Echtpelz oder Kunstpelz? So erkennen Sie den Unterschied

Die absolute Mehrheit der Menschen spricht sich klar gegen Pelzfarmen aus. Dennoch werden jedes Jahr massenhaft Pelzprodukte nach Deutschland importiert und zum Teil an unwissende Kunden verkauft. Denn auf den ersten Blick lassen sich hochwertige Kunstpelze kaum noch von Tierfellen unterscheiden. Auch der Preis ist nicht unbedingt ein Anhaltspunkt, da gut gemachter Kunstpelz teurer sein kann als eine günstige Jacke mit Pelz.

Mangelhafte Kennzeichnung von Pelzen in der EU

Wenn bei einem Kleidungsstück Fell verarbeitet wird, muss laut EU-Textilkennzeichnungsverordnung der Hinweis „Enthält nichttextile Teile tierischen Ursprungs“ auf dem Etikett angebracht werden. Dieser Satz gilt allerdings auch für Produkte mit anderen tierischen Bestandteilen wie Leder, Horn oder Daunen. Für den Verbraucher ist es deshalb äußerst schwer zu erkennen, welcher Teil des Kleidungstückes vom Tier stammt und aus welchem Material es besteht. Skandalös ist zudem, dass Parkas oder Mützen mit Echtpelz häufig falsch oder gar nicht deklariert werden. Schuhe, aber auch Accessoires wie Schlüsselanhänger und Ohrringe mit Fellbommel sind ohnehin von der Kennzeichnungspflicht ausgeschlossen. Somit bleibt dem Konsumenten nichts anderes übrig, als zu raten.

Mit diesen Tipps erkennen Sie Echtpelz

Auseinanderziehen

Echtpelz oder Kunstpelz Lederansatz
Tierfell wird mitsamt der Haut verarbeitet. Kommt beim Auseinanderziehen der Haare am Ansatz Leder zum Vorschein, handelt es sich um echtes Fell. Bei Kunstpelz hingegen ist eine gewebte Textilschicht zu sehen.

Pusten

Echtpelz oder Kunstpelz Struktur unterschied
Wird leicht über den Pelz gepustet, legt sich das dicke Deckhaar bei echtem Fell zur Seite. Meist lässt sich dann leicht gekräuselte und feine Unterwolle erkennen. Kunsthaar ist starrer und unbeweglicher, häufig gleich lang geschnitten und durch statische Aufladung etwas klebrig im Griff.

Anzünden

Echtpelz oder Kunstpelz Lederansatz
Aus bereits erworbener Ware können einzelne Haare herausgezogen und angezündet werden. Tierhaare verbrennen genauso wie menschliches Haar mit Horngeruch, während Kunstpelz wie Plastik zu Klümpchen schmilzt und auch so riecht.

Doch Vorsicht!

Eine 100-prozentige Unterscheidung von Echtpelz und Kunstpelz liefern nur teure Labortests der Haare. Eine starke Verarbeitung, wie etwa das Färben des Felles, kann die Beschaffenheit und den Geruch nämlich stark verändern. Daher rät PETA dazu, im Zweifelsfall die Finger von verdächtigen Pelzprodukten zu lassen und zu flauschigen Kapuzen mit Teddyfutter zu greifen.

Das unvorstellbare Leid hinter Pelzprodukten

Weltweit werden jedes Jahr schätzungsweise 110 Millionen Nerze, Füchse, Marderhunde und viele weitere Tiere auf Pelzfarmen gefangen gehalten und getötet. Auch Hunde und Katzen
sind vor der Pelzindustrie nicht sicher. In China werden jährlich etwa 2 Millionen Hunde und Katzen ihrer Felle wegen getötet und zu Schuhen und anderen Accessoires verarbeitet.  Die Tiere werden vergast, mit Eisenstangen erschlagen oder per Genickbruch oder analem Stromschlag getötet. Abermillionen weitere Tiere wie Kojoten, Waschbären oder Füchse werden in der Wildnis von Pelzjägern in Fallen gefangen und anschließend erschossen oder erschlagen.

Was Sie tun können

Menschen, die Tierleid verhindern möchten, greifen in Modefragen zu pflanzlichen Materialien oder Kunstfasern, aus denen sich tierfreie Kunstpelze und kuschelige Textilien herstellen lassen.

Falls Sie in einem Geschäft falsch oder gar nicht deklarierte Pelzprodukte vorfinden, sichern Sie bitte die Beweise und kontaktieren Sie PETA. Vielen Dank!