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Echtpelz oder Kunstpelz?

So erkennt man Echtpelz

Stand Januar 2016
Die absolute Mehrheit der Menschen möchte keine tierquälerischen Produkte mit Echtpelz tragen, doch auf den ersten Blick lässt sich im Laden kaum ein hochwertiger Kunstpelz vom Echtpelz von Marderhund, Kaninchen oder Fuchs unterscheiden. Auch der Preis ist hierbei nicht unbedingt ein Anhaltspunkt, da gut gemachter Kunstpelz teurer sein kann als eine günstige Jacke mit Pelz aus China.
 
Bei Echtpelz sollte laut EU-Textilkennzeichnungsverordnung auf einem Etikett in der Kleidung eigentlich der Hinweis stehen: „Enthält nichttextile Teile tierischen Ursprungs“. Dieser Hinweis gilt allerdings auch für alle Produkte, die mit Lederpatches oder Hornknöpfen verziert sind oder Daunen enthalten. Für den Verbraucher ist deshalb eine eindeutige Materialbestimmung am Bekleidungsstück sehr schwierig. Skandalös ist zudem, dass Parkas oder Mützen mit Echtpelz häufig falsch oder gar nicht deklariert sind.

 
Diese Tipps helfen Ihnen, Echtpelz zu erkennen
  • Pusten: Wird leicht über den Pelz gepustet, legt sich das dicke Deckhaar bei echtem Fell zur Seite. Meist lässt sich dann leicht gekräuselte und feine Unterwolle erkennen. Kunsthaar ist starrer und unbeweglicher, häufig gleichlang geschnitten und durch statische Aufladung etwas klebrig im Griff.

  • Auseinanderziehen: Echtpelz wird mitsamt der Tierhaut verarbeitet. Kommt beim Auseinanderziehen der Haare am Ansatz Leder zum Vorschein, handelt es sich um echtes Tierfell. Bei Kunstpelz hingegen ist eine gewebte Textilschicht zu sehen.

  • Anzünden: Aus bereits erworbener Ware können einzelne Haare herausgezogen und angezündet werden. Echtpelzhaare verbrennen genauso wie menschliches Haar mit Horngeruch, während Kunsthaar wie Plastik zu Klümpchen schmilzt und auch so riecht.
 
Doch Vorsicht! Eine 100-prozentige Unterscheidung von Echtpelz und Kunstpelz liefern nur teure Labortests der Haare. Daher rät PETA dazu, im Zweifelsfall die Finger von verdächtigen Pelzprodukten zu lassen und zu flauschigen Kapuzen mit Teddyfutter zu greifen.

Das Tierleid hinter Echtpelz

Alleine in China werden jedes Jahr schätzungsweise 70 Millionen Nerze, Füchse und Marderhunde sowie rund zwei Millionen Hunde und Katzen für die Pelzproduktion getötet. Die Tiere werden vergast, mit Eisenstangen erschlagen, per Genickbruch oder mit analem Stromschlag getötet.
 

Was Sie tun können

Menschen, die Tierleid verhindern möchten, greifen in Modefragen zu pflanzlichen Materialien oder Kunstfasern, aus denen sich tierfreie Kunstpelze und kuschelige Textilien herstellen lassen.
Falls Sie falsch oder gar nicht deklarierte Kunstpelzprodukte in einem Geschäft vorfinden, sichern Sie bitte die Beweise und kontaktieren Sie PETA. Vielen Dank!