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Schützen Sie die Umwelt, leben Sie vegan!

 
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9 Gründe, warum es keine Fleisch essenden Umweltschützer gibt:

Stand April 2017
1. Klimaschäden

Die Tierwirtschaft, und damit der Konsum tierischer Produkte, ist in hohem Maße für den Klimawandel verantwortlich. Je nach Studie werden ihr bis zu 51 Prozent der gesamten vom Menschen verursachten Treibhausgase zugeschrieben. Die Emissionen entstehen zum einen direkt durch den Verdauungsprozess oder die Ausscheidungen der Tiere. Besonders Wiederkäuer wie Rinder verursachen viel Methan, weshalb das klimarelevanteste Lebensmittel Butter, gefolgt von Rinderfleisch ist. Durch die hohe Menge des Konsums ist allerdings Schweinefleisch am klimaschädlichsten. Zum anderen entstehen Emissionen indirekt durch die Produktionsprozesse und Abholzung der Wälder für Weideflächen und die Anpflanzung von Futtermitteln. (1,2,3)
Der Konsum regional erzeugter Produkte wirkt sich zwar besser auf das Klima aus, wesentlich einschneidender ist jedoch die Entscheidung zwischen tierischer und pflanzlicher Ernährung. Der Ausstoß von Methan und Lachgas (Distickstoffmonoxid) kann durch eine vegane Ernährung um mehr als 80 Prozent reduziert werden. Der konsequente Weg, das Klima zu retten, ist daher die vegane Ernährung. (4)
Riesige Regenwaldflächen fallen dem Futtermittelanbau zum Opfer © Jami Dywer

2. Flächennutzung
Alleine in Südamerika wurden in vier Jahrzehnten 40 Prozent des Regenwaldes für Weideflächen und Futtermittel abgeholzt. Im Amazonasgebiet wurden bereits 70 Prozent der vormals bewaldeten Flächen zerstört, um Futtermittel für die Tierwirtschaft anzupflanzen. Hauptsächlich wird dort Soja angebaut. Über 90 Prozent des weltweit angebauten Sojas und über 50 Prozent aller Ernten werden als Futtermittel genutzt. Mehr als 70 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Flächen werden für Tierhaltung und Futtermittel verwendet. Das trägt zum Klimawandel, zum Welthunger und zur Umweltzerstörung bei. (1,5,6)

3. Verringerte Artenvielfalt
Nicht nur die artenreichen Regenwälder werden ungebremst für Weideflächen und Futtermittel abgeholzt. Auch die Lebensräume anderer, oftmals unentdeckter, Arten werden so zerstört. Der Anbau von Futtermitteln in der durch Monokulturen geprägten industriellen Landwirtschaft bietet keinen Raum für Artenvielfalt. Auch in den Weltmeeren ist der Artenreichtum durch Überfischung und Aquakulturen stark gefährdet. (5,6,7)

4. Ressourcenverschwendung
Die Haltung von Tieren ist äußerst ineffizient. Für eine Kalorie Fleisch wird ein Vielfaches an pflanzlichen Kalorien benötigt. Die sogenannten Veredelungsverluste unterscheiden sich je nach Tierart. Für ein Kilogramm Rindfleisch werden bis zu 16 Kilogramm Getreide benötigt. Im Durchschnitt geht man von einer Umrechnung von 1 zu 10 aus, d. h. es werden 90 Prozent der pflanzlichen Kalorien verschwendet. Bei Fischen in Aquakulturen verhält es sich ähnlich, da den gehaltenen Fischen Fischmehl verfüttert wird, das aus Meeresfischen hergestellt wird. Für die „Produktion“ von 1 Kilogramm Fisch aus der Aquakultur werden zuvor 22 Kilogramm Fisch gefangen und zu Fischmehl verarbeitet. Dieses Vorgehen ist höchst ineffizient. Neben der Bereitstellung von Futtermitteln und Wasser werden zudem weitere Ressourcen für den Transport und die Erzeugung von Strom benötigt. Veredelung ist ein Umweg, bei dem Ressourcen und Energie verschwendet werden, anstatt direkt auf pflanzliche Produkte zurückzugreifen. Damit ist die Veredelung unmittelbar mitverantwortlich für den Klimawandel. (5,8,9)
Ressourcenverschwendung trägt auch immer zum Welthunger bei.

Fleischkonsum = Wasserverschwendung und -verschmutzung. Photo von Dschwen

5. Wasserverschwendung
Jedes Produkt trägt sogenanntes „virtuelles Wasser“ in sich. Dies beschreibt die Gesamtmenge des Wassers, welches während des Herstellungsprozesses benötigt wurde. So stecken hinter der Produktion von einem Kilogramm Fleisch bis zu 15.500 Liter Wasser. Diese hohe Menge, mit der man theoretisch ein Jahr lang täglich duschen könnte, setzt sich aus der Bewässerung der Futtermittel sowie dem Bedarf der Tiere an Trinkwasser zusammen. Für die Reinigung der Ställe und die „Weiterverarbeitung“ wird zudem Wasser eingesetzt und gelangt teilweise ungeklärt in das Grundwasser. Vergleicht man tierische und pflanzliche Produkte ist erkenntlich, dass pflanzliche Produkte wassersparender sind. (5,10,11)

6. Wasserverschmutzung
Sowohl bei der Produktion von Futtermitteln als auch bei der Tierhaltung kommt es zu Wasserverschmutzung durch Pestizide, Herbizide und Medikamente. Diese Wasserverschmutzung kann durch Kläranlagen teilweise nicht gefiltert werden oder gelangt direkt ins Grundwasser und trägt dazu bei, dass die Qualität und Menge des verfügbaren Trinkwassers eingeschränkt wird. Ein Beispiel, das das Ausmaß dieses Problems verdeutlicht: Alleine die in Deutschland gehaltenen Schweine erzeugen doppelt so viele Abwässer wie die menschliche Bevölkerung. Dabei gibt es weniger Schweine als Menschen. Auf jeden dritten Einwohner kommt ein Schwein. Der Konsum von tierischen Produkten trägt dazu bei, dass mehr Gülle produziert wird und damit das Grundwasser und der Boden unter anderem mit Nitraten und Phosphaten belastet werden. (5,7,9,10)

7. Schäden für Böden
Durch die Tierwirtschaft werden enorme Anforderungen an den Boden gestellt. Der steigende Bedarf an Lebensmitteln und die wachsende Nachfrage nach Fleisch verringern die Bodenfruchtbarkeit durch Überbeanspruchung. Monokulturen und Überweidung führen zu Bodenverdichtung und Erosionen. Durch eine Verschlechterung der Bodenqualität trägt die Fleischindustrie dazu bei, dass weniger angebaut werden kann und die künftige Ernährungssicherung in Gefahr ist. Der Versuch, die Fruchtbarkeit der Böden durch Düngung zu erhalten, beinhaltet jedoch weitere negative Auswirkungen. (1,9,12)

8. Luftverschmutzung
Die tierische Landwirtschaft produziert große Mengen an Staub, Feinstaub und anderen schädlichen Stoffen und Gasen, die sich in der Luft finden. Unter anderem das starke Umweltgift Ammoniak stammt zu 94 Prozent aus der Landwirtschaft und davon zu 64 Prozent aus der Tierwirtschaft. Ammoniak ist für mehrere Prozesse verantwortlich. Zum einen nimmt es den Menschen und Tieren die Luft zum Atmen und schädigt die Lungen, wenn sie in Ställen eingesperrt sind. Zum anderen ist Ammoniak ein Faktor im Hinblick auf die Feinstaubbildung, den sauren Regen und den Klimawandel. (1,7,9)

9. Gerechtigkeit
Alle vorherigen Punkte lassen sich zu einem Punkt zusammenfassen. Es ist ungerecht, durch ein egoistisches Verhalten Ressourcen zu verschwenden, die Umwelt zu zerstören, eine Ungleichverteilung von Nahrungsmitteln zu fördern und Tiere zu töten, wenn es andere Möglichkeiten gibt. Der Konsum von tierischen Produkten steigt in industriell geprägten Ländern weiter an und sorgt damit für eine größer werdende Ungerechtigkeit in allen genannten Punkten. Es ist Zeit für ein Umdenken! Jeder Einzelne hat die Möglichkeit, etwas für andere Menschen, die Umwelt und nicht zuletzt für die Tiere zu tun.

Was Sie tun können

Es gibt keinen Fleisch essenden Umweltschützer! Wenn Ihnen etwas an der Umwelt, der Natur und Ihren Mitgeschöpfen liegt, dann leben Sie vegan. Es war nie leichter und wichtiger als heute. Melden Sie sich beim Veganstart-Programm an und Sie erhalten kostenlose Informationen für Ihren Einstieg in die vegane Lebensweise. 
Quellen 
(1) Steinfeld, Henning/Gerber, Pierre/Wassenaar,Tom/Castel, Vincent/Rosales, Mauricio/de Haan, Cees (2006): “Livestock´s Long Shadow.Environmental Issues and Options”. Rom: UN Food and Agriculture Organisation(FAO).
(2) Goodland, Robert/Anhang, Jeff (2009): “Livestock and Climate Change. What if the key actors in climate change are … cows, pig, and chickens?” Washington: World Watch-Institut, World Watch Magazine.
(3) Fritsche, Uwe R./Eberle, Dr. Ulrike 2007: „Treibhausgasemissionen durch Erzeugung und Verarbeitung von Lebensmitteln – Arbeitspapier“. Darmstadt/Hamburg: Öko-Institut e.V.
(4) Popp, Alexander et al. (2010): „Food consumption, diet shifts and associated non-CO2 greenhouse gases from agricultural production.” In: Global and Environmental Change Volume 20, Issue 3. 
(5) World Watch Institute (Hrsg.) (2004): „Meat. No it’s Not Personal“ Washington: World Watch-Institut, World Watch Magazine.
(6) Gura, Susanne, Forum Umwelt & Entwicklung (Hrsg.) (2010): „Fleisch vom nächsten Planeten- Der dreifache Widerspruch zwischen industrieller Tierhaltung und biologischer Vielfalt“. Berlin/Bonn: Knotenpunkt GmbH.
(7) Reichholf, Josef. (2004): „Der Tanz um das goldene Kalb“., Berlin: Verlag Klaus Wagenbach 

(8) Höft, Michael (2017): Reportage ZDF Frontal21 : Fisch aus der Massenzucht. – Dramatische Folgen für die Umwelt.
(9) Gold, Mark (2004): “The Global Benefits of Eating Less Meat. Hampshire: Compassion in World Farming Trust (CWF Trust)
(10) WWF Deutschland (2009): „
Der Wasser-Fußabdruck Deutschlands – Woher stammt das Wasser, das in unseren Lebensmitteln steckt?“. Frankfurt am Main: WWF Deutschland .
(11) Water footprint network(Hrsg.): “
What is Water Footprint Assessment?” Homepage.
(12) 
Beste, Andrea/ Häusling, Martin (2015) (Hrsg.): „Down to Earth – Der Boden, von dem wir leben“. Wiesbaden.