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Horror-Labor LPT führt wieder Tierversuche durch: Parteien brechen mit Wahlaussagen

Youtube.com / SOKO Tierschutz

Nach dem Tierversuchsskandal im LPT-Labor in Mienenbüttel, bei dem im Oktober 2019 erschreckende Bilder ans Licht der Öffentlichkeit kamen, wurde das Labor der Firma LPT in Hamburg-Neugraben, dem Hauptsitz des Unternehmens, im Februar dieses Jahres von den Behörden geschlossen. Jetzt dürfen dort wieder Tierversuche durchgeführt werden! Das ist ein Skandal, den wir nicht hinnehmen werden – und die Politik widerspricht damit ihren Wahlaussagen.

Politischer Skandal: Tierversuche wieder erlaubt

Anlässlich der anstehenden Bürgerschaftswahlen in Hamburg kontaktierten wir Anfang des Jahres die wichtigsten Parteien und befragten sie zu ihrer Einstellung bezüglich wichtiger Tierschutzthemen – und damit natürlich auch zum Skandal im LPT. Die Resonanz war beinahe einstimmig: Die Hamburger SPD, CDU, die Grünen und die Linke antworteten auf die Frage

„Wird sich Ihre Partei konkret dafür einsetzen, dass das Unternehmen unverzüglich und dauerhaft keine Tierversuche mehr durchführen darf?“

mit Ja – und sprachen sich somit eindeutig dafür aus, dass die Tierversuche am LPT endgültig beendet werden sollen. Anlässlich der momentanen Entwicklung wirken die Wahlaussagen der aktuellen rot-grünen Regierung Hamburgs jedoch auf einmal nichtig – denn wie kann es sein, dass das Labor nun doch wieder Tierversuche durchführen darf, trotz all der Missstände?   

Was geschah in dem Versuchslabor?

Undercover-Aufnahmen von SOKO Tierschutz aus dem „Laboratory of Pharmacology and Toxicology“, so der vollständige Firmenname des LPT, im niedersächsischen Mienenbüttel zeigen grausame Vergiftungsversuche an Hunden, Katzen und Affen, darunter beispielsweise Hunde, die in blutverschmierten Käfigen dahinvegetieren. Auch die Gewalt der Labormitarbeiter gegenüber den Tieren ist schockierend: Videoaufnahmen zeigen, wie ein Mitarbeiter einen Affen absichtlich gegen eine harte Türkante schlägt. Die Haltung in kleinen, sterilen Käfigen führt bei den Tieren zu auffälligen Verhaltensstörungen – so drehen sich Affen beispielsweise wie verrückt im Kreis um die eigene Achse. Zudem erhärteten sich die Vorwürfe gegen das Labor auch über Tierquälerei hinaus: Der eingeschleuste Mitarbeiter sowie weitere ehemalige Angestellte berichten, dass Daten gefälscht wurden und beispielweise Tiere, die an einer Vergiftung starben, einfach heimlich ausgetauscht wurden. [1, 2]

Distanzierung ehemaliger LPT-Partner

Angesichts der veröffentlichten Aufnahmen lässt sich nur schwer bestreiten, dass es im LPT zu massiven Verstößen gegen das Tierschutzgesetz kam und dass Tierquälerei an der Tagesordnung war. PETA hat deshalb vor einigen Monaten mit ehemaligen Kunden des LPT Kontakt aufgenommen, um sicherzustellen, dass das Labor keine weiteren Aufträge für Tierversuche mehr erhält. Wir haben bereits positive Rückmeldung von mehreren Firmen erhalten. Ein Unternehmen bestätigte, dass „die veröffentlichten Videos [...] auf inakzeptable Tierschutzstandards [hinweisen]“, und mehrere ehemalige LPT-Partner versicherten uns, dass keine weitere Zusammenarbeit mit dem LPT geplant ist.

Was Sie tun können

Politische Parteien müssen zu ihren Wahlaussagen stehen! Bitte kontaktieren Sie freundlich die Spitzenpolitiker (Dr. Peter Tschentscher - [email protected] und Katharina Fegebank - [email protected]) der regierenden Parteien in Hamburg und fordern Sie ein Einlenken. Die Tierversuche am LPT müssen sofort und dauerhaft beendet werden!

Die aktuelle Entwicklung zeigt mehr denn je: Deutschland braucht ein Tierschutzministerium.