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Corona-Impfstoff: Behörde wartet nicht auf sinnlose Tierversuche

Impfung

Seit Jahren versuchen wir bei PETA, der Öffentlichkeit zu vermitteln, dass Tierversuche sinnlos sind: Sie bremsen die Entwicklung neuer Behandlungsmöglichkeiten und Medikamente aus, statt dazu beizutragen. Mal ganz davon abgesehen, dass es ethisch nicht vertretbar ist, fühlende Lebewesen zu vergiften, sie mit Elektroschocks zu quälen, gegen das Ertrinken anschwimmen zu lassen und sie zu töten. Immer mehr Wissenschaftler und andere Experten sehen das mittlerweile genauso. [1]

Angesichts von COVID-19 wurden unsere Appelle von der US-Gesundheitsbehörde National Institutes of Health (NIH) scheinbar erhört: Wie unter anderem der Sender BBC [2] berichtete, setzt die Behörde beim Testen eines neuen Impfstoffs gegen das Coronavirus nicht auf die üblichen, langwierigen Tierversuche. Stattdessen startet sie direkt mit klinischen Studien an Menschen. Den Berichten zufolge haben sich in Seattle 45 gesunde Freiwillige bereiterklärt, in der ersten Testreihe für einen Impfstoff, der vor COVID-19 schützen soll, teilzunehmen.

Moderna Therapeutics – das Unternehmen, das hinter dem gerade getesteten Impfstoff steht – sagt den Berichten zufolge, dass „der Impfstoff nach einem bewährten Verfahren hergestellt wurde“ und so die Sicherheit der Studienteilnehmer gewährleistet wird.

Diese Studie wird zwar nicht alle Tierversuche für Impfstoffe stoppen und auch für den gerade an Freiwilligen getesteten Impfstoff werden parallel Tierversuche durchgeführt,, aber sie wird hoffentlich den Weg ebnen für die zukünftige Entwicklung sicherer Impfstoffe mit für den Menschen aussagekräftigen Testmethoden.

Ratten, Mäuse und andere Tiere sind nie Freiwillige.

Im Gegensatz zu Menschen können Tiere nicht einwilligen, an einem Versuch teilzunehmen. Außerdem: 95 Prozent aller Wirkstoffe, die in Tierversuchen als wirksam und sicher eingestuft werden, versagen in den nachfolgenden klinischen Studien am Menschen – das sagen die NIH selbst. [3] Tierversuche verschwenden somit wertvolle Zeit bei der Entwicklung von medizinischen Wirkstoffen. Experten wissen das, wie die gerade durchgeführte Testreihe zeigt.

Keine Tierversuche durchzuführen, sollte der Standard sein – und nicht nur eine Ausnahme in gesundheitlichen Notfallsituationen.

PETA fordert schon seit Jahren tierfreie Testmethoden, die aussagekräftige Ergebnisse für den Menschen hervorbringen. Vielversprechend sind beispielsweise Systeme wie der Human-on-a-chip oder computerbasierte Methoden. Gelder, die für Tierversuche verschwendet werden, müssen umverteilt und stattdessen in die Entwicklung und Etablierung tierfreier Methoden fließen.

Was Sie tun können

Helfen Sie uns mit Ihrer Unterschrift dabei, die Regierung dazu zu drängen, tierfreie Methoden finanziell stärker zu fördern und weniger Geld in grausame und unnötige Tierversuche zu stecken.


[1] Live Science: Animal Data Is Not Reliable for Human Health Research.
https://www.livescience.com/46147-animal-data-unreliable-for-humans.html. Aufgerufen am 19.03.2020.
[2] BBC News: Coronavirus: US volunteers test first vaccine.
https://www.bbc.com/news/health-51906604. Aufgerufen am 19.03.2020.
[3] National Center for Advancing Translational Sciences (NCATS). About NCATS. https://ncats.nih.gov/about. Aufgerufen: 19.03.2020.

Unsere Autoren

PETA Team

Unsere Blogbeiträge zu den Themenbereichen Tierrechte und Veganes Leben werden von Mitarbeitern von PETA Deutschland und externen Co-Autoren verfasst.