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Hornissen vertreiben? So gehen Sie tierfreundlich mit Hornissen um

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Die Europäische Hornisse (Vespa crabro) ist die größte Wespenart in Deutschland. Sie wirken aufgrund ihrer Größe oft bedrohlich auf Menschen. Doch dieser Eindruck täuscht: Hornissen sind friedliche Tiere, die nur dann stechen, wenn sie sich bedroht fühlen. Wenn man sich also ruhig verhält in ihrer Nähe, fliegen sie meist einfach wieder weg. Zudem sind sie wichtige Bausteine in unserem Ökosystem und deshalb stehen sie sowie ihre Nester unter strengem Schutz. Da leere Baumhöhlen immer seltener werden, bauen Hornissen ihre Nester immer häufiger in der Nähe von Menschen, beispielsweise in Rollladenkästen. [1]

Lesen Sie hier, wie Sie Hornissen tierfreundlich vertreiben können, ob Hornissen für Menschen und „Haustiere“ gefährlich sind und warum sie unverzichtbar für die Artenvielfalt sind.

Inhalte im Überblick

Tipps und Regeln für den tierfreundlichen Umgang mit Hornissen

Hornissen sind sehr friedliche Tiere, die nur selten stechen. Wer weiß, wie man richtig mit ihnen umgeht, kann gut mit ihnen leben und gleichzeitig zum Schutz dieser wichtigen Insekten beitragen.

Wie kann ich Hornissen vertreiben?

Es ist tierquälerisch und gesetzlich verboten, Hornissen zu töten oder zu verletzen. Auch ihre Behausungen dürfen nicht zerstört oder beeinträchtigt werden. Stattdessen können präventive Maßnahmen dazu beitragen, dass Hornissen gar nicht erst in Wohnbereiche gelangen:

  • „Ablenkfütterung“: Hornissen mögen beispielsweise Obst. Stellen Sie deshalb etwas überreifes Obst in 5 bis 10 Metern Entfernung auf.
  • Duftbarrieren: Zitronella, Nelkenöl oder Essig können Hornissen von Terrassen fernhalten.
  • Fenster sichern: Fliegengitter verhindern, dass Hornissen in Innenräume gelangen.
  • Licht aus: Hornissen sind auch nachts aktiv und werden von Licht angelockt. Schalten Sie also das Licht aus, bevor Sie Fenster öffnen.

Sollte sich doch eine Hornisse in Ihre Wohnung verirrt haben oder in Ihrer Nähe herumfliegen, bleiben Sie vor allem ruhig. Solange die Hornisse sich nicht bedroht fühlt, wird sie auch nicht stechen. Öffnen Sie die Fenster weit, damit die Hornisse wieder nach draußen fliegen kann. Mit einem Papier können Sie die Hornisse vorsichtig und vor allem ohne hektische Bewegungen nach draußen führen. [2]

Wann darf man ein Hornissennest entfernen?

Hornissen und ihre Nester – mit Ausnahme der Asiatischen Hornisse – sind durch das Bundesnaturschutzgesetz in Verbindung mit der Bundesartenschutzverordnung geschützt. Deshalb dürfen Hornissennester nur mit einer vorherigen Genehmigung der Stadt oder Gemeinde umgesiedelt werden. Dafür melden Sie sich bei der Unteren Naturschutzbehörde Ihrer Stadt. Eine fachkundige Person prüft dann, ob von dem Nest Gefahr ausgeht. Zudem gibt es ehrenamtlich ausgebildete Wespen- und Hornissenberater:innen, die bei Fragen zum Thema helfen können. Da Hornissennester nur bis zum Herbst bewohnt sind und von Hornissen in der Regel keine Gefahr ausgeht, wird eine Umsiedlung nur in seltenen Fällen genehmigt. [1]

Wer ein Nest ohne eine Genehmigung zerstört oder umsiedelt, muss mit hohen Bußgeldern rechnen. Zudem sollten Sie ein Nest niemals selbst entfernen, sondern immer professionelle Hilfe dazuholen. [1]

Wer darf ein Hornissennest entfernen?

Hornissennester dürfen nur mit behördlicher Genehmigung und von geschulten Fachpersonen, beispielsweise Imker:innen mit Spezialausbildung oder zertifizierten Kammerjäger:innen, entfernt werden. Versuchen Sie niemals, ein Hornissennest auf eigene Faust zu entfernen – das ist sowohl verboten als auch gefährlich. [1]

Soll man ein altes Hornissennest entfernen?

Ein leeres Hornissennest darf man selbst entfernen – aber man muss es nicht. Ein verlassenes Nest stellt keine Gefahr dar, denn im Herbst stirbt das gesamte Hornissenvolk. Nur die Jungkönigin überlebt und gründet im Frühjahr ein neues Volk mit einem neu gebauten Nest. Leere Hornissennester dienen zudem oftmals als Lebensraum für andere Insektenarten. Einige Spinnenarten, Fliegen oder Käfer nutzen die leeren Nester, um dort zu überwintern. [3]

Wann werden Hornissen gefährlich?

Hornissen stechen nur, wenn sie sich bedroht fühlen:

  • Wenn man zu nah an ihr Nest herankommt.
  • Wenn man das Einflugloch verdeckt.
  • Wenn man ruckartige Bewegungen direkt vor dem Tier macht.
  • Wenn man sie anpustet.

Nähern Sie sich deswegen keinem Nest und halten mindestens zwei bis drei Meter Abstand. Wenn eine Hornisse sich Ihnen nähert, verhalten Sie sich ruhig, machen Sie keine ruckartigen Bewegungen und warten Sie, bis sie von allein wieder wegfliegt.

Wie gefährlich sind Hornissen für Menschen?

Hornissen sind nicht per se gefährlich für Menschen. Ihr Stich ist nicht giftiger als der einer Wespe oder Biene. Er schmerzt meist nur mehr, weil Hornissen einen größeren Stachel haben. Stiche einer Hornisse sind generell nicht lebensbedrohlich. Wenn Sie an einer Allergie leiden, Sie im Mund- oder Rachenraum oder mehrmals gestochen wurden, sollten Sie jedoch medizinische Hilfe holen.

Wie gefährlich sind Hornissen für Hunde?

Auch für Hunde ist ein Hornissenstich zwar schmerzhaft, aber meist nicht gefährlich. Häufig entsteht eine rote Stelle, die möglicherweise anschwillt. Gefahr besteht lediglich, wenn ein Hund im Mund- oder Rachenraum gestochen wird, da eine Schwellung die Atemwege blockieren kann, oder wenn ein Hund allergisch auf den Stich reagiert. Wenn Sie Symptome wie eine starke Schwellung, Lethargie, Erbrechen, Durchfall, Nesselsucht oder Atembeschwerden beobachten, suchen Sie umgehend tiermedizinisches Fachpersonal auf.

Ist dies nicht der Fall, ist ein Hornissenstich in der Regel nicht gefährlich für den Hund. Beobachten Sie trotzdem genau, wie sich Ihr Hund verhält, damit Sie im Ernstfall sofort Erste Hilfe leisten können. Für lokale Symptome wie Jucken, Rötungen und leichte Schwellungen können Sie die Stelle mit einem kalten Tuch kühlen. Es gibt auch spezielle Salben, die Abhilfe schaffen können, die Verwendung einer Salbe sollte jedoch vorher mit Fachpersonal abgesprochen werden. [4]

Hornissen ernähren sich hauptsächlich von anderen Insekten und pflanzlichen Säften.

Wie gefährlich sind Hornissen für Katzen?

Hornissenstiche bei Katzen treten vor allem dann auf, wenn die Katzen nach den Tieren jagen. Da Katzen es meist nicht zeigen, wenn sie Schmerzen haben, ist es manchmal schwierig zu bemerken, dass die Katze gestochen wurde. Aber auch für Katzen sind Stiche meist unbedenklich, außer sie sind allergisch oder werden im Rachen oder Mund gestochen.

Typische Anzeichen einer Allergie sind Bläschen an der Stichstelle, Atemnot, Kreislaufprobleme und starke Schwellungen. Wenn diese Symptome auftreten, sollten Sie sofort tiermedizinisches Personal zu Rate ziehen. [5]

Fakten über Hornissen: So wichtig sind Hornissen für unser Ökosystem

Hornissen sind für die Natur wichtiger, als viele denken. Sie leben in hochorganisierten Kolonien, bauen beeindruckende Nester aus selbst hergestelltem „Papier“ und übernehmen Aufgaben, die für das ökologische Gleichgewicht wichtig sind:

  • Hornissenkolonien bestehen aus mehreren hundert bis wenigen tausend Tieren, die dank klarer Rollenverteilung effizient zusammenarbeiten. 
  • Als Nebenbestäuber tragen sie zur Pflanzenvielfalt bei.
  • Hornissen essen große Mengen an Insekten und sind deshalb wichtig für die Regulation von Insektenpopulationen. So schützen sie auch Wälder und Wiesen. [1]
  • Sie tragen wesentlich zum ökologischen Gleichgewicht bei: Sie dienen anderen Tieren als Nahrung und schaffen durch ihre verlassenen Nester Lebensraum für andere Insekten. [3]

Helfen Sie Hornissen und anderen Insekten

Insekten sind immens wichtig für unser Ökosystem – jedoch gehen ihre Bestände immer weiter zurück. Durch Pestizide, landwirtschaftlich genutzte Flächen und den Anbau von Monokulturen schwindet ihre Lebensgrundlage immer weiter. Die gute Nachricht: Jede Person kann einen Beitrag leisten, Insekten zu helfen und ihnen Lebensraum zu bieten. Informieren Sie sich jetzt über das Insektensterben, warum die Welt Insekten braucht und was Sie tun können, um Insekten zu helfen.