Lebendig gerupft, dann geschlachtet – warum Federn keine Fashion sind

Fashion Victims

In der Fashion-Welt ist ein Thema heißer denn je: Federn! Auch auf dem roten Teppich tummeln sich Stars und Sternchen, die sich in fremdes Gefieder gehüllt haben – von eleganten Abendkleidern bis hin zu poppigen Accessoires und gigantischen Flügeln. Engelhaft ist an diesem Trend jedoch nichts – er kostet Millionen von Vögeln das Leben.

Darum sind Federn keine Fashion

Auch wir lieben Mode und neue Trends – allerdings nur, wenn dabei kein Tier zu Schaden kommt. Bei Federn ist das leider nicht der Fall. Jede Feder, die an ein Kleid oder an eine Tasche genäht wird, gehörte einmal einem Vogel, der wegen seinem Fleisch und seinen Federn gezüchtet wurde. Oftmals verbringen diese Tiere ihr gesamtes Leben in dunklen, stinkenden Hallen voller Fäkalien, die sie sich mit tausenden Artgenossen teilen müssen. Sonnenbäder, Frischluft oder Beschäftigungsmaterial gegen die quälende Langeweile – Fehlanzeige. Große Vögel wie Strauße werden sogar ausschließlich wegen ihrer Haut und ihrer Federn gezüchtet und getötet.

Lebendrupf und Schlachtung

Einige Vögel wurden bereits getötet, wenn die Federn von Maschinen oder Menschen aus ihren Körpern gerissen werden. Vor allem in China, wo über 90 Prozent aller Daunen herkommen, werden Enten und Gänse jedoch bei lebendigem Leib gerupft. Zudem lässt sich nicht ausschließen, dass die Federn von einem Tier aus der grausamen Stopfleberproduktion stammen. Und ganz gleich, ob Tot- oder Lebendrupf: Auf fast jeden Vogel, der sein Gefieder für die Modeindustrie lassen muss, wartet der Tod im Schlachthof. Die Tiere werden in enge Käfige gestopft und mehrere Stunden ohne Wasser und Futter zum nächsten Schlachthof transportiert. Dort angekommen, werden sie an den Füßen aufgehängt und ihnen wird die Kehle aufgeschnitten.

Sind Federn der neue Pelz?

Leider ist das Leid der gefiederten Modeopfer für viele Menschen unsichtbar. Wer einen Pelz sieht, weiß in der Regel sofort, dass hierfür ein Tier getötet wurde. Daher entscheidet sich ein Großteil der Menschen bewusst gegen Pelze. Wir kennen Fell schließlich von unseren Haustieren, die wir lieben und jeden Tag verwöhnen. Doch kaum jemand denkt beim Anblick eines mit Federn bespickten Kleids über das Schicksal der Vögel nach. Vögel wie Enten und Gänse kann man mit federbesetzter Mode ganz sicher nicht beeindrucken – höchstens erschrecken. Und das wird sich unter den Trendsettern hoffentlich bald herumsprechen.

Was Sie tun können

Sie können den Tieren helfen, indem Sie keine Kleidung und Accessoires kaufen, die mit Federn besetzt sind. Zudem sollten Sie beim Kauf von Jacken, Schlafsäcken und Bettdecken darauf achten, dass diese nicht mit Daunen gefüllt sind. Werfen Sie bei jedem Einkauf einen Blick auf das Etikett: Steht dort „Daunen“, „Federn“ oder der Satz „Enthält nichttextile Teile tierischen Ursprungs“, dann lassen Sie das Produkt bitte im Regal liegen und entscheiden Sie sich stattdessen für die große Vielfalt an veganer Mode.

Unsere Autoren

Johanna Fuoß

Hanna ist Fachreferentin für Tiere in der Bekleidungsindustrie. Dass sie sich heute für tierfreie Kleidung einsetzt, ist ihren pelztragenden Katzen zu verdanken.