Speziesismus ist in unserer heutigen Gesellschaft noch weit verbreitet, aber ethisch nicht gerechtfertigt: Bei diesem Denkmuster unterscheiden wir Menschen andere fühlende Tiere nach ihrem vermeintlichen Wert und Nutzen für uns – wir stellen uns über andere Spezies: Wir diskriminieren sie, beuten sie milliardenfach aus, lassen sie leiden und töten sie. Wir von PETA Deutschland vergeben regelmäßig den „Speziesismus des Monats“ als Negativpreis für Unternehmen, Prominente und Behörden, die mit speziesistischen und tierfeindlichen Aussagen und Aktionen auffallen.
Schäfer’s Ferienhof Michaelsberg in Gundelsheim bietet in seiner Speisekarte für die „kleinen Gäste“ unter anderem „Schmorbraten“ und „Hähnchenschnitzel“ an. Direkt darunter werden die Kinder zum Besuch des hofeigenen „Streichelzoos“ eingeladen. [1] Dort zählt zu den Hausregeln: „ Jedes Tier hat Gefühle und möchte entsprechend behandelt werden.“ – Doch nur die einen werden gestreichelt, die anderen gegessen. Für diese Förderung speziesistischer Denkmuster, nach denen die Gefühle einiger Tiere geachtet werden sollen, andere Tiere aber auf dem Teller landen, verleihen wir Schäfer’s Ferienhof Michaelsberg den Negativpreis „Speziesismus des Monats“ im Mai 2026.
Speziesismus des Monats für Schäfer’s Ferienhof Michaelsberg
Die einen landen auf dem Teller, die anderen können Kinder im Streichelzoo des Ferienhofs bewundern. Direkt unter dem „Speiseangebot“ werden die Tiere des Streichelzoos mit niedlichen Zeichnungen von Schaf, Hase und Co. beworben. Für diese speziesistische Denkweise, die Tiere nach ihrem vermeintlichen Nutzen für den Menschen zu unterscheiden, verleihen wir Schäfer’s Ferienhof Michaelsberg den Negativpreis „Speziesismus des Monats“. Denn Speziesismus ist die Diskriminierung von Lebewesen aufgrund ihrer Artzugehörigkeit.
„Auch eine Familienidylle mit Bio-Siegel kann den speziesistischen Umgang mit fühlenden Lebewesen nicht verschleiern. Auf dem Michaelsberg sollen die kleinen Gäste erst ‚Angusrind‘ essen und dann im ‚Streichelzoo‘ die Gefühle von Ziegen oder Hasen beachten. Wenn Kinder wirklich einen empathischen Umgang mit allen Tieren lernen sollen, muss man ihnen auch zeigen, dass alle Tiere leben und nicht auf einem Teller landen wollen.“
Julia Weibel, Fachreferentin für Tiere in der Ernährungsindustrie bei PETA Deutschland
Mitgefühl endet auf der Speisekarte
Der Ferienhof schreibt auf seiner Website: „Jedes Tier hat Gefühle und möchte entsprechend behandelt werden.“ [2] Zugleich bietet das hofeigene Restaurant Gerichte mit Rindern und Hühnern an. Das ist speziesistisch, denn auch die Tiere, die als „Schmorbraten“ oder „Schnitzel“ auf dem Teller landen, sind fühlende Lebewesen mit eigenen Bedürfnissen. Während die kleinen Gäste auf dem Michaelsberg beim Streicheln die Gefühle einiger Tiere achten sollen, lernen sie zugleich, dass andere Tiere getötet und gegessen werden dürfen. Damit wird die speziesistische Denkweise gefördert, dass nicht allein die Empfindungsfähigkeit eines Lebewesens zählt, sondern seine Zugehörigkeit zu einer bestimmten Tierart.
Zudem bedeuten „Streichelzoos“ für die dort gehaltenen Tiere sehr oft Stress durch häufigen Kontakt mit fremden Menschen, oftmals Lärm und mangelnde Rückzugsmöglichkeiten. Auch vermitteln solche Einrichtungen, Tiere würden der Unterhaltung dienen.
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Was bedeutet Speziesismus eigentlich?
PETA setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen. Daneben wird auch zwischen verschiedenen Tierarten unterschieden: So werden in vielen Ländern beispielsweise Schweine, Rinder und Hühner gequält und getötet, Hunde und Katzen hingegen umsorgt und geliebt.
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Speziesismus des Monats im März 2026
Wir von PETA Deutschland vergeben regelmäßig den „Speziesismus des Monats“ als Negativpreis für Unternehmen, Prominente und Behörden, die mit speziesistischen und tierfeindlichen Aussagen und Aktionen auffallen.
Der Schokoladenhersteller Zotter betreibt im österreichischen Riegersburg unter anderem eine Erlebniswelt und unterhält dort einen „essbaren Tiergarten“, [3] wobei verschiedene Tierarten in die Kategorien „essbar“ und „nicht essbar“ eingeordnet werden. Für diese Kategorisierung von fühlenden Lebewesen nach ihrem vermeintlichen „Nutzen“ für Menschen verleihen wir der Zotter Schokolade GmbH unseren Negativpreis „Speziesismus des Monats“ im März 2026. Denn Speziesismus bezeichnet die Diskriminierung von Lebewesen aufgrund ihrer Artzugehörigkeit.
„Essbare und nicht essbare Tiergartenbewohner“ – Negativpreis für Zotter Erlebniswelt
Erst streicheln, dann töten: Der Schokoladenhersteller Zotter betreibt in Riegersburg unter anderem eine Erlebniswelt mit einem „essbaren Tiergarten“. Laut Unternehmenswebseite werden dort „gefährdete Nutztierrassen“ „artgerecht“ gehalten. Der Betreiber ordnet dabei die einzelnen Tierarten in „essbar“ und „nicht essbar“ ein. Bienen werden zusätzlich als „nützlich“, aber „nicht essbar“ bezeichnet. Die als „essbar“ eingestuften Tiere werden getötet, um ihre Körperteile im Restaurant der Erlebniswelt zum Verzehr sowie im Onlineshop zum Verkauf anzubieten.
„Tiere als ‚essbar‘ und ‚nicht essbar‘ zu etikettieren, bringt den Kern des Speziesismus auf tragische Weise auf den Punkt. ‚Vom Aussterben bedrohte Tiere‘ erst zur Schau zu stellen und sie anschließend zu töten, um mit ihren Leichenteilen Geld zu verdienen, ist an Zynismus kaum zu überbieten. Wer Tiere wirklich mit Achtung und Liebe behandeln will, lässt sie leben. Wir fordern alle Menschen auf, dieses makabre Geschäftsmodell nicht zu unterstützen.“
Julia Weibel, Fachreferentin für Tiere in der Ernährungsindustrie bei PETA Deutschland
Perfides Beispiel für Speziesismus: Tierleben werden nach „Essbarkeit“ bewertet
Der „essbare Tiergarten“ ist ein besonders eindrückliches Beispiel für Speziesismus:
- Das Konzept inszeniert Tiere zunächst als wichtige, schützenswerte Lebewesen,
- nur um sie im nächsten Schritt zu töten und als Produkte im eigenen Restaurant anzubieten.
- „Vom Aussterben bedrohte“ Arten werden vermeintlich geschützt, aber vermehrt,
- zur Schau gestellt
- und schließlich – sofern sie als „essbar“ gelten – getötet und vermarktet.
Josef Zotter selbst fordert in einem Imagefilm auf: „Schau deinem Essen ins Auge und dann entscheide, wie groß dein Schnitzel sein soll“, was diese makabere und im wahrsten Sinne unnachhaltige Ideologie auf den Punkt bringt. Der Kontakt mit dem Tier dient nicht dazu, Mitgefühl und Respekt zu stärken, sondern soll den menschlichen Konsum rechtfertigen. Die Einteilung in „essbar“, „nicht essbar“ und „nützlich“ zeigt deutlich, dass hier nicht das Leben fühlender Individuen zählt, sondern allein ihr vermeintlicher „Nutzen“ für Menschen – und für Zotters Geldbeutel. Unserer Ansicht nach festigt der „essbare Tiergarten“ speziesistische Denkmuster, in denen bestimmte Tiere als Ressourcen betrachtet werden, während andere als „nicht essbar“ und liebenswert gelten. Dabei können alle Tiere Freude, Angst und Schmerz empfinden.
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Speziesismus des Monats im Februar 2026
In Thüringen warb der Inselzoo Altenburg zum Valentinstag mit einer fragwürdigen Aktion: Für ihren „Herzensmenschen“ konnten Besucher:innen dort für einen Rosenkäfer eine Patenschaft übernehmen und um Rachefantasien auszuleben, war es möglich, eine Kakerlake nach Ex-Partner:innen zu benennen. [4] Für diese fragwürdige Marketing-Aktion erhält der Zoo unseren Negativpreis „Speziesismus des Monats“ im Februar 2026.
Valentinstags-Aktion mit „Kakerlaken-Karma“ im Inselzoo Altenburg
Zum Valentinstag im Februar 2026 warb der Inselzoo Altenburg mit einer Patenschaft für einen Rosenkäfer, der nach einem „Herzensmenschen“ benannt werden konnte. Menschen, die lieber ihre Rachefantasien gegenüber Ex-Partner:innen ausleben wollten, konnten hingegen für fünf Euro einer Schabe einen Namen geben, die anschließend für andere Tiere im Zoo als sogenanntes Futterinsekt herhalten musste. [4] Der Inselzoo Altenburg instrumentalisierte mit dieser Aktion zum Valentinstag die Insekten für Marketingzwecke und inszenierte zusätzlich eine fragwürdige Hierarchie zwischen Tierarten – daher verleihen wir dem thüringischen Zoo unseren „Speziesismus des Monats“ im Februar.
„Ein Valentinsgruß, der auf Kosten von Tieren geht, ist reiner Zynismus. Während der Rosenkäfer romantisch aufgeladen wird, wird die Schabe zum ‚Ungeziefer‘ erklärt, das man symbolisch bestrafen darf. Für fünf Euro wird aus einem Lebewesen ein Gag, der in Gefangenschaft oder mit dem Tod endet. Die Aktion des Inselzoos Altenburg zeigt beispielhaft, was Zoos im Kern sind: speziesistische Einrichtungen, die Tiere nach ihrem Unterhaltungswert einordnen, einsperren und vermarkten. Wir fordern deshalb ein Ende der Zucht und Haltung von Tieren in Zoogefangenschaft.“
Dr. Yvonne Würz, Biologin und Fachreferentin für Tiere in der Unterhaltungsbranche bei PETA Deutschland
Abwertung von „Ungeziefer“ – wenn Tierleben nach Sympathie bewertet wird
Insekten wie beispielsweise Schaben werden oft als „Ungeziefer“ bezeichnet und abgewertet, weil sie aufgrund ihrer andersartigen Merkmale bei manchen Menschen Ekel oder Angst hervorrufen. Der Rosenkäfer hingegen sorgt oftmals aufgrund seiner bunt schillernden Farben für Bewunderung. Der Inselzoo Altenburg nutzt diese speziesistische Einteilung von Tierarten in „wertvoll“ und „wertlos“ für seine Aktion zum Valentinstag:
- Die Schabe wird herabgewertet und getötet,
- der Rosenkäfer als Liebessymbol ausgestellt.
Doch auch der Käfer ist kein Deko-Objekt, sondern ein fühlendes Lebewesen, das im Zoo in Gefangenschaft leben muss. Sein vermeintlich „positiver“ Status ändert nichts daran, dass ihm die Freiheit genommen und er zu Unterhaltungszwecken instrumentalisiert wird. Genau das ist das Grundproblem: Zoos entscheiden über den angeblichen Wert und Zweck eines Tierlebens – und ordnen es menschlichen Interessen unter.
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Speziesismus des Monats im Januar 2026
In der RTL-Realityserie „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“ kam es in der Staffel von 2026 auch abseits der „Dschungelprüfungen“ zu Tiertötungen: Kandidat und Landwirt Patrick Romer fiel wiederholt mit tierquälerischen Aktionen auf: Er tötete mehrere Insekten und äußerte sich abfällig über die Tiere. [5, 6]
Landwirt Patrick Romer tötet beim „Dschungelcamp“ Insekten und wertet Tiere ab
Im Verlauf der Staffel des „Dschungelcamps“ 2026 zertrat Patrick Romer grundlos eine oder mehrere Ameisen oder Kakerlaken und warf ein anderes lebendes Insekt ins Feuer. Das Moderationsteam rügte diesen Regelverstoß zwar, doch er blieb folgenlos. Außerdem äußerte sich der „Dschungelcamp“-Teilnehmer nach dem Töten abfällig über die Tiere, indem er sagte: „Es gibt Nützlinge und es gibt Schädlinge. […] Nützlinge, die lässt man leben und Ungeziefer, also Schädlinge, die tötet man.“ [5, 6] Für dieses absichtsvolle Töten sowie seine Unterteilung in „nützliche Tiere und Schädlinge“ vor einem Millionen-Fernsehpublikum verleihen wir der Reality TV-Persönlichkeit unseren Negativpreis „Speziesismus des Monats“ im Januar 2026.
Wir kritisieren das „Dschungelcamp“ seit Jahren für den Missbrauch von fühlenden Lebewesen und haben dem Format zu seinem 20. Jubiläum bereits den „Speziesismus des Monats“ August 2024 verliehen. Wir fordern von RTL erneut, die Show künftig ohne Tiermissbrauch zu gestalten.
„Patrick Romers Verhalten ist primitiv und beschämend. Tiere in Kategorien wie ‚nützlich‘ und ‚Ungeziefer‘ einzuteilen, ist nicht nur ökologisch betrachtet Unsinn, sondern auch zutiefst speziesistisch. In der besagten Szene tötet er die Insekten zudem völlig ohne erkennbaren Anlass, womöglich aus Langeweile oder um sich zu profilieren. Aber auch RTL gilt immer noch unsere Kritik: In den Serienregeln heißt es: ‚Es dürfen keine Tiere im Dschungelcamp getötet werden, außer bei den Dschungelprüfungen‘. Mit welchem Recht nimmt sich RTL heraus, Tiertötungen für ein belangloses Spiel zuzulassen?“
Peter Höffken, Fachreferent für Tiere bei PETA Deutschland
Seit über 20 Jahren wird Tierleid im „Dschungelcamp“ normalisiert
In den vergangenen Jahren haben wir mehrfach an die Produktionsfirma ITV Studios Germany und RTL appelliert, für die Show keine Tiere mehr in Dschungelprüfungen zu missbrauchen. Dabei werden unter anderem Spinnen, Insekten oder Schlangen missbraucht, da diese aufgrund ihrer Andersartigkeit oft Angst in Menschen hervorrufen. Zudem werden Lebewesen unterschiedlichster Art für den Verzehr vor der Kamera getötet.
Die Darstellung von Tieren als „Ekelfaktor“ ist speziesistisch und trägt dazu bei, dass Tierquälerei verharmlost wird und Menschen für den Umgang mit Tieren desensibilisiert werden. Mitgefühl für die Bedürfnisse und das Leid der Tiere rücken dabei in den Hintergrund.
Helfen Sie, Speziesismus zu beenden!
Wir sind weder aus gesundheitlichen noch aus kulinarischen Gründen auf tierische Produkte angewiesen. Unser Nährstoffbedarf kann problemlos mit einer pflanzlichen Ernährung gedeckt werden. Vegane Alternativen zu Milch- und Käseprodukten sowie zu Fleisch und Fischfleisch oder auch Honig zeigen, wie leicht der Umstieg auf eine tierfreundliche vegane Lebensweise ist.
Um das Leid in den verschiedenen Tierindustrien nachhaltig zu beenden, muss die Gesellschaft Speziesismus zunächst als Problem erkennen – denn vielen ist nicht bewusst, wie sehr Tiere unter unserem rücksichtslosen Verhalten leiden.
- Hinterfragen und ändern Sie Ihr eigenes Denken und Handeln.
- Informieren Sie auch Ihr Umfeld über die Problematik.
- Finden Sie dazu heraus, ob Sie selbst speziesistisch sind:
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Quellen
[1] Schäfer’s Michaelsberg: Speisekarte, https://schaefers-michaelsberg.de/wp-content/uploads/2026/05/Speisekarte-Mai-2026.pdf (eingesehen am 09.06.2026)
[2] Schäfer’s Michaelsberg: Schäfers Streichelzoo und Bauernhof, https://schaefers-michaelsberg.de/schaefers-streichelzoo-und-bauernhof/ (eingesehen 09.06.2026)
[3] Zotter: Zotter Erlebniswelt: Unsere Tiere, https://www.zotter.at/zotter-erlebniswelt/attraktionen/tiere (eingesehen am 01.04.2026)
[4] Stadt Altenburg: Originelle Valentinsaktionen im Inselzoo. Rosenkäfer erhält Namen des Herzensmenschen, https://www.stadt-altenburg.de/news/13/1193661/aktuelles/originelle-valentinsaktionen-im-inselzoo-rosenk%C3%A4fer-erh%C3%A4lt-namen-des-herzensmenschen.html (eingesehen am 02.03.2026)
[5] Promiflash (28.01.2026): Tierquälerei im Dschungel? Patrick Romer in der Kritik, https://www.promiflash.de/news/2026/01/28/tierquaelerei-im-dschungel-patrick-romer-in-der-kritik.html (eingesehen am 11.02.2026)
[6] ichbineinstar.rtl: Ariel vs. Patrick – Der Grund für die Auseinandersetzung: Eine Kakerlake, https://www.instagram.com/reel/DT3r5KYldH-/?igsh=Y2M3cGp2djhxcTZ5 (eingesehen am 11.02.2026)


