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Aquaponik: Nachhaltige Innovation oder nur eine neue Form von tierquälerischer Intensivtierhaltung? 

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Aquaponik wird häufig als besonders nachhaltige Form der „Nahrungsmittelproduktion“ beworben. Dabei kombiniert eine Aquaponik-Anlage die Fischzucht mit Pflanzenanbau in einem geschlossenen Wasserkreislauf. Oft ist in dem Zusammenhang die Rede von einer ressourcenschonenden Alternative zur herkömmlichen Landwirtschaft. [1] Aus tierrechtlicher Sicht wirft das System jedoch grundlegende ethische Fragen auf: Denn auch wenn Wasser eingespart oder Transportwege verkürzt werden, bleiben die Fische diejenigen, die den Preis für das Geschäftsmodell bezahlen. 

Inhaltsverzeichnis

Was versteht man unter Aquaponik?

Aquaponik ist ein Produktionssystem, das die Zucht von Fischen in der Aquakultur und den erdenlosen Pflanzenanbau, Hydroponik, miteinander verbindet. Die Ausscheidungen der Fische dienen als Nährstoffquelle für Pflanzen. [1] Diese reinigen das Wasser, das anschließend zurück in die Fischbecken fließt. [2] 

In einem sogenannten Aquaponik-Gewächshaus oder einer modularen Aquaponik-Anlage wachsen Gemüse, Kräuter und Salate, während Fische gleichzeitig für den Verkauf zum menschlichen Verzehr gezüchtet werden. Das Verfahren wird häufig als Kreislaufsystem dargestellt, das Wasser sparen und eine regionale Nahrungsmittelproduktion ermöglichen soll. [2] 

Das System funktioniert jedoch nur, weil fühlende Wirbeltiere für wirtschaftliche Zwecke gezüchtet, eingesperrt und getötet werden. 

„Modulare Cubes“: Wenn Fische als Pflanzendünger in Modulwürfeln missbraucht werden

In Österreich gibt es erste Unternehmen, die sogenannte modulare Cubes einsetzen. Das sind würfelförmige, standardisierte Bauelemente, die sich flexibel zu einer größeren Aquaponik-Anlage kombinieren lassen – und in diesen winzigen Würfeln werden Fische als Pflanzendünger missbraucht: die Perfektionierung der Tierausbeutung. Hier sollen unter anderem Welse ausgebeutet werden, während das System unter realen Bedingungen getestet und weiterentwickelt wird. [3] 

Das Projekt wird als regionales und nachhaltiges Konzept vermarktet. Aus tierrechtlicher Sicht handelt es sich jedoch nicht um einen Fortschritt für Tiere, sondern um eine neue und extrem tierquälerische Form der Intensivtierhaltung.

Welche Fische eignen sich für Aquaponik?

In der Praxis werden weltweit verschiedene Fischarten eingesetzt, darunter: 

  • Welse 
  • Tilapia 
  • Karpfen 
  • Forellen 
  • Barsche [4] 

All diese Fische sind jedoch hochentwickelte, empfindsame Wirbeltiere. Wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen, dass sie Schmerzen empfindenStress erleben, lernen und komplexes Sozialverhalten zeigen. Sie haben individuelle Bedürfnisse und Interessen, die in industriellen Produktionssystemen nicht berücksichtigt werden.  

Was sind Nachteile der Aquaponik?

Grundsätzliche Probleme aus tierrechtlicher Sicht sind folgende: 

1. Tiere bleiben „Produktionsmittel“ 

In Aquaponik-Systemen werden Fische ausschließlich gezüchtet, damit ihre Ausscheidungen als Dünger dienen. Die Tiere werden anschließend verkauft und getötet. Ihr Eigenwert als fühlende Individuen spielt dabei keine Rolle. 

2. Massenzucht im Kreislaufsystem 

Auch moderne Technik verändert nichts daran, dass unzählige Tiere auf engstem Raum gehalten werden. Sensoren, Automatisierung und digitale Überwachung sollen die Produktion effizienter machen – nicht das Leben der Fische verbessern

3. Nachhaltigkeit wird verkürzt dargestellt 

Häufig konzentriert sich die Nachhaltigkeitsdebatte ausschließlich auf Ressourcen wie Wasser oder Fläche. Das Leid der ausgebeuteten Tiere bleibt dabei weitgehend unberücksichtigt. 

4. Irreführende Sprache 

Oft ist davon die Rede, dass Fische gemeinsam mit Gemüse „geerntet“ würden. 

Fische sind kein Gemüse. Das Wort „Ernten“ ist Verbrauchertäuschung, denn es suggeriert, dass Fische gefühlloses Gemüse seien.

5. Steriler Lebensraum 

Die Becken oder „Cubes” sind kahle Glaskästen und nicht einmal annähernd dem echten Lebensraum der Tiere nachempfunden.  

Hier wird versucht, darüber hinwegzutäuschen, dass sensible Welse in der Intensivtierhaltung für wirtschaftliche Zwecke produziert werden. Fische sind aber keine Rohstoffe, sondern empfindsame Lebewesen mit eigenen Bedürfnissen und Interessen. Dass ihr Leben und Tod mithilfe von Sensoren, Automatisierung und Kreislauftechnik verwaltet wird, macht ihre Nutzung nur noch unethischer. 

Pflanzliche Lebensmittel statt neuer Fischzucht

Statt neue Geschäftsmodelle auf der Zucht und Tötung von Tieren aufzubauen, sollte in den Ausbau einer rein pflanzlichen Lebensmittelproduktion investiert werden. 

Hydroponische Systeme oder andere pflanzenbasierte Anbaumethoden ermöglichen ebenfalls eine ressourcenschonende Produktion [5] – jedoch ohne Tiere auszubeuten oder zu töten. Innovationen sollten dazu beitragen, Ernährung nachhaltiger zu gestalten, ohne fühlende Lebewesen zu Produktionsmitteln zu degradieren.

Fazit: Nachhaltigkeit geht nicht ohne Mitgefühl

Aquaponik wird häufig als zukunftsweisende Lösung präsentiert. Doch auch wenn Wasser gespart oder regionale Lieferketten geschaffen werden können, bleibt der zentrale Widerspruch bestehen: Tiere werden weiterhin für wirtschaftliche Zwecke gezüchtet, gehalten und getötet. 

Nachhaltigkeit endet nicht beim Ressourcenverbrauch – sie muss auch Mitgefühl gegenüber Tieren einschließen. Wer Ernährung wirklich zukunftsfähig gestalten möchte, sollte auf innovative pflanzliche Lebensmittelproduktion setzen statt auf neue Formen der landwirtschaftlichen Tierhaltung. 

Jetzt für eine tierfreie Landwirtschaft aktiv werden

Eine zukunftsfähige Landwirtschaft muss nicht nur Ressourcen schonen, sondern auch Tiere schützen. Statt neue Formen der landwirtschaftlichen Tierhaltung wie Aquaponik zu fördern, braucht es Investitionen in eine rein pflanzliche, tierfreie Lebensmittelproduktion. 

Unterstützen Sie PETAs Forderung nach einem Ausstieg aus der landwirtschaftlichen Tierhaltung und setzen Sie sich gemeinsam mit uns für eine nachhaltige Landwirtschaft ohne Tierausbeutung ein. Erfahren Sie mehr über unseren Ausstiegsplan und unterschreiben Sie die Petition:

[1] GB Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (30.09.2021): Das Prinzip Aquaponik – klar definiert, https://www.igb-berlin.de/news/das-prinzip-aquaponik-klar-definiert (eingesehen am 22.07.2026)  

[2] greeny+ (12.05.2025): Aquaponik – Das geschlossene Ökosystem für Pflanzen und Fische, https://greenyplus.com/blogs/blog/aquaponik (eingesehen am 22.07.2026) 

[3] Tips.at (07.07.2026): So soll heimischer Fisch künftig regional gezüchtet werden, https://www.tips.at/nachrichten/oesterreich/oesterreich-welt/728250-so-soll-heimischer-fisch-kuenftig-regional-gezuechtet-werden (eingesehen am 22.07.2026) 

[4] REKUBIK: Aquaponik – welche Fische eignen sich?, https://www.rekubik.de/magazin/aquaponic-welche-fische-eignen-sich/ (eingesehen am 22.07.2026) 

[5] Pflanzenfabrik (08.11.2023): Hydroponik Systeme, https://pflanzenfabrik.de/systeme-der-hydroponik/ (eingesehen am 22.07.2026)