Speziesist des Monats im Oktober 2022: Pferdemissbrauch für Prinz Marcus‘ Halloween-Party

Speziesismus ist ein Denkmuster, das in unserer heutigen Gesellschaft noch weit verbreitet, aber ethisch nicht gerechtfertigt ist: Indem wir Menschen andere fühlende Tiere nach ihrem vermeintlichen Wert und Nutzen für uns unterscheiden, stellen wir uns über andere Spezies. Wir diskriminieren sie, beuten sie milliardenfach aus, lassen sie leiden und töten sie.

Wir von PETA Deutschland zeichnen für den Monat Oktober Prinz Marcus mit dem Negativ-Preis als „Speziesist des Monats“ aus, der bei seiner Halloweenparty in Dubai Pferde aus Unterhaltungsgründen absichtlich beängstigenden Situationen aussetzte: Die sensiblen Fluchttiere wurden in einer Show mit hektischer Musik und grellen Lichtern eingesetzt. [1, 2]

  • Was genau bedeutet Speziesismus eigentlich?

    PETA setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen. Daneben wird auch zwischen verschiedenen Tierarten unterschieden: So werden in vielen Ländern beispielsweise Schweine, Rinder und Hühner gequält und getötet, Hunde und Katzen hingegen umsorgt und geliebt.

    Analog zu den Begriffen „Rassismus“ und „Sexismus“ beschreibt „Speziesismus“ eine Form der Diskriminierung – genauer gesagt, die Abwertung empfindungsfähiger Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit. Wegen ihrer Zugehörigkeit zur „falschen“ Spezies werden Tiere zu Forschungsobjekten, Nahrungsmitteln, Bekleidungsmaterial oder Spielzeug herabgestuft. Dabei können alle Tiere Freude und Leid empfinden und haben daher ein Interesse daran, zu leben und nicht verletzt zu werden. PETA und andere Vertreter:innen einer anti-speziesistischen Sichtweise betonen, dass diese Gemeinsamkeit aller empfindungsfähigen Lebewesen entscheidend ist, wenn es darum geht, wer moralische Rechte hat. Tiere haben dasselbe Recht auf Leben, Freiheit und Unversehrtheit wie Menschen.

Tierquälerische Halloweenparty in Dubai: Prinz Marcus ist PETAs „Speziesist des Monats“ im Oktober 2022

Der skandalumwobene Prinz Marcus, der wegen seines erkauften Titels und seiner kriminellen Vergangenheit bekannt ist, [2] feierte mit zahlreichen Prominenten eine Halloweenparty in Dubai. Dort wurden Pferde als unfreiwillige Showdarsteller missbraucht:

Auf Instagram geteiltes Videomaterial zeigt, dass die Pferde bei einer Show massivem Stress und Leid ausgesetzt werden: Die müssen bei der Veranstaltung extreme Lautstärke, Pyrotechnik und Menschenmassen ertragen. Es ist deutlich zu erkennen, dass die Pferde enorm gestresst sind und panisch reagieren. Während der Aufführung werden sie von den Reiter:innen wiederholt in den empfindlichen Bauch getreten und immer wieder werden die Zügel zur Seite und nach hinten gerissen, was zu einem Schmerz im Mund der Pferde führt. Außerdem werden die Pferde ineinander getrieben, sodass sie immer wieder aneinanderstoßen – Pyrotechnik direkt vor ihnen. Obwohl sie in Panik zurückweichen, werden die Pferde weiter getrieben, während zwischen ihnen Menschen wild umherspringen. Diese tierquälerische Show-Einlage wird von lauter Musik, Strobo-Lichtern und Lasern begleitet. Dabei bedeuten laute Geräusche und Musik sowie Feuer- und Lichteffekte bei Shows für die sensiblen Fluchttiere immensen Stress.

Der Missbrauch von Tieren zu Unterhaltungszwecken ist speziesistisch – daher vergeben wir Prinz Marcus für sein zutiefst tierfeindliches Verhalten die Auszeichnung „Speziesist des Monats“ im Oktober 2022.

„Menschenmassen, laute Musik, grelle Lichter und gefährliche Spezialeffekte wie Feuer sind für die schreckhaften Fluchttiere ein Albtraum. Prinz Marcus hat bereits mehrfach bewiesen, dass Tiere für ihn nicht mehr als Spielzeuge, Statussymbole und Live-Entertainment sind – und hat in diesem Fall Pferde missbraucht, um seine Party-Gäste zu ‚bespaßen‘. Für dieses speziesistische Verhalten hat Prinz Marcus unseren neuen Negativ-Preis mehr als verdient. Wir hoffen, dass er doch noch Einsicht zeigt und Mitgefühl für alle Tiere entwickelt.“

Dr. Yvonne Würz, Fachreferentin bei PETA

Prinz Marcus fällt immer wieder mit tier- und menschenfeindlichen Aktionen auf

Prinz Marcus ist wegen seines sehr negativen Verhaltens Menschen und anderen Tieren gegenüber bereits mehrfach aufgefallen. Dass er sich nicht für Tierschutz interessiert, zeigte er unter anderem, als er Ende 2020 einen jungen Affen als neues „Haustier“ seiner Tochter präsentierte. Auch andere exotische Tiere wie eine weiße Löwin, einen Tiger und einen Papageien soll er unter artwidrigen Bedingungen halten. [3] Obwohl eine artgerechte Haltung unmöglich ist, protzt er auf seinen Social Media-Kanälen seit Jahren mit seiner Wildtierhaltung.

Den in diesem Fall an Halloween ausgenutzten Pferden sieht man die Panik regelrecht an – am Verhalten und an ihren Augen – von einem respektvollen, artgerechten Umgang ist in den Videos nichts zu sehen.

Tierleid zur Unterhaltung ist speziesistisch

Tiere sind nicht dazu da, uns zu unterhalten. Dennoch finden es viele Menschen in Ordnung, wenn Elefanten, Tiger, Affen, Stiere, Pferde und zahlreiche andere Tierarten zur Unterhaltung des Menschen eingesperrt und gequält werden. Diese diskriminierende Einstellung beruht auf dem sogenannten Speziesismus: So werden zahllose Tiere gewaltsam dressiert und misshandelt, um beispielsweise in Zirkussen und Shows Besucher:innen zu belustigen.

In einer aufgeklärten modernen Gesellschaft gibt es keinen Platz für solches Tierleid, es gibt zahlreiche tierfreie Optionen, mit denen Menschen stattdessen unterhalten werden können.

  • „Speziesismus des Monats“-Award September 2022: REWE Kriegel in Dietenheim

    Geschmacklose Stellenausschreibung: REWE Kriegel in Dietenheim erhält PETAs „Speziesismus des Monats“-Award für September 2022

    In der REWE-Filiale Kriegel in Dietenheim wurde eine fragwürdige Stellenausschreibung fotografiert: Demnach werden Mitarbeiter:innen gesucht, die „mit coolen Sauen“ abhängen wollen. Bildlich wird diese Frage von einem Foto mit getöteten, zerlegten und aufgehängten Schweinekörpern sowie drei „coolen“ Schweinen mit Sonnenbrillen im Comic-Stil untermalt.

    Für einige mag diese Ausschreibung ein zynischer Witz sein, für andere speziesistische Sprache – doch in jedem Fall handelt es sich um eine unnötige Erniedrigung von Schweinen als fühlende und Leid empfindende Lebewesen. Die Stellenausschreibung zeigt, wie „normal“ es in großen Teilen unserer Gesellschaft ist, fühlenden Lebewesen Leid zuzufügen; in diesem Fall ist es die skrupellose Ausbeutung von Millionen Tieren in der Fleischindustrie.

    Stellenausschreibung Rewe Kriegel

    Supermarktkette REWE bietet bereits vielfältige vegane Alternativen an

    Die Supermarktkette REWE hat bereits ein vielfältiges veganes Angebot. Aus diesem Grund wurde REWE mit dem Vegan Food Award in der Kategorie „Veganfreundlichster Supermarkt“ im Jahr 2021 ausgezeichnet.

    Dennoch gehört es auch zur Verantwortung eines Konzerns, gerade durch einen solchen Titel, sich dem Handeln der einzelnen Filialpartner bewusst zu werden und solche Ausschreibungen und Positionsbezeichnungen in Zukunft konsequent zu unterbinden.

    „Zu meinen, es sei in Ordnung, Tiere zu quälen, sie für den menschlichen Verzehr zu töten und sich auch noch – wie hier geschehen – darüber lustig zu machen, ist ein trauriges Beispiel für den in unserer Gesellschaft verbreiteten Speziesismus. Schweine sind sensible Lebewesen, die Schmerz und Angst spüren können. REWE Kriegels Anzeige verhöhnt das Leid der Tiere. REWE hat mit seinem veganen Angebot gute Fortschritte gemacht. Wir fordern das Unternehmen auf, ein derart tierfeindliches Verhalten in den Filialen zukünftig strikt zu unterbinden und zu veranlassen, dass die Anzeige entfernt wird.“ Dr. Yvonne Würz, PETA Deutschland

    Der Konsum von Fleisch ist speziesistisch

    Schweine, Rinder, Hühner und andere Tiere haben für die meisten Menschen nur den einen „Zweck“, ihnen als Nahrung zu dienen. Dafür wurden die Tiere im Laufe der Zeit für einen möglichst großen menschlichen „Nutzen“ züchterisch verändert und zu „Nutztieren“ herabgestuft. Dabei rückt jedoch in den Hintergrund, dass Tiere sich genau wie wir Menschen ein friedliches und möglichst selbstbestimmtes Leben wünschen.

    Die Einordnung von Lebewesen, die Schmerz und Leid empfinden, ist moralisch verwerflich und basiert auf der irrtümlichen Denkweise, der Mensch sei anderen Tieren überlegen. Diese menschengemachte Einordnung in Kategorien wie „Nutztiere“ und „Haustiere“ ist willkürlich und speziesistisch. Damit das durch den Speziesismus verursachte Tierleid beendet werden kann, ist ein gesellschaftliches Umdenken erforderlich.

    Grafik Schwein und Hund

Helfen Sie, Speziesismus und Tierleid zu beenden!

Um das Leid in den verschiedenen Tierindustrien nachhaltig zu beenden, muss die Gesellschaft Speziesismus zunächst als Problem erkennen – denn vielen ist nicht bewusst,wie sehr Tiere unter unserem rücksichtslosen Verhalten leiden.

  • Hinterfragen und ändern Sie Ihr eigenes Denken und Handeln.
  • Informieren Sie auch Ihr Umfeld über die Problematik.
  • Finden Sie dazu heraus, ob Sie selbst speziesistisch sind: