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Seide: Lebendig gekocht im Kokon

PETA gibt einen Einblick in die Seidenindustrie und informiert über vegane Alternativen

Stand November 2013
Seide ist eine tierische Faser aus dem Kokon der Raupen des Seidenspinners (Bombyx mori). Um an die feine Faser zu gelangen, werden die Seidenraupen mit ihrem Kokon in kochendes Wasser geworfen und qualvoll getötet.

 

 

Ein geschlüpfter Seidenspinner © P.gibellini / Wikimedia
Der ungeschlüpfte Schmetterling
Wie alle Schmetterlinge würde der Seidenspinner in Freiheit eine Verwandlung vom Ei, über Raupe, zur Puppe und zum geschlüpften Nachfalter durchlaufen. In der Seidenindustrie werden fast alle Seidenspinner jedoch bereits während der Puppenphase getötet, da nur wenige Tiere für die spätere Eiablage und Nachzucht benötigt werden. Weil der Seidenspinner über die Jahrhunderte hinweg für die Seidenproduktion domestiziert wurde, kann er heute nicht einmal mehr fliegen und ist ausgesprochen anfällig für Krankheiten durch Pilze und Bakterien.

Seidenraupen auf einem Maulbeerblatt © Fastily / Wikimedia
Der Maulbeerspinner ist die weltweit am häufigsten gezüchtete Art des Seidenspinners. Seine Raupen ernähren sich ungefähr vier Wochen lang von den Blättern des Maulbeerbaumes, bis sie sich mit einem bis zu 900 Meter langen Faden kunstvoll einspinnen. Nach 18 Tagen würde aus der Puppe der weiße Schmetterling schlüpfen. Doch die Züchter wollen nicht, dass der Faden des Kokons durchgebissen wird und werfen die Seidenkokons mitsamt den lebenden Puppen in kochendes Wasser oder töten sie mit heißem Wasserdampf bzw. grillen sie in der Mikrowelle. Im hilflosen Versuch, dem Tod zu entrinnen, winden sich die Tiere dabei sichtbar in ihrem Kokon.

Die Puppen werden in ihrem Seidenkokon lebendig gekocht. © Reiner Schedl / pixelio.de
Die weltweite Seidenindustrie
In den Fabriken wird der Seidenfaden aufgerollt und von Kleberesten beseitigt und gereinigt. Unglaubliche 50.000 Seidenraupen werden für nur ein Seidenkleid oder einen indischen Sari lebendig gekocht. Bei einer weltweiten Seidenproduktion von 127.000 Tonnen im Jahr 2011 bedeutet dies den Tod von Billionen von Tieren. China ist mit über 80 Prozent das Hauptproduktionsland von Seide vor Indien und Thailand. Die Rohseide wird in Europa häufig nach Italien, Frankreich und Deutschland exportiert und dort gefärbt und zu Textilien weiterverarbeitet.

 

Was Sie tun können

Glücklicherweise gibt es unzählige Alternativen zu Seide. Viele Textil- und Modehersteller bieten Blusen, Schals sowie Bett- und Unterwäsche aus Materialien wie Nylon, Polyester, Mikrofasern, den Fasern des Seidenpflanzengewächses oder Ceibabaumes sowie aus Kunstseide und Viskose an. Weil sich Kleidermotten und Teppichkäfer von Eiweißfasern ernähren, werden sie neben Wolle und Federn vor allem von Seide angelockt und durchlöchern häufig die Textilien. Hier sind pflanzliche oder synthetische Materialien weniger anfällig und weitaus pflegeleichter. Zudem knittern sie nicht so leicht beim Tragen und Waschen.