Jetzt tut sich was: Erste Veterinärämter stoppen Tiertransporte

Kuh Tiertransportfighting for animals.photography

Update Oktober 2019

Sowohl das nordrhein-westfälische Umwelt- und Landwirtschaftsministerium als auch das Landwirtschaftsministerium in Niedersachsen untersagen seit September 2019 vorerst die Abfertigung von Tiertransporten, die durch die russische Föderation führen. Grund dafür sind Berichte, die ein weiteres Mal belegen, was Tierschutzorganisationen wie PETA seit Jahren anprangern: Auf den Routen, beispielsweise nach Usbekistan und Kasachstan, können die Tiere nicht versorgt werden. Auf der gesamten Strecke fehlen Entlade- und Versorgungsstationen, was seit Jahren dazu führt, dass die Tiere auf den Transportern tage- oder wochenlang in Exkrementen und Enge ausharren müssen. Die Abfertigung solcher Langstreckentransporte darf jedoch wieder erfolgen, wenn der Antragsteller im Vorfeld plausibel darlegen kann, dass die gesetzlichen Vorgaben erfüllt werden. Doch auch dann sind Langstreckentransporte eine reine Tortur für die Tiere, die oftmals schwer verletzt, völlig ausgezehrt oder tot am Zielort ankommen. Wir fordern daher auch andere Länder auf, wenigstens die grausamen Langstreckentransporte zu untersagen – bitte unterzeichnen Sie unsere Petition.

Update Februar 2019:

Am 18. Februar 2019 übergaben wir dem bayrischen Staatsminister Thorsten Glauber sage und schreibe 28.915 Unterschriften, die in nur 13 Tagen gesammelt wurden. Die Unterschriften sollten dazu beitragen, die Verweigerung von Tiertransporten durch mehrere bayrische Veterinärämter zu untermauern. Nur einen Tag später, am 19. Februar 2019, traf sich Glauber im Umweltministerium zu einem Runden Tisch bestehend aus Politikern, Züchtern, Tierschützern und Tierärzten, bei dem über die zukünftige Genehmigung von Tiertransporten in Drittländer beraten werden sollte. PETA appellierte im Vorfeld dieser Tagung an Glauber, eine Vorbildfunktion einzunehmen, damit weitere Bundesländer dem Beispiel Bayerns zeitnah folgen und die tierquälerischen – oftmals illegalen – Tiertransporte endgültig unterbinden.

Leider wurde jedoch beschlossen, dass Bayern Tiertransporte lediglich einschränken wird, sie jedoch weiter genehmigt, wenn alle Tierschutzstandards eingehalten werden. Diese Einhaltung zu kontrollieren, ist jedoch fast unmöglich. Wir appellieren deshalb weiter an die Bundesländer, nicht auf Entscheidungen des Bundes zu warten, sondern geltendes Recht eigenständig umzusetzen und Langstreckentransporte nicht mehr zu genehmigen.


Originalartikel:

Die Fernsehbilder der schrecklichen Tiertransporte von Deutschland in ferne Länder haben sich in unsere Köpfe eingebrannt. Schwer verletzte Tiere, die an einem Bein aus den Lkws gezogen werden. Erschöpfte Tiere, die mehr tot als lebendig in brütender Hitze oder bei Eiseskälte tagelang an den Grenzübergängen auf den Transportern ausharren müssen. Das geschieht jeden Tag mit Tieren aus Deutschland – aus Profitgründen.

Endlich lehnen sich die ersten Amtsveterinäre aus Bayern gegen diese Tierquälerei auf. Sie verweigern aktuell die Ausstellung von Genehmigungen. Jetzt will das Bayerische Umweltministerium eine Regelung für ganz Bayern prüfen. Wenn Bayern die Langstrecken-Tiertransporte verbietet, dürften andere Bundesländer folgen.

Hintergrund

Tiere leiden auf dramatische Weise während Tiertransporten: Das hat zum wiederholten Mal auch der TV-Beitrag „Geheimsache Tiertransporte – Wenn Gesetze nicht schützen“ 2017 auf traurige Weise gezeigt. Die sogenannte Todesrate ist bei Tiertransporten eine einkalkulierte Größe. Tiere werden oft tagelang durch Europa oder über die Grenzen hinaus transportiert. Sobald die Tiere die EU verlassen, wird die Einhaltung der kümmerlichen Tierschutz-Vorgaben hinsichtlich Versorgung und Pausen nicht mehr effektiv überprüft. Neben den teils sehr schlechten Witterungsbedingungen (Hitze, Kälte) stellen Kontrollen häufig überladene Transporter mit dehydrierten Tieren fest, oder solche mit einer zu geringen Deckenhöhe, sodass sich die Tiere den Rücken stoßen und aufscheuern. Nicht selten sind zudem eingeklemmte Körperteile sowie fehlende oder falsch angebrachte Trennwände, was zu Beinbrüchen, Quetschungen und anderen schlimmen Verletzungen bis hin zum Tod führen kann.

Was Sie tun können

Bitte geben Sie Ihre Stimme und unterschreiben Sie die Petition, um grausame Langstrecken-Tiertransporte jetzt zu verhindern.


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