Immer häufiger taucht der Begriff „pflanzenbasiert“ oder „plant-based“ im Zusammenhang mit Ernährung auf. Doch was bedeutet er genau – und wie unterscheidet er sich von „vegan“? Während „vegan“ inzwischen klar definiert und weit verbreitet ist, sorgt „plant-based“ oft für Verwirrung: Handelt es sich um eine andere Bezeichnung für vegan oder um ein eigenständiges Konzept?
Was heißt plant-based auf Deutsch?
Die direkte Übersetzung lautet „pflanzenbasiert“. Der Begriff wird oft verwendet, um eine Ernährungsweise oder Produkte zu beschreiben, die überwiegend aus pflanzlichen Zutaten bestehen.
Was versteht man unter plant-based food?
„Plant-based“ bedeutet wörtlich „pflanzenbasiert“. Gemeint ist eine Ernährung, die überwiegend oder ausschließlich aus pflanzlichen Lebensmitteln besteht – darunter Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte, Nüsse, Samen und Getreide.
Die international verfügbare ISO 8700:2024 bietet erstmals eine standardisierte Definition von „plant-based“, die von der Industrie genutzt wird und auch von Behörden und Gerichten als Referenz herangezogen werden kann. [1]
Die Norm unterscheidet zwei Kategorien:
- 100 % plant-based – ausschließlich pflanzlichen Ursprungs
- plant-based (bis zu 5 Prozent tierische Zutaten zulässig) – erlaubt sind geringe Mengen von Zutaten, die von lebenden Tieren stammen können, zum Beispiel:
• Milch
• Honig
• Eier
• Kaviar
• Zellkulturen / zellbasiertes Fleisch (sofern rechtlich zugelassen)
Für Produkte in der zweiten Kategorie besteht Kennzeichnungspflicht, wenn tierische Bestandteile enthalten sind. Der Begriff „plant-based“ allein garantiert dies nicht.
Hinweis: Im Rahmen bestimmter Zulassungsprozesse – etwa bei Novel-Food‑Produkten – können freiwillige Tierversuche vorkommen. Die ISO‑Norm schließt dies nicht aus. Es handelt sich um eine freiwillige, aber international anerkannte Industrie-Norm, die jedoch häufig als Orientierung für Wirtschaft und Behörden herangezogen wird.
Ist plant-based vegan?
Nicht unbedingt.
- Manche Menschen verwenden „plant-based“ umgangssprachlich als Synonym für „vegan“, jedoch existiert keine rechtlich bindende Gleichsetzung.
- Nach ISO‑Norm kann ein als „plant-based“ gekennzeichnetes Produkt bis 5 % tierische Anteile enthalten. Dazu können z. B. Milch, Honig oder Eier gehören.
Daher gilt:
- Zutatenlisten prüfen – nicht jedes „plant-based“-Produkt ist automatisch vegan.
- Im Restaurant oder beim Hersteller nachfragen. Das kann Klarheit schaffen.
- Vegane Labels und Zertifizierungen bieten eine verlässliche Orientierung.
Die Begriffe „vegan“ und „plant-based“ im Vergleich
Die Bezeichnung „vegan“ hat in der EU und vielen weiteren Regionen eine relativ klare Lebensmitteldeutung: Produkte dürfen keine tierischen Bestandteile enthalten (weder Zutaten noch Hilfsstoffe).
Der Begriff bezieht sich jedoch nicht automatisch auf Kleidung oder Kosmetik, sofern dies im jeweiligen Kontext nicht ausdrücklich so definiert ist.
„Plant-based“ hingegen ist vor allem ein ernährungsbezogener Begriff, der gemäß ISO‑Norm zwei Ausprägungen haben kann und nicht zwingend frei von tierischen Bestandteilen ist.
Ist plant-based vegetarisch?
Es kann vegetarisch sein, wenn keine Fleischprodukte enthalten sind. Aufgrund der ISO‑Regelung können jedoch weiterhin geringe Mengen anderer tierischer Zutaten (z. B. Milch, Eier, Honig) vorkommen. Der Begriff allein bietet keine eindeutige Aussage darüber.
Sind „plant-based“-Burger vegetarisch?
Oft ja, teilweise sogar vegan.
Aber:
- Manche Produkte können tierische Zutaten enthalten (z. B. Käsebestandteile, Molkerei‑Hilfsstoffe).
- Bei Fast-Food-Ketten kann die Zubereitung gemeinsam mit tierischen Produkten erfolgen.
Wer eine strikte Trennung wünscht, sollte direkt beim Anbieter nachfragen.
Ist plant-based gesünder als Fleisch?
Eine vollwertige pflanzenbasierte Ernährung hat gesundheitliche Vorteile:
- weniger gesättigte Fette,
- mehr Ballaststoffe
- und sekundäre Pflanzenstoffe.
Aber „plant-based“ heißt nicht automatisch gesund – stark verarbeitete Produkte können trotzdem viel Salz, Zucker oder Fett enthalten.
Was ist der Unterschied zwischen pflanzenbasiert und vegan?
- Vegan: Ethisch betrachtet ist die vegane Lebensweise eine ganzheitliche Lebensweise, die alle tierischen Produkte ausschließt – in Ernährung, Kleidung und Kosmetik. Sie schließt jegliche Form von Ausbeutung aus, beispielsweise Tierversuche, Zirkusse, Zoos und andere Praktiken, bei denen Tiere gegen ihren Willen ausgenutzt werden. In Bezug auf Lebensmittel heißt das: keine Zutaten oder Hilfsstoffe tierischen Ursprungs. Rechtlich definiert ist „vegan“ im EU-Lebensmittelrecht ausschließlich für Lebensmittel, nicht für Kosmetik, Mode oder Lebensweisen.
- Pflanzenbasiert: Bezieht sich in der Regel nur auf die Ernährung und legt den Fokus auf pflanzliche Lebensmittel, oft aus gesundheitlichen Gründen. Tierische Produkte können in kleinen Mengen vorkommen und ethische Aspekte spielen meist keine oder nur eine untergeordnete Rolle. Produkte sind entweder 100 % pflanzlich oder dürfen bis zu 5 Prozent tierische Zutaten enthalten. Ethik, Tierrechte und ökologische Aspekte sind keine Bestandteile der ISO‑Definition und variieren je nach persönlicher Haltung.
Warum der Begriff „plant-based“ immer beliebter wird
Der Begriff wird zunehmend bevorzugt, weil er neutraler und breiter interpretierbar ist. Er wird häufig in Marketing, Gastronomie und Produktentwicklung genutzt, da er weniger impliziert als „vegan“ und stärker auf den gesundheitlichen Aspekt fokussiert wirkt.
Fazit: Warum ist „vegan“ besser als „plant-based“?
„Vegan“ und „pflanzenbasiert“ werden oft synonym verwendet, bedeuten aber nicht immer dasselbe:
Der Begriff „vegan“ wird im Lebensmittelbereich weitgehend einheitlich ausgelegt und ist gesellschaftlich anerkannt:
- Rechtlich im Lebensmittelkontext – als vegan gekennzeichnete Produkte sind vollständig frei von tierischen Bestandteilen.
- In ethisch motivierten Diskussionen macht er unmissverständlich deutlich, dass es nicht nur um Ernährung geht, sondern um die Ablehnung von Speziesismus – also die Diskriminierung von Tieren aufgrund ihrer Art.
Pflanzenbasiert bzw. „plant-based“ ist durch die ISO‑Norm international standardisiert und umfasst sowohl rein pflanzliche Produkte als auch Produkte mit bis zu 5 Prozent tierischen Zutaten. Ethik, Nachhaltigkeit oder Tierrechte sind keine Bestandteile der ISO‑Definition und müssen daher gesondert betrachtet werden.
Der Begriff „plant-based“ kann Missverständnisse erzeugen. Wer Tierleid konsequent vermeiden möchte, sollte auf die genaue Formulierung und Zutatenlisten achten. Wer Tierleid konsequent verhindern möchte, sollte vegan leben.
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Quelle
[1] ISO 8700:2025-07: Pflanzen-basierte (engl. plant-based) Lebensmittel und Lebensmittelzutaten – Definitionen und technische Kriterien für Kennzeichnung und Anforderungen, https://www.dinmedia.de/de/norm/iso-8700/394197341 (eingesehen am 06.02.2026