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COVID-19 zeigt: Tierversuche sind Zeitverschwendung!

Maeuse Tierversuche

Wir erleben aktuell eine wahre Zeitenwende: Im Zuge der COVID-19-Pandemie stimmen medizinische Regulierungsbehörden auf der ganzen Welt der Durchführung von klinischen Tests mit Menschen zu, ohne auf vorherige Tierversuche zu bestehen. Zu diesen zukunftsweisenden Behörden zählen die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA), die UK Medicines and Healthcare Products Regulatory Agency, das niederländische College ter Beoordeling van Geneesmiddelen und die US Food and Drug Administration (FDA).

Vor diesem beachtenswerten Hintergrund fordern wir diese Behörden nun auf, die Gelegenheit am Schopf zu packen und die Wissenschaft zu revolutionieren – und zwar hin zu einer Forschung ohne Tierversuche. Tierversuche sind nicht nur grausam, sie verschwenden bei der Suche nach neuen Medikamenten auch wertvolle Zeit und verschlingen Unsummen an Geldern. Aber vor allem: Ergebnisse aus Tierversuchen geben uns keine verlässliche Aussage darüber, wie ein Medikament beim Menschen wirken wird.

Primat Tierveruchslabor
Obwohl bereits eine Vielzahl an tierfreien Testmethoden zur Verfügung steht, beharren Behörden bislang weiterhin darauf, alle neuen Medikamente zuerst an tausenden von Tieren zu testen, bevor klinische Studien mit Menschen durchgeführt werden können. Im Zuge von COVID-19 haben sich diese Prioritäten nun allerdings verschoben. Da sichere und schnelle Ergebnisse dringend benötigt werden, haben die oben genannten Aufsichtsbehörden nun eigenständig richtungsweisende Schritte unternommen, die darauf deuten, dass die bislang standardmäßig geforderten Tierversuche wohl doch nicht zwingend nötig sind.

So genehmigten zum Beispiel die FDA und die US National Institutes of Health (NIH) letzten Monat erstmals eine bahnbrechende klinische Studie an Menschen für einen Impfstoff – und das ohne vorherige Tierversuche. Die FDA und die NIH sind sich einig: Wir müssen so schnell wie möglich herausfinden, ob der neu entwickelte Impfstoff bei Menschen wirkt, ohne den zeitaufwendigen Umweg über ineffektive Tierversuche zu gehen. Und die Maßnahmen der FDA und NIH sind nur die Spitze des Eisbergs, denn ähnliche Studien finden bereits statt oder sind in Planung.

Tierversuche sind ineffektiv

95 % aller Medikamente, die Tierversuche erfolgreich durchlaufen, schlagen beim Menschen fehl. Indem wir den Schritt dieser irrelevanten Tierversuche überspringen, sparen wir wertvolle Zeit und können lebensrettende Medikamente schneller auf den Markt bringen. Außerdem können finanzielle Ressourcen so zielführend eingesetzt werden. Doch das ist noch nicht alles, denn die tierfreie Forschung bietet einen weiteren Vorteil: Ohne Tierversuche eliminieren wir das Risiko, dass ein möglicherweise beim Menschen wirksames Medikament von vornherein ausgeschlossen wird, nur weil es bei einer anderen Spezies nicht funktioniert hat.

Es ist offensichtlich: Auf dem Weg zu einer schnellen Entwicklung sicherer und effektiver Medikamente und Impfstoffe stellen Tierversuche eine Barriere dar.

Tierversuche sind grausam

In Tierversuchen werden Tiere wie leblose Gegenstände behandelt – nicht wie die Lebewesen mit Gefühlen, Schmerzempfinden und eigener Persönlichkeit, die sie sind. Sie werden verstümmelt und fixiert; giftige Chemikalien und tödliche Krankheitserreger werden in ihre wehrlosen Körper injiziert. Man kann sich das Grauen, das jedes einzelne Tier in einem Labor tagein tagaus durchmacht, kaum vorstellen.

Skizze Tierversuch Kaninchen Injektionen
Doch nun gibt es einen Hoffnungsschimmer, denn zuständige Regulierungsbehörden erkennen immer stärker an, dass die Zukunft der Medikamentenentwicklung in tierfreien Methoden liegt. In ihrem Strategiebericht „EMA Regulatory Science to 2025“ verweist die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) darauf, dass sie in modernen, tierfreien Verfahren, die für den Menschen tatsächlich relevante Ergebnisse hervorbringen, großes Potenzial für die Entwicklung von Medikamenten sieht. Zu diesen fortschrittlichen Methoden gehören unter anderem menschliche Zellen, Organoide und hochmoderne Computersimulationen.
Die Weichen sind gestellt! Jetzt liegt es an den Behörden, diesen Worten Taten folgen zu lassen.

Werden Sie Teil der wissenschaftlichen Revolution!

Immer mehr Regierungen, Behörden und Wissenschaftler erkennen das Potenzial von tierfreien Forschungsmethoden [1] – also von Verfahren, die Menschen helfen, ohne Tieren zu schaden. Helfen Sie uns, diese Entwicklung schneller voranzubringen und fordern Sie die deutsche Bundesregierung auf, ihre biomedizinische Forschung zu modernisieren!



[1] Capaldo, Theodora: Animal Data Is Not Reliable for Human Health Research (06.06.2014), https://www.livescience.com/46147-animal-data-unreliable-for-humans.html (eingesehen am 18.06.2020)

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Unsere Blogbeiträge zu den Themenbereichen Tierrechte und Veganes Leben werden von Mitarbeitern von PETA Deutschland und externen Co-Autoren verfasst.