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Warum Sie niemals einen Schäferhund kaufen sollten

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Wer einen Schäferhund kaufen möchte, sollte die Entscheidung gut überdenken und bewusst treffen. Schäferhunde sind intelligente und aktive Hunde mit einem hohen Bedürfnis nach Bewegung, Beschäftigung und sozialem Kontakt. Viele Tiere leiden zudem unter zuchtbedingten Gesundheitsproblemen. Informieren Sie sich deshalb genau über die Bedürfnisse der Hunde und geben Sie einem Tier aus dem Tierschutz ein Zuhause.  

Hier erfahren Sie, für wen Schäferhunde geeignet sind, wie viel Auslauf die Hunde brauchen und welche Probleme bei Schäferhunden auftreten können. 

Inhalte im Überblick

Welche Schäferhunde gibt es? 

Es gibt unterschiedliche „Rassen“, die zur Familie der Schäferhunde gehören. Die verschiedenen Arten unterscheiden sich sowohl in ihren äußerlichen Merkmalen als auch charakterlich: 

  • Deutsche Schäferhunde sind die bekannteste Schäferhund-Art. Die Hunde haben ein schwarz-braunes oder schwarz-graues, meist längeres Fell, wirken kräftig und muskulös, sind bewegungsfreudig und intelligent.  
  • Belgische Schäferhunde sind etwas schlanker und nochmals unterteilt in vier Fellvarianten mit meist kurzem Fell. Sie sind extrem aktiv und fordern sehr viel geistige und körperliche Beschäftigung.  
  • Holländische Schäferhunde ähneln den Belgischen in ihrem Energielevel. Sie sind intelligent, ausdauernd und möchten geistig und körperlich gefördert werden.  
  • Weiße Schweizer Schäferhunde gelten als etwas ruhiger und sensibler. Ihr langes, weißes Fell benötigt regelmäßige Pflege.  

Dennoch hat jeder Hund Unabhängig von seiner „Rasse“ einen individuellen Charakter, der ihn ausmacht und auf dessen Bedürfnisse man immer Rücksicht nehmen sollte. Belgische und Holländische Schäferhunde kommen aufgrund ihrer agilen und kraftvollen Art besonders oft im Schutzdienst zum Einsatz, beispielsweise bei der Polizei oder auch als „Drogenspürhunde“. Dadurch werden sie besonders häufig Opfer von Tierquälerei durch tierschutzwidrige Ausbildungsmethoden. Uns von PETA Deutschland erreichen immer wieder Meldungen, die von regelmäßiger Gewaltanwendung in der sogenannten „Schutzhundeausbildung“ berichten. Auch der Alltag im „Dienst“ ist nicht risikofreier und bedeutet für die Hunde ein Leben in Angst. [1, 2] 

weißer Schäferhund
Schäferhunde unterscheiden sich je nach Art in ihrem Aussehen, Temperament und Bewegungsdrang.

Für wen sind Schäferhunde geeignet? 

Ein Schäferhund eignet sich für besonders aktive Menschen mit viel Zeit und Hundeerfahrung. Die Hunde möchten nicht nur spazieren gehen, sondern auch geistig gefordert werden. Neben Zeit und Erfahrung benötigen Sie aber auch finanzielle Ressourcen. Gerade bei „Rassehunden“ wie Schäferhunden, Australian Shepherds oder Französischen Bulldoggen, die oftmals zuchtbedingte gesundheitliche Probleme haben, können hohe Tierarztkosten anfallen.  

Genauso wichtig ist, dass der Hund zu Ihnen passt – denn Hunde haben abgesehen von den Eigenschaften, die für ihre „Rasse“ typisch sind, auch ganz individuelle Persönlichkeiten. Am besten legen Sie sich nicht auf eine „Rasse“ oder ein bestimmtes Alter fest und kaufen keinen Hund bei Züchter:innen. Gehen Sie stattdessen in ein Tierheim und lernen verschiedene Hunde kennen. Dort werden Sie beraten, um den passenden Hund für Ihre Lebensumstände zu finden, und können den Vierbeiner ausgiebig kennenlernen. 

Sind Schäferhunde für Anfänger:innen geeignet? 

Schäferhunde sind eher keine Hunde für Anfänger:innen. Sie sind sogenannte Hütehunde und wurden ursprünglich gezüchtet, um Schafherden zu bewachen und zu führen. [1] Diese Zucht prägt ihr Wesen bis heute: Sie sind sehr intelligent, bewegungsfreudig und haben einen stark ausgeprägten Beschützerinstinkt. Sie bewachen deswegen häufig ihr Zuhause und ihre Menschen. Schäferhunde brauchen klare Strukturen, eine liebevolle, aber konsequente Erziehung und müssen körperlich und geistig gut ausgelastet werden. 

Ein unausgelasteter oder schlecht erzogener Schäferhund kann schnell Verhaltensauffälligkeiten wie Dominanzverhalten entwickeln, was aufgrund seiner Größe und Kraft gefährlich werden kann. Erfahrung mit Hunden und deren Erziehung ist also von großem Vorteil, genauso wie der regelmäßige Besuch einer Hundeschule. 

Schäferhunde können bei artgerechter Haltung und Erziehung liebevolle Familienhunde sein.

Sind Schäferhunde gute Familienhunde?  

Schäferhunde können liebevolle Familienhunde sein, wenn sie ausreichend beschäftigt und konsequent, aber gewaltfrei erzogen werden. Sie bauen meist eine enge Bindung zu ihren Bezugspersonen auf und gelten als loyal. Aufgrund ihrer Größe, Kraft und ihres ausgeprägten Schutzinstinkts benötigen sie jedoch eine verantwortungsvolle Haltung, die ihre Bedürfnisse und individuelle Art kennt und darauf eingehen kann. Besonders bei kleinen Kindern sollten Begegnungen zwischen allen Hunden und Kindern stets beaufsichtigt werden. 

Haltung: Wie viel Auslauf braucht ein Schäferhund pro Tag? 

Alle Schäferhunde haben einen großen Bewegungsdrang und müssen sowohl körperlich als auch geistig ausgelastet werden. Bevor Sie einen Schäferhund kaufen, überlegen Sie sich also genau, ob Sie genügend Zeit haben, um sich jeden Tag über mehrere Stunden mit Ihrem Hund zu beschäftigen – Sie können dafür gut drei bis vier Stunden pro Tag einplanen. Einfaches Spazierengehen reicht einem Schäferhund in der Regel nicht aus. 

Welche Art und wie viel Auslastung ein Schäferhund braucht, ist auch von der Art des Schäferhunds und des individuellen Charakters abhängig: 

  • Weißer Schweizer Schäferhund: meist etwas ruhiger als andere „Schäferhunderassen“, hohe Bindungsbereitschaft, sehr sozial, mögliche Beschäftigung: Obedience und Schnüffeltraining. 
  • Deutscher Schäferhund: meist sehr intelligent und arbeitsfreudig, mögliche Beschäftigung: Agility, Fährtenarbeit und kombiniert gerne Kopfarbeit mit Bewegung. 
  • Belgischer Schäferhund/Holländischer Schäferhund: meist hochaktiv und sehr leistungsfähig. Sie benötigen häufig noch mehr Auslastung als ein Deutscher Schäferhund und sollten regelmäßig trainiert und auch herausgefordert werden. Mögliche Beschäftigung: Agility, Intelligenzspiele und das Lösen komplexer Aufgaben. Neben Spaziergängen sollten die Hunde auch ihre Energie beim Joggen, Radfahren oder Inlineskaten loswerden können. 
junger Schäferhund
Schäferhunde brauchen täglich mehrere Stunden Bewegung und geistige Beschäftigung.

Kann ein Schäferhund in einer Wohnung leben?  

Grundsätzlich kann ein Schäferhund in einer Wohnung leben, sofern seine Bedürfnisse erfüllt werden. Entscheidend ist nicht unbedingt die Wohnungsgröße, sondern ob der Hund täglich ausreichend Bewegung, Beschäftigung und soziale Kontakte erhält. Da Schäferhunde sehr aktiv sind und viel Platz zum Bewegen brauchen, sind Wohnungen in dicht bebauten Städten ohne Zugang zu geeigneten Auslaufmöglichkeiten jedoch nicht ideal.

Wie lange darf man einen Schäferhund alleine lassen? 

Lassen Sie Ihren Schäferhund nicht regelmäßig über mehrere Stunden alleine – als allgemeiner Richtwert kann ein Hund in Einzelfällen allerhöchstens sechs Stunden alleine bleiben. Es kommt aber auch auf Ihren individuellen Vierbeiner an – manche Hunde können besser damit umgehen als andere. Wenn Sie für die Arbeit jeden Tag weg sein müssen, adoptieren Sie keinen Hund oder sorgen Sie dafür, dass andere sich während Ihrer Abwesenheit um Ihren Hund kümmern können.  

Das Alleinbleiben müssen Sie mit Ihrem Hund trainieren, denn anfangs wird es ungewohnt für Ihr Tier sein. Manche Tiere fühlen sich unsicher oder sind gestresst, wenn sie alleine sind. Durch langsames Heranführen und positive Bestärkung können Sie Ihrem Vierbeiner beibringen, auch alleine entspannt zu bleiben. Hundetrainer:innen können dabei helfen, ein solches Training spielerisch, aber auch effektiv aufzubauen. 

Haaren Schäferhunde stark?  

Ob ein Schäferhund stark haart, ist individuell und abhängig von der Felllänge. Schäferhunde mit kurzem Fell sollten hin und wieder gekämmt werden. Schäferhunde mit langem Fell verlieren ganzjährig Fell und haaren insbesondere während des Fellwechsels im Frühjahr und Herbst sehr stark. Regelmäßige Fellpflege ist deshalb unbedingt notwendig. Um lose Haare zu entfernen und Verfilzungen vorzubeugen, sollten Schäferhunde mit langem Fell mehrmals pro Woche gründlich gebürstet werden. Während des Fellwechsels kann tägliches Bürsten sinnvoll sein.  

Sind Schäferhunde Qualzuchten?  

Schäferhunde sind Qualzuchten – das heißt, ihnen wurden von Menschen äußerliche Merkmale angezüchtet, die häufig zu gesundheitlichen Problemen und Schmerzen führen. Über Jahrzehnte wurde vielen Tieren ein stark nach hinten abfallender Rücken als Schönheitsideal angezüchtet. Diese unnatürliche Körperform kann Erkrankungen des Bewegungsapparats begünstigen und dazu führen, dass Hunde bereits in jungen Jahren Schmerzen beim Aufstehen oder Laufen entwickeln. [1] 

Wenn bei einem Schäferhund beispielsweise eine Hüftdysplasie diagnostiziert wird, ist dies für die Tiere mit lebenslangen Einschränkungen verbunden. Viele benötigen dauerhaft Schmerzmittel sowie physiotherapeutische Behandlungen, um Beschwerden zu lindern. Für die Halter:innen ist dies mit hohen Tierarztkosten verbunden. Bereits die Diagnostik durch Röntgenaufnahmen kann teuer sein. Hinzu kommen Ausgaben für Medikamente, Physiotherapie, Kontrolluntersuchungen und in schlimmen Fällen sogar Operationen. Trotz dieser Maßnahmen leiden viele betroffene Hunde häufig dennoch unter Schmerzen und einer eingeschränkten Beweglichkeit. 

Welche gesundheitlichen Probleme haben Schäferhunde? 

Bei Schäferhunden treten folgende Krankheiten häufiger auf: 

  • Hüftdysplasie: Eine Hüftdysplasie ist eine Fehlbildung des Hüftgelenks und die am häufigsten auftretende Krankheit bei Schäferhunden. Betroffene Hunde haben Schmerzen und Schwierigkeiten beim Laufen und Aufstehen. 
  • Ellbogendysplasie: Ähnlich wie die Hüftdysplasie, betrifft aber das Ellbogengelenk. Auch hier kommt es zu Lahmheit, Schmerzen und Einschränkungen beim Bewegen. 
  • Degenerative Myelopathie: Eine Rückenmarkserkrankung, die zu Lähmungen der Hinterbeine führen kann. [3] 
Schäferhunde haaren je nach Felltyp unterschiedlich stark und benötigen regelmäßige Fellpflege.

Wie alt wird ein Schäferhund? 

Ein Schäferhund lebt im Durchschnitt zwischen neun und 13 Jahren, manchmal aber auch länger. Wer sich für die Adoption eines Hundes entscheidet, muss sich im Klaren sein, dass das eine langfristige Verantwortung für ein fühlendes Lebewesen mit sich bringt. Das bedeutet: Zeit, finanzielle Mittel und die Bereitschaft, sich über viele Jahre hinweg um das Wohlergehen des Hundes zu kümmern. 

Schäferhund kaufen: Wie viel kostet ein Schäferhund-Welpe? 

Ein Schäferhund-Welpe kann bei Züchter:innen mehrere Tausend Euro kosten. Züchter:innen möchten vor allem Profit aus den Tieren schlagen und behandeln sie teilweise wie Ware. Die Welpen werden oftmals sehr früh von der Mutter getrennt, um mehr Gewinn aus den Welpen zu schlagen und weniger in sie investieren zu müssen. Häufig bekommt man Welpen, die zurückhaltend und verängstigt sind und noch keine Alltagssituationen kennen, weil viele Züchter:innen weder die Zeit noch das Engagement zeigen, sich ausreichend mit den jungen Hunden zu beschäftigen.  

Was kostet ein Schäferhund im Monat? 

Neben den Kosten für die Adoption fallen auch laufende Ausgaben an, die je nach Hund mehrere hundert Euro im Monat sein können. Diese müssen über die ganze Lebenszeit des Hundes getragen werden. Dazu gehören unter anderem:  

  • Erstausstattung wie Leine, Geschirr und Hundebett 
  • Nahrung und Leckerlis  
  • Hundespielzeug oder ggf. Kosten für Hundesport  
  • Hundesteuer und Versicherungen  
  • Besuche bei Tierarztpraxen  

Warum Sie keine Schäferhunde im Internet oder aus der Zucht kaufen sollten 

Vor allem im Internet boomt der Handel mit Welpen – unseren Recherchen zufolge werden monatlich 17.000 Welpen auf den fünf größten Onlineportalen inseriert. Viele der im Internet angebotenen Welpen stammen aus Osteuropa, wo Welpen in Massen auf sogenannten Vermehrerfarmen gezüchtet und illegal nach Deutschland eingeführt werden. 

Bitte kaufen Sie niemals Schäferhunde aus der Zucht oder über Internetportale. Jede Person,  die dort einen Hund oder ein anderes Tier kauft, trägt aktiv dazu bei, dass Tierheime in Deutschland weiter überfüllt sind. Dort gibt es so viele Tiere unterschiedlichen Aussehens, Alters und Charakters, die auf ein Zuhause warten. Informieren Sie sich also bei lokalen Tierschutzorganisationen. Dort wird Ihnen geholfen, den passenden Hund für Sie zu finden – ohne das Leid der Tiere durch die Zucht weiter zu fördern. 

Fazit: Das Wichtigste über Schäferhunde auf einen Blick  

  • Schäferhunde sind aktive und intelligente Hunde mit einem hohen Beschäftigungsbedarf. 
  • Für Anfänger:innen sind sie aufgrund ihrer Bedürfnisse und ihrer Größe nicht immer die passende Wahl. 
  • Viele Schäferhunde sind Qualzuchten und haben deshalb häufig gesundheitliche Probleme wie Hüft- und Ellbogendysplasie.  
  • Züchter:innen verkaufen Schäferhunde wie Ware für mehrere tausend Euro, um möglichst viel Profit zu erzielen. Adoptieren Sie stattdessen Hunde aus dem Tierschutz.  
  • Wer einem Hund ein Zuhause geben möchte, sollte sich vorher genau überlegen, ob genügend Zeit, finanzielle Ressourcen und Erfahrung vorhanden sind.  

Helfen Sie, den Welpenhandel zu stoppen

Der Handel mit Welpen verursacht extremes Leid – weibliche Hunde werden als Gebärmaschinen missbraucht, oftmals werden die Welpen zu früh von ihren Müttern getrennt, einige sterben aufgrund unbehandelter Krankheiten und Stress bereits beim Transport. Unterstützen Sie jetzt unsere Petition und fordern Sie Onlineplattformen dazu auf, den Handel mit Tieren einzustellen.