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Das unbekannte Leben der Elefanten

Faszinierende Eigenschaften dieser sanften Riesen

Stand Februar 2013

 

Wussten Sie …

Elefantenfamilie in Südafrika / © PETA
… dass Elefanten das beste soziale Netzwerk aller Landsäugetiere haben?
Ein erfahrenes weibliches Leittier führt eine Gruppe von Töchtern und Enkelinnen bis zu ihrem Tod an und von ihrer Weisheit hängt das Wohlergehen der Familie ab. Je besser dieses Tier zwischen Freund und Feind unterschieden kann, desto mehr Jungtiere kommen in einer Gruppe zur Welt. (1)

… dass Elefanten auch mit den Füßen hören?
Elefanten unterhalten sich u.a., indem sie mit einem ihrer sensiblen Füße aufstampfen oder ihn rollen, wobei nur die Zehen den Boden berühren. Dabei handelt es sich um sehr tiefe, für den Menschen nicht hörbare Schallwellen, die sich über die Erdoberfläche kilometerweit ausbreiten können und mit denen sich die Tiere gegenseitig vor Gefahren warnen. Dies fand Caitlin O‘Connell-Rodwell, Wissenschaftlerin am Stanford Center for Conservation Biology, heraus.
Bei Beobachtungen in Afrika zeigte sich zudem, dass Elefanten ein mehr als 100 Kilometer entferntes Gewitter wahrnehmen und ihm folgen können. (2)

… dass der Rüssel einst von den Vorfahren der Elefanten als Schnorchel benutzt wurde und sich Elefanten – wie Seekühe heute – wohl ausschließlich im Wasser aufhielten?
Denn Elefanten-Embryonen zeigen eine besondere Nierenstruktur, die für Wassertiere typisch ist. Außerdem haben Elefanten, genauso wie Wale und Seehunde und im Gegensatz zu anderen Landsäugetieren, innenliegende Hoden. Auch heute noch benutzen Elefanten ihren Rüssel beim Schwimmen wie einen Schnorchel. (3)

… dass Elefanten beim Verlust von vertrauten Familienmitgliedern eine dem Menschen ähnliche Fähigkeit zu Mitgefühl zeigen?
In Kenia beobachteten US-Forscher einen Elefantenfamilienverband, deren Muttertier gestorben war. Die Herde versammelte sich um sie und hielt neben ihrem Leichnam Wache. Ein Männchen versuchte, die Leitkuh wieder aufzurichten. (4)

… dass Elefanten ein enormes Langzeitgedächtnis haben?
Elefanten haben besonders ausgeprägte Schläfenlappen, in denen im Gehirn die Erinnerungen gespeichert werden. Mit fünf Kilogramm ist ihres das größte Hirn unter allen Landtieren. (5)

… dass Elefanten für Nahrung in einer einzigen Nacht bis zu 80 Kilometer zurücklegen?
Die unerfahrenen Tiere behalten im Gedächtnis, Wanderwege bei ihren nächtlichen Streifzügen zu benutzen. Elefanten geben diese Eigenschaft von Generation zu Generation weiter. Dank ihrer Intelligenz und dieser Strategie haben sie bereits in den verschiedensten Lebensräumen von der tropischen Sumpflandschaft bis an die Schneegrenze der Hochgebirge überlebt. (6)

Elefantenweibchen mit Jungtier / © Ciamabue/flickr.com
… dass es auch bei Elefanten einen „Kindergarten“ gibt?
Bei den Indischen Elefanten ist ein Elefantenweibchen für die Betreuung der Jungen zuständig und passt auf, dass sich keines zu weit von der Gruppe entfernt, während der Großteil der anderen ausgewachsenen Elefanten auf Nahrungssuche geht. (7)

… dass Elefanten praktisch auf Zehenspitzen laufen?
Die vermeintlichen „Knie“ der Vorderbeine entsprechen in Wirklichkeit den menschlichen Handgelenken. Elefanten bewegen sie sich äußerst leichtfüßig. Selbst vier Tonnen schwere Bullen hinterlassen im harten Boden kaum Spuren, weshalb man Elefantenherden oft erst bemerkt, wenn man die Tiere sieht. (7)

… dass die Haut von Elefanten nach einer Verletzung sehr schlecht verheilt?
Wunden schließen sich erst in doppelt bis dreifach so langer Zeit wie beim Pferd und benötigen noch mindestens einen Monat nach ihrer Heilung Ruhe, weil sonst die noch zarte Haut leicht wieder aufreißen würde. Die Elefantenhaut blutet sogar nach einem Bremsenstich. (8)

… dass Elefanten wie Menschenkinder bei Verlust von Angehörigen psychisch leiden?
„Dickhäuter“ erleiden ernste psychische Probleme, wenn sie miterleben müssen, wie Familienmitglieder und Leittiere getötet werden. Ein Menschenkind erkrankt in einer ähnlichen Situation, in der die familiäre Bindung komplett wegfällt, oftmals am Posttraumatischen Stresssyndrom (PTSD). Psychologen wissen, dass sich soziales Verhalten vor allem in der Kindheitsphase entwickelt. Elefanten haben eine ähnliche Kindheit wie wir, deshalb ist dieser Effekt bei ihnen wahrscheinlich genauso, sagt die Psychologin Felicity de Zulueta. (9)

… dass Elefantenweibchen ihren schwangeren Artgenossinnen als „Hebammen“ zur Seite stehen?
Während der Geburt eines Elefantenbabys stellen sich andere Elefantenkühe vor die Mutter und beschützen sie. Die „Hebammen“ helfen beim Entfernen der Eihäute und versuchen, das Neugeborene anschließend mit ihren Rüsseln und Beinen aufzurichten. (10)



Quellen:
(1) Spiegel Online (16.03.2011): Elefanten. Senior-Chefinnen sind souveräner. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/elefanten-senior-chefinnen-sind-souveraener-a-751160.html
(2) P.M. Welt des Wissens (2012): Die mit den Füßen hören. http://www.pm-magazin.de/r/natur/die-mit-den-füßen-hören
(3) bild der wissenschaft (14.05.1999): Frühe Elefanten nutzten Rüssel zum Schnorcheln. http://www.wissenschaft.de/sixcms/detail.php?id=160413
(4) Margitta Schulze Lohoff (1996-2013): Elefanten, die Trauer tragen. In: Geo. http://www.geo.de/GEO/natur/tierwelt/tierwelt-video-elefanten-die-trauer-tragen-63983.html
(5) P.M. Welt des Wissens (2012): P.M. Specials: Gehirnforschung. Haben Elefanten wirklich ein Elefantengedächtnis? http://www.pm-magazin.de/t/gehirn-intelligenz/gehirnforschung/haben-elefanten-wirklich-ein-elefantengedächtnis
(6) WISSENDIGITAL (Datum unbekannt): Elefanten. http://www.wissen-digital.de/Elefanten#Wanderungen
(7) Rudolf Altevogt und Fred Kurt (1993): Die Rüsseltiere: Asiatischer Elefant. In: Bernhard Grzimek (Hrsg.): Grzimeks Tierleben Band 12, Säugetiere 3
(8) H.-G. Klöß und E.M. Lang (1976): Zootierkrankheiten
(9) Welt der Wunder (2008): Nr. 10, S. 82-86
(10) Bernhard Grzimek (1993): Die Rüsseltiere: Afrikanischer Elefant. In: Bernhard Grzimek (Hrsg.): Grzimeks Tierleben, Band 12, Säugetiere 3