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Video: Verhaltensstörungen und Flügelstutzen im Hamburger Tierpark Hagenbeck

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Der Tierpark Hagenbeck gilt vielen Menschen als beliebtes Ausflugsziel. Für die dort eingesperrten Tiere bedeutet er jedoch ein leidvolles Leben hinter Gittern – fern ihrer natürlichen Lebensräume.

Aktuelle Videoaufnahmen einer PETA-Recherche im Tierpark Hagenbeck dokumentieren erhebliche Missstände. Erfahren Sie, wie es den Tieren dort wirklich geht, warum die Haltung von Wildtieren in Tierparks beendet werden muss und wie Sie Tieren in Zoos helfen können.

Inhalte im Überblick

Ist Hagenbeck ein Zoo oder ein Tierpark?

Es gibt keine festgelegten Grenzen zwischen den Begriffen. Der Tierpark Hagenbeck ist ein privat geführter Zoo, in dem nicht nur heimische Tiere, sondern viele verschiedene Tierarten aus aller Welt eingesperrt sind. Die Bezeichnung „Tierpark“ ist lediglich Teil des Namens.

Die Ursprünge des Zoos liegen im Tierhandel, in Wandermenagerien und später auch im Zirkusgeschäft. Als Tierhändler importierte Carl Hagenbeck allein in den 20 Jahren zwischen 1866 und 1886 mindestens 700 Leoparden, 1.000 Löwen, 400 Tiger, 1.000 Bären, 300 Elefanten, über 100.000 Vögel sowie mehrere zehntausend Affen, um die Nachfrage von Zoos und Menagerien zu bedienen. [1] Ab den 1870er-Jahren organisierte Hagenbeck zudem sogenannte „Völkerschauen“, bei denen Menschen aus Afrika, Asien, Ozeanien und anderen Regionen Europas als vermeintlich „exotische“ Attraktionen präsentiert wurden.

Wie viele Zoos steht auch der Tierpark Hagenbeck in der Kritik. Dabei geht es vor allem um die Haltung von Tieren in Gefangenschaft, eingeschränkte Bewegungsmöglichkeiten sowie die Tatsache, dass viele Tiere ihre natürlichen Verhaltensweisen und Bedürfnisse nicht ausleben können.

Diese Tiere hält der Tierpark in Hamburg

In Hagenbecks Tierpark in Hamburg werden zahlreiche Tierarten gehalten. Dazu gehören unter anderem

  • Tiger,
  • Leoparden,
  • Orang-Utans,
  • Zebras,
  • Kamele,
  • Affen,
  • Pinguine,
  • Walrosse,
  • Pelikane,
  • Flamingos
  • sowie verschiedene Reptilien- und weitere Vogelarten.

Viele dieser Tiere sind an ganz bestimmte klimatische Bedingungen und Lebensräume angepasst, die in keinem Zoo nachgebildet werden können. Das kann bei den Tieren zu Stress und Leid führen.

Hat der Tierpark Hagenbeck noch Elefanten?

Im Tierpark Hagenbeck lebt eine Asiatische Elefantenherde mit mehreren Tieren. Elefanten sind große und intelligente Tiere, die in der Natur weite Strecken zurücklegen, komplexe soziale Beziehungen pflegen und ihre Umgebung ausgiebig erkunden. [2]

In einem Zoo stehen ihnen deutlich kleinere Lebensräume zur Verfügung und viele natürliche Beschäftigungsmöglichkeiten fehlen. Dadurch werden bestimmte natürliche Verhaltensweisen eingeschränkt, was für die sensiblen Tiere eine erhebliche Belastung darstellen kann. Daher verwundert es nicht, dass Whistleblower-Aufnahmen auch bei den Elefanten im Tierpark Hagenbeck immer wieder die Verhaltensstörung „Weben“ dokumentieren. Außerdem werden die Elefanten dort noch immer mit dem „Elefantenhaken“ kontrolliert.

Hat der Tierpark Hagenbeck Eisbären?

Zu den Tieren im Tierpark Hagenbeck gehören auch zwei Eisbären (Stand 2026). In der freien Natur leben Eisbären in der arktischen Wildnis. [3] Dort durchstreifen sie Gebiete von hundert bis zu mehreren tausend Quadratkilometern und gehen auf die Suche nach Nahrung. [4]

Eisbären leiden im Zoo Hagenbeck in Hamburg
Augenzeug:innen berichten regelmäßig von Verhaltensauffälligkeiten bei den Eisbären im Tierpark Hagenbeck.

In Gefangenschaft steht ihnen nur ein winziger Bruchteil dieser Fläche zur Verfügung. Der starke Bewegungsmangel und die fehlenden natürlichen Herausforderungen können großen Stress bei den Tieren hervorrufen.Deshalb leiden Eisbären bei einem Leben in Gefangenschaft sehr. [5] Uns von PETA Deutschland erreichen seit Jahren immer wieder Augenzeug:innenberichte über Eisbären bei Hagenbeck, die stereotyp auf und ab laufen.

Juni 2026: Videoaufnahmen zeigen Tierleid in Hagenbecks Tierpark in Hamburg

Wir haben Videoaufnahmen aus dem Tierpark Hagenbeck in Hamburg veröffentlicht, die aus unserer Sicht erhebliche Tierschutzprobleme dokumentieren. Die Aufnahmen entstanden bei einem Besuch im Juni 2026. Zu sehen sind unter anderem der Elefant Maurice, ein Zebra, ein Braunbär, ein Walross und ein Baumstachler, die auffällige Verhaltensweisen zeigen.

Darüber hinaus sind in einem Video asymmetrische Flügel bei Pelikanen und Flamingos zu erkennen. Das deutet darauf hin, dass diese flugunfähig gemacht wurden. Dabei verbietet das Tierschutzgesetz „das vollständige oder teilweise Amputieren von Körperteilen oder das vollständige oder teilweise Zerstören von Organen oder Geweben eines Wirbeltieres“ (§ 6 Abs.1 S.1 TierSchG)

Wir gehen aufgrund der dokumentierten Missstände davon aus, dass Tieren im Tierpark Hagenbeck durch ihre Haltungsform länger anhaltende erhebliche Leiden zugefügt werden.

Auch in der Vergangenheit haben wir im Tierpark Hagenbeck Missstände dokumentiert:

  • Juli 2025: Mandrill stranguliert sich beim Spielen und stirbt

    Beim Spielen strangulierte sich ein junger Mandrill in einem Kletternetz im Außengehege.  [6] Immer wieder kommt es aufgrund der unnatürlichen Lebensbedingungen und mangelhaften Sicherheitsvorkehrungen zu derartigen Todesfällen.

  • November 2023: Weiterer Todesfall durch Elefanten-Herpesvirus

    Das vierjährige Elefantenkind Santosh starb im November 2023, wahrscheinlich aufgrund einer Infektion mit dem Herpes-Virus EEHV. Bereits im Juni 2018 starben bei Hagenbeck zwei Jungelefanten an dieser Herpesinfektion. [7] Wir kritisieren, dass die Zoo-Verantwortlichen die Elefanten mit der Haltung im „Direkten Kontakt“ und der damit verbundenen Einschüchterung und Angst vor Bestrafung mit dem Elefantenhaken enormem Stress aussetzen. Bei Elefanten, die mit dem Herpesvirus infiziert sind, erhöht sich das Risiko des Krankheitsausbruchs insbesondere durch starken Stress.

  • August 2022: Mangelhafte Sicherheitsvorkehrungen am Pinguingehege

    Im August 2022 entkam ein Eselspinguin aus dem Gehege im „Eismeer“. Das verängstigte Tier geriet in den Besucher:innenbereich und lief minutenlang orientierungslos zwischen den Menschen umher. [8] Wir haben die mangelnden Sicherheitsvorkehrungen scharf kritisiert und informierten die zuständige Veterinärbehörde Eimsbüttel.

PETA erstattet Strafanzeige gegen den Tierpark in Hamburg

Aufgrund der dokumentierten Missstände werden wir Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Hamburg gegen die Verantwortlichen des Tierparks erstatten. Zudem fordern wir, finanzielle Mittel in den Schutz der natürlichen Lebensräume statt in die Nachzucht und Haltung von Tieren in Zoos zu investieren und die Zoohaltung zu beenden.

Orang Utan im Tierpark Hagenbeck
Dieser Orang-Utan im Tierpark Hagenbeck versteckt sich.

Zoos bedeuten Tierleid

In den vergangenen Jahren haben wir immer wieder Whistleblower-Meldungen zu diversen Tierhaltungen im Hamburger Tierpark Hagenbeck erhalten. Auch öffentlich stand der Zoo immer wieder in der Kritik. Zudem setzte sich der Zoo juristisch gegen negative Google-Bewertungen zur Wehr, in denen unter anderem Tierschutz-Missstände beanstandet wurden. [9]

Wir setzen uns dafür ein, die Zucht und Haltung von Tieren in Zoos zu beenden, da die Gefangenschaft den natürlichen Bedürfnissen vieler Tiere nicht gerecht wird und Tierleid verursacht. Darüber hinaus leisten Zoos keinen nennenswerten Beitrag zum Artenschutz: Auswilderungen finden nur selten statt und in Gefangenschaft aufgewachsene Tiere können wichtige Verhaltensweisen, die für ein selbstständiges Leben in der Natur notwendig sind, dort meist nicht erlernen. Zusätzlich erfüllen Zoos aus unserer Sicht keinen ausreichenden Bildungsauftrag. Besucher:innen lernen durch die Haltung von Tieren in Gefangenschaft nur wenig über ihr natürliches Verhalten, da viele der Tiere aufgrund der artwidrigen Bedingungen verhaltensgestört sind und kaum ihr natürliches Verhalten zeigen.

Helfen Sie den Tieren, indem Sie keine Zoos besuchen

Sie können dazu beitragen, Tiere zu schützen und Tierleid zu vermeiden, indem Sie:

  • keine Zoos besuchen, um die Zucht und Haltung von Tieren in Gefangenschaft nicht zu unterstützen
  • tierfreundliche Alternativen wie beispielsweise Auffangstationen oder Lebenshöfe besuchen, die sich um Tiere in Not kümmern
  • Freunden und Bekannten von einem Zoobesuch abraten

Helfen Sie uns zudem dabei, das Leid von Affen zu beenden und unterschreiben Sie unsere Petition für ein Zucht- und Importverbot von Menschenaffen.