Tierversuche werden systematisch hinter Begriffen wie „Forschung“ oder „Erkenntnisgewinn“ versteckt – doch egal, wie wissenschaftlich sich das Ganze dadurch anhören soll: Die Experimente bedeuten für die Tiere einen Alltag voller Leid, Angst und systematischer Ausbeutung. Jedes Jahr werden allein in Deutschland Millionen fühlender Lebewesen in Experimenten missbraucht.
Erfahren Sie hier, welche qualvollen Tierversuche bis heute in Deutschland durchgeführt werden.
Grausamkeiten in deutschen Tierversuchslaboren: So leiden Affen, Hunde, Insekten & andere Tiere
Immer wieder kommen Skandale und Verstöße ans Licht. Doch auch völlig legale Tierversuche übertreffen sich gegenseitig an Entsetzlichkeit und Unsinnigkeit – unter dem Deckmantel von Wissenschaft. Ob Erstickungsversuche an Mäusen, Schmerzversuche an Hunden, Lichtversuche an Schmetterlingen oder Hirnversuche an Affen: Jeden Tag werden Tiere zu Laborequipment ohne Rechte degradiert. Nachfolgend einige Beispiele, welche Grausamkeiten Tieren in deutschen Versuchslaboren angetan werden.
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Tierversuche an Affen
- In Versuchen zur Hirnforschung wird Rhesusaffen ein Titanzylinder in den Schädel implantiert. Für die Experimente werden die Tiere in einem Primatenstuhl festgeschnallt und ihre Köpfe werden an einer Halterung fixiert, sodass sie diese nicht mehr bewegen können. Die Affen werden mit Flüssigkeitsentzug gefügig gemacht: So wird gewährleistet, dass sie bei den Versuchen keinen Widerstand leisten und mitmachen, denn bei „richtigem“ Verhalten wartet als Belohnung Flüssigkeit auf sie.[1]
- Für Versuche zu Herzmuskeltransplantaten wurden 14 gesunde Affen narkotisiert, um ihren Brustkorb zu öffnen und ihnen Zellen aus Herzmuskelgewebe einzusetzen. Zwei Tiere bekamen Transplantate aus ihren eigenen Zellen, die übrigen Tiere von anderen Affen. Sie erhielten Medikamente, um ihr Immunsystem zu unterdrücken, damit ihr Körper das fremde Gewebe nicht abstößt. Nach drei Monaten wurde die Immunsuppression gestoppt, um zu untersuchen, was passiert, wenn das Implantat abgestoßen wird. Weitere 20 Affen wurden missbraucht, um die Implantate auch am geschädigten Herzen zu untersuchen. Der Herzschaden wurde ausgelöst, indem man den Tieren unter Narkose einen Ballon in einem Herzgefäß aufpumpte, was den Blutfluss unterbrach. Daraufhin starben 3 Affen an Blutungskomplikationen und 2 am plötzlichen Herztod. Den anderen 14 Affen setzten die Experimentator:innen 6 Monate später ebenfalls Herzmuskeltransplantate ein. Nach Ende der Experimente wurden alle Affen getötet. Für diese Versuche mussten auch Ratten leiden. Zuerst narkotisierte man die Tiere und klemmte eine Herzarterie ab, sodass das Herzgewebe nicht mehr mit Blut versorgt wurde, um gezielt einen Herzinfarkt auszulösen. Vier Tage später wurden die Ratten erneut narkotisiert und aufgeschnitten, um ihnen Herzmuskelgewebe zu verpflanzen, das aus Affenzellen bestand. 4 Wochen später wurden sie getötet, um ihr Herz weiter zu untersuchen.[2]
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Tierversuche an Bienen, Fliegen und Schmetterlingen
Die folgenden Experimente erscheinen in keiner Tierversuchsstatistik, da Bienen, Fliegen und Schmetterlinge zu den sogenannten Wirbellosen zählen. Diese Tiere, zu denen auch Insekten wie Käfer oder Ameisen gehören, fallen nicht unter das deutsche Tierschutzgesetz, wodurch Experimente an ihnen offiziell keine Tierversuche sind. Lediglich Versuche an Wirbeltieren und Kopffüßern, zu denen zum Beispiel Tintenfische gehören, werden in der Statistik erfasst.
• Um das Gehirn von lebenden Bienen zu untersuchen, wurden Bienen durch Unterkühlung unbeweglich gemacht und dann mit Bienenwachs fixiert, sodass sie sich nicht bewegen konnten. Rund um ihren Kopf wurde aus Wachs und Plastik ein Becken errichtet. Dann wurde ein Loch in den Kopf geschnitten und das Gehirn freigelegt. Damit das Gehirn nicht austrocknet, wurde es mit einer Elektrolytlösung gefüllt. So verstümmelt und fixiert wurden die Bienen 30 Minuten im Dunkeln eingesperrt, um danach ihr Gehirn unter Einfluss von verschiedenen Gerüchen zu untersuchen.[3]
• Es wurde gezielt ein Verfahren entwickelt, mit dem man das Gehirn von lebenden Fruchtfliegen untersuchen kann. Dafür wird ein Gestell auf den Hinterkopf der Tiere geklebt und dann das Gewebe und die Muskeln entfernt, die „den Lichtweg blockieren“. Wenn die Experimentator:innen das Gehirn beobachten wollen, während die Fliegen laufen, werden teilweise die Flügel abgeschnitten, um die Tiere zum Laufen zu zwingen. Auch Nahrungsentzug über 24 Stunden ist eine Methode, die die Tiere zum Laufen zwingen soll.[4]
• Aus reiner Neugier haben sogenannte Forschende Experimente gemacht, um die Prozesse in Neuronen von Schmetterlingen zu untersuchen und herauszufinden, wie diese sich an der Sonne orientieren. Die Schmetterlinge wurden mit einem Metallstab und einem Magneten auf einer Plattform in der Mitte einer Arena fixiert. In manchen Experimenten wurden sie um die eigene Achse gedreht, während sie versuchten, auf das simulierte Sonnenlicht zuzufliegen. Die Experimentator:innen haben dann beobachtet, wie die Schmetterlinge auf die nachgeahmten Sonnenreize reagieren.[5]
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Tierversuche an Hunden und Katzen
- Methadon ist ein gängiges Schmerzmittel, das bereits seit vielen Jahren auf dem Markt ist. Dennoch wurde es 2021 in Experimenten an Hunden Sieben Beagle, alle etwa 4 Jahre alt, bekamen einen Metallstift am Vorderbein festgeschnallt, der mit einem Gerät verbunden war, das Druck ausüben kann und so den Metallstab auf das Bein der Hunde drückt. Das Gerät wurde speziell dafür entwickelt, die Schmerzgrenze für mechanischen Druck bei Tieren zu ermitteln. Ein ähnliches Gerät gibt es für Schmerzen durch Hitzereize. Diese Apparatur wurde den Hunden zusätzlich um die Brust geschnallt. Nach der Verabreichung von Methadon wurde dann schrittweise jeweils der Druck oder die Temperatur erhöht, bis die Hunde eine eindeutige Schmerzreaktion gezeigt haben. So sollte ermittelt werden, wann und wie Methadon bei Hunden wirkt. Innerhalb von 4 Tagen wurden den Tieren beide Arten des Schmerzes insgesamt 35 Mal zugefügt. Fünf der sieben Hunde litten unter Appetitlosigkeit und vier von ihnen haben sich nach der Verabreichung von Methadon bis zu zwölf Mal übergeben.[6]
- Um Herzversagen zu simulieren, implantierten Experimentator:innen sechs Hunden einen Herzschrittmacher und einen Sensor. Der Herzschrittmacher wurde dann für 4 Wochen auf eine Herzfrequenz von 220 bpm eingestellt, normal liegt die Herzfrequenz bei Hunden bei ca. 90 bpm. Danach folgten 2 Wochen bei 180 bpm. Nach 6 Wochen mit Herzrasen wurde der Herzschrittmacher deaktiviert. An den nun herzschwachen Hunden wurden weitere Untersuchungen durchgeführt.[7]
- Gesunde Katzenkinder wurden künstlich taub gemacht: Experimentator:innen schnitten ihnen die Ohrmuscheln ab, legten den Gehörgang frei und injizierten ein Antibiotikum, das die empfindlichen Sinneshärchen im Innenohr schädigte und die Katzen unumkehrbar taub machte. Elektroden, die ins Gehirn implantiert wurden, zeichneten Reaktionen auf Geräusche auf. Am Ende des Versuchszeitraums wurden die Tiere meist getötet und ihre Gehirne weiter untersucht.[8]
- Vier Katzen wurden genetisch modifizierte Viruspartikel ins Gehirn injiziert, wofür ein rechteckiges Loch in die Schädeldecke gefräst wurde. Danach wurde das Gehirn mit Silikonfolie und Gel bedeckt und das Loch in der Schädeldecke mit Zahnzement verschlossen. Um Reaktionen auf visuelle Reize zu untersuchen, wurden die Katzen später erneut mehrmals narkotisiert und bekamen Elektroden ins Gehirn gesteckt. Am Ende wurden sie getötet und ihre Gehirne in Scheiben geschnitten.[9]
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Tierversuche an Fischen und Kaulquappen
- Zebrafische können Verletzungen am Herz regenerieren und wurden daher für Versuche missbraucht, die diese Regeneration untersuchen sollen. Hierfür wurde unter Narkose die Haut durchstochen und ein Schnitt gesetzt, um das Herz freizulegen. Mit einem auf -196 °C gekühlten Kupferdraht wurde das Herzgewebe verletzt.[10]
- Im selben Projekt wurden Zebrafische außerdem absichtlich unterernährt, indem ihnen nur alle zwei Tage Nahrung gegeben wurde. Andere Tiere wurden, um ihr Wachstum zu beeinflussen, in zwei Gruppen aufgeteilt: Die Tiere der ersten Gruppe wurden zu zweit in einem Behältnis mit elf Litern Wasser gehalten, die Tiere der zweiten Gruppe wurden in einer Gruppengröße von 40 Fischen pro Liter in Becken zusammengepfercht.[10]
- Kaulquappen wurden narkotisiert und geköpft. Danach haben Experimentator:innen ihren Unterkiefer abgeschnitten und den Schädel so geöffnet, dass jedoch der Sehnerv intakt bleibt. Der Kopf wurde dann fixiert, sodass die Augen auf eine Projektionsfläche mit sich bewegenden Streifen blickten. Die Augen der getöteten und verstümmelten Kaulquappen verfolgten die Bewegung der Striche.[11]
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Tierversuche an Kaninchen und Meerschweinchen
- Zwanzig Kaninchen, 18 Wochen alt, wurden zur Erforschung von Arteriosklerose Verletzungen der Arterien zugefügt. Bei zehn von ihnen wurde in Narkose der Hals entlang der Luftröhre aufgeschnitten, um dann die Halsschlagader abzubinden, zu punktieren und einen Ballon einzuführen. Der Ballon wurde aufgepumpt und in Richtung Aorta gezogen, um so die Arterie auf mehr als den doppelten Durchmesser zu überdehnen. Diese Überdehnung wurde dreimal wiederholt. Bei den anderen zehn Kaninchen wurde eine Ohrarterie abgebunden und punktiert. Ihnen wurde ein Katheter bis in die Beckenschlagader geschoben und ein entfaltbares Gittergeflecht eingeführt, das dreimal Richtung Aorta gezogen wurde, um die Gefäßwand von innen zu verletzen. Acht der zehn Kaninchen, bei denen die Arterie mit dem Ballon überdehnt wurde, waren schon beim Aufwachen nur noch in „moderatem“ Zustand, eines war „beeinträchtigt“. Drei von ihnen verstarben plötzlich, sieben hatten Durchblutungsstörungen in den Hinterbeinen – drei von ihnen so stark, dass sie getötet wurden. Ein weiteres Tier wurde trotz verabreichter Schmerzmittel aufgrund von Trägheit und sichtbaren Schmerzen getötet.[12]
- Schwangere Meerschweinchen wurden mit Toxoplasmen infiziert. Diese Parasiten wurden aus dem Kot von Katzen isoliert, die zuvor wiederum selbst infiziert worden waren, indem man ihnen die Organe von infizierten Meerschweinchen gefüttert Die schwangeren Meerschweinchen und ihre Embryonen wurden durch eine Überdosis Narkosemittel getötet.[13]
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Tierversuche an Mäusen, Nacktmullen und Ratten
- Mäuse wurden in zwei Gruppen eingeteilt: Die Tiere wurden unter verschiedenen Bedingungen Stromschlägen ausgesetzt, zum Beispiel, wenn sie Kontakt zu anderen Mäusen aufnahmen. Das Angstverhalten der Tiere wurde beobachtet.[14]
- Bei Mäusen wurde unter Narkose künstlich ein Schlaganfall ausgelöst, indem ihre mittlere Hirnarterie mit einem Nylonfaden verstopft wurde. Erst nach einer Stunde wurde der Faden wieder herausgezogen. Danach sollten schützende Eigenschaften eines Medikaments getestet werden. Das Experiment war an 477 Mäusen geplant, 37 der Tiere waren schon „nicht dazu in der Lage, operiert zu werden“. Bei sieben Tieren war der Eingriff „nicht erfolgreich“ und 48 Stunden nach der Operation waren insgesamt fast 200 Mäuse tot. Bei Mäusen wurde unter Narkose künstlich ein Schlaganfall ausgelöst, indem ihre mittlere Hirnarterie mit einem Nylonfaden verstopft wurde. Erst nach einer Stunde wurde der Faden wieder herausgezogen. Danach sollten schützende Eigenschaften eines Medikaments getestet werden. Das Experiment war an 477 Mäusen geplant, 37 der Tiere waren schon „nicht dazu in der Lage, operiert zu werden“. Bei sieben Tieren war der Eingriff „nicht erfolgreich“ und 48 Stunden nach der Operation waren insgesamt fast 200 Mäuse tot. Weitere 81 überlebten nicht bis zum Studienende. Mäusen aus der sogenannten Vergleichsgruppe wurde durch die Hirnhaut hindurch eine Stelle im Gehirn punktuell erhitzt, wodurch das dadurch geronnene Blut die Arterie dauerhaft verstopfte.[15]
- Männliche Mäuse wurden auf ihre Aggressivität getestet, die aggressivsten wurden ausgewählt. Dann wurde eine weibliche Maus, die mit dem Urin einer anderen männlichen Maus bestrichen wurde, in den Käfig einer aggressiven männlichen Maus gesetzt. Sobald dieses Tier Aggressivität zeigte, wurden die beiden physisch getrennt, jedoch mit Sicht- und Geruchskontakt. Um Stress und Angst zu untersuchen, wurden die Mäuse danach noch einigen Tests ausgesetzt, wie zum Beispiel dem Forced Swim Test. Eine Erkenntnis daraus: Männliche und weibliche Mäuse gehen unterschiedlich mit chronischem Stress um.[16]
- Teils einzeln gehaltene Mäuse wurden alkoholsüchtig gemacht. Teilweise wurde ihnen so viel Alkohol gespritzt, dass sie bis zu zwei Stunden auf dem Rücken liegend bewegungsunfähig waren. Danach wurden Gehirnschnitte am narkotisierten, noch lebenden Tier gemacht.[17]
- Unter Narkose wurde Mäusen der Bauch aufgeschnitten, der Blinddarm herausgehoben, abgebunden und einmal mit einer Nadel durchstochen, damit ein Teil vom Blinddarminhalt in die Bauchhöhle läuft. Der Blinddarm wurde zurück in die Bauchhöhle gelegt.[18] Diese Sepsisexperimente führen bei den Tieren oft zu Fieber, Schüttelfrost, Durchfall, Atembeschwerden, Schläfrigkeit, Orientierungslosigkeit, Schock und sogar multiplem Organversagen.
- Narkotisierten Mäusen wurde ein Stück vom Ohr mit heißer Luft verbrann Danach banden die Experimentator:innen den Tieren an 5 aufeinanderfolgenden Tagen ein Bein ab, sodass es nicht mehr durchblutet wurde. Dies wurde 3-mal für 5 Minuten wiederholt, mit 10 Minuten Unterbrechung dazwischen. Während oder kurz nach dieser Tortur starben sieben Mäuse. In dem Experiment sollte untersucht werden, wie sich dieses Prozedere auf die Heilung der Verbrennung auswirkt.[19]
- Zur Stressforschung wurden Mäuse bis zu drei Monate lang in einen Zustand ständiger Angst und Schmerzen versetzt, um letztlich zu dem Ergebnis zu kommen, dass Stress unvorteilhafte Effekte auf den Stoffwechsel hat. Es wurden Angst- und Depressionstests durchgeführt, unter anderem der leidvolle Tail Suspension Test (TST), bei dem die Tiere kopfüber an ihren Schwänzen aufgehängt werden. Die Tiere wurden täglich und teils über 20 Stunden lang mehreren der folgenden Stressoren ausgeliefert und so dauergestresst:[20]
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- 20 Minuten Kälte
- Injektion einer Substanz, die Jucken auslöst
- Gabe einer Substanz, die nach Fressfeinden riecht (u. a. Bestandteile von Fuchs-Urin), auch über Nacht
- Auslösen von Kopfschmerzen durch Gabe von Nitroglycerin
- Käfigwechsel
- Die Tiere wurden bewegungslos fixiert (bis zu zwei Stunden)
- Der Käfig wurde geschüttelt (bis zu zwei Stunden)
- Der Käfig wurde gekippt (bis zu drei Stunden)
- Am Schwanz kopfüber aufhängen (bis zu zwei Stunden)
- Licht über Nacht
- Nasse Einstreu über Nacht
- Keine Nahrung über Nacht
- Kein Wasser über Nacht
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Stundenplan für die Stressoren, denen die Mäuse täglich ausgesetzt werden. Teils werden die Tiere dem Stress sechs Stunden am Tag sowie während der darauffolgenden Nacht ausgesetzt. © 2024 Fischer, Thomas, Gurke, and Tegeder. - Verschiedene Arten von Sandgräbern, darunter Nacktmulle, wurden untereinander und mit Mäusen und Ratten in Erstickungsversuchen Dafür wurden sie in eine Kammer ohne Sauerstoff gesperrt und beobachtet. Sobald sie eine Minute lang nicht mehr atmeten, wurden sie wieder an die normale Raumluft gebracht. Nacktmulle werden besonders häufig in solchen Versuchen missbraucht, weil man untersuchen will, wieso Nacktmulle so gut mit Sauerstoffentzug umgehen können. In diesem Versuch wachten alle Nacktmulle wieder auf, bei den anderen Arten von Sandgräbern erstickten jedoch teils die Hälfte der Tiere, teils alle. Auch alle Ratten und Mäuse starben in diesem Experiment auf diese Weise.[21]
- Zur Erforschung von Kokainsucht wurde Ratten ein Katheter und ein Gestell implantiert, über das sie sich selbst Kokain verabreichen konnten. Sie wurden so trainiert, dass sie ein Signal auslösen, über das dann die Kokaininfusion gestartet wird. Als die Tiere dann abhängig waren, wurde die Auslösung des Signals zur Kokaingabe mit einem Elektroschock gekoppelt, um zu beurteilen, inwieweit die Kokainsucht stärker wirkt als die Angst vor dem schmerzhaften Elektroschock.[22]
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Tierversuche an Schafen und Schweinen
- In einer Operation wurde 24 Schafendas rechte Kniegelenk geöffnet und es wurden tiefe Knorpeldefekte an Bereichen herbeigeführt, die durch das Körpergewicht der Tiere stark beansprucht werden. Die linken Kniegelenke blieben von den Experimentator:innen verschont und sollten als Kontrolle dienen. Nach sechs Wochen wurden die Tiere getötet.[23]
- Zur Untersuchung neuartiger Materialien für die Wundheilung wurden bei 13 Schweinen tiefe Wunden erzeugt. Dafür entfernte man bei jedem Tier mit einem Skalpell an acht Stellen Haut und Gewebe mit einem Durchmesser von 2 cm und einer Tiefe von 0,6 cm. Nach 21 Tagen wurden alle Schweine mit einer tödlichen Dosis Betäubungsmittel getötet. Die heilende Haut wurde herausgeschnitten, um die Wundheilung zu untersuchen.[24]
Fotografische Dokumentation von Wunderzeugung, Wundbehandlung und Herausnahme des nachgewachsenen Gewebes bei Schweinen. / © 2024 Eisler, Held, Rahmanian-Schwarz, Baur, Daigeler and Denzinger. -
Tierversuche an Vögeln
- Um das Gehirn von wachen Tauben zu untersuchen, wurden Tauben narkotisiert und dann fixiert. Die Kopfhaut wurde aufgeschnitten und zur Seite gezogen, der Schädel aufgebohrt. Die Hirnhaut wurde entfernt und genetisch veränderte Viren wurden injiziert. Dann wurde ein Glasfenster eingesetzt und am Schädelknochen festgeklebt. Um später die Köpfe der Tauben zu fixieren, wurde auch eine Stange am Schädelknochen angeklebt. So fixiert wurden die Tauben einer Reihe von Farb-Stimuli ausgesetzt, während die Experimentator:innen die Reaktion der Hirnzellen mit dem Mikroskop durch das Fenster im Schädel beobachteten. Nach 3 Wochen wurden die Tauben durch eine Spritze ins Herz getötet.[25]
- Neun narkotisierten Zebrafinken wurden zwei Löcher in den Schädel gebohrt, die Hirnhaut entfernt und die offenen Stellen mit Silikon bedeckt. Außerdem wurde eine Stahlplatte mit Zement am Schädel festgeklebt, die dazu diente, die Vögel später zu fixieren. Über die Löcher in der Schädeldecke wurden Wirkstoffe aufgetragen; einige Vögel wurden eine Stunde später getötet, um die Ausbreitung des Wirkstoffs zu untersuchen. Andere Vögel wurden in schallisolierte Kammern gesperrt und ihr Gesang wurde aufgenommen. Manchen von ihnen wurde der eigene Gesang mit kleineren Änderungen vorgespielt, um zu sehen, ob die Vögel die veränderte Melodie übernehmen. Weiteren Zebrafinken wurden genetisch veränderte Viren ins Gehirn gespritzt. Auch ihr Gesang wurde aufgenommen und bis 200 Mal am Tag wieder vorgespielt. Alle Zebrafinken wurden nach Versuchsende getötet.[26]
Tierversuche sind schlechte Wissenschaft
Tierversuche sind nicht nur Tierquälerei, sondern zudem eine schlechte wissenschaftliche Methodik. Daher braucht es ein Umdenken: eine Forschung, die ohne Grausamkeit auskommt und zudem effizientere Wissenschaft betreibt. PETA Deutschland setzt sich für einen Ausstieg aus Tierversuchen in Deutschland, aber auch weltweit ein – Sie können uns unterstützen, indem Sie unsere Petition unterschreiben. Mit PETAs Research Modernisation Deal bieten wir der Politik, Behörden und Laboren eine Hilfestellung zur Modernisierung der Forschung.
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Quellen
[1] Agudelo-Toro A, Michaels JA, Sheng WA, Scherberger H. Accurate neural control of a hand prosthesis by posture-related activity in the primate grasping circuit. Neuron. 2024;112(24):4115-4129.e8. doi:10.1016/j.neuron.2024.09.018
[2] Jebran AF, Seidler T, Tiburcy M, et al. Engineered heart muscle allografts for heart repair in primates and humans. Nature. 2025;639(8054):503-511. doi:10.1038/s41586-024-08463-0
[3] Carcaud J, Otte M, Grünewald B, Haase A, Sandoz JC, Beye M. Multisite imaging of neural activity using a genetically encoded calcium sensor in the honey bee. PLoS Biology. 2023;21(1):e3001984. doi:10.1371/journal.pbio.3001984
[4] Woller A, Bandow P, Aimon S, Kadow ICG. Preparing Adult <em>Drosophila melanogaster</em> for Whole Brain Imaging during Behavior and Stimuli Responses. Journal of Visualized Experiments. 2021;(170). doi:10.3791/61876
[5] Beetz MJ, Kraus C, Franzke M, et al. Flight-induced compass representation in the monarch butterfly heading network. Current Biology. 2021;32(2):338-349.e5. doi:10.1016/j.cub.2021.11.009
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