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Tote Rehe fĂŒr Wortwitz verhöhnt: „Speziesismus des Monats“ an smile Versicherungen

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Speziesismus ist in unserer heutigen Gesellschaft noch weit verbreitet, aber ethisch nicht gerechtfertigt: Bei diesem Denkmuster unterscheiden wir Menschen andere fĂŒhlende Tiere nach ihrem vermeintlichen Wert und Nutzen fĂŒr uns – wir stellen uns ĂŒber andere Spezies: Wir diskriminieren sie, beuten sie milliardenfach aus, lassen sie leiden und töten sie. Wir von PETA Deutschland vergeben regelmĂ€ĂŸig den „Speziesismus des Monats“ als Negativpreis fĂŒr Unternehmen, Prominente und Behörden, die mit speziesistischen und tierfeindlichen Aussagen und Aktionen auffallen.

Eine Werbekampagne der Versicherungsfirma smile mit Sitz in Österreich und der Schweiz nimmt WildunfĂ€lle zum Anlass, einen Wortwitz auf Kosten von Rehen als Slogan zu verwenden: „Reh umgefahren. Halb so wild.“ Aus unserer Sicht werden Rehe damit zu bloßen Hindernissen degradiert und ihr Tod fĂŒr eine Werbebotschaft bagatellisiert. FĂŒr diese speziesistische Darstellung verleihen wir smile Versicherungen den Negativpreis „Speziesismus des Monats“ im Oktober 2026. Denn Speziesismus ist die Diskriminierung von Lebewesen aufgrund ihrer Artzugehörigkeit.

„Reh umgefahren. Halb so wild.“: Negativpreis fĂŒr smile Versicherungen 

WildunfĂ€lle können fĂŒr Tiere und auch fĂŒr Menschen tödlich enden oder schwere Verletzungen verursachen. Die Werbekampagne von smile macht aus diesem Leid einen Wortwitz: „Reh umgefahren. Halb so wild.“ Aus unserer Sicht wird der Tod von Rehen damit verharmlost und fĂŒr Werbezwecke instrumentalisiert. Die Tiere werden in diesem Zusammenhang zweitrangig als Objekte hinter dem finanziellen Schaden dargestellt – und ihr Tod als nicht so schlimm, weil der finanzielle Schaden ausgeglichen wird. Dass es sich um fĂŒhlende Lebewesen handelt, die durch einen Unfall ein schweres Schicksal erleiden, wird ausgeblendet.  

FĂŒr diese Darstellung verleihen wir smile Versicherungen den Negativpreis „Speziesismus des Monats“. 

„Die Kampagne von smile verharmlost das Leid der unzĂ€hligen Rehe, die jedes Jahr im Straßenverkehr auf grausame Art ums Leben kommen. Ihren Tod als vermeintliche Pointe eines Witzes zu benutzen, ist geschmacklos und hinterlĂ€sst den Eindruck, dass sie von den Verantwortlichen als reine Objekte angesehen werden. Es ist bedauerlich, dass die Texter:innen der Werbekampagne keinen Slogan gefunden haben, der sich fĂŒr Mensch und Tier einsetzt.“

Peter Höffken, Fachreferent bei PETA Deutschland 

In einer von PETA angefragten Stellungnahme erklĂ€rt das Unternehmen, dass sie mit dem Slogan „halb so Wild“ ausschließlich den finanziellen Schaden am Fahrzeug darstellen wollten, der durch eine Versicherung reguliert werden kann. AusdrĂŒcklich nicht gemeint sei das Tier selbst oder das Unfallgeschehen. Man empfinde WildunfĂ€lle ebenso als schreckliche Ereignisse. Die Werbekampagne sei nun beendet.   

Millionen Wildtiere sterben jĂ€hrlich im Straßenverkehr 

Unter den grĂ¶ĂŸeren Tierarten fallen in Deutschland Rehe besonders hĂ€ufig WildunfĂ€llen zum Opfer. Im Jagdjahr 2023/24 waren es ĂŒber 204.000 Tiere. Hinzu kamen unter anderem mehr als 15.000 Wildschweine. [1, 2] 

Doch die erfassten grĂ¶ĂŸeren Wildtiere sind nur ein Teil der Opfer des Straßenverkehrs. Jedes Jahr sterben auch unzĂ€hlige kleinere Wildtiere wie Igel, Marder, Kaninchen, Vögel oder Kröten auf deutschen Straßen. Allein bei Igeln wird die Zahl der jĂ€hrlich ĂŒberfahrenen Tiere auf 500.000 bis eine Million geschĂ€tzt. [3] 

In der Schweiz sterben jedes Jahr Hundertausende Wildtiere im Straßenverkehr. Unter den grĂ¶ĂŸeren Tierarten fallen auch dort Rehe am hĂ€ufigsten WildunfĂ€llen zum Opfer. Im Jahr 2025 waren es 7651 Tiere. [3] Auf Schweizer Straßen sterben jedes Jahr schĂ€tzungsweise Hunderttausende weitere Wildtiere bei WildunfĂ€llen, beispielsweise ĂŒber 6000 FĂŒchse im vergangenen Jahr. Besonders hĂ€ufig sind Kleintiere wie Igel, Marder, Kaninchen, Vögel oder Kröten betroffen, von denen viele statistisch nicht erfasst werden. 

Wildtiere brauchen sichere und unberĂŒhrte LebensrĂ€ume 

Inmitten von Kulturlandschaften, Straßen und dicht bebauten Siedlungsbereichen wird der Lebensraum fĂŒr Wildtiere immer knapper. Dort, wo einst Rast- und Nahrungsgebiete waren, gibt es heute vielerorts kaum noch Platz. Insbesondere die auf Profitmaximierung ausgerichtete industrielle Land- und Forstwirtschaft trĂ€gt zum Verlust von LebensrĂ€umen bei. 

Tierarten, die versuchen, in Koexistenz mit Menschen zu leben, werden vertrieben, gejagt oder zu sogenannten „SchĂ€dlingen“ degradiert. 

2017 stellte das Bundesamt fĂŒr Naturschutz das „Bundeskonzept GrĂŒne Infrastruktur“ vor. Es soll unter anderem dazu beitragen, LebensrĂ€ume und Schutzgebiete besser miteinander zu vernetzen. [2] 

Wildtiere brauchen dringend mehr unberĂŒhrten Lebensraum – beispielsweise in Form von jagdfreien Naturschutzgebieten und Nationalparks. Auch Querungshilfen wie GrĂŒnbrĂŒcken können dazu beitragen, voneinander getrennte LebensrĂ€ume wieder miteinander zu verbinden. 

  • Was bedeutet Speziesismus eigentlich?

    PETA setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenĂŒber als ĂŒberlegen angesehen. Daneben wird auch zwischen verschiedenen Tierarten unterschieden: So werden in vielen LĂ€ndern beispielsweise Schweine, Rinder und HĂŒhner gequĂ€lt und getötet, Hunde und Katzen hingegen umsorgt und geliebt.

  • Speziesismus des Monats im Mai 2026

     

    SchĂ€fer’s Ferienhof Michaelsberg in Gundelsheim bietet in seiner Speisekarte fĂŒr die „kleinen GĂ€ste“ unter anderem „Schmorbraten“ und „HĂ€hnchenschnitzel“ an. Direkt darunter werden die Kinder zum Besuch des hofeigenen „Streichelzoos“ eingeladen. [4] Dort zĂ€hlt zu den Hausregeln: „ Jedes Tier hat GefĂŒhle und möchte entsprechend behandelt werden.“ – Doch nur die einen werden gestreichelt, die anderen gegessen. FĂŒr diese Förderung speziesistischer Denkmuster, nach denen die GefĂŒhle einiger Tiere geachtet werden sollen, andere Tiere aber auf dem Teller landen, verleihen wir SchĂ€fer’s Ferienhof Michaelsberg den Negativpreis „Speziesismus des Monats“ im Mai 2026.

    Speziesismus des Monats fĂŒr SchĂ€fer’s Ferienhof Michaelsberg

    Die einen landen auf dem Teller, die anderen können Kinder im Streichelzoo des Ferienhofs bewundern. Direkt unter dem „Speiseangebot“ werden die Tiere des Streichelzoos mit niedlichen Zeichnungen von Schaf, Hase und Co. beworben. FĂŒr diese speziesistische Denkweise, die Tiere nach ihrem vermeintlichen Nutzen fĂŒr den Menschen zu unterscheiden, verleihen wir SchĂ€fer’s Ferienhof Michaelsberg den Negativpreis „Speziesismus des Monats“. Denn Speziesismus ist die Diskriminierung von Lebewesen aufgrund ihrer Artzugehörigkeit.

    „Auch eine Familienidylle mit Bio-Siegel kann den speziesistischen Umgang mit fĂŒhlenden Lebewesen nicht verschleiern. Auf dem Michaelsberg sollen die kleinen GĂ€ste erst ‚Angusrind‘ essen und dann im ‚Streichelzoo‘ die GefĂŒhle von Ziegen oder Hasen beachten. Wenn Kinder wirklich einen empathischen Umgang mit allen Tieren lernen sollen, muss man ihnen auch zeigen, dass alle Tiere leben und nicht auf einem Teller landen wollen.“

    Julia Weibel, Fachreferentin fĂŒr Tiere in der ErnĂ€hrungsindustrie bei PETA Deutschland

    MitgefĂŒhl endet auf der Speisekarte

    Der Ferienhof schreibt auf seiner Website: „Jedes Tier hat GefĂŒhle und möchte entsprechend behandelt werden.“ [5] Zugleich bietet das hofeigene Restaurant Gerichte mit Rindern und HĂŒhnern an. Das ist speziesistisch, denn auch die Tiere, die als „Schmorbraten“ oder „Schnitzel“ auf dem Teller landen, sind fĂŒhlende Lebewesen mit eigenen BedĂŒrfnissen. WĂ€hrend die kleinen GĂ€ste auf dem Michaelsberg beim Streicheln die GefĂŒhle einiger Tiere achten sollen, lernen sie zugleich, dass andere Tiere getötet und gegessen werden dĂŒrfen. Damit wird die speziesistische Denkweise gefördert, dass nicht allein die EmpfindungsfĂ€higkeit eines Lebewesens zĂ€hlt, sondern seine Zugehörigkeit zu einer bestimmten Tierart.

    Zudem bedeuten „Streichelzoos“ fĂŒr die dort gehaltenen Tiere sehr oft Stress durch hĂ€ufigen Kontakt mit fremden Menschen, oftmals LĂ€rm und mangelnde RĂŒckzugsmöglichkeiten. Auch vermitteln solche Einrichtungen, Tiere wĂŒrden der Unterhaltung dienen.

  • Speziesismus des Monats im MĂ€rz 2026

    Grafik zum Speziesismus des Monats im Zeitungsstil mit Comic KĂ€nguru und einem Teller mit toten Tieren

    Wir von PETA Deutschland vergeben regelmĂ€ĂŸig den „Speziesismus des Monats“ als Negativpreis fĂŒr Unternehmen, Prominente und Behörden, die mit speziesistischen und tierfeindlichen Aussagen und Aktionen auffallen.

    Der Schokoladenhersteller Zotter betreibt im österreichischen Riegersburg unter anderem eine Erlebniswelt und unterhĂ€lt dort einen „essbaren Tiergarten“, [6] wobei verschiedene Tierarten in die Kategorien „essbar“ und „nicht essbar“ eingeordnet werden. FĂŒr diese Kategorisierung von fĂŒhlenden Lebewesen nach ihrem vermeintlichen „Nutzen“ fĂŒr Menschen verleihen wir der Zotter Schokolade GmbH unseren Negativpreis „Speziesismus des Monats“ im MĂ€rz 2026. Denn Speziesismus bezeichnet die Diskriminierung von Lebewesen aufgrund ihrer Artzugehörigkeit.

    „Essbare und nicht essbare Tiergartenbewohner“ – Negativpreis fĂŒr Zotter Erlebniswelt  

    Erst streicheln, dann töten: Der Schokoladenhersteller Zotter betreibt in Riegersburg unter anderem eine Erlebniswelt mit einem „essbaren Tiergarten“. Laut Unternehmenswebseite werden dort „gefĂ€hrdete Nutztierrassen“ „artgerecht“ gehalten. Der Betreiber ordnet dabei die einzelnen Tierarten in „essbar“ und „nicht essbar“ ein. Bienen werden zusĂ€tzlich als „nĂŒtzlich“, aber „nicht essbar“ bezeichnet. Die als „essbar“ eingestuften Tiere werden getötet, um ihre Körperteile im Restaurant der Erlebniswelt zum Verzehr sowie im Onlineshop zum Verkauf anzubieten.

    „Tiere als ‚essbar‘ und ‚nicht essbar‘ zu etikettieren, bringt den Kern des Speziesismus auf tragische Weise auf den Punkt. ‚Vom Aussterben bedrohte Tiere‘ erst zur Schau zu stellen und sie anschließend zu töten, um mit ihren Leichenteilen Geld zu verdienen, ist an Zynismus kaum zu ĂŒberbieten. Wer Tiere wirklich mit Achtung und Liebe behandeln will, lĂ€sst sie leben. Wir fordern alle Menschen auf, dieses makabre GeschĂ€ftsmodell nicht zu unterstĂŒtzen.“

    Julia Weibel, Fachreferentin fĂŒr Tiere in der ErnĂ€hrungsindustrie bei PETA Deutschland

    Perfides Beispiel fĂŒr Speziesismus: Tierleben werden nach „Essbarkeit“ bewertet

    Der „essbare Tiergarten“ ist ein besonders eindrĂŒckliches Beispiel fĂŒr Speziesismus:

    • Das Konzept inszeniert Tiere zunĂ€chst als wichtige, schĂŒtzenswerte Lebewesen,
    • nur um sie im nĂ€chsten Schritt zu töten und als Produkte im eigenen Restaurant anzubieten.
    • „Vom Aussterben bedrohte“ Arten werden vermeintlich geschĂŒtzt, aber vermehrt,
    • zur Schau gestellt
    • und schließlich – sofern sie als „essbar“ gelten – getötet und vermarktet.

    Josef Zotter selbst fordert in einem Imagefilm auf: „Schau deinem Essen ins Auge und dann entscheide, wie groß dein Schnitzel sein soll“, was diese makabere und im wahrsten Sinne unnachhaltige Ideologie auf den Punkt bringt. Der Kontakt mit dem Tier dient nicht dazu, MitgefĂŒhl und Respekt zu stĂ€rken, sondern soll den menschlichen Konsum rechtfertigen. Die Einteilung in „essbar“, „nicht essbar“ und „nĂŒtzlich“ zeigt deutlich, dass hier nicht das Leben fĂŒhlender Individuen zĂ€hlt, sondern allein ihr vermeintlicher „Nutzen“ fĂŒr Menschen – und fĂŒr Zotters Geldbeutel. Unserer Ansicht nach festigt der „essbare Tiergarten“ speziesistische Denkmuster, in denen bestimmte Tiere als Ressourcen betrachtet werden, wĂ€hrend andere als „nicht essbar“ und liebenswert gelten. Dabei können alle Tiere Freude, Angst und Schmerz empfinden.

  • Speziesismus des Monats im Februar 2026

    Grafik zum Speziesismus des Monats Februar: Inselzoo Altenburg

    In ThĂŒringen warb der Inselzoo Altenburg zum Valentinstag mit einer fragwĂŒrdigen Aktion: FĂŒr ihren „Herzensmenschen“ konnten Besucher:innen dort fĂŒr einen RosenkĂ€fer eine Patenschaft ĂŒbernehmen und um Rachefantasien auszuleben, war es möglich, eine Kakerlake nach Ex-Partner:innen zu benennen. [7] FĂŒr diese fragwĂŒrdige Marketing-Aktion erhĂ€lt der Zoo unseren Negativpreis „Speziesismus des Monats“ im Februar 2026.

    Valentinstags-Aktion mit „Kakerlaken-Karma“ im Inselzoo Altenburg

    Zum Valentinstag im Februar 2026 warb der Inselzoo Altenburg mit einer Patenschaft fĂŒr einen RosenkĂ€fer, der nach einem „Herzensmenschen“ benannt werden konnte. Menschen, die lieber ihre Rachefantasien gegenĂŒber Ex-Partner:innen ausleben wollten, konnten hingegen fĂŒr fĂŒnf Euro einer Schabe einen Namen geben, die anschließend fĂŒr andere Tiere im Zoo als sogenanntes Futterinsekt herhalten musste. [7] Der Inselzoo Altenburg instrumentalisierte mit dieser Aktion zum Valentinstag die Insekten fĂŒr Marketingzwecke und inszenierte zusĂ€tzlich eine fragwĂŒrdige Hierarchie zwischen Tierarten – daher verleihen wir dem thĂŒringischen Zoo unseren „Speziesismus des Monats“ im Februar.

    „Ein Valentinsgruß, der auf Kosten von Tieren geht, ist reiner Zynismus. WĂ€hrend der RosenkĂ€fer romantisch aufgeladen wird, wird die Schabe zum ‚Ungeziefer‘ erklĂ€rt, das man symbolisch bestrafen darf. FĂŒr fĂŒnf Euro wird aus einem Lebewesen ein Gag, der in Gefangenschaft oder mit dem Tod endet. Die Aktion des Inselzoos Altenburg zeigt beispielhaft, was Zoos im Kern sind: speziesistische Einrichtungen, die Tiere nach ihrem Unterhaltungswert einordnen, einsperren und vermarkten. Wir fordern deshalb ein Ende der Zucht und Haltung von Tieren in Zoogefangenschaft.“

    Dr. Yvonne WĂŒrz, Biologin und Fachreferentin fĂŒr Tiere in der Unterhaltungsbranche bei PETA Deutschland

    Abwertung von „Ungeziefer“ – wenn Tierleben nach Sympathie bewertet wird

    Insekten wie beispielsweise Schaben werden oft als „Ungeziefer“ bezeichnet und abgewertet, weil sie aufgrund ihrer andersartigen Merkmale bei manchen Menschen Ekel oder Angst hervorrufen. Der RosenkĂ€fer hingegen sorgt oftmals aufgrund seiner bunt schillernden Farben fĂŒr Bewunderung. Der Inselzoo Altenburg nutzt diese speziesistische Einteilung von Tierarten in „wertvoll“ und „wertlos“ fĂŒr seine Aktion zum Valentinstag:

    • Die Schabe wird herabgewertet und getötet,
    • der RosenkĂ€fer als Liebessymbol ausgestellt.

    Doch auch der KĂ€fer ist kein Deko-Objekt, sondern ein fĂŒhlendes Lebewesen, das im Zoo in Gefangenschaft leben muss. Sein vermeintlich „positiver“ Status Ă€ndert nichts daran, dass ihm die Freiheit genommen und er zu Unterhaltungszwecken instrumentalisiert wird. Genau das ist das Grundproblem: Zoos entscheiden ĂŒber den angeblichen Wert und Zweck eines Tierlebens – und ordnen es menschlichen Interessen unter.

  • Speziesismus des Monats im Januar 2026

    In der RTL-Realityserie „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“ kam es in der Staffel von 2026 auch abseits der „DschungelprĂŒfungen“ zu Tiertötungen: Kandidat und Landwirt Patrick Romer fiel wiederholt mit tierquĂ€lerischen Aktionen auf: Er tötete mehrere Insekten und Ă€ußerte sich abfĂ€llig ĂŒber die Tiere. [8, 9]

    Landwirt Patrick Romer tötet beim „Dschungelcamp“ Insekten und wertet Tiere ab

    Im Verlauf der Staffel des „Dschungelcamps“ 2026 zertrat Patrick Romer grundlos eine oder mehrere Ameisen oder Kakerlaken und warf ein anderes lebendes Insekt ins Feuer. Das Moderationsteam rĂŒgte diesen Regelverstoß zwar, doch er blieb folgenlos. Außerdem Ă€ußerte sich der „Dschungelcamp“-Teilnehmer nach dem Töten abfĂ€llig ĂŒber die Tiere, indem er sagte: „Es gibt NĂŒtzlinge und es gibt SchĂ€dlinge. [
] NĂŒtzlinge, die lĂ€sst man leben und Ungeziefer, also SchĂ€dlinge, die tötet man.“ [8, 9] FĂŒr dieses absichtsvolle Töten sowie seine Unterteilung in „nĂŒtzliche Tiere und SchĂ€dlinge“ vor einem Millionen-Fernsehpublikum verleihen wir der Reality TV-Persönlichkeit unseren Negativpreis „Speziesismus des Monats“ im Januar 2026.

    Wir kritisieren das „Dschungelcamp“ seit Jahren fĂŒr den Missbrauch von fĂŒhlenden Lebewesen und haben dem Format zu seinem 20. JubilĂ€um bereits den „Speziesismus des Monats“ August 2024 verliehen. Wir fordern von RTL erneut, die Show kĂŒnftig ohne Tiermissbrauch zu gestalten.

    „Patrick Romers Verhalten ist primitiv und beschĂ€mend. Tiere in Kategorien wie ‚nĂŒtzlich‘ und ‚Ungeziefer‘ einzuteilen, ist nicht nur ökologisch betrachtet Unsinn, sondern auch zutiefst speziesistisch. In der besagten Szene tötet er die Insekten zudem völlig ohne erkennbaren Anlass, womöglich aus Langeweile oder um sich zu profilieren. Aber auch RTL gilt immer noch unsere Kritik: In den Serienregeln heißt es: ‚Es dĂŒrfen keine Tiere im Dschungelcamp getötet werden, außer bei den DschungelprĂŒfungen‘. Mit welchem Recht nimmt sich RTL heraus, Tiertötungen fĂŒr ein belangloses Spiel zuzulassen?“

    Peter Höffken, Fachreferent fĂŒr Tiere bei PETA Deutschland

    Seit ĂŒber 20 Jahren wird Tierleid im „Dschungelcamp“ normalisiert

    In den vergangenen Jahren haben wir mehrfach an die Produktionsfirma ITV Studios Germany und RTL appelliert, fĂŒr die Show keine Tiere mehr in DschungelprĂŒfungen zu missbrauchen. Dabei werden unter anderem Spinnen, Insekten oder Schlangen missbraucht, da diese aufgrund ihrer Andersartigkeit oft Angst in Menschen hervorrufen. Zudem werden Lebewesen unterschiedlichster Art fĂŒr den Verzehr vor der Kamera getötet.

    Die Darstellung von Tieren als „Ekelfaktor“ ist speziesistisch und trĂ€gt dazu bei, dass TierquĂ€lerei verharmlost wird und Menschen fĂŒr den Umgang mit Tieren desensibilisiert werden. MitgefĂŒhl fĂŒr die BedĂŒrfnisse und das Leid der Tiere rĂŒcken dabei in den Hintergrund.


Wir sind weder aus gesundheitlichen noch aus kulinarischen GrĂŒnden auf tierische Produkte angewiesen. Unser NĂ€hrstoffbedarf kann problemlos mit einer pflanzlichen ErnĂ€hrung gedeckt werden. Vegane Alternativen zu Milch- und KĂ€seprodukten sowie zu Fleisch und Fischfleisch oder auch Honig zeigen, wie leicht der Umstieg auf eine tierfreundliche vegane Lebensweise ist.

Um das Leid in den verschiedenen Tierindustrien nachhaltig zu beenden, muss die Gesellschaft Speziesismus zunĂ€chst als Problem erkennen – denn vielen ist nicht bewusst, wie sehr Tiere unter unserem rĂŒcksichtslosen Verhalten leiden.

  • Hinterfragen und Ă€ndern Sie Ihr eigenes Denken und Handeln.
  • Informieren Sie auch Ihr Umfeld ĂŒber die Problematik.
  • Finden Sie dazu heraus, ob Sie selbst speziesistisch sind: