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Elefanten in deutschen Zoos: Geschlagen und gedemütigt

Helfen Sie mit, die systematische Elefantenquälerei zu beenden

Stand November 2013
In vielen deutschen Zoos werden Elefanten mit brutalen Mitteln für den Zoobetrieb gefügig gemacht. Im sogenannten Direkten Kontakt werden sie von klein auf geschlagen, gedemütigt und stundenlang angekettet. Denn ein ausgewachsener Elefant würde einem Elefantenwärter kaum gehorchen, sich nicht einsperren, führen oder untersuchen lassen. Doch im „Direkten Kontakt“ wird dem Elefanten permanent auf schmerzhafte Weise gezeigt, dass der Zoowärter das Sagen hat. Die meisten Zoos in Europa und den USA haben dagegen bereits auf die sanftere Haltungsform, den „Geschützten Kontakt“, umgestellt, bei dem der Zoowärter fast ausschließlich durch Gitterwände mit dem Elefanten in Berührung kommt – zum Schutz von Mensch und Elefant [1]. Doch in Deutschland hält die Mehrheit der Zoos mit Elefantenhaltung an dem tierquälerischen „Direkten Kontakt“ fest, auch um die dafür notwendige Umbaukosten zu sparen.

Babyelefant Thabo wird 2007 im Zoo Dresden mit Seilen und Elefantenhaken gequält / © PETA
Aktueller Fall: Strafanzeige nach Elefanten-Quälerei im Zoo Wuppertal
Im August 2012 meldeten sich zwei Augenzeugen bei PETA, die bei einem Besuch im Zoo Wuppertal beobachten konnten, wie zwei „Tierpfleger“ mit einem harten Stab mehrfach kraftvoll auf die Füße und den Körper eines Elefantenbabys einschlugen. PETA hat auf der Basis der Augenzeugenberichte Strafanzeige gegen die Verantwortlichen gestellt. Die Staatsanwaltschaft Wuppertal ermittelt nun gegen den Zoo wegen des Verdachts der Tierquälerei (Az. 70 UJs 38/12). Dreist bestreiten die Zoos, dass es sich hierbei um Tierquälerei handelt. Doch bestätigen renommierte Elefantenexperten gegenüber PETA, dass solche Schläge äußerst schmerzhaft für die Elefanten sind [2].

Der spitze Elefantenhaken wird Thabo in die Brust gerammt. 2010 verletzt Thabo eine Dresdner Zoowärterin dafür schwer und wird 2011 in die USA abgeschoben. / © PETA
Keine Einzelfälle
Obwohl das grausame „Training“ meist hinter verschlossenen Toren abläuft, konnten Zoobesucher und PETA-Ermittler in der Vergangenheit die Schläge und Demütigungen für die Elefanten einige Male filmen. Oftmals kommt dabei, wie im Zirkus, der „Elefantenhaken“ auf schmerzhafte Weise zum Einsatz, ein Stock mit einem spitzen Metallwiderhaken. Durch die permanente, jahrelange Unterdrückung und die artwidrige Gefangenschaft staut sich bei vielen Elefanten ein immenses Aggressionspotenzial auf. Allein zwischen 2009 und 2011 wurden vier Elefantenwärter in deutschen Zoos durch Elefanten schwer verletzt [3]. Eine detaillierte Statistik über diese Angriffe auf Zoowärter, viele davon mit Todesfolge, hat der Verein „Elefanten-Schutz-Europa e.V.“ veröffentlicht.

Schmerzhafter Stoß mit dem spitzen Elefantenhaken in den Bauch. Zoo Stuttgart, 2009 / © PETA
Das sagt ein Elefantenpfleger
Der langjährige Elefantenpfleger des Kölner Zoos, Brian Batstone, sagte 2011 in einem Interview für ein Fachmagazin [4]: „Wenn man ein Tier schlägt, weil es etwas nicht tun will, tut es dies nach Schlägen nur, weil es gezwungen wurde. Das kann nicht sinnvoll sein. […] Wenn man ein Tier gern hat und es respektiert, ist Schlagen immer der falsche Weg. […] Von ,vorsorglichen Schlägen´, indem ein Pfleger morgens als erstes jeden Elefanten schlägt, damit diese merken, wer das Sagen hat, wie es dies in manchen Circussen und auch manchen Zoos geben soll, halte ich gar nichts – das ist Tierquälerei.“

 

 

Was Sie tun können

Bitte besuchen Sie keine zoologischen Einrichtungen mit Elefanten! Ungeachtet der Haltungsform ist ein Elefanten-Leben in Gefangenschaft systembedingt artwidrig. Elefanten leben in der Natur in stabilen sozialen Verbänden, wandern bis zu 80 Kilometer pro Tag und sind einer Vielzahl von Umweltreizen ausgesetzt. In Gefangenschaft werden sie zu einem Leben in viel zu kleinen Gehegen gezwungen. In den meist künstlich zusammengestellten Gruppen entstehen häufig Spannungen, wodurch viele Tiere permanent gestresst sind und sich sogar gegenseitig bis zum Tod bekämpfen. Durch die Beschäftigungslosigkeit entwickeln viele Elefanten schwere Verhaltensstörungen. Das unnatürlich lange Stehen verursacht Fuß- und Gelenkkrankheiten. Stress und Fettleibigkeit ist der Hauptgrund dafür, dass Elefanten im Zoo durchschnittlich deutlich früher sterben, als ihre Artgenossen in freier Natur [5].

 

Quellen:
[1] Elefanten-Schutz-Europa e.V. (2011): Elefantenpfleger in Lebensgefahr – der vertuschte Skandal in deutschen Zoos. Pressemitteilung vom 05.01.2012. Online unter http://www.presse-archiv.org/gesellschaft/elefantenpfleger-in-lebensgefahr-der-vertuschte-skandal-in-deutschen-zoos/. Letzter Zugriff: 2012-11-12
[2] Daphne Sheldrick (2008) Online unter http://www.peta.de/daphnesheldrick. Letzter Zugriff: 2012-11-12
[3] Elefanten-Schutz-Europa e.V. (2012) Online unter http://www.european-elephant-group.com/files/PDF/elefantenvorflle_deutschland.pdf. Letzter Zugriff: 2012-11-12
[4] Elefanten-Schutz-Europa e.V. (2011): „Die Umstellung auf Protected Contact erfolgt im Kopf“. In: Elefanten in Zoo und Circus. Nr 19, 2011.
[5] Clubb R., Moss C. et al (2008): Compromised Survivorship in Zoo Elephants., Science 12 December 2008: 1649.