Darum ist es besser, ein Tier aus dem Tierheim zu adoptieren

Viele Menschen entscheiden sich für ein Leben mit einem tierischen Mitbewohner. In fast jedem zweiten Haushalt in Deutschland finden sich tierische Familienmitglieder (1). Die Aufnahme von Hund, Katze, Kaninchen und Co. sollte jedoch immer gut überlegt sein, denn oftmals benötigen sie mehr Zeit, Geld und Aufmerksamkeit, als man anfangs denkt.
 
Zwergkaninchen
In Tierheimen warten viele unterschiedliche Tiere auf eine zweite Chance.
Fällt die Entscheidung auf ein sogenanntes Haustier stellt sich meist die Frage:

Wo finde ich mein „Haustier“?

In diversen Internetforen und Zooläden werden Meerschweinchen, Katzen, Hunde und Co. angeboten. All diese Tiere haben meist einen langen Leidensweg in Zuchtanlagen hinter sich, in denen das einzelne Individuum keine Bedeutung hat. Kleintiere, aber auch immer mehr Hunde und Katzen, werden bei Züchtern im In- und Ausland massenhaft „produziert“ und gewinnbringend vermarktet. Eine umfangreiche Recherche im Jahr 2015 konnte erschütternde Zustände bei kleinen und großen Züchtern in Deutschland und den Niederlanden dokumentieren und aufdecken. Hierbei wurde aufgezeigt, unter welch katastrophaler Haltung die Tiere aufwachsen müssen. Muttertiere vegetieren jahrelang als „Gebärmaschinen“ in engen Käfigen. Soziale Tiere leben in Einzelhaft, oft in ihren eigenen Fäkalien, und leiden Tag für Tag – ein Leben lang. Züchtern geht es nicht um das Wohl der Tiere, sondern nur um den eigenen Profit. Zudem erschaffen sie Tiere nach bestimmten Vorstellungen, Farben und Formen. Jeder Kauf eines Haustiers bei einem Züchter, in einer Zoohandlung, oder im Internet kurbelt den ohnehin übersättigten Markt weiter an.

Jedes gekaufte „Haustier“ nimmt einem sehnsüchtig wartenden Tier aus einem Tierheim die Chance auf ein neues Zuhause.

Einzig der Charakter eines sogenannten Haustiers sollte über eine Freundschaft zwischen Mensch und Tier entscheiden, nicht sein Aussehen, seine Fellfarbe oder ein bestimmter „Rassename“.
 
Katze im Käfig
Jedes Tier hat eine zweite Chance in einem liebevollen Zuhause verdient.

Einen tierischen Freund aus dem Tierheim adoptieren

Etwa 300.000 Tiere (2) landen jedes Jahr in deutschen Tierheimen und suchen dringend ein liebevolles Zuhause. Die Gründe hierfür sind vielfältig:
  • Tierhaarallergie eines menschlichen Mitbewohners
  • Hohe finanzielle Kosten des Vierbeiners
  • Spontankäufe über eBay Kleinanzeigen und andere Internetportale
  • Krankheit des Menschen
  • Neue Wohnung, in der keine sogenannten Haustiere erlaubt sind
 Der Schmerz der Tiere ist dann oftmals groß, denn sie verstehen nicht, weshalb sie nicht mehr zurück in ihr altes Zuhause dürfen. All die Hunde, Katzen, Kleintiere, Reptilien und Vögel warten dann auf einen neuen menschlichen Freund, der ihnen eine zweite Chance im Leben schenkt.
 
Meerschweinchen
Auch viele Kleintiere warten in Tierheimen auf ein neues Zuhause.

Den tierischen Mitbewohner im Tierheim kennenlernen?

Wer ein Tierheim besucht, wird schnell herausfinden, dass dort Tiere mit den unterschiedlichsten Eigenschaften und Vorlieben auf ein neues Zuhause warten. Das Vorurteil, dass Tiere aus dem Tierheim einen „Knacks“ hätten oder „schwierig“ seien, lässt sich schnell aus dem Weg räumen. Jeder, der ein Tierheim besucht, findet dort ruhige, aktive, schüchterne und aufgeschlossene Tiere sowie Welpen und graue Schnauzen. Nach einer Selbstauskunft des Menschen finden die Tierheimmitarbeiter meist den passenden tierischen Mitbewohner. Nun sollte die Möglichkeit wahrgenommen werden, den Vierbeiner ausreichend kennenzulernen. Bei Hunden bieten sich gemeinsame Spaziergänge an, bei Katzen kann es sinnvoll sein, einige Stunden im Katzenhaus zu verbringen und sich der Samtpfote langsam zu nähern. Hierbei sollte sichergestellt werden, dass die Chemie zwischen beiden Partnern passt.

Dann steht dem gemeinsamen Start in ein neues Leben nichts mehr im Wege.

Wenn die „Chemie“ zwischen Hund und Mensch stimmt, steht dem gemeinsamen Leben nichts mehr im Wege.

Was Sie tun können

  • PETA fordert die Einführung eines Heimtierschutzgesetzes, um das Leben aller tierischen Mitbewohner zu verbessern und zu schützen. Bitte werden Sie aktiv und unterschreiben Sie unsere Petition.
  • Solange unsere Tierheime voll sind, sollte der erste und einzige Gang dorthin führen, wo heimatlose Tiere auf eine neue Chance warten. Bitte geben Sie diese Information auch an Ihre Freunde und Familie weiter und bitten Sie diese, keine Tiere in Zoohandlungen, beim Züchter und auf Internetportalen zu kaufen.

Quellen:
(1) Der deutsche Heimtiermarkt 2017- Markdaten. Letzter Zugriff am 06. September 2018. Online unter: https://www.zzf.de/fileadmin/files/ZZF/Marktdaten/IVH_ZZF_Der_Deutsche_Heimtiermarkt_Anzahl_Heimtiere_2017.pdf
(2) Der deutsche Tierschutzbund – Tiervermittlung. Letzter Zugriff am 06. September 2016 online unter: https://www.tierschutzbund.de/organisation/einrichtungen/zentrum-weidefeld/tiervermittlung/