»  »  » Fleisch essen und Umweltschutz vertragen sich nicht

Umweltschutz

Schützen Sie die Umwelt, leben Sie vegan?

Stand April 2013
10 Gründe, warum es keinen Fleisch essenden Umweltschützer gibt

1. Fleisch essen schadet dem Klima:
Die Tierwirtschaft, und damit der Konsum tierischer Produkte, ist in hohem Maße mitverantwortlich für den Klimawandel. Je nach Studie werden ihr zwischen 18 und 51 Prozent der gesamten vom Menschen verursachten Treibhausgase zugeschrieben, also mehr als dem gesamten Transportwesen weltweit. Die Emissionen entstehen zum einen direkt durch den Verdauungsprozess oder die Ausscheidungen der Tiere. Besonders Rinder verursachen viel Methan, weshalb das klimaschädlichste Lebensmittel Butter ist, gefolgt von Rindfleisch. Zum anderen entstehen Emissionen indirekt durch die Produktionsprozesse und die Abholzung der Wälder für Weideflächen oder die Anpflanzung von Futtermitteln. (1, 2, 3)

Zwar ist es besser für das Klima, regionale Produkte zu konsumieren, jedoch ist die Entscheidung zwischen tierischer und pflanzlicher Ernährung entscheidender. Verringert man den Verzehr von Fleisch- und Milchprodukten, kann der durch die Landwirtschaft bedingte Ausstoß von Methan und Lachgas um mehr als 80% reduziert werden, denn: „Milch und Fleisch machen wirklich einen Unterschied“. (4)
Riesige Regenwaldflächen fallen dem Hunger nach Fleisch zu Opfer

2. Fleisch essen zerstört den Regenwald:
Allein in Südamerika sind in den letzten 4 Jahrzehnten 40 Prozent des Regenwaldes Weideflächen oder der Produktion von Futtermitteln zum Opfer gefallen, im Amazonasgebiet fielen 70 Prozent vorher bewaldeter Flächen der Tierwirtschaft zum Opfer. Große Flächen werden gefällt oder gerodet, da Tiere ein Vielfaches an Futter brauchen, um Fleisch oder Milch zu „produzieren“. So kommt es, dass über 50% der Ernten heutzutage nicht mehr auf dem Teller, sondern im Trog landen – bei Soja sind es sogar 90%. Dies schürt neben dem Klimawandel zudem die Welthungerproblematik, da – statt Nahrungsmittel für Menschen – Futtermittel für Tiere enorme Flächen einnehmen. Doch leider ist Deutschland momentan auf diese Futtermittelimporte angewiesen, da die Tierzahlen und unsere Gier nach Fleisch längst von der hier zur Verfügung stehenden Fläche entkoppelt sind. (1, 5, 6)
 

3. Fleisch essen verringert die Artenvielfalt:
Werden die artenreichen Regenwälder weiterhin ungebremst abgeholzt, damit Weideflächen für Tiere oder Platz für den Anbau von Futtermitteln entstehen können, geht damit auch der Lebensraum oftmals noch unentdeckter Arten verloren und sie werden dadurch unwiederbringlich ausgelöscht. Doch man muss nicht einmal auf andere Kontinente schauen – schon ein Blick auf unsere von Monokultur geprägten Felder oder riesigen Anlagen, in denen hochgezüchtete Tiere zusammengepfercht leben und leiden müssen, zeigt, dass die industrialisierte Landwirtschaft keinen Platz für Artenreichtum hat. Und auch in den Weltmeeren, die durch die Überfischung extrem strapaziert sind, gibt es mehr und mehr bedrohte Lebensarten. (5, 6, 7)

4. Fleischkonsum ist Energieverschwendung:
Tiere ihres Fleisches wegen aufzuziehen ist äußert ineffizient, denn um Fleisch zu erzeugen, muss ein Vielfaches an pflanzlicher Energie den Tieren verfüttert werden. Die sogenannten Veredelungsverluste sind bei jeder Tierart anders, besonders hoch sind sie bei Rindfleisch, denn hier benötigt man für ein einziges Kilo bis zu 16 kg Getreide. Im Durchschnitt geht man von einer Umrechnung von 1 zu 10 aus, d.h. 90% der pflanzlichen Energie werden verschwendet. Und selbst an Fische in Fischfarmen muss man 5 Pfund an wild gefangenem Fisch verfüttern, um 1 Pfund des gezüchteten Fischs zu erhalten. Dies ist in höchstem Maße ineffizient. Doch neben der Bereitstellung von Futter oder Wasser schlagen auch Kosten für Transport (Benzin/Diesel für den Transport der Tiere bzw. der Futtermittel) und Strom (für die Ställe oder Zäune bzw. die Weiterverarbeitung und Kühlung der tierischen Überreste) zu Buche. Allein für die Produktion von einem Kilogramm Rindfleisch könnte man eine 100-W Glühbirne 20 Tage brennen lassen. (5, 8, 9)
Fleischkonsum = Wasserverschwendung und -verschmutzung. Photo von Dschwen

5. Fleisch zu essen verschwendet Wasser:
Nicht nur beim Duschen, Zähneputzen oder Waschen verbrauchen wir Wasser; jedes Produkt trägt „virtuelles Wasser“ mit sich, das die Gesamtmenge des Wassers umfasst, die während des Herstellungsprozesses benötigt wurde. So stecken hinter der Produktion von einem Kilo Fleisch sage und schreibe 15.500 Liter Wasser! Diese hohe Menge, mit der man ein Jahr lang täglich duschen könnte, setzt sich aus der Bewässerung der Futtermittel sowie dem Bedarf der Tiere nach Trinkwasser zusammen. Außerdem müssen Ställe gereinigt werden und die „Weiterverarbeitung“ in Schlachthöfen ist auch sehr wasserintensiv. Vergleicht man allgemein tierische und pflanzliche Produkte, so ist klar ersichtlich, dass die pflanzlichen wesentlich wassersparender sind. (5, 10, 11)

6. Die Tierwirtschaft verschmutzt zudem das Wasser:
Sowohl bei der Anpflanzung von Futtermitteln als auch bei der Aufzucht der Tiere kann es zu Wasserverschmutzung durch Pestizide, Herbizide oder Medikamente kommen. Und selbst die „normale“ Wasserverschmutzung durch die Ausscheidungen der Tiere, die nicht durch Kläranlagen gefiltert und gesäubert werden, tragen dazu bei, dass die Qualität und Menge des verfügbaren Trinkwassers eingeschränkt wird. Welchen Umfang dies annimmt, zeigt dieser Vergleich: Allein die Schweine in Deutschland erzeugen doppelt so viele Abwässer wie die menschliche Bevölkerung, dabei gibt es weniger Schweine als Menschen: auf etwa jeden dritten Einwohner kommt ein Schwein. (5, 7, 8, 10, 12)

7. Fleisch essen verursacht dicke Luft:
Die tierische Landwirtschaft produziert extreme Mengen an Staub, Feinstaub und andere schädliche Stoffe, die die Luft verpesten. Auch das stark riechende, giftige Ammoniak, das schädlich für Gesundheit und Umwelt ist. Es entstammt zu 94% der Agrarwirtschaft, und davon zu 64% der Tierwirtschaft (durch den Dung der Tiere). Zum einen verschlimmert es die Lebensbedingungen der Millionen Tiere in den Ställen, nimmt ihnen die Luft zum Atmen und schädigt gar ihre Lungen, und auch für den Menschen ist es nicht gesund. Zum anderen trägt es auch zum Klimawandel bei und verursacht vor allem sauren Regen, der dann Pflanzen, Gewässer und die darin lebenden Fische und sogar Bauwerke gefährdet. (1, 7, 8)

8. Der Konsum tierischer Produkte laugt den Boden aus:
Die Tierwirtschaft nimmt 70 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche für sich ein, das sind 30 Prozent der gesamten Erdoberfläche. An den Boden werden enorme Anforderungen gestellt, denn seine Fruchtbarkeit wird durch den steigenden Bedarf nach Lebensmitteln und seine Überbeanspruchung immer weiter verringert. Doch auch Weideflächen verschlechtern sich durch die Aktivitäten der Tierwirtschaft; etwa 20 Prozent von ihnen sind von Überweidung, Verdichtung und Erosion betroffen. Die Fleischproduktion laugt somit den Boden aus und führt dazu, dass in Zukunft weniger angebaut werden kann. (1)

9. Fleisch essen verpestet den Boden:
Nicht nur Luft und Wasser werden durch die Schadstoffe aus der Tierwirtschaft verunreinigt, sondern auch die Böden durch Nitrate und Phosphate schwer geschädigt. Schließlich können große Mengen Gülle nicht problemlos von einer begrenzten Bodenfläche aufgenommen werden. Zudem findet die Ausbringung nicht gleichmäßig verteilt statt, sondern so, als würde die Sonnenenergie eines Jahres innerhalb drei oder vier Tagen auf die Pflanzen herab brennen. Deshalb kann der Boden die Nährstoffe aus der Gülle nicht richtig aufnehmen. In den Niederlanden ist das Problem sogar so groß, dass die tierischen Ausscheidungen ins benachbarte Ausland exportiert werden muss – in gewaltigen Mengen. (7, 8, 13)

10. Fleisch essen ist einfach nicht gerecht:
Die oben genannten Punkte führen letztendlich alle auf einen Punkt hinaus: Es ist einfach nicht gerecht, dass Ressourcen wie Land oder Wasser verschwendet werden, dass an der Natur Raubbau betrieben wird und dass das Stückchen Fleisch auf dem Teller zu Lasten von Umwelt, Mensch und Tier produziert wird. Wenn wir so weiter machen, haben unsere Nachkommen nur noch wenig von dem, was wir eine lebenswerte Welt nennen. Laut UN-Welternährungsorganisation ist die Herstellung tierischer Produkte einer der Hauptverantwortlichen für die schlimmsten Umweltprobleme unserer Zeit… Doch es geht auch anders!


Es gibt keinen Fleisch essenden Umweltschützer. Wenn Ihnen etwas an der Umwelt und der Natur liegt, dann begrünen Sie Ihre Ernährung, indem Sie vegan werden. Es war nie leichter und wichtiger als heute! Weiter Informationen erhalten Sie in unserem kostenlosen Veggie-Starter-Kit oder auf GoVeggie.de


Quellen:
1) FAO 2006: Livestock’s Long Shadow
2) World Watch Institute 2009: Livestock and Climate Change
3) Öko-Institut Freiburg 2007: Treibhausgasemission durch Erzeugung und Verarbeitung von Lebensmitteln
4) PIK 2010: Klimaschutz durch bewusste Ernährung
5) World Watch Institute 2004: Meat. No it’s Not Personal
6) Forum Umwelt & Entwicklung 2010: Fleisch vom nächsten Planeten.
7) Josef Reichholf 2004: Der Tanz um das goldene Kalb, Verlag Klaus Wagenbach, Berlin
8) Compassion in World Farming 2004: The Global Benefits of Eating Less Meat
9) New Scientist 2007
10) WWF Deutschland 2009: Der Wasser-Fußabdruck Deutschlands
11) waterfootprint.org
12) Statistisches Bundesamt 2009
13) Gülleimporte aus den Niederlanden nehmen weiter zu 2009