Alzheimer-Forschung gibt zu: Tierversuche waren Fehlschlag

Update: Wieder ein verheerender Fehlschlag in der Alzheimer-Forschung an Tieren

Auf einer Wissenschaftskonferenz gaben kürzlich insgesamt drei Pharmaunternehmen bekannt, dass sich ihre in der Testphase befindlichen Medikamente zur Behandlung von Alzheimer als Fehlschlag erwiesen haben – und das, obwohl sie erfolgreich an Mäusen getestet worden waren [1]. Die Tiere wurden hierfür genetisch so manipuliert, dass sie Pseudo-Alzheimer entwickelten.

Die auch als BACE-Hemmer bekannten Präparate schadeten den Patienten und Patientinnen offenbar sogar, denn sie verschlechterten ihre kognitiven Fähigkeiten und führten zu Hirnschwund. Die Fachzeitschrift Nature schreibt über die lange Liste an Fehlschlägen [2]: „Medikamentenhersteller haben Milliarden darauf verwendet, nach Therapien zu suchen, die Alzheimer umkehren oder signifikant verlangsamen können – doch ohne Erfolg.“

Alzheimer-Patienten haben Besseres verdient. Oder um es mit den Worten eines in diesem Artikel zitierten Molekularbiologen zu sagen:

„Der größte Fehler, den man machen kann, ist, anzunehmen, es könne eine Maus mit Alzheimer geben.“

Experimentatoren müssen hochwertigere, tierfreie Forschungsmethoden einsetzen, deren Ergebnisse tatsächlich auf den Menschen übertragbar sind. Erst kürzlich wurde beispielsweise eine bahnbrechende Studie veröffentlicht, die an Zellen aus dem menschlichen Gehirn durchgeführt wurde [3]. Sie bietet neue Einblicke in die Entstehung von Alzheimer und kann so zur Entwicklung effektiver Behandlungsmethoden beitragen.

Original veröffentlicht am 3. April 2017:

Nach einer langen Reihe fehlgeschlagener Versuche erkennen Tier-Experimentatoren nach und nach, dass ihre bisherigen Versuche zur Entwicklung von Behandlungsmethoden gegen Alzheimer zu nichts geführt haben [4].
Es ist kaum zu fassen, doch jahrzehntelang wurden hier Zeit und Geld verschwendet – für die Entwicklung von über 100 Medikamenten, die sich letztlich als Fehlschlag erwiesen. Unzähligen Tieren kosteten diese Versuche bislang das Leben.

Im Versuch, Medikamente gegen Alzheimer zu entwickeln, haben Experimentatoren jahrelang Mäuse, Hunde und andere Tiere gequält. Das Problem an der Sache ist nur: Diese Tiere bekommen keinen Alzheimer. Deshalb mussten die „Forscher“ das Erbgut der Tiere verändern, um die Entstehung amyloider Plaques auszulösen, die in ähnlicher Weise im Gehirn betroffener Menschen auftreten. Das Ergebnis: Den Tieren kann gegen Symptome, die wie Alzheimer aussehen, aber kein Alzheimer sind, scheinbar geholfen werden.
Doch menschliche Patienten leiden nach wie vor weiter.

Die Misserfolgsquote neuer Alzheimer-Medikamente beim Menschen liegt nun bei unglaublichen 99,6 Prozent. Darunter fällt auch das gefeierte Solanezumab von Eli Lilly. Das Medikament war erfolgreich an Mäusen und Affen getestet worden, erwies sich aber als kompletter Fehlschlag beim Menschen [5].

Die Experimentatoren gestehen sich also endlich ein, keinen Schritt vorangekommen zu sein. Jetzt ist es an der Zeit, den Kopf nicht länger in den Sand zu stecken und endlich damit aufzuhören, auf „Tiermodelle“ zu setzen, die diese menschliche Form der Demenz niemals replizieren können.
Stattdessen sollte sich die Forschung auf tierfreie Methoden konzentrieren, die tatsächlich für die menschliche Physiologie relevant sind.

Was Sie tun können


Quellen:
[1] https://www.alzforum.org/news/conference-coverage/bump-road-or-disaster-bace-inhibitors-worsen-cognition  
[2] https://www.nature.com/articles/d41586-018-07484-w
[3] https://www.sandiegouniontribune.com/business/biotech/sd-me-sanford-burnham-prebys-jerold-chun-alzheimers-hiv-20181121-story.html
[4] http://www.heraldtribune.com/news/20170328/in-dementia-research-call-to-switch-gears
[5] https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/71642/Morbus-Alzheimer-Antikoerper-Solanezumab-scheitert-endgueltig-in-Phase-3-Studie