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Garnelen: 4 Gründe, warum Sie keine Shrimps essen sollten

Garnelen werden für den menschlichen Verzehr im Rahmen des kommerziellen Fischfangs und in Aquakulturen (sogenannten Garnelenfarmen) gefangen, gezüchtet und getötet. Viele Menschen sind sich nicht bewusst, dass sowohl der Wildfang im Meer als auch die Intensivhaltung von Garnelen und unzähligen weiteren Meerestieren wie Schildkröten und Wale massive Tierquälerei bedeutet.

Der Verzehr von Garnelen, die auch als Shrimps oder Prawns bezeichnet werden, hat jedoch noch weitreichendere Folgen. Garnelenfarmen verursachen nicht nur Tierleid und tragen zur Umweltzerstörung bei, sondern beeinträchtigen auch das Leben der Menschen vor Ort.

Erfahren Sie hier, warum es wichtig ist, keine Garnelen zu kaufen und zu verzehren. Und lassen Sie sich von der Fülle an rein pflanzlichen Alternativen überraschen!

Inhaltsverzeichnis

Was ist der Unterschied zwischen Garnelen und Shrimps?

Als Garnelen werden verschiedene Arten von Krebstieren bezeichnet, die nicht zwingend direkt miteinander verwandt sind. Geißelgarnelen werden im Handel oft unter der englischen Bezeichnung „Shrimps“ oder, bei größeren Tieren, als „Prawns“ bezeichnet. Beide Begriffe sind Synonyme für dasselbe Krustentier und werden regionsabhängig verwendet. Manchmal werden Garnelen auch Krevetten genannt.

Mit diesen handelsüblichen Bezeichnungen, die häufig zu Verwechslung und Verwirrung führen, werden die Tiere zu gefühlloser Ware degradiert. [1] Wie Hummer und Garnelen zählen auch andere Krebstiere zur Familie der Hummerartigen und damit zu den Zehnfußkrebsen, darunter Langusten, Kaiserhummer (auch Langoustine oder Scampi genannt).

Garnele im Wasser
 „Shrimps“ ist eine alternative Bezeichnung für kleine Garnelenarten.

Woher kommen Garnelen?

Die meisten Garnelenfarmen liegen in Asien und Südamerika [2]. Seit den 1980er-Jahren werden kilometerweite Regenwaldflächen unwiederbringlich zerstört, um Platz für immer neue Farmen zu schaffen – die jedoch nur wenige Jahre in Betrieb sind. Die Garnelen werden in Teichen und Betonbecken gezüchtet, die zwischen einem und 20 Hektar groß sind – was rund 28 Fußballfeldern entspricht. Teilweise werden auf einem Quadratmeter bis zu 300 Tiere in drangvoller Enge gehalten. [3]

Aufgrund der weltweit steigenden Nachfrage nach Garnelen werden die interessanten und schmerzempfindlichen Krebstiere zur „Massenware“ degradiert, die in vielen Supermärkten oder Discountern angeboten wird. Hauptimporteure sind Japan, die USA und die EU. Auch in Deutschland werden Garnelen in Aquakulturen gezüchtet.

Welche Folgen hat die Zucht und der Handel mit Garnelen?

Sowohl die Zucht als auch der Handel mit Garnelen sind in vielerlei Hinsicht unverantwortlich – und zwar aus den folgenden Gründen:

1. Tierquälerei: Garnelen werden qualvoll gehalten und lebendig gekocht

Auf dem Weltmarkt werden jedes Jahr rund 4,5 Mio. Tonnen Garnelen aus der Aquakultur und dem kommerziellen Fischfang gehandelt [2] – dies entspricht der unvorstellbaren Zahl von mehreren Tausend Milliarden Tieren. In der Aquakultur werden Garnelen für die Dauer ihres dreimonatigen Lebens eng zusammengepfercht gehalten und müssen in ihrem eigenen Kot schwimmen. Aufgrund der Enge verbreiten sich Krankheitserreger rasend schnell. Viele Tiere sterben bereits in den Zuchtfarmen, ersticken oder werden beim Transport zerquetscht.

Die Tötung von Garnelen ist extrem grausam: Die Tiere werden bei lebendigem Leib gekocht, zerstückelt oder auf den Grill gelegt. Internationale wissenschaftliche Studien belegen, dass Krebstiere Schmerzen empfinden [4, 5, 6, 7] – und dass Garnelen sogar Angst empfinden [8].

Tote Garnelen in einer Box
Für den kurzen Genuss leiden und sterben unzählige Garnelen.

2. Garnelenfarmen fördern die Umweltzerstörung

Um Zuchtbecken für Garnelen anzulegen, werden Mangrovenwälder kilometerweit abgeholzt. Dabei zählen Mangroven neben Korallenriffen und tropischen Regenwäldern zu den produktivsten Ökosystemen der Erde und bieten zahlreichen auf diesen Lebensraum spezialisierten Tierarten ein Zuhause. Hier leben unter anderem zahlreiche Reptilien, Säugetiere, Wasservögel, Fische, Weichtiere und Krebstiere. Aufgrund der hohen Verschmutzung durch Chemikalien sind Garnelenfarmen nur wenige Jahre in Betrieb – doch die zerstörten Mangrovenwälder können nicht wieder aufgeforstet werden.

Für die Aufzucht von nur einem Kilogramm Garnelen sind zwei bis drei Kilogramm Fischmehl als Nahrung für die Tiere erforderlich [9]. Angesichts einer „Produktion“ von jährlich rund 4 Mio. Tonnen trägt die Garnelenzucht erheblich zum Problem der Überfischung bei.

Wie bei jeder Art der landwirtschaftlichen Tierhaltung werden auch Garnelen von Krankheitserregern befallen, die sich rasend schnell übertragen können. Daher geben Farmer Chemikalien, Desinfektionsmittel, Pestizide und Herbizide ins Wasser, die ungefiltert ins Meer gelangen und sowohl die Ozeane als auch die Böden vor Ort und das Grundwasser verseuchen.

Shrimps im Fischernetz
Unter der Garnelenzucht leiden Regenwälder und Gewässer vor Ort.

3. Garnelenzucht hat fatale Folgen für die lokale Bevölkerung

Durch die Abholzung der Mangrovenwälder verlieren die Menschen vor Ort eine wichtige Lebensgrundlage, denn aus den Mangroven beziehen sie Früchte, Baumaterialien und Medizin. Da die Regenwälder das Hinterland vor Überschwemmungen schützen, fehlt nun auch der Schutz vor der nächsten Flut. So forderte 1991 eine Sturmflut in Bangladesch 1.000 Menschenleben. Bei einer vergleichbaren Flut im Jahr 1960, also noch vor dem Verlust der Mangroven, kam hingegen niemand zu Schaden.

Durch die Garnelenteiche kommt es zu einer Versalzung der Böden, was unter anderem dazu führt, dass in den betroffenen Gegenden kein Reis mehr wächst. In vielen Ländern ist Reis jedoch das Grundnahrungsmittel der Menschen und ein wichtiges Exportgut. Die Garnelenzucht führt somit zur Verarmung der Bevölkerung. Durch die Ableitung der ungefilterten Abwässer ins Grundwasser wird außerdem sauberes Trinkwasser zur Mangelware.

Für ein schnelles Wachstum der Garnelen und zur Bekämpfung von Krankheiten geben Garnelenzuchten häufig Antibiotika ins Wasser. Dies kann sowohl bei den Farmer:innen als auch den späteren Konsument:innen zu einer gefährlichen Antibiotikaresistenz führen. Immer wieder werden auch in Deutschland Garnelen aus Asien entdeckt, die mit dem in der Tierzucht verbotenen Antibiotikum Chloramphenicol belastet sind. [10] Chloramphenicol kann unter anderem die Bildung von roten Blutkörperchen stören und ist für Konsument:innen lebensgefährlich.

Shrimps in einer Tuete
In der Garnelenzucht wird häufig Antibiotika eingesetzt.

4. Unzählige Meerestiere sterben als Beifang

Während Garnelen in der Intensivtierhaltung leiden, zerstört die industrielle Fischerei die Ozeane, indem sie teils kilometerlange Fischernetze über den Meeresgrund zieht. Das zerstört nicht nur den Meeresboden, sondern führt auch dazu, dass zahlreiche Tierarten als sogenannter Beifang sterben.

Zigtausende Meereslebewesen wie Wale, Haie und weitere Fischarten, aber auch Seevögel, Schildkröten und Korallen werden aus dem Ozean gerissen und in Fischereinetzen zerquetscht. Viele Tiere ersticken an Bord der Schiffe oder verfangen sich in Geister- und Stellnetzen, wo sie qualvoll ertrinken.

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  • Quellen

    [1] Lebensmittellexikon: Garnelen, Prawns, Tiger Prawns, Shrimps, Jumbo Shrimps, https://www.lebensmittellexikon.de/g0000390.php, (eingesehen am 25.02.2022)

    [2] WWF World Wildlife Fund: Farmed Shrimp https://www.worldwildlife.org/industries/farmed-shrimp, (eingesehen am 25.02.2022)

    [3] Aquakulturinfo: Weißfuß-Garnele https://www.aquakulturinfo.de/weissfuss-garnele, (eingesehen am 25.02.2022)

    [4] Magee, B. & Elwood, R. W. (2013) Shock avoidance by discrimination learning in the shore crab (Carcinus maenas) is consistent with a key criterion for pain. In: The Journal of Experimental Biology 216, 2013, S. 353-358

    [5] Elwood, R.W. (2012) Evidence for pain in decapod crustaceans. In: Animal Welfare, 21 (2), 23-27(5)

    [6] Elwood, R.W., Barr, S. & Patterson, L. (2009) Pain and stress in crustaceans? In: Applied Animal Behaviour Science, 118, 128–136

    [7] The EFSA Journal (2005) 292, 1-46 – Opinion on the “Aspects of the biology and
    welfare of animals used for experimental and other scientific purposes”

    [8] Fossat, P & al. (2014) Anxiety-like behavior in crayfish is controlled by serotonin. In: Science 13 June 2014: Vol. 344 no. 6189 pp. 1293-1297

    [9] Pro Regenwald (30.04.2010): Mangrovenwälder, https://www.pro-regenwald.de/hg_wald/mangroven, (eingesehen am 25.02.2022)

    [10] Die Untersuchungsämter für Lebensmittelüberwachung und Tiergesundheit Baden-Württemberg (30.10.2018): Dauerbrenner: Antibiotikarückstände in Garnelen aus Asien, https://www.ua-bw.de/pub/beitrag.asp?ID=2832&subid=2&Thema_ID=2&lang=DE, (eingesehen am 25.02.2022)