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Millionen qualgezüchtete Puten leiden jedes Jahr in deutschen Mastanlagen unter den katastrophalen Haltungsbedingungen

Fleisch kostet Leben

Zahlen und Fakten zum Leben und Sterben in der landwirtschaftlichen Tierhaltung

Fleisch auf dem Teller bedeutet immer den Tod eines fühlenden Lebewesens. Allein in Deutschland werden jährlich 58 Millionen Schweine, 630 Millionen Hühner und 3,2 Millionen Rinder geschlachtet (1). Davon leben 95 Prozent der Rinder, 97 Prozent der Hühner und 99 Prozent der Schweine in der sogenannten Intensivtierhaltung (2). 100 Prozent der Tiere – auch die aus Bio-Betrieben – werden im Schlachthof getötet.
Zählt man Puten, Enten, Gänse und Kaninchen dazu, sind das Jahr für Jahr allein in Deutschland über 1 Milliarde Landlebewesen, die für die „Produktion“ von Fleisch völlig unnötig leiden und sterben müssen. Deutschland produziert jedoch nicht nur Fleisch für den Eigenbedarf, sondern exportiert immer mehr Schweine- und Geflügelfleisch auch in andere Länder. Dadurch fallen die Preise, und das Fleisch muss immer billiger produziert werden – natürlich auf Kosten der Tiere. Diese leiden in riesigen Hallen oder dunklen, alten Ställen auf Spaltenböden, in Käfigen oder auf ihrem eigenen Kot.
 
Antibiotikaeinsatz
Damit die Tiere den Krankheitsdruck und dauernden Stress überleben, werden ihnen häufig Antibiotika oder andere Medikamente verabreicht – alleine in Deutschland wurden 2013 über 1.400 Tonnen Antibiotika in der Tierindustrie eingesetzt. Der Anteil eines lebensrettenden Reserveantibiotikums stieg sogar auf 13 Tonnen (3). Dieser massive Antibiotika-Einsatz führt zu Resistenzen. So können relativ harmlose bakterielle Infektionen nicht mehr behandelt werden und im Ernstfall sogar zum Tod des Menschen führen.
 
Verstümmelungen
Um die Tiere in das tierverachtende „Produktionssystem“ der Intensivtierhaltung zu zwängen, werden sie fast alle verstümmelt. So gut wie allen Schweinen wird in den ersten Lebenstagen der Ringelschwanz abgeschnitten. Der Schwanz ist für diese Tiere jedoch ein wichtiger Körperteil, der – ähnlich wie beim Hund – zur Kommunikation mit Artgenossen und zum Ausdruck ihrer Stimmung dient. Darüber hinaus werden Schweinen die Eckzähne abgeschliffen. Damit die männlichen Tiere keinen typischen „Ebergeruch“ entwickeln, werden sie kastriert. Alle diese Eingriffe können legal bis zu einem gewissen Zeitpunkt ohne Narkose durchgeführt werden – was für die Tiere natürlich mit starken Schmerzen verbunden ist. Ebenfalls ohne Schmerzausschaltung wird Hühnern und Puten der vordere, überaus empfindliche Teil des Schnabels abgetrennt. Kälbern wird in einer schmerzhaften und nicht selten blutigen Prozedur der Hornansatz chemisch verätzt oder ausgebrannt. Und ganz gleich, wie artgerecht die Haltung von Tieren auch aussehen mag: Am Schluss wird den Tieren das wertvollste genommen, was sie haben – ihr Leben.
 
Alle Tiere werden getötet
In der Intensivtierhaltung erreicht kein Tier seine natürliche Lebenserwartung; die allermeisten Tiere sind sogar noch Kinder, wenn sie getötet werden. Alle sterben, weil der Mensch ihr Fleisch essen möchte, weil ihre angezüchtete Leistung nachlässt oder weil die tierverachtende Haltung und Zucht irgendwann ihren Tribut fordern und die Tiere vorzeitig geschlachtet werden – eine tierärztliche Behandlung ist für den Landwirt oft nicht wirtschaftlich. Nach einem angsterfüllten Transport, bei dem viele Tiere zum ersten Mal in ihrem Leben das Tageslicht sehen, gelangen sie zum Schlachthaus, wo jährlich Millionen von Lebewesen getötet werden (4). Rinder, Schweine und Geflügel erleben nicht selten ihren eigenen Tod bei vollem Bewusstsein mit, denn die Schlachthofarbeit wird zunehmend von ungelernten Arbeitern im Akkord durchgeführt (5). Etwa eine halbe Million Schweine enden bei lebendigem Leib im Brühkessel und sterben langsam und qualvoll (6). All diese Qualen erleiden die Tiere nur, weil Menschen aus veralteter Gewohnheit und Unwissenheit handeln und weil die Tierindustrie damit jährlich Milliarden verdient. Keines dieser Tiere müsste geboren werden, um vom Menschen ausgebeutet zu werden. Heute verfügen wir über die erforderlichen Kenntnisse und Möglichkeiten, uns rein pflanzlich zu ernähren. Damit ersparen wir nicht nur Milliarden von Tieren ein qualvolles Leben und einen schrecklichen Tod im Schlachthaus, sondern schonen die Umwelt und erleben zudem ein völlig neues Körpergefühl durch eine gesunde, natürliche und ausgesprochen köstliche Ernährung

 

Weitere Informationen

 

 
Quellen:
  1. Fleischatlas: Daten und Fakten über Tieren als Nahrungsmittel (neue Themen). Kooperationsprojekt von Heinrich-Böll-Stiftung, Bund für Umwelt- und Naturschutz und Le Monde diplomatique, 2014.
  2.  http://www.biowahrheit.de/inhalt/haltung.htm
  3. Süddeutsche.de: Mehr Antibiotika für Tiermast abgegeben. http://www.sueddeutsche.de/news/wirtschaft/agrar-mehr-antibiotika-fuer-tiermast-abgegeben-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-140801-99-00677
  4. Die Welt: Deutsche schlachten pro Jahr 750 Millionen Tiere. http://www.welt.de/politik/deutschland/article123700329/Deutsche-schlachten-pro-Jahr-750-Millionen-Tiere.html
  5. Deutscher Bundestag: Tierschutz bei der Tötung von Schlachttieren. 2012. Drucksache 17/10021
  6. Focus online: Verbot von Akkord Schlachtungen, 500 000 Schweine verbrühen bei lebendigem Leib. http://www.focus.de/politik/deutschland/hoehn-fuer-verbot-von-akkord-schlachtungen-500-000-schweine-verbruehen-bei-lebendigem-leib_aid_1135979.html