Tiertransport-Horror: 40 Schweine ins Meer geworfen

Im August erreichte PETA eine Missstandsmeldung über einen Tiertransport mit dramatischen Bildern. Zwischen dem 24. und 28. Juli 2018 wurden mit Schweinen beladene LKWs per Fähre von Bulgarien nach Georgien transportiert. Woher die Schweine kamen, ist bislang unklar.


Die Schweine wurden laut dem Informanten, der selbst an Bord war und Bilder machte, auf der viertägigen Schiffsfahrt weder mit Wasser noch mit Nahrung versorgt. Die LKWs standen bei extremen Temperaturen in der prallen Sonne. Es wurde beobachtet, dass an einem Tag etwa 40 tote Schweine aus den Transportern geholt und ins Meer geworfen wurden – es sollen auch noch lebende Tiere darunter gewesen sein.

Auf solchen Tiertransporten werden Lebewesen nicht selten wie Müll entsorgt.
Wie viele Tiere die quälende Fahrt insgesamt nicht überlebt haben, ist nicht bekannt. Geschwächte Schweine wurden sich selbst überlassen und erhielten keine medizinische Versorgung. Auf einem Video ist ein verdurstendes Schwein zu sehen, das nicht mehr aufstehen kann. Es erhält von einem Arbeiter Wasser aus einer Flasche, das es mit der Zunge vom Deck des Schiffes ableckt.
 
Aufgrund fehlender Informationen ist es PETA im Moment nicht möglich, die verantwortlichen Unternehmen anzuzeigen. Deswegen wenden wir uns mit einem allgemeinen Schreiben an die zuständigen bulgarischen und georgischen Behörden, um diese über den Vorfall zu informieren und auf der bekannten Route zum Tätigwerden aufzufordern.

Keine Ausnahmen, sondern die Regel!

Laut dem Informanten herrschen diese Zustände bereits seit mehreren Jahren – von einer Ausnahme kann also keine Rede sein. Dieser Fall macht erneut klar, dass Tiere wie leblose Ware behandelt und Gesetze großflächig missachtet werden. Kontrollen versagen komplett – und somit kann nur ein grundsätzliches Verbot der Transporte den Tieren wirklich helfen.

Warum finden solche quälenden Transporte statt?

Dass Schweine und andere Tiere weite Strecken über Landesgrenzen hinaus transportiert werden, hat rein wirtschaftliche Gründe. Die tierhaltende Landwirtschaft ist sehr spezialisiert. Das bedeutet, dass die meisten Tiere in ihrem Leben mehrmals transportiert werden – beispielsweise vom Aufzucht- zum Mastbetrieb und dann nochmals zum Schlachthof. Zudem ist es billiger, die Tiere lebendig zu exportieren und vor Ort zu töten, anstatt ihr Fleisch in einer ständigen Kühlkette ins Ausland zu befördern. Auf den Transportern oder Schiffen leiden die Tiere dann meist tagelang unter extremen Wetterbedingungen, Durst, Hunger und Stress. In ihrer Verzweiflung fügen sich die Tiere gegenseitig Verletzungen zu oder sterben langsam und qualvoll. Die EU-Transportverordnung, die auch außerhalb der EU-Grenzen gilt, sofern die Tiere aus der EU stammen, wird dabei regelmäßig und dramatisch missachtet. Kontrollen finden kaum statt, und Verstöße werden meist nur gering bestraft.

Was Sie tun können

PETA setzt sich mit einer Petition gegen Langstreckentransporte in Nicht-EU-Staaten ein. Zudem wollen wir Amtsveterinären mit Ihrer Hilfe den Rücken stärken, damit die illegalen Tiertransporte nicht länger genehmigt werden.


Sie wollen diese Tierquälerei nicht länger unterstützen? Dann werden Sie vegan! Es ist einfacher denn je – probieren Sie es noch heute aus.

Unsere Autoren

Lisa Kainz

ist Fachreferentin für Tiere in der Ernährungsindustrie. Sie hat Agrarwissenschaften studiert und will sich nun für alle Tiere stark machen, egal ob sie muhen, grunzen, gackern, bellen oder miauen.