Ob als Vorspeise frittiert, in Ringen serviert oder unter sogenannten Meeresfrüchten als vermeintliches Highlight auf der Speisekarte präsentiert – „Calamari“ gelten für viele Menschen als Delikatesse. Doch hinter dem kulinarischen Begriff verbirgt sich ein Tier, das zu den faszinierendsten und intelligentesten Meeresbewohnern zählt – der Kalmar. Kalmare gehören wie Kraken und Sepien zur Klasse der Kopffüßer und gemeinsam mit den Sepien zur Ordnung der zehnarmigen Kopffüßer (Decabrachia). Der Hintergrund der vermeintlichen Delikatesse ist jedoch alles andere als appetitlich.
Erfahren Sie hier mehr zu dem Tierqualgericht und welche tierfreundlichen Alternativen es gibt.
Was sind „Calamari“?
Calamari ist das italienische Wort für Kalmare. In der Küche bezeichnet der Begriff Calamari die in Ringe geschnittenen, panierten und frittierten Körperteile dieser intelligenten Tiere.
Sind Kalmare Oktopusse?
Nein – auch wenn die Tiere im Alltag sprachlich oft verwechselt werden. „Tintenfisch“ ist ein umgangssprachlicher Oberbegriff für verschiedene Kopffüßer wie Kalmare, Oktopusse und Sepien. Im Gegensatz zu Kalmaren und Sepien haben Oktopusse acht Arme statt zehn, einen anderen Körperbau und eine andere Lebensweise.
Der „Gemeine Kalmar“ (Loligo vulgaris) ist die wohl bekannteste und leider auch am meisten gejagte Kalmarart. Der meisterhafte Tarnkünstler, der seine Farbe wie der Oktopus schnell ändern kann, erreicht eine Länge von bis zu 50 Zentimetern und ein Gewicht von ein bis zwei Kilogramm. Er lebt im Mittelmeer, der Adria, im Ostatlantik und in der Nordsee und erreicht Wassertiefen bis etwa 500 Meter Tiefe.
Auf Speisekarten wird der Begriff „Calamari“ häufig verwendet, um frittierte Tintenfischringe zu bezeichnen. Dabei ist oft nicht klar, von welchem Tier diese Ringe tatsächlich stammen – ob tatsächlich von einem Kalmar oder einer Sepia. Eine eindeutige Kennzeichnung fehlt meist.
Was ist der Unterschied zwischen Kalmaren und Sepien?
Sepien sind ebenfalls zehnarmige Kopffüßer, haben jedoch einen breiteren Körper, eine teils benthische Lebensweise und ein charakteristisches Kalkskelett („Sepiaschulp“). Auch sie sind empfindsame Tiere mit komplexem Verhalten – und verdienen Schutz, statt verzehrt zu werden.
Was ist „Baby Calamari“?
„Baby Calamari“ sind meist jung gefangene Kalmare, die besonders zart sein sollen. Doch hinter dem Begriff versteckt sich ein Produkt, für das Tierkinder getötet werden, bevor sie sich fortpflanzen oder ein natürliches Leben führen konnten.

Wie heißt Calamari auf Deutsch?
Übersetzt aus dem Italienischen bedeutet Calamari Kalmare. In der Küche wird der italienische Begriff „Calamari“ jedoch oft beibehalten, um das Gericht edler wirken zu lassen. In der deutschen Küche spricht man auch von Tintenfischringen oder Kalamari.
Wie (un)gesund sind Calamari?
Calamari enthalten zwar Eiweiß und einige Mineralstoffe, doch sie sind oft:
- reich an Cholesterin, [1]
- fettig zubereitet oder frittiert. [1]
Es gibt zahlreiche pflanzliche Lebensmittel, die ohne Tierleid auskommen und ebenfalls eiweißreich sind, zum Beispiel Hülsenfrüchte und Tofu.
So wird das Tierqualgericht Calamari hergestellt
Tintenfische werden in der Regel nicht in der Aquakultur gezüchtet, sondern durch sogenannten Wildfanggejagt. Dabei kommen verschiedene Fangmethoden zum Einsatz, die für die Tiere mit erheblichem Stress und Leid verbunden sind:
- „Calamari lebend“ – unbekanntes Tierleid: In vielen Ländern werden Tintenfische lebend gehandelt, gekocht oder sogar roh verzehrt, während sie noch bei Bewusstsein sind. Dabei zeigen Studien, dass Tintenfische Schmerz empfinden, lernen, spielen und sogar Werkzeuge benutzen können. [2]
- Tierquälerische Fangmethoden: Als Peškafondo wird die traditionelle Methodebezeichnet; dabei werden in Küstenregionen – z. B. in Kroatien oder Italien – Kalmare mit speziellen Ködern wie sogenannten „Octopus Jigs“ gefangen, die mit Hakenkränzen versehen sind. Die Tiere schnappen nach dem Köder und verfangen sich mit ihren Armen daran. [3] Beim industriellen Fang werden Kalmare mit Schleppnetzen oder Fangleinen aus dem Meer geholt. Dabei geraten sie oft in Panik, sondern Tinte ab und kämpfen um ihr Leben.
Eine Betäubung vor der Tötung gibt es nicht. In manchen Regionen werden Tintenfische lebend gehandelt, etwa für den direkten Verzehr in Restaurants. Dort werden sie ohne vorherige Betäubung zerstückelt oder gekocht, was mit extremem Leid verbunden ist. Oftmals ersticken sie aber auch an Land oder werden auf Eis gelegt, damit sie nicht flüchten können.
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Intensivtierhaltung von Tintenfischen? Auf Gran Canaria ist erste Oktopus-Farm geplant
Das spanische Unternehmen Nueva Pescanova plant die erste große kommerzielle Oktopus-Farm in Las Palmas auf Gran Canaria. Dort sollen jährlich etwa eine Million Oktopusse unter tierquälerischen Bedingungen gezüchtet, gehalten und getötet werden.
Die Tiere sollen in Containern mit Eiswasser bei -3 °C getötet werden – ein Verfahren, das laut Studien für die hochsensiblen Tiere langsam und qualvoll ist.
Die Haltung erfolgt in gemeinsamen Becken, obwohl Oktopusse Einzelgänger Das führt zu Stress, Aggressionen und sogar Kannibalismus. Schätzungen von NGOs zufolge überleben bis zu 20 %die Zuchtbedingungen nicht. [4, 5]
Tintenfische, darunter Oktopusse und Kalmare, sind hochintelligente, schmerzempfindliche Weichtiere mit einem komplexen Nervensystem. [6] Wissenschaftler:innen und Tierschützer:innen sind sich einig: Diese Tiere leiden massiv in der Intensivtierhaltung.
Tierquälerei: Tintenfische werden meist ohne Betäubung getötet und zerlegt
- Keine Betäubung: Tintenfische werden meist ohne Betäubung getötet – durch Ersticken an der Luft oder auf Eis, Zerstückeln oder Kochen bei vollem Bewusstsein. Manchmal wird versucht, ihr Gehirn zu betäuben, indem man ihren Kopf gegen die Wand schlägt, doch das hinterlässt Spuren für die Verbraucher:innen und kann Kund:innen abschrecken. Daher werden sie meist nicht betäubt.
- Zerlegung: Nach dem Fang wird den Tieren der Schnabel oft von Hand herausgerissen und der Tintenbeutel entnommen, die Innereien werden entfernt und sie in Stücke geschnitten. All das geschieht oft bei vollem Bewusstsein, wenn die Tiere vorher nicht getötet wurden.
Warum der Konsum von Tintenfischen problematisch ist
Alle Tintenfische, so auch Kalmare, sind intelligente, empfindsame Tiere. Sie können lernen, sich erinnern, ihre Farbe wechseln, Probleme lösen und sogar Werkzeuge benutzen. Studien zeigen, dass sie Schmerz empfinden und ein Bewusstsein haben. [2] Trotzdem gibt es kaum gesetzliche Regelungen zum Schutz dieser Tiere – weder beim Fang noch bei der Tötung.

Fazit: Calamari essen? Entscheiden Sie sich für vegane Varianten!
Tintenfische sind keine „Meeresfrüchte“, sondern fühlende Lebewesen mit erstaunlichen Fähigkeiten. Sie verdienen Respekt – und gehören nicht den Kochtopf. Wer „Calamari“ ohne Tierleid und schlechtes Gewissen essen möchte, findet heute eine Vielzahl an pflanzlichen Alternativen, die geschmacklich überzeugen und ethisch vertretbar sind.
Was gibt es für Alternativen zu Calamari?
Calamari schmecken vegan am besten und sind nur so garantiert frei von Tierleid: Vegane Calamari auf pflanzlicher Basis, darunter Pilze, Kartoffelstärke und Reismehl, bieten die gleiche Konsistenz und Würze – ganz ohne Tierleid. Teilweise gibt es Fertigprodukte zu kaufen, aber wer gerne selbst kreativ werden und sich in der Küche ausprobieren möchte, kann mithilfe zahlreicher Rezepte im Internet eine vegane Alternative kreieren – beispielsweise mit Kräuterseitlingen.
Auch pflanzliche Calamari sind knusprig und lassen sich perfekt mit Zitrone, Aioli oder asiatischen Dips kombinieren – als Snack, als Beilage oder als Topping von Salaten und Bowls.
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Quellen
[1] USDA US Department of Agriculture (2029): Mollusks, squid, miexed species, cooked, fried, https://fdc.nal.usda.gov/food-details/171982/nutrients (eingesehen am 07.08.2025)
[2] Birch, Jonathan et al. (2021): Review of the Evidence of Sentience in Cephalopod Molluscs and Decapod Crustaceans, https://www.lse.ac.uk/business/consulting/reports/review-of-the-evidence-of-sentiences-in-cephalopod-molluscs-and-decapod-crustaceans (eingesehen am 01.07.2025)
[3] Colours of Istria: Wie fängt man Calamari, https://coloursofistria.com/de/aktivitaten/wir-fangt-man-calamari (eingesehen am 01.07.2025)
[4] SPECIES UNITE (28.05.2024): Plans for intensive octopus farm fail to address sigificant environmental concerns, documents show, https://www.speciesunite.com/news-stories/intensive-octopus-farm-plans-fail-to-address-significant-environment-concerns-documents-show (eingesehen am 01.07.2025)
[5] Compassion in wold farming (04.09.2024): Octopus Farm Must Be Stopped, Say Campaigners, As New Documents Reveal Plans Were Reckless And Threatened Environment, Wildlife And Public Health, https://www.ciwf.org.uk/media/press-releases-statements/new-octopus-farm-documents-reveal-reckless-plans-that-threaten-environment-wildlife-public-health/ (eingesehen am 01.07.2025)
[6] Mather, Jennifer A. „An Invertebrate Perspective on Pain.“ Animal Sentience, vol. 3, no. 12, 2016. https://doi.org/10.51291/2377-7478.1046