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Kalbfleisch – ein grausames Mahl

Stand: Januar 2014

Die Kalbfleischindustrie ist eine besonders schlimme Art der Intensivtierhaltung. Kälber sind ein „Nebenprodukt“ der Milchindustrie: Sie werden von den sogenannten Milchkühen „erzeugt“, die selbst als „Milchmaschinen“ ausgebeutet werden. Wie der Mensch ist auch die Kuh ein Säugetier und muss als solches erst ein Kind gebären, um Milch geben zu können. Doch im Gegensatz zur Menschenfrau darf die Kuh ihr Kind nicht behalten. Es wird ihr in der Regel schon kurz nach der Geburt weggenommen und muss die ersten acht Lebenswochen vielfach alleine in einem sogenannten Kälberiglu fristen. Diese Box bietet dem Kalb mit einer Fläche von lediglich 120 x 80 cm nur sehr wenig Platz, um sich zu bewegen. (1) Weibliche Kälber erwartet, wie ihre Mütter, das entbehrungsreiche Leben als „Milchkuh“. Auch sie werden so früh wie möglich künstlich besamt, damit sie nach der Geburt eines Kälbchens etwa ein Jahr lang Milch geben können. Wenn ihre Milchleistung dann nachlässt, wird die Kuh erneut künstlich befruchtet, damit sie für den Landwirt weiter wirtschaftlich rentabel ist. Diese Prozedur hält eine Kuh meistens nur für den Zeitraum von 4 bis 5 Laktationen durch. Dann ist ihr Körper aufgrund der hohen Milchmengen, die sie in ihrem Leben produzieren muss, völlig ausgelaugt und das Tier für den Landwirt somit unrentabel. Kühe können durchaus bis zu 20 Jahre alt werden, doch für sogenannte Milchkühe endet das Leben bereits im Alter von circa sechs Jahren mit dem Weg zum Schlachter.

Auch männliche Kälbchen werden der Mutter kurz nach der Geburt weggenommen. Manche von ihnen werden noch vor dem dritten Lebensmonat getötet. Denn wenn das Kälbchen geschlachtet wird, solange es nur wenig Raufutter zu sich nimmt, kann sein „vierter Magen“, der Labmagen, für die Herstellung von Käse genutzt werden. Die übrigen männlichen Kälber werden ab der 8. Lebenswoche in Ställen bzw. Buchten in Gruppenhaltung aufgezogen. Sobald sie genug Fleisch angesetzt haben, werden auch sie getötet, um als „Delikatesse“, nämlich als Kalbfleisch, auf dem Teller zu landen.
In Einsamkeit eingepfercht

Die männlichen Nachkommen der sogenannten Milchkühe erwartet ein schlimmes Schicksal: Zur „Produktion“ von Kalbfleisch werden sie ihren Müttern nur wenige Tage nach der Geburt entrissen und anschließend bis zur 8. Lebenswoche mutterlos in kleinen Boxen mit Abmessungen von lediglich 0,80 m x 1,20 m gehalten. Die Milch der Mutter, die von der Natur für das Kälbchen gedacht ist, wird ihnen geraubt, damit der Mensch sie trinken kann. Die Kälbchen hingegen werden mit einem Milchersatz gefüttert. Für den Landwirt sind Kälbchen nur ein „Nebenprodukt“ und damit nicht besonders wertvoll. Somit werden „Verluste“ aufgrund von Durchfällen, Lungenentzündungen oder Gelenkinfektionen von teilweise bis zu 30 % auch hingenommen. (2) Wegen dem hohen Krankheitsdruck, dem Kälber aufgrund falscher Haltung oder durch Managementprobleme täglich ausgesetzt sind, müssen oft Antibiotika oder andere Medikamente eingesetzt werden. (3)

Etwa 22 Wochen nach ihrer Geburt werden die Tiere, die zu diesem Zeitpunkt praktisch noch Kinder sind, getötet.

Die rund 4,3 Millionen Kühe auf deutschen Milchfarmen verbringen den Großteil ihres Lebens in einer Stallanlage. Die wenigsten haben das Glück, zumindest die Sommermonate auf der Weide verbringen zu können. 62 % von ihnen werden in der Stallhaltungsform „Laufstall mit Gülle“ gehalten. 27 % der Kühe leiden sogar in Anbindehaltung. Das bedeutet, sie stehen ihr Leben lang an einer kurzen Kette und können sich nicht einmal umdrehen. (4)

Quellen:
  1. Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung: Abschnitt 2: Anforderungen an das Halten von Kälbern, 25.10.2001.
  2. Dr. Johann GASTEINER: „Die häufigsten Kälberkrankheiten“. (http://www.landwirt.com/Die-haeufigsten-Kaelberkrankheiten,,1394,,Bericht.html)
  3. Reto Spörri: „Kälberkrankheiten in der Mutterkuhhaltung“, Landwirtschaftliches Zentrum Liebegg. Oktober 2012. (http://www.liebegg.ch/pdf/1350629293-merkblatt_kaelberkrankheiten.pdf)
  4. Statistisches Bundesamt, 2013.