Zwergpudel gelten als verspielte, sensible und sehr menschenbezogene Hunde. Ihr Image als „Schoßhund“ wird ihnen jedoch nicht gerecht – denn hinter dem flauschigen Äußeren steckt ein aktiver, intelligenter Hund, der sowohl geistig als auch körperlich ausgelastet werden möchte. Wer mit dem Gedanken spielt, einen Zwergpudel zu adoptieren, sollte sich bewusst sein, dass auch kleine Hunde viel Aufmerksamkeit, Zeit, Bewegung, Pflege und Training benötigen. Am besten lassen Sie sich im Tierheim beraten, um den passenden tierischen Mitbewohner für sich zu finden.
In diesem Beitrag erfahren Sie, welche Bedürfnisse Zwergpudel haben, welche gesundheitlichen Probleme auftreten können und warum Sie immer Hunden aus dem Tierschutz ein Zuhause schenken sollten.
Sind Zwergpudel und Toypudel dasselbe?
Zwergpudel und Toypudel sind nicht dasselbe, auch wenn sich die Pudelvarianten sehr ähnlich sind. Die Hauptunterschiede liegen in Größe und Gewicht. Toypudel erreichen eine Größe zwischen 24 und 28 cm Schulterhöhe und sind die kleinste Pudelvariante. Zwergpudel haben eine Schulterhöhe von rund 28 bis 35 cm und sind somit etwas größer. [1]
Die Zucht von extra kleinen Hunden ist besonders problematisch, weil extreme Miniaturisierung mit gesundheitlichen Risiken einhergeht. Es treten häufig spezifische Atemprobleme und Gelenk- und Knochenerkrankungen auf. Züchter:innen achten oftmals nicht auf das Wohl der Tiere, sondern darauf, welche äußerlichen Merkmale sich am besten verkaufen lassen. Doch Hunde sind kein modisches Accessoire und keine Ware, sondern fühlende Lebewesen.
Sind Zwergpudel für Anfänger:innen geeignet?
Zwergpudel sind meist sehr menschenbezogene und freundliche Hunde. Sie sind sehr intelligent und lernen schnell. Ob ein Hund zu einer Familie oder einem Menschen passt, ist jedoch immer von dem individuellen Charakter und den Persönlichkeiten von Mensch und Tier abhängig. Bevor man einen Zwergpudel adoptiert, sollte man sich bewusstsein, dass auch kleine Hunde viel Zeit und Ressourcen benötigen. Zwergpudel sind energievolle Hunde und brauchen ausreichend Bewegung und Auslastung. Zudem müssen sie geistig und körperlich ausgelastet und entsprechend sozialisiert werden. Dafür besuchen Sie am besten eine Hundeschule.
Im Tierschutz findet sich für jeden Menschen der passende Vierbeiner. Das Personal im Tierheim kann zudem beraten, welcher Hund am besten zu Ihnen passt. Und Antworten auf aufkommende Fragen geben.

Wie oft muss ein Zwergpudel Gassi gehen?
Mit einem ausgewachsenen Zwergpudel sollte man drei bis vier Mal am Tag Gassi gehen. Auch wenn Zwergpudel kleine Hunde sind, haben sie trotzdem viel Energie und müssen ausgelastet werden. Neben Spaziergängen für die körperliche Bewegung ist es ebenfalls wichtig, die Hunde geistig auszulasten – beispielsweise durch Schnüffelteppiche, Intelligenzspielzeuge, Apportierspiele oder das Üben von Tricks. Hier entscheidet der Hund mit, welche geistige Auslastung ihm am meisten Spaß und Freude bringt. Unausgelastete Hunde zeigen dies oftmals auch durch Unruhe, Überdrehtheit oder Reizbarkeit.
Wie lange darf ein Zwergpudel alleine bleiben?
Zwergpudel sind meist sehr soziale Hunde und müssen sich erst an das Alleinsein gewöhnen. Generell kann ein Hund für kurze Zeit alleine bleiben – dies ist allerdings stark individuell abhängig und muss vorher gezielt mit positiver Verstärkung und in Ruhe trainiert werden. Beginnen Sie das Training langsam und in kleinen Schritten, um Ihren Hund nicht zu überfordern. Verlassen Sie für den Anfang beispielsweise für ein paar Sekunden das Zimmer und belohnen Sie dann ruhiges Verhalten. Die Zeit und Dauer werden langsam gesteigert. Lasten Sie Ihren Hund vor jeder Trainingssequenz zusätzlich gut aus, damit er dann entspannt schlafen kann.
Ein Zwergpudel sollte aber genau wie andere Hunde nicht regelmäßig viele Stunden alleine gelassen werden. Bevor Sie einen Hund adoptieren, sollten Sie sich also gut überlegen, wie Ihr Alltag mit einem Hund vereinbar ist und vor allem, wie viel Zeit Sie haben.
Sind Zwergpudel anfällig für Krankheiten?
Zwergpudel haben wie viele gezüchtete „Rassen“ genetische Risikofaktoren für bestimmte Krankheiten. Regelmäßige Besuche bei tiermedizinischem Fachpersonal helfen, Krankheiten frühzeitig zu erkennen und die richtigen Schritte einzuleiten. Folgende Krankheiten treten gehäuft bei Zwergpudeln auf:
- Patella-Luxation: Eine Krankheit, bei der die Kniescheibe aus ihrer Position rutscht. Das kann sehr schmerzhaft für die Hunde sein und im schlimmsten Fall Lahmheit verursachen.
- Progressive Retinaatrophie: Eine Erkrankung, bei der die Netzhaut schrittweise abstirbt. Die Hunde haben meist zuerst Nachtblindheit und erblinden dann langsam komplett. [1,2]
- Ohrenentzündungen: In den haarigen Schlappohren von Zwergpudeln kann sich schnell Schmutz sammeln. Das kann zu schmerzhaften Entzündungen führen. Neben der Fellpflege ist es also auch wichtig, die Ohren vorsichtig zu reinigen. [3]
- Augeninfektionen: Zwergpudel neigen zu Tränenfluss und empfindlichen Augen. Reinigen Sie deshalb den Bereich um die Augen sanft mit einem weichen, feuchten Tuch, um Reizungen zu vermeiden. Wenn die Augen stark tränen oder gerötet sind, sollten Sie tiermedizinisches Fachpersonal aufsuchen.
Fellpflege: Wie pflegt man das Fell eines Zwergpudels?
Zwergpudel haben lockiges Fell, das regelmäßig gepflegt werden muss. Ihr Fell wächst kontinuierlich und verfilzt leicht. Planen Sie deshalb genügend Zeit ein, um das Fell Ihres Hundes regelmäßig zu pflegen, und gewöhnen Sie Ihren Hund frühzeitig an Bürsten und Kämme:
- Zwergpudel sollten zwei- bis dreimal pro Woche gründlich, aber vorsichtig gebürstet werden – besonders vorsichtig sollten Sie dabei am Kopf, um die Augen- und Mundpartie sowie an der Rute des Hundes vorgehen.
- Pudel haben keine Unterwolle und verlieren deshalb wenig Haare. Dafür wächst ihr Fell sehr lang. Deshalb muss das Fell regelmäßig gekürzt werden.
- Wenn das Fell sehr verfilzt ist, kann eine Schur notwendig sein. Sie können die Schur entweder selbst durchführen oder die Hilfe von professionellen Fellpfleger:innen in Anspruch nehmen. Sie sollten dabei vorsichtig vorgehen, um den Hund nicht zu verletzen. Schneiden Sie keinesfalls die Tasthaare um den Mund und an den Augen des Hundes ab – diese sind Sinnesorgane, die der räumlichen Orientierung dienen. [3] Das Kürzen dieser Haare ist gesetzlich verboten.
Wie alt wird ein Zwergpudel?
Ein Zwergpudel kann um die 15 Jahre alt werden. [3] Wer einen Hund bei sich aufnimmt, sollte sich bewusst sein, dass man Verantwortung für ein Lebewesen für viele Jahre übernimmt. Diese lange gemeinsame Zeit bedeutet viel Freude und schöne Momente, aber auch die Verpflichtung, den Hund über all diese Jahre zuverlässig zu versorgen, zu pflegen und ihm ein stabiles Umfeld zu bieten. Auch der Abschied vom tierischen Freund muss von seinem Menschen begleitet werden.

Wie viel kostet ein Zwergpudel?
Aus Tierschutzsicht gibt es keine verantwortungsvolle Zucht von Lebewesen. Ein Zwergpudel aus einer Zucht kann zwischen 1.500 und über 3.000 Euro kosten. Diese hohen Summen sagen nicht aus, dass es den Tieren gut geht, sondern, dass das Geschäft mit Tieren skrupellos und profitorientiert ist. Züchter:innen produzieren Zwergpudel und andere Tiere wie Ware, während deutsche Tierheime überfüllt sind – darunter auch unzählige Pudel, die sehnlichst auf ein Zuhause warten.
Auch auf Online-Plattformen boomt der kriminelle Handel mit Hunden. Die Tiere stammen häufig von Vermehrerfarmen aus Osteuropa und werden illegal mit gefälschten Heimtierausweisen nach Deutschland gebracht. Einige Hunde überleben schon den langen Transport nicht, andere werden anonym an ihre neuen Halter:innen verkauft. Hunde aus solchen Zuchtanlagen leiden oftmals an lebenslangen gesundheitlichen Problemen und Verhaltensauffälligkeiten. Jeder Mensch, der einen Hund kauft, macht sich für dieses kriminelle Geschäft, welches auf massivem Tierleid beruht, mitverantwortlich.
Was Sie über Zwergpudel wissen sollten
- Das Fell von Zwergpudeln muss regelmäßig gebürstet und getrimmt oder geschoren werden.
- Zwergpudel können „rassebedingte“ gesundheitliche Probleme mit Augen, Ohren und den Kniescheiben haben.
- Zwergpudel sind keine „Schoßhunde“. Es wird häufig unterschätzt, wie viel Zeit und Aufwand auch ein kleiner Hund erfordert. Deshalb landen diese Hunde dann oftmals im Tierheim.
- Zwergpudel können um die 15 Jahre alt werden – ein Hund ist immer eine langfristige, lebenslängliche Verantwortung.
- Jeder Hund hat eine eigene Persönlichkeit. Suchen Sie Ihren Hund deshalb nicht nach niedlichem Aussehen aus, sondern lassen Sie sich im Tierheim beraten, um den richtigen Hund für Ihre Lebensumstände zu finden. Die Chemie zwischen Mensch und Tier entscheidet, welche Freundschaften für immer halten.
Adoption statt Kauf: Entscheiden Sie sich für Tiere aus dem Tierschutz
Jeder Kauf eines Tieres bei Züchter:innen, in Zoohandlungen oder auf Online-Plattformen unterstützt das skrupellose Geschäft mit Tieren und das Leid, das damit immer einhergeht. Entscheiden Sie sich deshalb immer für Tiere aus dem Tierschutz, die auf ein liebevolles Zuhause warten. Ein Tier ist ein fühlendes Lebewesen und immer eine große Verantwortung – informieren Sie sich deshalb ausreichend und überlegen Sie, ob Sie genügend Zeit, Wissen und finanzielle Ressourcen haben, bevor Sie einen tierischen Mitbewohner bei sich aufnehmen.
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Quellen
[1] Martin Rütter: Pudel, https://www.martinruetter.com/rassekunde/pudel (eingesehen am 15.04.2026)
[2 Tierarzt Karlsruhe – Kleintierzentrum Arndt: Pudel-Krankheiten: Umfassender Ratgeber zur Rasse, Charakter und Pflege, https://tierarzt-karlsruhe-durlach.de/pudel-krankheiten/ (eingesehen am 15.04.2026)
[3] Focus Tierarzt (20.03.2926): Pudel, https://focus-tierarzt.de/magazin/pudel-arten-charakter-und-aussehen#tocHeadline-0 (eingesehen am 15.04.2026)