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Abholzung von Regenwald: Ursachen und Folgen der Rodung

Regenwald Zerstörung
Der Anbau von Futtermitteln und Weideflächen für die Tierhaltung beansprucht mehr als 83 Prozent aller landwirtschaftlich genutzten Flächen. [1] Ein Großteil dieser Flächen wird durch die Abholzung des Regenwaldes erschlossen – mit negativen Auswirkungen auf die Umwelt und das Klima. Das in Südamerika angebaute Soja dient unter anderem als Kraftfutter für sogenannte Nutztiere, die auch in Deutschland für den Konsum von Fleisch, Milch und Eiern gequält und getötet werden.

Regenwaldrodung für Futtermittel und Weideflächen

Die größte Gefahr für den Regenwald sind die landwirtschaftliche Tierhaltung und damit verbunden der Konsum tierischer Produkte. Um Platz für Weideflächen oder zum Anbau von Futterpflanzen zu schaffen, wurden allein im Amazonasgebiet seit den 1970er-Jahren 20 Prozent der Waldfläche gerodet. [2] Die Welternährungsorganisation FAO macht die Umwandlung in Weideland für 80 Prozent dieser Verluste verantwortlich. [3] Große Flächen werden abgeholzt oder gerodet, da Tiere im Vergleich zum Menschen deutlich mehr an Nahrung brauchen, um Fleisch oder Milch zu „produzieren“. 70-75 Prozent des so angebauten Sojas landet in den Futtertrögen der sogenannten Nutztiere oder in Aquakulturen. [4] Dies ist eine Verschwendung von Ressourcen, denn die Nahrungsmittel könnten weitaus effektiver für den direkten menschlichen Verzehr genutzt werden.
 
Waldrodung für Landwirtschaft
Da Deutschland zu den größten europäischen Fleischproduzenten gehört, kann der hiesige Bedarf an Futtermitteln allein durch den Anbau in Deutschland nicht gedeckt werden. Wollte man den deutschen „Fleischhunger“ ausschließlich mit deutschen Futterpflanzen stillen, müsste die Fläche des gesamten Bundeslandes Rheinland-Pfalz mit Soja bepflanzt werden. Deswegen gehört Deutschland zu den weltweit größten Sojaimporteuren. [5] Insgesamt 80 Prozent des nach Deutschland importierten Sojas stammen aus Südamerika. [6] Der Konsum von Tierprodukten aus Deutschland steht daher in direktem Zusammenhang mit der Rodung des Regenwaldes.

Brasilianische Fleischimporte verschärfen das Problem

Doch nicht nur Futtermittel stellen ein Problem dar. Der Regenwald leidet zudem unter dem Export von Fleisch aus Brasilien, denn Fleischimporte von brasilianischen Fleischkonzernen sind oftmals mit der illegalen Rodung von Wäldern für Weideland verbunden. Deutsche Handels- und Steakhausketten sind maßgeblich für diese Abholzung mitverantwortlich. So wurden in den vergangenen fünf Jahren mehr als 40.000 Tonnen Rindfleisch von den drei brasilianischen Fleischkonzernen JBS, Minerva und Marfrig Global Foods importiert, die nachweislich an der Abholzung des Regenwaldes beteiligt sind. Für die Fleischimporte nach Deutschland werden Jahr für Jahr etwa 350 Fußballfelder geschützte Naturgebiete in Weideland umgewandelt. [7]
 
Regenwald Zerstörung

Der Klimawandel wird verstärkt

Wälder und Bäume, allen voran der Regenwald, sind die grüne Lunge unserer Welt. Die Regenwälder sind für etwa 40 Prozent des Sauerstoffs in der Luft verantwortlich – alleine der Amazonas Regenwald produziert rund 20 Prozent, also ein Fünftel, des weltweiten Sauerstoffs. [8] Pflanzen helfen unter anderem dabei, CO2 zu binden und können dieses auch in den für uns lebensnotwendigen Sauerstoff umwandeln. Je mehr Regenwald für Futteranbau und Rinderweiden gerodet wird, desto weniger CO2 kann abgebaut und O2 produziert werden [9]. Die Rodungen verstärken daher auch den Klimawandel. Zusätzlich verursacht die landwirtschaftliche Tierhaltung auch zahlreiche klimarelevante Treibhausgase und Umweltgifte wie Ammoniak und Lachgas. Diese schädigen Bäume und sind mitverantwortlich für das Waldsterben und weitere Umweltauswirkungen wie Feinstaub und die Versauerung des Bodens – auch in Deutschland.

Arten sterben aus

Die Rodung des Regenwaldes ist jedoch nicht nur für das Klima problematisch. Zahlreiche bislang unentdeckte Pflanzen- und Tierarten verlieren dadurch ihren Lebensraum und sterben unwiederbringlich aus. Eine Besserung ist nur in Sicht, wenn der weltweite Konsum von tierischen Produkten und somit die Nachfrage nach Soja als Futtermittel sinkt.

Was Sie tun können

Als Konsumenten stehen wir in der Verantwortung, uns gegen die Abholzung des Regenwaldes einzusetzen. Entscheiden Sie sich für den Schutz der Wälder – und zwar mit Messer und Gabel. Ernähren Sie sich vegan und schützen Sie Tiere, Umwelt und Klima. Der Einstieg ist kinderleicht, die Auswirkungen deutlich spürbar. Melden Sie sich noch heute beim Veganstart-Programm an und erhalten Sie nützliche Tipps, Informationen und Rezepte.
  

  1. Poore, J./Nemecek, T. (2018): “Reducing food’s environmental impacts through producers and consumers”. In: Science Vol. 360, Issue 6392, pp. 987-992.
  2. Steinfeld, Henning/Gerber, Pierre/Wassenaar, Tom/Castel, Vincent/Rosales, Mauricio/de Haan, Cees (2006): “Livestock´s Long Shadow. Environmental Issues and Options”. Rom: UN Food and Agriculture Organisation (FAO).
  3. World Watch Institute (Hrsg.) (2004): „Meat. No it’s not Personal“, Washington: World Watch-Institute, World Watch Magazine.
  4. Gura, Susanne, Forum Umwelt & Entwicklung (Hrsg.) (2010): „Fleisch vom nächsten Planeten- Der dreifache Widerspruch zwischen industrieller Tierhaltung und biologischer Vielfalt“. Berlin/Bonn: Knotenpunkt GmbH.
  5. Morton, Douglas C.; DeFires, Ruth S. et al. (2006): “Cropland expansion changes deforestation dynamics in the southern Brazilian Amazon”. Proceedings of the National Academies of Sciences, 103 (39), 14637-14641.
  6. Mighty Investigations (Hrsg.) (2016): “Germany’s Mystery Meat”.
  7. Hartmann, Glen L.; West, Ellen D.; Hermann, Theresa K. (2011): “Crops that fee the World 2. Soybean – worldwide production, use, and constraints caused by pathogens and pests“. National Soybean Research Center, Department of Crop Sciences, University of Illinois.
  8. Von Witzke, Harald, Noleppa, Steffen, Zhirkova, Inga (2014): „Fleisch frisst Land“. WWF Deutschland, Berlin.
  9. Dräger de Teran, Tanja (2015): „Das große Fressen –Wie unsere Ernährungsgewohnheiten den Planeten gefährden.“ WWF Deutschland, Berlin.
  10. Weiss, Sandra (2017): „Paraguay: Im Sojarausch“ Artikel des Tagesspiegel. (Letzter Abruf 07.06.2017)
  11. Zeit Online (2010): „Waldzustandsbericht - Jeder vierte deutsche Baum hat Schäden“. Artikel. (Letzter Abruf 07.06.2017)
  12. Bölsche, Jochen (2004): „Kranke Bäume - Förster fürchten Rinderwinde“. Artikel bei Spiegel Online. (Letzter Abruf 07.06.2017)
  13. Bölsche, Jochen (2007): „Gefahr im Gehölz – Wild, Bauern und Feuer bedrohen deutsche Wälder“. Artikel bei Spiegel Online. (Letzter Abruf 07.06.2017)
  14. Baccini, A. et al. (2012): Estimated carbon dioxide emissions from tropical deforestation improved by carbon-density maps. Natural Climate Change 2, 182 – 185.)