Nattō ist ein japanisches Lebensmittel aus fermentierten Sojabohnen. Erfahren Sie hier, wie gesund Nattō wirklich ist, wie man es isst, wo man es kaufen kann und worauf vegan lebende Menschen achten sollten.
Was ist Nattō?
Nattō ist ein traditionelles japanisches Gericht aus fermentierten Sojabohnen. Es wird mithilfe des Bakteriums Bacillus subtilis hergestellt und ist besonders für seine schleimige Konsistenz und den intensiven Geruch bekannt. In Japan wird Nattō meist zum Frühstück mit Reis, Senf und Sojasauce gegessen. Für Veganer:innen ist Vorsicht geboten: Importiertes Nattō kann mit Fischprodukten wie Fischsauce gewürzt sein – daher empfiehlt es sich, die Zutatenliste prüfen.
Wie wird Nattō hergestellt?
Zur Herstellung von Nattō werden Sojabohnen zunächst in Wasser eingeweicht und weichgekocht. Anschließend werden sie mit dem Bakterium Bacillus subtilis versetzt, das die Fermentation einleitet. Während dieses Prozesses bildet sich der charakteristische Schleim um die Bohnen und es entstehen lange, klebrige Fäden. Die Bohnen fermentieren über mehrere Stunden bis Tage bei kontrollierter Temperatur – so entstehen das typische Aroma und die besondere Konsistenz von Nattō.
Wonach schmeckt Nattō?
Der Geschmack von Nattō ist einzigartig und gewöhnungsbedürftig. Viele vergleichen ihn mit gereiftem Käse oder fermentiertem Bier. Er ist salzig, je nach Produkt leicht bitter oder nussig und umami-reich. Die schleimige Textur und der starke Geruch – oft mit Ammoniaknoten – machen Nattō zu einem polarisierenden Lebensmittel.
Die schleimige Textur und die Fäden, die sich beim Rühren bilden, verstärken das ungewöhnliche Mundgefühl. Für viele hat Nattō einen Geschmack, an den man sich erst gewöhnen muss und den man mit der Zeit zu schätzen lernt.
Wie gesund ist Nattō?
Nattō gilt als eines der nährstoffreichsten fermentierten Nahrungsmittel. Es enthält:
- Vitamin K2 (MK-7) – unterstützt die Knochengesundheit und kann Arterienverkalkung vorbeugen.
- Nattokinase – ein Enzym, das Blutgerinnsel auflösen kann und die Durchblutung fördert.
- Probiotika, die eine gesunde Darmflora fördern.
- Proteine und Ballaststoff –ideal für eine pflanzliche Ernährung.
Ist Nattō gut für den Darm?
Ja. Durch die Fermentation enthält Nattō lebendige Mikroorganismen, die die Darmflora stärken. Die enthaltene Polyglutaminsäure bildet zudem einen schützenden Schleimfilm auf den Schleimhäuten.
Kann Nattō die Arterien reinigen?
Studien zeigen, dass das Enzym Nattokinase Ablagerungen in den Blutgefäßen auflösen kann. Es wirkt blutverdünnend und kann das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen senken.
Warum ist Nattō so gesund?
Die Kombination aus Vitamin K2, Nattokinase, pflanzlichem Eiweiß und probiotischen Kulturen macht Nattō zu einem echten Superfood. Es unterstützt Herz, Knochen, Verdauung und Immunsystem – und das alles auf natürliche Weise.
Welche Wirkung hat Nattō?
Die Wirkung von Nattō ist umfassend:
- Es stärkt das Herz-Kreislauf-System,
- unterstützt die Verdauung,
- wirkt entzündungshemmend und
- soll Alzheimer vorbeugen können. [1]
Wie isst man Nattō richtig?
Nattō wird traditionell mit Reis, Senf, Sojasauce und Frühlingszwiebeln serviert. Vor dem Verzehr sollte es gut gerührt werden – das intensiviert Geschmack und Textur. Alternativ können Sie Nattō auch mit Gemüse, in Bowls oder in Salat essen.
Ob pur, auf Reis, in Bowls oder als Beilage – Nattō lässt sich vielseitig in die vegane Küche integrieren. Für Einsteiger:innen empfiehlt sich die Kombination mit milden Zutaten wie Avocado, Gurke oder Kimchi.
Wo kann man Nattō kaufen?
Nattō ist in Deutschland online und in ausgewählten Bio- oder Asia-Märkten erhältlich – frisch, tiefgekühlt, im Glas oder in einer Plastikverpackung und als Nahrungsergänzungsmittel in Form von Kapseln.
Achtung: Prüfen Sie die Produkte und Zutatenliste auf vegane Varianten ohne Fischzusätze.
Was ist der Unterschied zwischen Tempeh und Nattō?
Beide Produkte stammen aus fermentierten Sojabohnen, unterscheiden sich aber deutlich:
- Nattō: Japanisch, schleimig, stark riechend, fermentiert mit Bacillus subtilis, enthält Nattokinase.
- Tempeh: Indonesisch, fest, mild im Geschmack, fermentiert mit Schimmelpilz Rhizopus, enthält mehr B-Vitamine.
Entdecken Sie weitere vegane Proteinquellen
Nattō ist nur eine von vielen gesunden pflanzlichen Proteinquellen. Mithilfe von Hülsenfrüchten wie Linsen, Kichererbsen und Bohnen, aber auch durch Vollkorngetreide, Nüsse, Samen und pflanzliche Fleischalternativen lässt sich der tägliche Proteinbedarf problemlos decken – ganz ohne tierische Produkte.
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Quellen
[1] Tanikawa, Takashi et al. (2024): Effect of Nattokinase in D-galactose- and Aluminum Chloride-induced Alzheimer’s Disease Model of Rat, https://iv.iiarjournals.org/content/invivo/38/6/2672.full.pdf (eingesehen am 12.11.2025)