Loro Parque Teneriffa: DAS macht die Gefangenschaft mit Orcas

Loro Parque Orcas
Mitarbeiter von PETA USA haben den Loro Parque auf Teneriffa besucht und konnten Orcas mit abgebrochenen Zähnen und anderen Verletzungen filmen. Die Tiere trieben lustlos in ihren winzigen Becken und bettelten um Nahrung.
 
Loro Parque Orcas
Im Loro Parque werden Vögel, Delfine, Seelöwen und sechs Orcas ausgestellt. Die Orcas sind quasi eine Dauerleihgabe des für seine tierquälerischen Zustände berüchtigten SeaWorld-Parks in den USA. Die Orca-Kälber Kohana und Skyla wurden ihren Müttern mit drei bzw. zwei Jahren bei SeaWorld Orlando in Florida entrissen und zusammen mit Keto und Tekoa tausende Meilen weit auf die kanarischen Inseln geflogen.

Das junge Orca-Weibchen Morgan wurde unter dem Versprechen aus dem Meer geholt, sie würde nie öffentlich ausgestellt und wieder freigelassen werden, sobald sie sich erholt hätte. Auch Morgan wird noch immer im Loro Parque gefangen gehalten. Hier geht’s zur Petition für Morgan. In diesem Park wurden zudem zwei aus Inzucht entstandene Kälber geboren: Vicky, die mit nur zehn Monaten starb, und Adán, der seit Oktober 2010 in dem Betonbecken lebt.
PETA USA hat die Tierärztin und Meerestierexpertin Dr. Heather Rally gebeten, sich die Aufnahmen aus dem Park anzusehen. Im Folgenden sind nur einige der Probleme genannt, die Dr. Rally bei den im Loro Parque gehaltenen Orcas feststellen konnte:

1. Orcas mit Zahnmalen, verursacht durch aggressive Angriffe von anderen Walen

Loro Parque Orcas
Die sogenannten „rake marks“ entstehen, wenn dominante Tiere mit ihren Zähnen an der Haut weniger aggressiver Tiere kratzen. In freier Wildbahn könnte der Orca eines niedrigeren Ranges einfach wegschwimmen – doch in den engen Becken des Loro Parque gibt es kein Entkommen.
 
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Solche Angriffe können schmerzhafte und ernstzunehmende Verletzungen nach sich ziehen. In manchen Fällen sind die Verletzungen so tief, dass Blut aus der Wunde läuft.
 
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Tekoa hat diese Art von Wunden an beiden Seiten seines Körpers – vom Kopf bis nach hinten zur Schwanzflosse. Die Rückenflosse scheint bald einzuknicken, was auf die Gefangenschaft und auf mangelnden Platz zum Schwimmen und Tauchen zurückzuführen ist.

2. Frustrierte Orcas beißen in die Ränder ihrer Betonbecken

Loro Parque Orcas

Orcas sind intelligente Tiere, die zusammenarbeiten, über komplexe Sozialstrukturen verfügen, mit ganz bestimmten Dialekten miteinander kommunizieren und in Freiheit bis zu 160 km am Tag schwimmen. Wird ihnen die Möglichkeit verwehrt, diesen natürlichen Verhaltensweisen nachzukommen, werden die Tiere frustriert, gelangweilt und wütend. Weil sie schlichtweg nichts anderes zu tun haben, beißen sie neurotisch in die Seitenränder des Beckens.
Dieser Orca war in einem der kleinen Becken weiter hinten untergebracht. Er trieb an der Wasseroberfläche und rieb seinen Kopf am Beton.

3. Orcas mit fehlenden oder abgebrochenen Zähnen

Die abgenutzten und kaputten Zähne der Orcas waren deutlich sichtbar, wenn die Tiere ihren Mund öffneten, um Futter anzunehmen. Bei einigen Orcas fehlten die Zähne gänzlich oder waren bis zum Zahnfleischrand abgenutzt. Viele der Orcas im Loro Parque hatten freiliegende Zahnhöhlen.
 
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Diese Hohlräume entstehen durch schmerzhafte Bohrungen, die an Zähnen vorgenommen werden, die im Zuge der Gefangenschaftshaltung abgebrochen oder anderweitig beschädigt waren. Orcas verlieren ihre Zähne nicht von Natur aus.

4. Lustlos im Wasser treibende Orcas – untypische Verhaltensweisen

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Wildlebende Orcas sind neugierig, voller Energie und fast immer in Bewegung. Die Orcas im Loro Parque treiben häufig bewegungslos an der Wasseroberfläche oder bewegen sich lustlos auf und ab. Skyla bettelte bei Trainern um Nahrung.
 
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5. Trainer sperrten Orcas in kleinere Becken und vernachlässigten sie

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Manchmal werden die Orcas einzeln in die Unterbringungsbecken gesperrt und von den Trainern kaum beachtet.
 
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Dieser Wal beispielsweise – von dem wir annehmen, dass es Morgan ist – war in einem weiter hinten gelegenen Becken und spritzte mit Wasser, um die Aufmerksamkeit eines Trainers auf sich zu ziehen.

6. Einem Orca lief Schleim aus dem Auge

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Die Beobachter vor Ort und Dr. Rally sahen ganz deutlich eine schleimartige Substanz aus Ketos linkem Auge austreten.
 
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Diese Substanz ist vermutlich eine körperliche Reaktion auf die Reizstoffe im Beckenwasser.

Orcas gehören ins Meer. In Gefangenschaft kann es ihnen niemals wirklich gut gehen. Sie in Betonbecken zu halten, ist falsch. Die Gesundheitsprobleme der Orcas bei SeaWorld und im Loro Parque werden seit vielen Jahren immer und immer wieder dokumentiert. Doch die Unternehmen ignorieren das Leid der Tiere und beweisen damit, wie wenig ihnen das Wohl der Tiere, die sie einsperren, am Herzen liegt.

Aufgrund dieser vernichtenden Beweise hat PETA USA die spanische Behörde Servicio de Protección de la Naturaleza (Dienst zum Schutz der Umwelt) aufgefordert, Ermittlungen gegen den Loro Parque einzuleiten.

Was Sie tun können

Auch Sie können sich für diese Orcas einsetzen! Bitte besuchen Sie niemals einen Park mit Meerestieren und unterstützen Sie unsere Kampagne zur Befreiung von Morgan.

Unsere Autoren

Peter Höffken

Kampagnenleiter für "Tiere in der Unterhaltungsbranche" bei PETA Deutschland. Für seine Diplomarbeit bereiste er auf den Spuren von Elefanten, Tigern und Affen zahlreiche Schutzgebiete in Südostasien.