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Elefantin Maya tot – Skandalöses Versagen der Veterinärbehörde

Die Fakten über ein Elefanten-Drama im Zirkus

Stand Februar 2013
Der tragische Tod von Elefantendame Maya vom Zirkus Universal Renz war vermeidbar, doch die Verantwortlichen des zuständigen Veterinäramtes Wetteraukreis in Friedberg sind nach unserer Überzeugung ihren notwendigen Dienstpflichten nicht nachgekommen.

Kranke Maya nur wenige Tage vor ihrem Tod: Laut Veterinäramt Wetteraukreis war sie "putzmunter"
Seit Anfang Januar 2012 stand die schwer kranke Elefantendame Maya in einer Halle im hessischen Friedberg. Das Veterinäramt Wetteraukreis in Friedberg hat jedoch erst nach etwa 4 Wochen und nach massivem Druck durch PETA am 6. Februar 2012 einen Kontrollbesuch bei Maya unternommen. Zuvor hatte PETA dem Veterinäramt einen ausführlichen Bericht sowie mehrere Fotos von Maya zukommen lassen, woraus Mayas lebensbedrohlicher Zustand und ihre mangelhafte Versorgungslage deutlich hervorgingen. Doch selbst jetzt ließ sich die Veterinärbehörde noch tagelang Zeit mit der Begründung, dass ein Tierarzt aus Österreich keinen Flug bekommen habe. Nach dem Kontrollbesuch wurde Mayas schlimmer Zustand heruntergespielt und sogar geleugnet. Nur 4 Tage nachdem das Veterinäramt Wetteraukreis in einer schriftlichen Stellungnahme Maya als „neugierig und verspielt“ beschrieben hatte und ihr ein „ungestörtes Allgemeinbefinden“ attestierte, wurde sie von demselben Veterinäramt eingeschläfert. Sie wurde nur 41 Jahre alt.

Erhebliche Infektionen und Verletzungen, die vom Veterinäramt bestritten wurden
Veterinäramt Wetteraukreis – Unfähig oder unwillig?
Wenige Tage vor Mayas Tod hat das Landratsamt Wetteraukreis PETAs Bericht über Mayas lebensbedrohlichen Zustand öffentlich als falsch bezeichnet. Auch die zahlreichen Infektionen an Mayas Körper, über die PETA in einer Pressemitteilung berichtete, wurden vom Veterinäramt bestritten. Maya hätte lediglich „kleine Hautabschürfungen“ und es bestünde „kein Grund zur Sorge um das Tier“. Der Fachgebietsleiter für Pathologie am Hessischen Landeslabor Dr. Ulrich Eskens untersuchte Maya nach ihrem Tod und strafte das Veterinäramt Lügen: Ihm zufolge hatte Maya „viele Geschwüre, die über die Haut verteilt waren und vor allen Dingen sich auch in der Mundhöhle und im Rachenraum befanden“(1). PETA vorliegenden Zeugenaussagen zufolge vernachlässigt das Veterinäramt unter Amtsleiter Dr. Rudolf Müller seine Pflichten schon seit Jahren sträflich: Die viel zu selten stattfindenden Kontrollbesuche werden stets Tage im Voraus angekündigt. Die Behördenmitarbeiter lassen sich zudem auf dem riesigen Gelände - eine ehemalige Kaserne mit mehreren Hallen und Gebäuden - allzu bereitwillig nur in ausgewählte Bereiche führen, obwohl dort viele weitere Tiere unter unsäglichen Bedingungen leben müssen.

Zirkus Universal Renz karrt schwer kranke Tiere durchs Land
Mitte November 2011 erhielt PETA erste Berichte, dass die Elefantendame Maya beim Zirkus Universal Renz ernsthaft erkrankt war und kaum noch alleine stehen konnte. Schon Wochen vorher, im Oktober 2011, brach Maya bei einem Gastspiel in Recklinghausen zusammen und konnte nur mit Hilfe eines Gabelstaplers wieder aufgerichtet werden. Anstatt die arme Maya in ein festes Winterquartier zu schicken, wurde sie Mitte Dezember von dem skrupellosen Zirkus noch zum Gastspiel nach Duisburg mitgenommen. Das von PETA alarmierte Veterinäramt in Duisburg erteilte Maya nach einer Kontrolle sofort ein Manegen- und Dressurverbot. Erst Anfang Januar 2012 wurde Maya in eine Halle auf dem Renz´schen Familiengrundstück in Friedberg gebracht.

Kranker Tiger wird mit der Peitsche durch die Manege getrieben
Seit Oktober 2011 hat PETA etliche Augenzeugenberichte von Zirkusbesuchern aus verschiedenen Gastspielorten erhalten, dass bei Universal Renz auch mindestens ein kranker Tiger in der Manege auftreten muss. Einer oder mehrere Tiger humpelten den Aussagen zufolge deutlich und hatten offensichtlich Schmerzen. PETA informierte daraufhin die Behörden der aktuellen Gastspielorte, damit die Tiger nicht mehr auftreten müssen, behandelt und möglichst beschlagnahmt werden. Das engagierte Veterinäramt Kreis Lippe hat der Tierquälerei Ende Februar 2012 endlich ein Ende bereitet und den Zirkus davon „überzeugt“, die Tiger nicht mehr auftreten zu lassen. PETA fordert den Zirkus auf, die Tiere nach jahrelanger Zirkusgefangenschaft nicht zum Schlachter zu geben, sondern tiergerecht unterzubringen.

Daniel Renz – Skrupellos und vorbestraft

Seit vielen Jahren sorgt der Skandal-Zirkus Universal Renz und insbesondere Zirkusdirektor Daniel Renz für Negativschlagzeilen. Die Sünden-Chronik handelt von Verurteilungen wegen Körperverletzung, Nötigung einer Amtsveterinärin, erheblichen Missständen bei der Tierhaltung, ausgebrochenen Bären und vielem mehr. Gemäß §11 des Tierschutzgesetzes dürfte ein derart unzuverlässiger Mensch überhaupt keine Genehmigung für die Zurschaustellung von Tieren haben, sie hätte längst widerrufen werden müssen. Doch bei Daniel Renz drückt das Veterinäramt Friedberg beide Augen zu. Sehen Sie hier die zehnseitige Sünden-Chronik über den Skandal-Zirkus von Daniel Renz. Zirkus Universal Renz ist nur ein trauriges Beispiel für den rücksichtslosen Umgang mit Tieren in der Zirkusbranche. Bitte unterschreiben Sie unsere Online-Petition für ein Verbot von Wildtieren im Zirkus.


(1) Zitat aus der TV-Sendung „Maintower“ des Hessischen Rundfunks vom 16.02.2011