Welche Wirkstoffe gibt es?

Bei antikoagulanten Rodentiziden wird zwischen Wirkstoffen der ersten und zweiten Generation unterschieden. Wirkstoffe der ersten Generation müssen von den Tieren öfter aufgenommen werden, bevor eine tödliche Dosis erreicht wird, jene der zweiten Generation sind giftiger, meistens reicht eine einfache Aufnahme.

Zur ersten Generation der als Biozid zugelassenen Antikoagulanten zählen:

  • Warfarin
  • Chlorophacinon 
  • Coumatetralyl

Zur zweiten Generation gehören:

  • Brodifacou
  • Bromadiolon
  • Difenacoum
  • Difethialon
  • Flocoumafen

Die meisten Rodentizide enthalten Wirkstoffe der zweiten Generation.[2]

Wie (schnell) wirken antikoagulante Rodentizide?

Antikoagulante Rodentizide stören den sogenannten Vitamin-K-Zyklus. Vitamin K ist wichtig, damit der Körper in der Leber bestimmte Blutgerinnungsfaktoren bilden kann. Diese Gerinnungsfaktoren sorgen normalerweise dafür, dass Blutungen gestoppt werden.

Die Wirkstoffe in antikoagulanten Rodentiziden blockieren ein wichtiges Enzym in diesem Kreislauf: die Vitamin-K-Epoxid-Reduktase. Dadurch kann Vitamin K nicht mehr ausreichend wiederverwertet werden. In der Folge nimmt die Menge funktionsfähiger Blutgerinnungsfaktoren im Körper nach und nach ab.[3]

Wer sich dazu entscheidet, das Gift einzusetzen, erhofft sich die verzögerte Wirkung: Denn Ratten und Mäuse sollen den Köder nicht unmittelbar mit der späteren Vergiftung in Verbindung bringen, um ihn, je nach Wirkstoff, mehrfach aufzunehmen.[4]

Wer darf antikoagulante Rodentizide einsetzen und was hat sich ab Juni 2026 geändert?

Für Privatpersonen werden der Zugang und Einsatz von antikoagulanten Rodentiziden künftig deutlich eingeschränkt:

  •  Antikoagulante Rodentizide wurden noch bis zum 25. April 2026 auf dem Markt bereitgestellt und dürfen jetzt noch bis zum 22. Oktober 2026 verwendet werden.
  • Das bedeutet jedoch kein vollständiges Verbot antikoagulanter Rodentizide. Personen mit entsprechender Sachkunde dürfen die Mittel weiterhin einsetzen.

Auch das vorsorgliche oder dauerhafte Auslegen von Giftködern ohne einen nachgewiesenen Befall ist künftig nicht mehr erlaubt. Giftköder dürfen nur noch eingesetzt werden, wenn tatsächlich Ratten oder Mäuse festgestellt wurden – nicht mehr zur Vorbeugung oder zur allgemeinen Überwachung.

Sind Rodentizide schädlich für Hunde?

Auch für Hunde kann die Aufnahme von Giftködern lebensgefährlich werden. Es gibt einige Anzeichen, an denen man erkennen kann, ob ein Hund krank oder verletzt ist. Lesen Sie hier, auf welche Symptome Sie unbedingt achten sollten.