9 Gründe, warum Umweltzerstörung durch Tierprodukte entsteht

Die Produktion von Fleisch, Milch und Eiern gehört zu den führenden Gründen für den menschengemachten Klimawandel, den Artenrückgang, die Wasserverschmutzung und die Bodendegradation. Um die Umwelt zu schützen, ist vegan leben eine Lösung!

1. Klimaschäden

Die landwirtschaftliche Tierhaltung, und damit der Konsum tierischer Produkte, ist in hohem Maße für den Klimawandel verantwortlich. Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) schreibt der Landwirtschaft 14,5 Prozent der weltweit ausgestoßenen Treibhausgase zu – dies ist der offizielle Wert seit 2013. Neuere Studien sprechen von einem Anteil von rund 30 Prozent. Den größten Teil dieser Treibhausgase verursacht die Tierhaltung. Die Emissionen entstehen zum einen direkt durch den Verdauungsprozess oder die Ausscheidungen der Tiere, zum anderen indirekt durch die Abholzung der Wälder für die Anpflanzung von Futtermitteln und Weideflächen (Landnutzungsänderungen). Durch den global steigenden Fleisch- und Milchkonsum wird der Gesamtanteil der Landwirtschaft an den Treibhausgasen bis 2050 auf schätzungsweise 50 bis 80 Prozent ansteigen. Die Umstellung auf eine vegane Lebensweise ist ein konsequenter Schritt, um das Klima zu schützen. (1, 2, 3, 4, 5, 6)

Der Konsum regional erzeugter Produkte wirkt sich zwar besser auf das Klima aus, wesentlich einschneidender ist jedoch die Entscheidung zwischen tierischer und pflanzlicher Ernährung. Der Ausstoß der Treibhausgase Methan und Lachgas kann durch eine vegane Ernährung um mehr als 80 Prozent reduziert werden. (7)

2. Flächennutzung

Seit 2011 sind allein in der brasilianischen Savanne und im bolivianischen Amazonasbecken 800.000 Hektar Regenwald abgeholzt worden – eine Fläche so groß wie der Schwarzwald (Stand 2018). Hauptsächlich wird dort Soja angebaut. Über 90 Prozent des weltweit angebauten Sojas und über 50 Prozent aller Ernten werden als Futtermittel genutzt. Mehr als 83 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Flächen werden für Tierhaltung und Futtermittel verwendet. Das trägt zum Klimawandel, zum Welthunger und zur Umweltzerstörung bei. (8, 9)

3. Verringerte Artenvielfalt

Nicht nur die artenreichen Regenwälder werden ungebremst für Weideflächen und Futtermittel abgeholzt. Die Lebensräume vieler, oftmals unentdeckter, Arten werden so zerstört. Weiterhin bietet der Anbau von Futtermitteln in der durch Monokulturen geprägten industriellen Landwirtschaft keinen Raum für Artenvielfalt. Auch in den Weltmeeren ist der Artenreichtum durch Überfischung und Aquakulturen stark gefährdet. (10)
 
Regenwald Abholzung Fleisch
© by © Produktion und Illustration: Illusion CGI Studio, Bangkok

4. Ressourcenverschwendung

Die Haltung von Tieren ist äußerst ineffizient. Weltweit werden 83 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche für den Futtermittelanbau oder Weideland für die Tierhaltung genutzt. Dabei werden allerdings nur 18 Prozent der Kalorien und 37 Prozent der Proteine erzeugt. (11)

Neben der Bereitstellung von Futtermitteln und Wasser werden zudem weitere Ressourcen für den Transport und die Erzeugung von Strom benötigt. Dieser Umweg, bei dem Ressourcen und Energie verschwendet werden, anstatt direkt auf pflanzliche Produkte zurückzugreifen, ist mitverantwortlich für den Klimawandel.

Ressourcenverschwendung trägt auch immer zum Welthunger bei.

5. Wasserverschwendung

Jedes Produkt trägt sogenanntes „virtuelles Wasser“ in sich. Dies beschreibt die Gesamtmenge des Wassers, das während des Herstellungsprozesses benötigt wurde. So stecken hinter der Produktion von einem Kilogramm Rindfleisch bis zu 15.500 Liter Wasser. Diese hohe Menge, mit der man theoretisch ein Jahr lang täglich duschen könnte, setzt sich aus der Bewässerung der Futtermittel sowie dem Bedarf der Tiere an Trinkwasser zusammen. Insgesamt werden in der Tierindustrie fast 30 Prozent des weltweit genutzten Wassers verwendet. Für die Reinigung der Ställe und die „Weiterverarbeitung“ wird zudem Wasser eingesetzt und gelangt teilweise ungeklärt in das Grundwasser. Vergleicht man tierische und pflanzliche Produkte, ist erkenntlich, dass pflanzliche Produkte weniger Wasser benötigen. (12, 13, 14)

6. Wasserverschmutzung

Sowohl bei der Produktion von Futtermitteln als auch bei der Tierhaltung kommt es zu Wasserverschmutzung durch Gülle, Pestizide, Herbizide und Medikamente. Diese Verunreinigung kann durch Kläranlagen teilweise nicht gefiltert werden oder gelangt direkt ins Grundwasser und trägt dazu bei, dass die Qualität und Menge des verfügbaren Trinkwassers eingeschränkt wird. Der Konsum von tierischen Produkten trägt dazu bei, dass mehr Gülle produziert wird und das Grundwasser und der Boden daher unter anderem mit Nitraten und Phosphaten belastet werden. (15)

7. Schäden für Böden

Durch die landwirtschaftliche Tierhaltung werden enorme Anforderungen an den Boden gestellt. Der steigende Bedarf an Lebensmitteln und die wachsende Nachfrage nach Fleisch verringern die Bodenfruchtbarkeit durch Überbeanspruchung. Monokulturen für Futtermittel und Überweidung führen zu Bodenverdichtung und Erosionen. Durch eine Verschlechterung der Bodenqualität trägt die Fleischindustrie dazu bei, dass weniger angebaut werden kann und die künftige Ernährungssicherung in Gefahr ist. Der Versuch, die Fruchtbarkeit der Böden durch Düngung zu erhalten, verschlimmert die Situation. (16)

8. Luftverschmutzung

Die landwirtschaftliche Tierhaltung produziert große Mengen an Staub, Feinstaub und anderen schädlichen Stoffen und Gasen, die sich in der Luft finden. Unter anderem das starke Umweltgift Ammoniak stammt in Europa zu 90 Prozent aus der Landwirtschaft, der größte Teil aus der landwirtschaftliche Tierhaltung. Ammoniak entsteht aus den Exkrementen der Tiere. In den Ställen nimmt es den Tieren die Luft zu Atmen und schädigt ihre Lungen. Ausgebracht als Gülle trägt es zur Feinstaubbildung, zu saurem Regen und zum Klimawandel bei. (17)

9. Gerechtigkeit

Alle vorherigen Punkte lassen sich zu einem Punkt zusammenfassen: Es ist ungerecht, durch egoistisches Verhalten Ressourcen zu verschwenden, die Umwelt zu zerstören, eine Ungleichverteilung von Nahrungsmitteln zu fördern und Tiere zu töten, wenn es andere Möglichkeiten gibt. Der Konsum von tierischen Produkten steigt weltweit weiter an und sorgt damit für eine größer werdende Ungerechtigkeit in allen genannten Punkten. Es ist Zeit, die Zusammenhänge zu erkennen! Jeder Einzelne hat die Möglichkeit, etwas für andere Menschen, die Umwelt und nicht zuletzt für die Tiere zu tun.

Was Sie tun können

Es gibt keinen Fleisch essenden Umweltschützer! Wenn Ihnen etwas an der Umwelt, der Natur und Ihren Mitgeschöpfen liegt, entscheiden Sie sich für eine vegane Ernährung. Es war nie leichter und wichtiger als heute. Melden Sie sich beim Veganstart-Programm an und Sie erhalten kostenlose Informationen für Ihren Einstieg in die vegane Lebensweise.



Quellen:
(1) Gerber, P.J./Steinfeld, H./Henderson, B./Mottet, A./Opio, C./Dijkman, J./Falcucci, A./Tempio, G. (2013): “Tackling Climate Change through Livestock - A global assessment of emissions and mitigation opportunities“. Rom: Food and Agriculture Organization of the United Nations (FAO).
(2) Willett, W./Rockström, J./Loken, B./ Springmann, M./ Lang, T./ Vermeulen, S. J./et al. (2019): „Food in the Anthropocene: the EAT–Lancet Commission on healthy diets from sustainable food systems.”  
(3) GRAIN, Institute for Agriculture and Trade Policy and Heinrich Böll Foundation (2017):  “Big meat and dairy’s supersized climate footprint”.
(4) GRAIN and the Institute for Agriculture and Trade Policy (Hrsg.) (2017): “Emissions impossible: How big meat and dairy are heating up the planet“.  
(5) Herrero, M./B. Henderson/P. Havlík, et al. (2016): “Greenhouse gas mitigation potentials in the livestock sector”. In: Nature Climate Change. 6, S. 452–461.
(6) Vermeulen, S. J. et al. (2012): “Climate Change and Food Systems”. In: Annual Review of Environment and Resources 37, S. 195–222.
(7) Popp, A. et al. (2010): „Food consumption, diet shifts and associated non-CO2 greenhouse gases from agricultural production”. In: Global and Environmental Change Volume 20, Issue 3.
(8) Mighty Investigations (Hrsg.) (2016): “Germany’s Mystery Meat”. Mighty Earth, Washington D.C.
(9) Poore, J./Nemecek, T. (2018): “Reducing food’s environmental impacts through producers and consumers”. In: Science Vol. 360, Issue 6392, pp. 987-992.
(10) Gura, S., Forum Umwelt & Entwicklung (Hrsg.) (2010): „Fleisch vom nächsten Planeten - Der dreifache Widerspruch zwischen industrieller Tierhaltung und biologischer Vielfalt“. Berlin/Bonn: Knotenpunkt GmbH.
(11) Poore, J./Nemecek, T. (2018): “Reducing food’s environmental impacts through producers and consumers”. In: Science Vol. 360, Issue 6392, S. 987-992.
(12) WWF Deutschland (2009): „Der Wasser-Fußabdruck Deutschlands – Woher stammt das Wasser, das in unseren Lebensmitteln steckt?“. Frankfurt am Main: WWF Deutschland.
(13) Water footprint network (Hrsg.): “What is water footprint”. Homepage. (Letzter Zugriff 16.01.2019)
(14) Hoekstra, A.Y./Mekonnen, M.M. (2011) „The water footprint of humanity”. In: PNAS February 28, 2012, 109 (9), S. 3232-3237 
(15) WWF Deutschland (2009): „Der Wasser-Fußabdruck Deutschlands – Woher stammt das Wasser, das in unseren Lebensmitteln steckt?“. Frankfurt am Main: WWF Deutschland.
(16) Beste, A./ Häusling, M. (Hrsg.) (2015): „Down to Earth – Der Boden, von dem wir leben“. Wiesbaden.
(17) Brunekreef, B. et al. (2015): “Reducing the health effect of particles from agriculture”. In: The Lancet, 3, S. 831 f.