Tierkörperbeseitigungsanlagen: Wo Tierquälerei für immer vertuscht wird

Neue Zahlen bestätigen, was Organisationen wie PETA seit langem veröffentlichen

In den vergangenen Jahren haben PETA und andere Organisationen zahllose Videos aus Tierställen veröffentlicht, die eindeutig zeigen, dass die Bedürfnisse der Tiere in der landwirtschaftlichen Tierhaltung mit Füßen getreten werden. Die Zucht auf immer mehr Fleisch, Milch und Eier sowie die Haltungsbedingungen in den Ställen machen viele Tiere krank und verursachen somit psychisches und physisches Leid. Von Seiten der Landwirte und der lobbynahen Politik werden diese Aufnahmen meist als Ausnahmen abgetan und nicht ernsthaft verfolgt.

Tierkörperbeseitigungsanlagen überwachen – Tierquälerei bestrafen!

Viele der Schweine, Rinder und anderen Tiere aus Agrarbetrieben, die in Tierkörperbeseitigungsanlagen entsorgt werden, haben vor ihrem Tod an Verletzungen und Krankheiten gelitten oder wurden fehlerhaft notgetötet. Mit der Vernichtung der Tierkörper in den Anlagen werden alle Hinweise auf solche Tierschutzverstöße beseitigt und somit für immer vertuscht. Das muss aufhören! Deshalb fordert PETA eine unabhängige Untersuchung aller Tierkörper und eine lückenlose Rückverfolgbarkeit, damit Straftaten geahndet werden können. Mit dieser Forderung wenden wir uns an die Agrarminister der Länder, denn sie sollten dafür verantwortlich sein, dass Tierkörperbeseitigungsanlegen nicht länger Orte sind, an denen Hinweise auf Tierleid und grobe Verstöße gegen das Tierschutzgesetz für immer vernichtet werden.

Online Petition

Tierkörperbeseitigungsanlagen müssen überwacht werden!

Sehr geehrte Damen und Herren,

die Studie der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) über den Gesundheitszustand von toten Schweinen, die in Tierkörperbeseitigungsanlagen entsorgt werden sollen, zeigte erneut, wie Tiere in Mast- und Zuchtbetrieben leiden.

Damit bestätigen die Ergebnisse der Studie die zahlreichen Veröffentlichungen von PETA und anderen Organisationen, in denen wiederholt aufgezeigt wurde, wie sehr Schweine, Rinder und Geflügel in den landwirtschaftlichen Betrieben leiden.

Derzeit werden in Tierkörperbeseitigungsanlagen kaum Kontrollen an toten Tieren durchgeführt. Auch die Rückverfolgbarkeit und somit die Möglichkeit zur Ahndung von Straftaten ist nicht gewährleistet. Somit werden jegliche Beweise für Tierschutzverstöße für immer vernichtet, und es wird ein weiterer scheinbar rechtsfreier Raum in der Agrarindustrie erhalten.

PETA fordert die sofortige Überarbeitung der Gesetzeslage und eine verpflichtende und unabhängige Kontrolle aller Tierkörper sowie eine lückenlose Rückverfolgbarkeit der sogenannten Falltiere.

 

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Eine Studie über Tierkörperbeseitigungsanlagen (TBA) zeigen nun eine erschreckend hohe Zahl an Tierkörpern aus der Landwirtschaft, die die grausamen Bilder aus den bisherigen Recherchen in Ställen bestätigen.
 

Tierkörperbeseitigungsanlagen sind Sammelstellen für tote Tiere aus verschiedenen Bereichen, beispielsweise aus der Landwirtschaft oder aus Zoos und Pelzbetrieben, sowie sogenannte Haustiere. Ihre Körper und Körperteile, darunter zählen auch Schlachtabfälle, werden in den Anlagen beispielweise durch Verbrennen vernichtet.

13,6 Millionen Schweine landen in Tierkörperbeseitigungsanlagen

Bislang wurden kaum Studien zum gesundheitlichen Zustand der Tiere durchgeführt, die die Zucht oder Mast nicht überlebt haben und somit in Tierkörperbeseitigungsanlagen „entsorgt“ werden. Die wenigen vorliegenden Ergebnisse solcher Untersuchungen sind allerdings schockierend, denn sie zeigen auf, dass ein großer Teil dieser sogenannten Falltiere vor ihrem Tod erheblich leiden mussten. Eine erste Erhebung von Tierschutzindikatoren erschien bereits 2014 in Österreich und konnte nachweisen, dass Schweine und Rinder sehr häufig mit tierschutzrelevanten Befunden in eine TBA angeliefert werden. Die Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) veröffentlichte Ende 2017 nun eine Studie, in deren Rahmen ein Teil der etwa 13,6 Millionen Schweine, die jährlich in deutschen Zucht- und Mastanlagen sterben müssen, untersucht wurden.

Diese Schweine landen in der TBA; mögliche Hinweise auf Tierschutzverstöße werden damit für immer vernichtet.

Das traurige Ergebnis: 13,2 Prozent der sogenannten Mastschweine und 11,6 Prozent der Schweine aus der Zucht wiesen derart grausame Befunde auf, die darauf schließen lassen, dass die Tiere zu Lebzeiten länger anhaltende und erhebliche Schmerzen und/oder Leiden ertragen mussten. Dazu gehörten zum Beispiel starke Abmagerung, eitrige Gelenkentzündungen, Entzündungen der Zehen, Bissverletzungen an Schwanz und Ohren sowie andere Hautläsionen durch Geschwüre.

Diese Leiden waren äußerlich erkennbar und langanhaltend. Damit ergibt sich ein Straftatbestand nach §17 Nr. 2 des Tierschutzgesetzes!

Hinzu kommen Verstöße gegen das Tierschutzgesetz durch eine mangelhafte Betäubung oder Tötung durch die Landwirte. Bei fast 62 Prozent der 165 untersuchten Tiere, die Anzeichen einer Tötung aufwiesen, wurden Mängel in der Durchführung festgestellt.Ein Schwein lebte bei der Anlieferung in die Tierkörperbeseitigungsanlage sogar noch. Es wurde im eigenen Blut liegend vorgefunden.
In deutschen Schlachthöfen werden jedes Jahr fast 60 Millionen Schweine getötet.
 
Für die Industrie zählt das Individuum nicht. Daher werden diese Ferkel kurz nach der Geburt wie Müll entsorgt.

Knapp 600.000 Rinder landen in Tierkörperbeseitigungsanlagen

Aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Grünen geht hervor, dass 2016 insgesamt 579.111 Rinder ohne konkret erfassten Grund in den Anlagen beseitigt wurden – Tendenz steigend, denn im Vorjahr waren es 30.000 Rinder weniger. Damit sterben etwa 14 % der Rinder bereits in den Ställen der Fleisch- und Milchbetriebe – und das nach meist langer Leidenszeit. 3,6 Millionen Rinder werden jedes Jahr in deutschen Schlachthäusern getötet.
Bislang liegen noch keine Zahlen oder Schätzungen zu Geflügel wie Hühner, Puten oder Enten sowie zu Kaninchen vor. Doch auch in diesem Bereich dürfte ein ähnlicher Prozentsatz an vertuschten Tierschutzverstößen vorzufinden sein.
 
Ohne Angabe von Gründen wird der tote Körper dieser Kuh in der TBA vernichtet – und damit die Möglichkeit, Gesetzesverstöße zu ahnden.

Trauriges Fazit

Bislang werden keine oder unzureichende Kontrollen an toten Tieren durchgeführt, die in Tierkörperbeseitigungsanlagen entsorgt werden. Landwirte müssen nach wie vor keine Angaben zur Todesursache der Tiere machen. Zudem erfolgt kaum eine Überwachung in den Ställen, da Veterinärämter oftmals keine Kontrollen durchführen oder solche Kontrollen versagen. Auch die Rückverfolgbarkeit der Tiere von den Tierkörperbeseitigungsanlagen in die Ställe ist bisher kaum möglich. Dies führt dazu, dass Tierschutzverstöße vertuscht werden können. Die Leidtragenden sind, wie immer, die Millionen Tiere in den Agrarbetrieben, die für Milch, Fleisch und Eier ein nicht artgerechtes Leben voller Entbehrungen führen müssen.

Was Sie tun können

Bitte kaufen Sie keine tierischen Produkte wie Fleisch, Milch oder Eier. All diese Erzeugnisse sind mit großem Tierleid verbunden. Melden Sie sich noch heute für unser unverbindliches und kostenloses Veganstart-Programm an und erhalten Sie 30 Tage lang leckere vegane Rezepte und viele Tipps und Tricks, die den Einstieg in ein gesundes und tierfreundliches Leben erleichtern.