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Wasserverbrauch für Fleisch: Wie hoch ist er wirklich?

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Der Konsum von Fleisch, Milch und Molkereiprodukten, Fischfleisch, Eiern und anderen tierischen Erzeugnissen verursacht nicht nur Tierleid, sondern ist auch eine Ressourcen- und Wasserverschwendung. Rund 30 Prozent des weltweit genutzten Wassers werden für die Erzeugung von tierischen Produkten verwendet. [1] Erfahren Sie hier, wieso der Wasserverbrauch für die „Produktion“ von Fleisch so hoch ist.

Inhaltsverzeichnis

Warum wird bei der Fleischproduktion so viel Wasser verbraucht?

Bei der „Produktion“ von Fleisch und anderen tierischen Erzeugnissen wird das meiste Wasser für den Anbau der Nahrung für sogenannte Nutztiere verwendet. Für eine einzige tierische Kalorie sind bis zu 21 pflanzliche Kalorien in Form von Tiernahrung erforderlich. Für eine Kalorie aus Rindfleisch werden beispielsweise 6 bis 21 Kalorien aus Getreide benötigt. Das heißt: 83 bis 95 Prozent der Nahrungsenergie wird verschwendet. [2] Der Anbau von Tiernahrung wie Getreide und Soja nimmt mehr als 78 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Flächen der Welt in Anspruch – und einen Großteil des Wassers. [3]

Sogenannte Nutztiere brauchen nicht nur Wasser zum Trinken, auch ihre Nahrung muss bewässert werden.

Wasserverbrauch für die „Produktion“ von Fleisch:

  • Anbau von Nahrung für „Nutztiere“
  • Trinkwasser für die Tiere
  • Reinigung der Ställe
  • Zerstörung von Frischwasserquellen
  • Belastung von Grundwasser

Welches Fleisch verbraucht am meisten Wasser?

Unter allen tierischen Produkten ist Rindfleisch der größte Wasserverbraucher. Für die „Produktion“ von nur einem Kilogramm Rindfleisch werden bis zu 15.300 Liter Wasser benötigt. Unter Einberechnung von Trinkwasser für die Tiere und Wasser für die Reinigung der Ställe ergibt sich eine Summe von 15.500 Liter Wasser für 1 Kilogramm Rindfleisch. [5] Mit dieser Wassermenge könnte man ein Jahr lang täglich duschen. [6]

Die Rindfleischproduktion verbraucht zudem mehr Wasser als KI-Systeme, deren hoher Wasserkonsum häufig kritisiert wird. Eine ChatGPT-Anfrage benötigt im Gegensatz zu den 15.500 Litern für 1 Kilogramm Rindfleisch nur wenige Milliliter bis zu einem halben Liter Wasser. [5, 7] Laut einer Schätzung verbrauchen KI-Systeme somit jährlich zwischen 312 und 764 Milliarden Liter Wasser. [8] Das ist zwar eine enorme Menge – und sollte deshalb mit Bedacht eingesetzt werden – fällt im Vergleich zum Wasserverbrauch der Fleischindustrie jedoch deutlich geringer aus. Um Wasser einzusparen und die Umwelt zu schützen, sollte also in erster Linie kein Fleisch mehr gegessen und stattdessen auf pflanzliche Produkte zurückgegriffen werden.

Wasserverbrauch Fleisch vs. Soja

Tierische Produkte wie Fleisch verbrauchen in der Erzeugung wesentlich mehr Wasser als pflanzliche Lebensmittel wie Soja. Zudem benötigt man für die Herstellung von veganen Lebensmitteln auch geringere Mengen an Soja als für die Erzeugung von Fleisch.

  • Rindfleischburger: 2.350 Liter Wasser
  • Sojaburger: 158 Liter Wasser
  • 1 Liter Kuhmilch: 628 Liter Wasser
  • 1 Liter Sojadrink: 28 Liter Wasser [9]

Woher kommt das Wasser?

Der Wasserverbrauch für Nahrungsmittel wird als sogenanntes virtuelles Wasser angegeben. Dieses setzt sich aus grünem, blauem und grauem Wasser zusammen. Grünes Wasser ist Regenwasser, blaues Wasser wird aus Seen, Flüssen sowie dem Grundwasser zur Bewässerung entnommen und graues Wasser ist ein Maß für die Wasserverschmutzung, die durch die Produktion des Nahrungsmittels entsteht: Es beschreibt die Wassermenge, die nötig wäre, um Gewässerverunreinigungen so weit zu verdünnen, dass die Wasserqualität den gesetzlichen oder vereinbarten Anforderungen entspricht. Bei allen Nahrungsmitteln ist der Großteil des verbrauchten Wassers Regenwasser. Von den 15.415 Litern Wasser für 1 Kilogramm Rindfleisch sind beispielsweise 14.414 Liter grünes Wasser, 550 Liter blaues Wasser und 451 Liter graues Wasser. Für Gemüse werden 194 Liter grünes, nur 43 Liter blaues und 85 Liter graues Wasser gebraucht. Man könnte nun sagen, dass Regenwasser nicht beachtet werden sollte, da es sowieso auf die Erde fällt. Allerdings könnte das Regenwasser, das Nahrung für sogenannte Nutztiere wässert, auch auf pflanzliche Lebensmittel für Menschen oder Wälder fallen, wenn nicht so viele Flächen für Tiernahrung verschwendet werden würden. Zudem ist auch die Menge an blauem Wasser für den Großteil der pflanzlichen Lebensmittel deutlich geringer als die für tierische Produkte. [10]

Grafik zu Wasserverbrauch

Tierische Produkte verschlimmern die globale Wasserknappheit

Nur etwa 3 Prozent des weltweiten Wassers gelten als Trinkwasser, wovon jedoch rund 2,6 Prozent für den Menschen unzugänglich sind. Diese Wasservorkommen sind entweder in polaren Eiskappen und Gletschern eingeschlossen, in der Atmosphäre oder im Boden gespeichert, stark verschmutzt, mit antibiotikaresistenten Keimen belastet, oder liegen zu weit unter der Erdoberfläche, um entnommen werden zu können.

Damit bleiben für die Weltbevölkerung nur etwa 0,4 Prozent nutzbares Trinkwasser – von denen wiederum 30 Prozent für die Erzeugung tierischer Produkte verschwendet wird. [11, 1]

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  • Quellen

    [1] Gerbens-Leenes P.W./ Mekonnen M.M. / Hoekstra A.Y. (2013): The water footprint of poultry, pork and beef: A comparative study in different countries and production systems, Water Resources and Industry, Volumes 1-2, Pages 25-36, Enschede, The Netherlands, https://waterfootprint.org/media/downloads/Gerbens-et-al-2013-waterfootprint-poultry-pork-beef_1.pdf (eingesehen am 14.10.2026)

    [2] BUND Naturschutz in Bayern:  Vom Acker zum Teller: Impulse für eine nachhaltige Landwirtschaft, htt https://www.bund-naturschutz.de/landwirtschaft/ernaehrung-und-landwirtschaft (eingesehen am 14.10.2026)

    [3] Poore, J./Nemecek, T. (2018): Reducing food’s environmental impacts through producers and consumers, in: Science Vol. 360, Issue 6392, pp. 987-992, https://science.sciencemag.org/content/360/6392/987 (eingesehen am 14.10.2016)

    [4] Weltfriedensdienst e.V.: Das Nutztier – ein Wasserfresser, https://wfd.de/thema/fleisch-milch (eingesehen am 14.10.2026)

    [5] WWF (2009):  Der Wasser-Fußabdruck Deutschlands, https://www.wwf.de/fileadmin/fm-wwf/Publikationen-PDF/wwf_studie_wasserfussabdruck.pdf (eingesehen am 14.10.2026)

    [6] Vegane Gesellschaft (20.04.2014):  Ressource Wasser, https://www.vegan.at/umwelt-tiere/ressource-wasser-1675 (eingesehen am 14.10.2026)

    [7] Li, P., Yang, J., Islam, M. A., & Ren, S. (26.03.2025): Making AI less “thirsty”: Uncovering and addressing the secret water footprint of AI models, https://doi.org/10.48550/arXiv.2304.03271 (eingesehen am 14.10.2026)

    [8] de Vries-Gao, A. (09.01.2026): The carbon and water footprints of data centers and what this could mean for artificial intelligence. Patterns, 7(1), 101430. https://doi.org/10.1016/j.patter.2025.101430

    [9] Poore, J./Nemecek, T. (2018): Reducing food’s environmental impacts through producers and consumers, in: Science Vol. 360, Issue 6392, pp. 987-992, https://science.sciencemag.org/content/360/6392/987 (eingesehen am 14.10.2026)

    [10] FAO (2020): The State of Food and Agriculture 2020. Overcoming water challenges in agriculture. Rome, https://doi.org/10.4060/cb1447en (eingesehen am 14.10.2026)

    [11] Castelo, Jeremiah: What is the Percentage of Drinkable Water on Earth?, (10.04.2018), https://worldwaterreserve.com/water-crisis/percentage-of-drinkable-water-on-earth/ (eingesehen am 14.10.2026)