Welpenflut in Rumänien: Woher stammen die vielen kleinen Hunde?

Es vergeht derzeit kein Tag, an dem das Team von PETA HELPS ROMANIA nicht mit dem massiven Leid konfrontiert wäre, das den kleinsten Vierbeinern in Rumänien widerfährt. In diese Tagen werden unzählige mutterlose Welpen aufgefunden oder im Rahmen von Kastrationsaktionen in ländlichen Gegenden bei unserem Team abgegeben. Obwohl es in Rumänien von Tag zu Tag kälter wird, reißt die Flut an Welpen nicht ab. Doch woher stammen die vielen kleinen Lebewesen? Und warum werden sie gerade jetzt vermehrt abgegeben?

Viele Welpen werden mutterlos aufgefunden oder von Menschen abgegeben.

Extreme Armut und die Folgen der Corona-Krise

Je weiter unser Team seine Kastrations- und Bildungskampagne in den ländlichen Raum Rumäniens ausweitet, desto öfter begegnen wir extremer Armut und den wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise. Viele Rumänen, die bereits vor der Pandemie in finanzieller Not waren, haben nun noch weniger Geld, um ihren Lebensunterhalt zu sichern.

Für die Versorgung ihrer Hunde, von denen viele ein entbehrungsreiches Leben an schweren Ketten in Gärten oder Hinterhöfen führen müssen, bleibt häufig nichts übrig – und so setzen viele Tierhalter ihre Hunde einfach aus. Unser Team stößt immer öfter auf Vierbeiner, die bis auf die Knochen abgemagert sind, in der winterlichen Eiseskälte frieren oder in akuter Lebensgefahr sind.

Schutzlos an schweren Ketten – das Leid der meisten Hunde in Rumänien.

Entbehrungsreiches Leben an der Kette

Ein Großteil der Hunde, die in Rumänien an schweren Ketten in Gärten und Hinterhöfen leben, ist nicht kastriert. Sie vermehren sich mit heimatlosen Hunden und bringen so Tag für Tag neue Generationen an Welpen zur Welt, für die sich die Menschen nicht verantwortlich fühlen und die niemand haben will.

Schutzlos zurückgelassen

Viele dieser Welpen werden kurz nach der Geburt ertränkt oder auf andere grauenvolle Weise getötet. Andere werden an verlassenen Plätzen, in Wäldern, auf Feldern, an Flüssen und Seen ausgesetzt. Manche werden sogar zusammen mit dem Hausmüll auf Müllplätzen entsorgt – obwohl in jedem dieser kleinen Vierbeiner ein Herz schlägt, das leben will. Heimatlose Hundemütter, die auf der Straße leben, bringen ihre Babys in leeren Rohrleitungen, im Gebüsch oder hinter Müllbergen zur Welt, wo sie kaum Überlebenschancen haben.

Es sind Hunde wie die kleine Eva, die ohne ihre Mama und Geschwister auf einer viel befahrenen Straße ausgesetzt wurde. Unser Team entdeckte Eva in letzter Sekunde, als gerade ein großer Lkw auf die kleine, verängstigte Hündin zufuhr. Wir konnten Eva retten.

Die kleine Eva konnte in letzter Sekunde gerettet werden.

Es sind Welpen wie der kleine, gehbehinderte Mogli, der zusammen mit zwei weiteren Welpen auf einer Straße in einer ländlichen Gegend gefunden wurde. Moglis Hinterbeine waren zu schwach, um sich vor den herannahenden Autos zu retten. Wir konnten die drei Tierkinder in unserer Notunterkunft aufnehmen, medizinisch versorgen und aufpäppeln.

Mogli konnte gerettet werden.

Und dann gibt es auch traurige Schicksale, wie das der Hundemutter Gessy, die mit ihren erst wenige Tage alten Babys von Menschen einfach entsorgt wurde. Als unser Team die kleine Familie fand, war ein Welpe bereits an Unterkühlung gestorben.  

Die Welpen der Hündin Gessy waren der extremen Kälte ausgesetzt.

Sehr viele Welpen sind dringend auf medizinische Behandlung durch unser Team angewiesen. Krankheiten wie Staupe und Parvovirose sind in Rumänien auch heute noch weit verbreitet und stellen besonders für die Kleinsten eine große Gefahr dar. Das Risiko, an einer lebensbedrohlichen Krankheit zu sterben, ist hoch für kleine Vierbeiner, die nicht geimpft werden. Die Impfung kann ihnen das Leben retten.

Impfungen können Leben retten.

Das Team von PETA HELPS ROMANIA versorgt Welpen und ihre Mütter, die auf den Straßen Rumäniens leben, als auch jene, die von Menschen in Gärten oder Hinterhöfen gehalten werden. Mithilfe von Impfungen und Aufklärungsarbeit werden die Vierbeiner geschützt und nach Möglichkeit an liebevolle Familien vermittelt. Hundemütter werden kastriert, sobald dies möglich ist und die Welpen groß genug sind. Auf diese Weise stellen wir sicher, dass die Hündin nicht erneut Welpen zu Welt bringt, für die sich niemand verantwortlich fühlt.

Kastration und Aufklärungsarbeit

Das Team von PETA HELPS ROMANIA setzt sich nach besten Kräften gegen die Welpenflut ein. Daher bekämpfen wir mit unserer Kastrationskampagne das Problem an der Wurzel und vermeiden so, dass immer mehr Welpen zur Welt kommen und einem leiderfüllten Leben ausgesetzt sind. Ein einziger Hund und seine Nachkommen können innerhalb von sechs Jahren rund 67.000 Hunde zeugen. Dies verdeutlicht, wie wichtig die Kastration von Hunden vor Ort ist.

Darüber hinaus ist die Kastration und Registrierung von Hunden in Rumänien seit 2014 gesetzliche Pflicht – wird jedoch häufig nicht umgesetzt. Viele Rumänen kennen das Gesetz nicht oder haben keine finanziellen Möglichkeiten, um ihre Vierbeiner kastrieren zu lassen. Zudem fehlt es an Tierärzten, die Kastrationen vornehmen können. Umso wichtiger ist es daher, unsere bestehende Kastrationskampagne auszuweiten, um das Leid der Hunde in Rumänien auf lange Sicht zu verringern.

Als weitere Maßnahme veröffentlicht PETA HELPS ROMANIA wichtige Bildungsmaterialien, die darüber informieren, welche Rechte Tiere haben und warum wir Menschen Mitgefühl und Empathie für alle Lebewesen empfinden sollten.

Das Team von PETA HELPS ROMANIA steht jeden Tag vor neuen Herausforderungen und setzt sich nach besten Kräften für notleidende Tiere ein.

Was Sie tun können

Rumänien ist das Land mit den meisten heimatlosen Hunden in ganz Europa. Tausende von ihnen werden Jahr für Jahr von Hundefängern eingefangen und in städtischen Tierheimen und Tötungsstationen untergebracht. Um dieses Leid zu verringern, haben wir gemeinsam mit unserem Partner EDUXANIMA ein großes Kastrations- und Bildungsprogramm vor Ort ins Leben gerufen.

Mit einer mobilen Kastrationskampagne können wir jedes Jahr über 8.000 Tieren helfen. Mithilfe von Kastration und Registrierung sorgen wir für eine nachhaltige Populationskontrolle von Hunden und Katzen. Durch Spenden von Laufleinen und Nahrung und mit medizinischer Versorgung hilft unser Team Hunden, die auf der Straße leben, und jenen, die zwar ein Zuhause haben, aber im Freien gehalten werden.

Kinder lernen im Tierschutzunterricht an Schulen, wie wichtig es ist, Mitgefühl und Empathie für alle Lebewesen zu entwickeln. Durch Gespräche mit Politikern und lokalen Bürgermeistern wird die Kampagne auf viele weitere Orte in Rumänien ausgeweitet, denn nur so lässt sich das Leid tausender Tiere langfristig verringern. Wo immer Hilfe benötigt wird, helfen wir mit allen uns zur Verfügung stehenden Möglichkeiten und Kräften.

Bitte unterstützen Sie uns mit Ihrer Spende, damit wir das Kastrationsprojekt in Rumänien weiter ausbauen können.