Denken Sie darüber nach, einen Schäferhund zu kaufen? Dann ist es sehr wichtig, dass Sie sich vorher ausreichend über die Hunde informieren. Sie sollten gut überlegen, ob Sie genügend Zeit, Platz und finanzielle Ressourcen haben, um sich über Jahre hinweg um ein Lebewesen zu kümmern. Hier erfahren Sie, für wen Schäferhunde geeignet sind, wie viel Auslauf die Hunde brauchen und welche Probleme bei Schäferhunden auftauchen können.
Die Familie der Schäferhunde: Belgischer Schäferhund, Deutscher Schäferhund & Co.
Es gibt unterschiedliche „Rassen“, die zur Familie der Schäferhunde gehören. Neben der bekanntesten „Rasse“, dem Deutschen Schäferhund, gibt es unter anderem den Belgischen, den Holländischen, den Altdeutschen sowie den Weißen Schweizer Schäferhund. Die verschiedenen Arten unterscheiden sich sowohl in ihren äußerlichen Merkmalen als auch charakterlich.
Deutsche Schäferhunde haben ein schwarz-braunes oder schwarz-graues Fell, wirken kräftig und muskulös, sind bewegungsfreudig und intelligent. Belgische Schäferhunde sind etwas schlanker und nochmals unterteilt in vier Fellvarianten. Sie sind extrem aktiv und fordern sehr viel geistige und körperliche Beschäftigung, genauso wie Holländische Schäferhunde. Sie beide kommen aufgrund ihrer agilen und kraftvollen Art besonders oft im Schutzdienst zum Einsatz, beispielsweise bei der Polizei oder auch als „Drogenspürhunde“. Dadurch werden sie besonders häufig Opfer von Tierquälerei durch tierschutzwidrige Ausbildungsmethoden. Uns von PETA Deutschland erreichen immer wieder Meldungen, die von regelmäßiger Gewaltanwendung in der sogenannten „Schutzhundeausbildung“ berichten. Auch das Leben im „Dienst“ ist nicht risikofreier und bedeutet für die Hunde ein Leben in Angst. [1,2]

Weiße Schweizer Schäferhunde sind etwas ruhiger und sensibler als die anderen Arten und haben reinweißes, langes Fell, das viel Pflege benötigt, die Hunde aber auch krankheitsanfälliger macht. [2]
Sind Schäferhunde für Anfänger geeignet?
Schäferhunde sind eher keine Hunde für Anfänger:innen. Sie sind Hütehunde und wurden ursprünglich gezüchtet, um Schafherden zu bewachen und zu führen. [1] Diese Zucht prägt ihr Wesen bis heute: Sie sind sehr intelligent, bewegungsfreudig und haben einen stark ausgeprägten Beschützerinstinkt. Sie bewachen deswegen häufig ihr Zuhause und ihre Menschen. Schäferhunde brauchen klare Strukturen, eine liebevolle, aber konsequente Erziehung und müssen körperlich und geistig gut ausgelastet werden.
Ein unausgelasteter oder schlecht erzogener Schäferhund kann schnell Verhaltensauffälligkeiten wie Dominanzverhalten entwickeln, was aufgrund seiner Größe und Kraft gefährlich werden kann. Erfahrung mit Hunden und deren Erziehung ist also von großem Vorteil, genauso wie der regelmäßige Besuch einer Hundeschule.

Für wen sind Schäferhunde geeignet?
Ein Schäferhund eignet sich für besonders aktive Menschen, die sich gerne bewegen und viel Zeit mitbringen, um mit dem Hund zu trainieren, zu spielen und zu laufen. Sie benötigen Zeit, aber auch finanzielle Ressourcen für Hundeschule, Nahrung, Spielzeug und Steuer. Gerade bei „Rassehunden“ wie Schäferhunden, Australian Shepherds oder Französischen Bulldoggen, die oftmals zuchtbedingte gesundheitliche Probleme haben, können hohe Tierarztkosten anfallen. Genauso wichtig ist, dass der Hund zu Ihnen passt – denn Hunde haben abgesehen von den Eigenschaften, die für ihre „Rasse“ typisch sind, auch ganz individuelle Persönlichkeiten. Am besten legen Sie sich nicht auf eine „Rasse“ oder ein bestimmtes Alter fest und kaufen keinen Hund bei Züchter:innen. Gehen Sie stattdessen in ein Tierheim und lernen verschiedene Hunde kennen. Dort werden Sie beraten, um den passenden Hund für Ihre Lebensumstände zu finden.

Wie viel Auslauf braucht ein Schäferhund pro Tag?
Alle Schäferhunde haben einen großen Bewegungsdrang und müssen sowohl körperlich als auch geistig ausgelastet werden. Bevor Sie einen Schäferhund kaufen, überlegen Sie sich also genau, ob Sie genügend Zeit haben, um sich jeden Tag über mehrere Stunden mit Ihrem Hund zu beschäftigen – Sie können dafür gut drei bis vier Stunden pro Tag einplanen. Einfaches Spazierengehen reicht einem Schäferhund nicht aus.
Welche Art und wie viel Auslastung ein Schäferhund braucht, ist auch von der Art des Schäferhunds abhängig:
- Weißer Schweizer Schäferhund: Meist etwas ruhiger als andere „Schäferhunderassen“, hohe Bindungsbereitschaft, sehr sozial, macht gerne Obedience und Schnüffeltraining.
- Deutscher Schäferhund: Sehr intelligent und arbeitsfreudig, macht gerne Agility, Fährtenarbeit und kombiniert gerne Kopfarbeit mit Bewegung.
- Belgischer Schäferhund/Holländischer Schäferhund: Hoch aktiv und sehr leistungsfähig, sie benötigen noch mehr Auslastung als ein Deutscher Schäferhund und sollten regelmäßig trainiert und auch herausgefordert werden. Sie machen gerne Agility, Intelligenzspiele und lösen komplexe Aufgaben. Neben Spaziergängen sollten die Hunde auch ihre Energie beim Joggen, Rad fahren oder Inlineskaten loswerden können.

Wie lange darf man einen Schäferhund alleine lassen?
Lassen Sie Ihren Schäferhund nicht regelmäßig über mehrere Stunden alleine – als allgemeiner Richtwert kann ein Hund in Einzelfällen allerhöchstens sechs Stunden alleine bleiben. Es kommt aber auch auf Ihren individuellen Vierbeiner an – manche Hunde können besser damit umgehen als andere. Wenn Sie für die Arbeit jeden Tag weg sein müssen, adoptieren Sie keinen Hund oder sorgen Sie dafür, dass andere sich während Ihrer Abwesenheit um Ihren Hund kümmern können. Das Alleinbleiben müssen Sie mit Ihrem Hund trainieren, denn anfangs wird es ungewohnt für Ihr Tier sein. Manche Tiere fühlen sich unsicher oder sind gestresst, wenn sie alleine sind. Durch langsames Heranführen und positive Bestärkung können Sie Ihrem Vierbeiner beibringen, auch alleine entspannt zu bleiben. Hundetrainer:innen können dabei helfen, ein solches Training spielerisch, aber auch effektiv aufzubauen.
Welche Probleme haben Schäferhunde?
Schäferhunde sind Qualzuchten – das heißt, ihnen wurden von Menschen äußerliche Merkmale angezüchtet, die häufig zu gesundheitlichen Problemen und Schmerzen führen. Viele dieser Krankheiten entstehen durch den nach hinten abfallenden Rücken, der Schäferhunden aus ästhetischen Gründen angezüchtet wurde. [1]
Dazu gehören:
- Hüftdysplasie: Eine Hüftdysplasie ist eine Fehlbildung des Hüftgelenks und die am häufigsten auftretende Krankheit bei Schäferhunden. Betroffene Hunde haben Schmerzen und Schwierigkeiten beim Laufen und Aufstehen.
- Ellbogendysplasie: Ähnlich wie die Hüftdysplasie, betrifft aber das Ellbogengelenk. Auch hier kommt es zu Lahmheit, Schmerzen und Einschränkungen beim Bewegen.
- Degenerative Myelopathie: Eine Rückenmarkserkrankung, die zu Lähmungen der Hinterbeine führen kann. [3]

Wie viele Jahre lebt ein Schäferhund?
Ein Schäferhund lebt im Durchschnitt zwischen neun und 13 Jahren, manchmal aber auch länger. Wer sich für die Adoption eines Hundes entscheidet, muss sich im Klaren sein, dass das eine langfristige Verantwortung für ein fühlendes Lebewesen mit sich bringt. Das bedeutet: Zeit, finanzielle Mittel und die Bereitschaft, sich über viele Jahre hinweg um das Wohlergehen des Hundes zu kümmern.
Schäferhund kaufen: Wie viel kostet ein Schäferhund-Welpe?
Ein Schäferhund-Welpe kann bei Züchter:innen mehrere Tausend Euro kosten. Züchter:innen möchten vor allem Profit aus den Tieren schlagen und behandeln sie teilweise wie Ware. Die Welpen werden oft zu früh, schon mit acht Wochen, von der Mutter getrennt, um mehr Gewinn aus den Welpen zu schlagen und weniger in sie investieren zu müssen. Häufig bekommt man dann Welpen, die zurückhaltend und verängstigt sind und noch keine Alltagssituationen kennen, weil viele Züchter:innen weder die Zeit noch das Engagement zeigen, sich ausreichend mit den jungen Hunden zu beschäftigen.
Warum Sie keine Schäferhunde im Internet oder aus der Zucht kaufen sollten
Vor allem im Internet boomt der Handel mit Welpen – unseren Recherchen zufolge werden monatlich 17.000 Welpen auf den fünf größten Onlineportalen inseriert. Viele der im Internet angebotenen Welpen stammen aus Osteuropa, wo Welpen in Massen auf sogenannten Vermehrerfarmen gezüchtet und illegal nach Deutschland eingeführt werden.
Bitte kaufen Sie niemals Schäferhunde aus der Zucht, in Zoohandlungen oder über Internetportale. Jeder, der dort einen Hund oder ein anderes Tier kauft, trägt aktiv dazu bei, dass Tierheime in Deutschland überfüllt sind. Dort gibt es so viele Tiere, die auf ein Zuhause warten. Informieren Sie sich also bei lokalen Tierschutzorganisationen. Dort wird Ihnen geholfen, den passenden Hund für Sie zu finden – ohne das Leid der Tiere durch die Zucht weiter zu fördern.
Helfen Sie, den Welpenhandel zu stoppen
Der Handel mit Welpen verursacht extremes Leid – weibliche Hunde werden als Gebärmaschinen missbraucht, oftmals werden die Welpen zu früh von ihren Müttern getrennt, einige sterben aufgrund unbehandelter Krankheiten und Stress bereits beim Transport. Unterstützen Sie jetzt unsere Petition und fordern Sie Onlineplattformen dazu auf, den Handel mit Tieren einzustellen.
-
Quellen
[1] Martin Rütter: Deutscher Schäferhund, https://www.martinruetter.com/rassekunde/deutscher-schaeferhund (eingesehen am 05.11.2025)
[2] Focus (22.05.2023): Schäferhund, https://focus-tierarzt.de/magazin/schaeferhund-alles-ueber-aussehen-und-charakter (eingesehen am 05.11.2025)
[3] Tierarzt Karlsruhe – Kleintierzentrum Arndt: Schäferhund Krankheiten, https://tierarzt-karlsruhe-durlach.de/schaeferhund-krankheiten/ (eingesehen am 24.10.2025)