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Tierverkauf im Zoohandel: Nein, danke!

Massenware Tier – das skrupellose Geschäft bei Zoo Zajac

Stand Oktober 2016
Hier werden fühlende Lebewesen zu Massenware degradiert: Auf etwa 12.000 m² Verkaufsfläche bietet Zoo Zajac etwa 250.000 Tiere – darunter 3.000 verschiedene Tierarten – zum Verkauf an. Das Unternehmen gilt als größter Zoofachhandel der Welt [1]. Doch derartige Geschäfte mit Tieren sind verantwortungslos, da hunderte Tierheime die nicht enden wollende Flut an Abgabetieren nicht mehr stemmen können. Jährlich landen alleine in Deutschland etwa 300.000 Tiere in Tierheimen. Jedes einzelne bei Zajac verkaufte Tier nimmt einem sehnsüchtig wartenden Tierheimbewohner die Chance auf ein liebevolles Zuhause. Das Individuum zählt nicht: Die Tiere werden als Zuchtmaterial betrachtet, aus dem so viel Profit wie möglich geschlagen werden soll – auf Kosten der Tiere.
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Problemfeld: exotische „Haustiere“
Es gibt kaum eine Tierart, die nicht bei Norbert Zajac erhältlich ist: Zum umfangreichen „Verkaufssortiment“ zählen hochsensible exotische Tiere wie Reptilien, Vögel, Faultiere, Präriehunde und sogar Affen. Hierbei handelt es sich um Wildtiere, die nicht an den Menschen gewöhnt sind und niemals artgerecht gehalten werden können. Sie leiden zumeist entsetzlich unter der Gefangenschaft und haben nichts in einem Wohnzimmer zu suchen. Viele Tierhalter sind schnell mit den Bedürfnissen und den teils äußerst anspruchsvollen Anforderungen der Tiere überfordert – so landen zahlreiche exotische Tiere in Tierheimen oder werden einfach ausgesetzt. Einer Hochrechnung zufolge mussten deutsche Tierheime innerhalb von nur fünf Jahren etwa 30.000 Reptilien aufnehmen [2] – eine immense finanzielle und personelle Belastung für die Tierschützer.

Der Verkauf von Hundewelpen – verantwortungslos und rückständig
Seit 2012 verkauft Zoo Zajac als einziger deutscher Zoofachhändler auch Hundewelpen. Der Handel mit Hundewelpen ist in Deutschland zwar nicht verboten, doch die Zoohändler haben sich 1991 eine Art Selbstverpflichtung [3] auferlegt, keine Welpen zu verkaufen – aus gutem Grund. Die niedlichen jungen Hunde sollen Kunden in die Zoohandlung locken. Unüberlegt werden die Tiere dann von Menschen gekauft, die sich sonst vielleicht nie einen Hund zugelegt hätten. Sie erliegen schlichtweg dem putzigen Aussehen der Tiere; Spontankäufe sind die mögliche Folge. Zudem benötigen Hundewelpen in ihrer wichtigen Prägephase Familienanschluss, viel Liebe und Zuwendung. Durch die „Zwischenlagerung“ im Zoohandel drohen erhebliche Sozialisierungsprobleme.

Was Sie tun können

Aus Tierschutzsicht gibt es keine verantwortungsvolle Zucht. Die effektivste Möglichkeit, gegen die rücksichtslose Zoohandelsindustrie vorzugehen und Tieren zu helfen, besteht darin, die Nachfrage zu stoppen. Jedes gezüchtete Tier nimmt einem heimatlosen Tier die Chance auf ein neues Zuhause.
Wenn Sie die Möglichkeit haben, einen tierischen Mitbewohner bei sich aufzunehmen, sollten Sie Ihren neuen Begleiter immer aus dem Tierheim adoptieren.


Quellen:
 [1] Sartory, Benjamin (2016): Weltweit größte Tierhandlung: Bekannt und umstritten. http://www1.wdr.de/radio/wdr5/sendungen/neugier-genuegt/zoo-zoohandlung-zajac-duisburg-show-100.html. (19.10.2016).
[2] Deutscher Tierschutzbund e.V. (2014): Pressemeldung: Neue Tierheimstudie: Immer mehr Reptilien in deutschen Tierheimen. http://www.tierschutzbund.de/news-storage/artenschutz/190614-studie-immer-mehr-reptilien-in-tierheimen.html. (19.10.2016).
[3] Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe Deutschlands e.V. (2011): Heidelberger Beschlüsse zum Tierschutz im Zoofachhandel. http://www.zzf.de/fileadmin/files/ZZF/Datenblaetter_Formulare_Fotos/ZZF_Heidelberger_Beschluesse_Mai_2011.pdf. (19.10.2016).