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Freund oder Gefangener?

Käfighaltung, Einsamkeit und Langeweile bedeuten für Kaninchen Qual und Leid

Stand November 2013
Kaninchen gelten irrtümlicherweise als pflegeleichte Tiere, die aufgrund ihres niedlichen Aussehens und ihrer Wehrlosigkeit als Spielgefährten für Kinder missverstanden werden. Doch für die sensiblen Gruppentiere bedeutet das einsame Dahinvegetieren in Gefangenschaft ohne Kaninchen-Partner großes Leid. Schlechte Haltung kann Kaninchen aggressiv und krank machen und zu Verhaltensstörungen führen.

Die Bedürfnisse von Zwergkaninchen unterscheiden sich kaum von denen ihrer wildlebenden Verwandten: Als Fluchttiere benötigen sie einen geräumigen und tiergerechten Lebensraum, der ihrem Bewegungsdrang entspricht und es ihnen ermöglicht, Haken zu schlagen, in Höhlen zu ruhen, sich zurückzuziehen oder zu buddeln.
Kaninchen sind keine „Schmusetiere“.

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Ein Käfig ist kein Lebensraum
In Deutschland existieren keine rechtsverbindlichen Vorgaben, die Tiere vor einer tierquälerischen privaten Haltung schützen. Schätzungsweise 3,7 Millionen soziale und bewegungsfreudige Langohren müssen ihr Dasein in engen Käfigen fristen, häufig vereinsamt in Einzelhaltung. Sie leiden in Kinderzimmern, Gärten, Kellern oder bei Kleintierzüchtern. Kaninchen sind in einem quasi rechtsfreien Raum gefangen, denn es fehlen verbindliche Vorschriften, die Mindeststandards für ein tiergerechtes Leben festschreiben. Kurzum: Es fehlt ein Heimtierschutzgesetz.

Aufgrund der Unwissenheit und Ignoranz ihrer Halter müssen unzählige Tiere ein qualvolles Leben erleiden – vorangetrieben durch die Zoohandelsindustrie, die nicht nur am massenhaften Verkauf der „Ware Tier“ verdient, sondern auch am tierschutzwidrigen Zubehör, wie z.B. über den Verkauf handelsüblicher Käfige. Auch wenn sie im Zoogeschäft mit Attributen wie „Castle“ oder „Palast“ als besonders luxuriös und groß angepriesen werden, sind sie als Lebensraum für Kaninchen in keinster Weise geeignet. Ebenso ist Fertigfutter für Kaninchen in der Regel eher schädlich als gesund.

Ein unüberlegt aufgenommenes Kaninchen verliert schnell an Reiz – für Kinder wie für Erwachsene. Während sich Menschen einfach anderen Interessen zuwenden, müssen Kaninchen jahrelang Enge, Einsamkeit und Langeweile erdulden. Sie haben keine Chance auf ein besseres Leben.

Die ambitionierte und tiergerechte Kaninchenhaltung ist anspruchsvoll und kostspielig. Wer Kaninchen ein Zuhause bietet, muss teure Tierarztkosten einkalkulieren – neben den regelmäßigen Impf- und Kontrollbesuchen – da Kaninchen aufgrund ihres Verdauungssystems, aber auch wegen zuchtbedingter physiologischer Veränderungen, relativ sensibel für verschiedene Erkrankungen sind. Für den Lebensraum der Kaninchen muss viel Platz vorgesehen sein. Es erfordert Zeit und Interesse, sich über richtige Ernährung und Gestaltung des Geheges zu informieren.



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Adoptieren statt kaufen
Egal wie gut die Haltung ist: Kaninchen würden sich nicht freiwillig für ein Leben beim Menschen entscheiden. Daher sollten die Tiere weder gezüchtet noch gekauft werden! Wer aber einer Gruppe von Kaninchen aus dem Tierheim oder aus schlechter Haltung ein Zuhause geben möchte, sollte auf die kaninchengerechte Haltung achten. Bereits vor Aufnahme der Tiere müssen sich Halter ausführlich über die Bedürfnisse von Kaninchen und die Anforderungen an die Haltung informieren.

Was Sie tun können:

Kaufen Sie niemals ein Kaninchen oder ein anderes Tier auf einem Markt, in einer Zoohandlung oder bei einem Züchter. Wenn Sie nach reiflicher Überlegung tierische Mitbewohner aufnehmen möchten, besuchen Sie bitte ein Tierheim.
  • Deutschland braucht ein Heimtierschutzgesetz! Unterstützen Sie bitte unseren Aktionsaufruf für einen rechtsverbindlichen Schutz unserer tierischen Freunde.
  • Verteilen Sie unser Faktenblatt, sobald Sie Zeuge schlechter Kaninchenhaltung werden.
  • Denken Sie bitte daran, das Zubehör für Ihre tierischen Mitbewohner nur in Zoohandlungen zu kaufen, die keine Tiere anbieten!
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