In Deutschland gibt es über das ganze Jahr verteilt hunderte verschiedene Mittelaltermärkte und historische Feste. Viele der Märkte finden regelmäßig statt und locken eine Vielzahl an Besuchenden an. Was für die Zuschauer:innen ein unterhaltsames Spektakel ist, ist für die Tiere, die oftmals auf solchen Veranstaltungen zur Schau gestellt werden, purer Stress. Erfahren Sie hier, wie es Tieren auf Mittelaltermärkten und Ritterturnieren ergeht und wie Sie ihnen helfen können.
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Was macht man auf einem Mittelaltermarkt?
Auf Mittelaltermärkten wird den Besuchenden allerlei Programm geboten: von Musikant:innen über verschiedene Shows, Akrobatik, Schwertkämpfe, Feuerspucker:innen bis zu traditioneller Handwerkskunst und Essensständen. Zudem werden viele Tierqualprodukte wie Tierfelle, Leder und tierische Produkte wie Fleischspieße oder Honig-Met verkauft. Auch lebende Tiere sind oftmals auf den Märkten zu sehen – Tiere werden zur Schau gestellt, müssen Kunststücke für das Publikum vorführen und sind dabei dem ständigen Lärm und Menschenmassen ausgesetzt.
Gundelfingen: Tierquälerei beim Mittelalterlichen Spectaculum
Unterstützer:innen machten uns von PETA Deutschland im August 2025 auf das Mittelalterliche Spectaculum in Gundelfingen aufmerksam. Unserer Auffassung nach sind die dort angebotenen Programmpunkte tierschutzwidrig:
- Die Veranstalter:innen werben mit Pferden, die bei Ritterturnieren das Publikum unterhalten und in Shows sogar durch Feuer springen müssen.
- Auch festgebundene Greifvögel werden auf dem Mittelaltermarkt inmitten von Menschenmassen großem Stress ausgesetzt.
- Zudem müssen Esel reitwillige Kinder erdulden.
- Böllerschüsse und Feuerwerke versetzen auch Wildtiere in der Umgebung in Angst und Schrecken.
Wir haben die Veranstalter:innen in Gundelfingen dazu aufgefordert, für das Event künftig keine Tiere mehr auszunutzen. Diese tierschutzwidrigen Elemente sind keine Einzelfälle – das Mittelalterliche Spectaculum in Gundelfingen steht hier lediglich repräsentativ für viele Mittelaltermärkte und Ritterturniere. Denn immer wieder erhalten wir Meldungen zu solchen Veranstaltungen, auf denen Tiere zur Schau gestellt und ausgenutzt werden.
Greifvögel auf Mittelaltermärkten
Greifvögel und Eulen werden in Falknereien üblicherweise festgebunden, damit sie nicht wegfliegen können. Zusätzlich werden die Tiere von den Falkner:innen oft quer durchs Land gekarrt, um auch auf Mittelaltermärkten derart ausgestellt zu werden. Für Greifvogelschauen werden sie durch die Menge der Menschen getragen und teils sogar angefasst, was enormen Stress in ihnen auslösen kann. Nur selten „dürfen“ die Vögel frei fliegen und werden durch gezielten Nahrungsentzug dazu gezwungen, wieder zurückzukehren.

Um die Vögel in Stresssituationen ruhigzustellen, werden ihnen oftmals Hauben angezogen. Diese sorgen dafür, dass die Tiere keine visuellen Reize wahrnehmen – die Vögel sind also festgebunden und teils blind. Besonders problematisch ist auch die Präsentation von nacht- und dämmerungsaktiven Arten wie Eulen, die dennoch tagsüber dem Publikum gezeigt werden.
Ritterturniere, Pferdeshows und Eselreiten
Pferde werden in Ritter- und Feuershows zur Schau gestellt. Im Reitsport werden sie häufig gewaltvollen Dressurmethoden ausgesetzt – denn die Fluchttiere springen keinesfalls freiwillig über Feuer und nehmen an Ritterturnieren teil. Das ist Tierquälerei.
Esel oder Ponys werden für Reitangebote oftmals stundenlang angebunden und müssen dann wechselnd aufsitzende Kinder tragen. Immer wieder laufen sie dieselbe monotone Runde. Auch der Lärm auf Mittelaltermärkten ist eine extreme Stresssituation für die sensiblen Tiere.
Mittelaltermärkte: Romantisierte Darstellungen von Tierausbeutung
Die Darstellung von Tieren auf Mittelaltermärkten und ähnlichen Veranstaltungen vermittelt dem Publikum ein problematisches Bild. Tiere werden für Profit ausgenutzt und tierquälerische Praktiken werden als Unterhaltung dargestellt. Laute Geräusche und Menschenmengen sind keine natürlichen Situationen für Tiere und sorgen für enormen Stress. Ihre Bedürfnisse werden auf Mittelaltermärkten und ähnlichen Veranstaltungen ignoriert.
Auch das Angebot an zahlreichen Tierprodukten wie Fellen, Fleisch- und Milchprodukten oder Met trägt zur Normalisierung von Tierausbeutung bei. Die Märkte vermitteln ein romantisiertes Bild des Mittelalters, in dem Tiere scheinbar selbstverständlich als Ressourcen oder Requisiten dienen – dabei hat sich unser Verständnis von Tierethik längst gewandelt und wir können heute gut und bewusst ohne tierische Produkte und Tierausbeutung leben. Tiere sind keine Kulisse und keine Requisiten, sondern fühlende Lebewesen.
So helfen Sie Tieren auf Mittelaltermärkten
- Besuchen Sie keine Mittelaltermärkte, Greifvogelshows, Zirkusse und andere Unterhaltungsorte, bei denen Tiere involviert sind.
- Gibt es einen Mittelaltermarkt mit Tieren in Ihrer Stadt? Dann kontaktieren Sie die Veranstalter:innen und fordern Sie diese auf, künftig keine Tiere mehr auszubeuten.
- Informieren Sie sich über Tierleid in der Unterhaltungsbranche und klären Sie Ihr Umfeld über das Leid der Tiere auf.