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Ursache ungeklärt: Zwei Elefanten von Zirkus-Familie Casselly tot

Update

Mittlerweile wurde auch vom Zirkus selbst bekannt gegeben, dass die Elefanten Mambo und Betty gestorben sind. Laut der in Ungarn zuständigen Behörden starben die Tiere jedoch bereits Mitte August nach einem Transport innerhalb Ungarns, Anzeichen für eine Infektionskrankheit wurden dabei nicht festgestellt. Einem Informanten zufolge habe der Zirkus Mambo, Betty und Tonga über Nacht im Lkw-Transporter gelassen und die drei am nächsten Morgen leblos aufgefunden, vermutlich wegen unzureichender Luftzufuhr. Nur Elefantendame Tonga konnte noch von einem Tierarzt gerettet werden. In einem zweiten Transporter waren die Elefantendamen Kimba und Nanda untergebracht. 

Originalartikel:

Ihr Tod kam plötzlich: Mitte Oktober 2020 wurde bekannt, dass zwei der fünf Elefanten von der Dompteursfamilie Casselly bereits im September in Ungarn gestorben sind. Bei den toten Tieren soll es sich um Mambo – er war der letzte männliche Elefant in einem europäischen Zirkus – und eine der vier Elefantendamen, wahrscheinlich Betty, handeln. Das leiderfüllte Leben der sensiblen Tiere endete unter mysteriösen Umständen.

Wieso mussten Mambo und Betty sterben?

Die Todesursache ist bislang nicht geklärt. Ersten, jedoch unbestätigten Berichten zufolge sollen die Elefanten die Nacht auf einem Lkw der Zirkus-Familie verbracht haben und dabei erstickt sein. Zirkusangehörige dementieren dies und vermuten, dass die Elefanten an einer Viruserkrankung gestorben sein könnten.

Mambo: Krank und gebrechlich durch Zirkus-Training

Mambo war gerade mal 37 Jahre alt, als er starb. Durch die harten Dressuren und die unnatürlichen Kunststücke, zu denen er bei Familie Casselly gezwungen wurde, war Mambo krank. Er litt an einer Deformation der Hinterbeine, die auf regelmäßig überlastete Gelenke, Sehnen und Muskeln zurückzuführen ist [1].

Afrikanische Elefanten haben in freier Wildbahn eine Lebenserwartung von bis zu 70 Jahren. Durch das Leid in Gefangenschaft im Zirkus oder Zoo verkürzt sich diese drastisch und viele Tiere sterben bereits in jungen Jahren.

Tierquälerei ist bei Familie Casselly an der Tagesordnung

Die Dompteursfamilie Casselly stand bereits oft wegen der Misshandlung ihrer Elefanten in der Kritik. So wurde bereits 2012 bei Auftritten im Karlsruher Weihnachtszirkus Tierquälerei dokumentiert. Dompteur René Casselly quälte die Elefanten mit einem modifizierten Elefantenhaken, den er vor den Augen der Zuschauer verbarg. Mit den spitzen Eisenhaken werden Elefanten in ihre empfindlichsten Stellen gestochen und geschlagen, damit sie sich dem Willen des Dompteurs beugen. Einer Augenzeugin zufolge soll Casselly sogar einen Elektroschocker bei den Elefanten eingesetzt haben.


Als Familie Casselly 2017/18 erneut beim Karlsruher Weihnachtszirkus auftrat, wurde deutlich, welche Spuren das Leid der Elefanten im Zirkus hinterlassen hat: Auf Videoaufnahmen ist zu sehen, wie die Tiere weben. Das bedeutet, dass sie mit ihrem Kopf und Rüssel immer wieder hin- und herschwingen – ein Zeichen für schweres seelisches Leid. Nur Tiere, die eine Verhaltensstörung entwickelt haben, führen diese sich wiederholenden und grundlosen Bewegungen durch.
 

Doch trotz Verhaltensstörungen und körperlicher Gebrechen mussten die Elefanten der Familie Casselly zur menschlichen Belustigung herhalten. Beim Reutlinger Weihnachtszirkus 2018/19 musste Mambo medienwirksam Kinder auf einem Schlitten durch den Schnee ziehen [2] – obwohl die Winterkälte für Elefanten gefährlich ist und sie sich leicht Erfrierungen zuziehen können. In der Manege wurden die Tiere als lebende Turngeräte missbraucht. So landet beispielsweise der Artist René Casselly jr. nach einem Salto auf dem Rücken der Tiere. Im Offenburger Weihnachtscircus mussten die Tiere zuletzt 2019/20 mit dieser entwürdigenden Zirkusnummer auftreten und waren auch für dieses Jahr wieder eingeplant, bis die Veranstaltung coronabedingt abgesagt wurde.

Tiere gehören nicht in den Zirkus!

Das Zurschaustellen von Tieren im Zirkus ist unweigerlich mit Leid verbunden. Wir von PETA Deutschland setzen uns deshalb dafür ein, dass künftig sämtliche Tierdressuren verboten werden – denn auch Pferde, Hunde, Rinder und andere Tiere leiden im Zirkus.

„Spätestens angesichts des tragischen Todes der beiden Elefanten muss nun endlich klar werden, dass weder Elefanten noch andere Tiere in die Manege gehören. Im Zirkus werden sie für den Großteil ihres Lebens eingesperrt, angekettet und unter Androhung von Gewalt zu Tricks gezwungen.

Yvonne Würz, PETA Deutschland

Was Sie tun können

  • Besuchen Sie bitte niemals einen Zirkus, in dem Tiere missbraucht werden. Es gibt bereits tierfreundliche Zirkusse wie den Circus Roncalli und zahlreiche andere Alternativen.
  • Ein Zirkus kommt in Ihre Stadt? Informieren Sie sich, was Sie dagegen tun können!
  • Unterschreiben Sie unsere Petition an die Bundesregierung mit der Forderung, alle Tiere im Zirkus zu verbieten:


[1] European Elephant Group (2011): Quantitative und qualitative Erhebung zur Situation der Elefanten in deutschen Zirkussen. Haltungsfachliches Gutachten auf Anforderung der Landestierschutzbeauftragten des Landes Hessen. Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (HMUELV)
[2] Südwest Presse (04.01.2019): Elefant Mambo zieht Kinder auf Schlitten, https://www.swp.de/suedwesten/staedte/reutlingen/mambo-nimmt-kinder-ins-schlepptau-28921938.html, (eingesehen am 20.10.2020)