Ausverkauft: Lebende Tiere als Massenware bei Zoo Zajac

Besonders seit Beginn der Corona-Krise werden fühlende Lebewesen in Zoohandlungen mehr und mehr zu einer Massenware degradiert. Dieses Bild zeigt sich auch bei dem Duisburger Zoohandel Zoo Zajac, dem weltweit größten Zoogeschäft, das während des Lockdowns geöffnet hat. Hier werden mehr als 3.000 unterschiedliche Tierarten zum Verkauf angeboten – insgesamt bietet Norbert Zajac 200.000 Tiere in seinem Geschäft an. Darunter zählen unter anderem Hunde- und Katzenwelpen, Bartagamen , Krokodile, Affen, Hühner, Kleintiere, Vögel, Fische und viele mehr. Vor allem seit Corona wird dort ein boomendes Geschäft mit fühlenden Lebewesen gemacht.

Im Video sprechen potenzielle Käufer von „einer schönen Abwechslung während des Lockdowns für zu Hause“ und „von was Lebendigem, das man kuscheln und schmusen kann“.

Hamster gehen im Minutentakt über den Ladentisch

Bei den Hamstern bilden sich lange Schlangen von Menschen, die sich einen tierischen Mitbewohner zulegen wollen. Früher wurden in der Zoohandlung zehn bis 15 Hamster in der Woche verkauft – heute sind es 15 Hamster am Tag. An einem Tag sollen es sogar 35 der Nager gewesen sein [1]. Einige Tiere sind aufgrund der hohen Nachfrage ausverkauft. Im Minutentakt wechseln fühlende Lebewesen den „Halter“. In Zeiten vor Corona verkaufte Zajac 17 Wellensittiche im Monat, im Dezember waren es 500. Woher die Tiere stammen und welchen Leidensweg sie oftmals hinter sich haben, interessiert scheinbar nicht. Auch was mit den gekauften Hamstern, Kaninchen, Meerschweinchen und Wellensittichen passiert, wenn die Zeit von Corona vorbei ist oder die Menschen ihr Interesse an den tierischen Gefährten verlieren, wird nicht abgefragt. Was in dieser Zoohandlung zählt, ist der Profit, der mit der „Ware“ Tier gemacht wird.

AUfbewahrung Hamster Zoohandel

Mit dem Verkauf von Tieren wird Geld gemacht

Auch Hundewelpen, die vorher 700 Euro gekostet haben, kosten nun bis zu 2.000 Euro und sie werden während des Lockdowns weiterhin verkauft. Die Nachfrage, Hunde oder Katzen zu kaufen, ist wie bei den Hamstern gestiegen. Katzenwelpen sind zum Teil ausverkauft – die Chance sei laut Geschäftsführer Norbert Zajac geringer als eins zu zehn, eines der Tiere zu bekommen,  [1]. Dass überhaupt Katzen und Hunde in einem Zoogeschäft angeboten werden, ist höchst tierschutzwidrig und dringend abzulehnen. Der Verkauf ist in Deutschland grundsätzlich zwar nicht verboten, doch haben sich die Zoohändler eine Art Selbstverpflichtung [2] auferlegt, keine Welpen zu verkaufen – aus gutem Grund. Die niedlichen jungen Hunde sollen Kunden in die Zoohandlung locken. Unüberlegt werden die Tiere dann von Menschen gekauft, die sich sonst vielleicht nie einen Hund zugelegt hätten. Sie erliegen schlichtweg dem putzigen Aussehen der Tiere; Spontankäufe sind die mögliche Folge. Zudem benötigen Hundewelpen in ihrer wichtigen Prägephase Familienanschluss, viel Liebe und Zuwendung. Durch die „Zwischenlagerung“ im Zoohandel drohen erhebliche Sozialisierungsprobleme.

Welpen im Zoohandel

PETA warnt vor Spontankäufen im Zoohandel

Während über 350.000 Lebewesen jedes Jahr in deutschen Tierheimen ein Zuhause suchen, werden in Zoohandlungen noch immer Tiere an jeden Interessenten verkauft. Genau diese Tiere nehmen Vierbeinern aus dem Tierheim die Chance auf ein liebevolles Zuhause. PETA appelliert an alle Tierfreunde, niemals Lebewesen in Zoohandlungen zu kaufen, sondern tierische Mitbewohner immer zu adoptieren und so dazu beizutragen, dass Tiere, die sehnlichst auf ein liebevolles Zuhause warten, die zweite Chance im Leben bekommen.

Exoten im Zoohandel

Was Sie tun können

Aus Tierschutzsicht gibt es keine verantwortungsvolle Zucht. Die effektivste Möglichkeit, gegen die rücksichtslose Zoohandel-Industrie vorzugehen und Tieren zu helfen, besteht darin, die Nachfrage zu stoppen. Jedes gezüchtete Tier nimmt einem heimatlosen Tier die Chance auf ein neues Zuhause.

Wenn Sie die Möglichkeit haben, einen tierischen Mitbewohner bei sich aufzunehmen, sollten Sie Ihren neuen Begleiter immer aus dem Tierheim adoptieren.

  • Quellen

    [1] SAT-1-Frühstücksfernsehen: Corona-Einsamkeit: Haustiere sind gefragter denn je, https://www.youtube.com/watch?v=wycmIJRVOQE, (eingesehen am 02. Februar 2021)
    [2] Schmidt, Volker: Die Bedeutung von haltungs- und ernährungsbedingten Schäden bei Reptilien. Eine retrospektive pathologische Studie, 4. Leipziger Tierärztekongress, 2008, (eingesehen am 02. Februar 2021)