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Brand im Zoo Krefeld: Darum sollten Sie alle Zoos boykottieren!

Es war ein dramatisches Inferno: In der Silvesternacht brannte das Affenhaus des Krefelder Zoos lichterloh. Über 30 Tiere kamen in den Flammen auf qualvolle Weise ums Leben – darunter ein Schimpanse, fünf Orang-Utans, zwei Gorillas, zahlreiche kleinere Affen, Flughunde und Vögel. Sie hatten keine Chance, ihrem Betonbunker und damit den Flammen zu entkommen.

Die Affenhaltung in Krefeld

Die Schimpansen, Gorillas und Orang-Utans hatten im „Affentropenhaus“ des Krefelder Zoos nur einen Innenbunker. Nicht einmal ein Außengehege stand ihnen zur Verfügung. Die Tiere waren auf engem Raum eingesperrt und offenbar verfügte der Zoo noch nicht einmal über ein ausreichendes Brandschutz- und Sicherheitskonzept.

Bedürfnisse nicht erfüllt

Unter solchen Bedingungen ist es schlichtweg unmöglich, die vielschichtigen Bedürfnisse von Tieren zu erfüllen. Schimpansen etwa stellen in Freiheit Werkzeuge her und setzen diese auch ein. Sie trauern um ihre Lieben, mit denen sie teils ein Leben lang enge Beziehungen pflegen. Orang-Utans suchen sich im Regenwald weit oben in Bäumen ihre Nahrung. Dabei durchstreifen sie teils tausende von Hektar – und sie merken sich, an welchen Orten sie unreife Früchte fanden, um später dorthin zurückzukehren. Zum Schlafen bauen sich die Tiere Nester in Bäumen.

Zoos schreiben sich den Artenschutz auf die Fahnen. Doch eine Auswilderung von Tieren ist in den meisten Fällen völlig unmöglich. Um das Überleben ganzer Tierarten zu sichern, müssten ihre Lebensräume stärker geschützt werden. Tiere in Gefängnisse zu sperren, trägt dazu nichts bei. Abgesehen davon handelt es sich bei den meisten der in deutschen Zoos gehaltenen Tierarten nicht einmal um gefährdete Arten. Die Tiere werden zur menschlichen Unterhaltung eingesperrt – nicht zu ihrem eigenen Schutz.
 
Affe Zoo Krefeld
© by Kaan Bekan

Die Konsequenzen

Wir fordern, dass dem Krefelder Zoo ein sogenanntes Nachstellungsverbot auferlegt wird – damit dürfte der Zoo keine neuen Affen halten. Denn dass der Zoo genau das vorhat, ist klar: Er sammelt bereits Spenden für ein neues Tiergefängnis. Das Unglück der Silvesternacht hat erneut gezeigt, wie schutzlos Tiere in Zoogefangenschaft sind: Versagen die Verantwortlichen, sind die Tiere die Leidtragenden.

Kein Zoo der Welt ist im Stande, die komplexen Bedürfnisse von Tieren wie Menschenaffen auch nur annähernd zu erfüllen. Zoos sollten keine neuen Tiere erwerben oder züchten dürfen, sondern in einer Auslaufphase nur noch Tiere beheimaten, die aus noch schlechteren Bedingungen, z.B. Zirkussen und Privathaltung, konfisziert wurden. Steuergelder müssen in den Erhalt von Lebensräumen fließen – nicht in Tiergefängnisse.
 
Denn mangelhafte Haltungsbedingungen und schwere Verhaltensstörungen sind in Zoos eher die Regel als die Ausnahme. Besucher lernen nichts über die Bedürfnisse und Lebensverhältnisse von Tieren, wenn diese ausschließlich zu Unterhaltungszwecken eingesperrt werden und ihr Dasein in qualvoller, beengter Gefangenschaft fristen. Eine repräsentative Meinungsumfrage im Dezember 2015 ergab, dass die Mehrheit der Deutschen das Einsperren exotischer Tiere für moralisch bedenklich hält. [1]

Außerdem verstößt die Zoogefangenschaft aus Tierrechtsperspektive klar gegen das deutsche Tierschutzgesetz. Denn sie ist immer mit Tierleid verbunden. Laut Tierschutzgesetz darf jedoch keinem Tier Leid zugefügt werden, außer es liegt dafür ein „vernünftiger Grund“ vor. Von diesem kann bei der Zurschaustellung von Tieren zu Profitzwecken allerdings kaum die Rede sein.

Was Sie tun können

Boykottieren Sie Zoos und raten Sie auch Ihrem Freundeskreis zu tierfreundlichen Alternativen. Wer wirklich etwas über Tiere lernen möchte, kann z.B. auf einem Gnadenhof oder im Tierheim mithelfen oder auch einfach eine Entdeckungstour durch die heimische Natur machen. Was Tiere wie Affen, Löwen oder Giraffen ausmacht, wie sie leben und was sie brauchen, erfährt man in unzähligen tollen Dokumentarfilmen. Zudem ermöglichen immer mehr neue Technologien – wie dieses virtuelle Aquarium – Erlebnisse, für die kein Tier leiden muss.

Bitte unterzeichnen Sie unsere Petition für ein Ende der Haltung von Menschenaffen in deutschen Zoos.
 

Unsere Autoren

PETA Team

Unsere Blogbeiträge zu den Themenbereichen Tierrechte und Veganes Leben werden von Mitarbeitern von PETA Deutschland und externen Co-Autoren verfasst.