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Warum Milch das Krebsrisiko steigert

Stand Juli 2013
Milchprodukte wie Käse oder Butter wurden jahrelang bedenkenlos konsumiert, doch nun haben viele Menschen mit den Folgen zu kämpfen. Krebsleiden sind die zweithäufigste Todesursache in Deutschland und werden insbesondere durch eine ungesunde Ernährung herbeigeführt.

Studienlage zu Milchkonsum und Krebsrisiko
Die Studie von Norat et al., die im European Journal of Clinical Nutrition veröffentlicht wurde, zeigte auf, dass der insulinähnliche Wachstumsfaktor (IGF-1) ansteigt, wenn auch mehr Proteine (hauptsächlich tierische Proteine), Milch, Käse oder Kalzium aufgenommen werden. Ein hoher IGF-1-Level wird allerdings mit einer Vielzahl von Krebsarten in Verbindung gebracht, z.B. mit Darm- und Prostatakrebs sowie Brustkrebs nach den Wechseljahren. Dagegen wurde beim Konsum von Gemüse und Beta-Carotin, das sich beispielsweise in orangefarbenem Obst und Gemüse sowie in dunkelgrünem Blattgemüse findet, der IGF-1-Level gesenkt. Dadurch verringert sich das Krebsrisiko (1).

Prostatakrebs
Prostatakrebs ist eine der häufigsten Krebserkrankungen. Weltweit werden jährlich um die 400.000 neue Fälle diagnostiziert. Das Auftreten von Prostatakrebs und die Sterblichkeitsrate wurden durch internationale und interregionale Studien mit dem Konsum von Milch oder Milchprodukten in Verbindung gebracht. Die Studien zeigten, dass ein höheres Risiko von Prostatakrebs bei denjenigen Personen besteht, die am häufigsten Milchprodukte konsumieren. Die Forscher vermuteten, dass Lebensmittel, die sehr viel Kalzium enthalten, für einige Fehlfunktionen verantwortlich sind. In Afrika beispielsweise, wo weniger Kalzium und weniger Milch konsumiert wird, sind sowohl Geschwülste in der Darmschleimhaut als auch Darmkrebs viel seltener als in den westlichen Ländern (2).

Eierstockkrebs
Frauen, die vier oder mehr Portionen Milchprodukte täglich konsumieren, haben laut einer Studie von Larsson et al. ein erhöhtes Risiko für einen scherwiegenden Eierstockkrebs im Vergleich zu Frauen, die weniger als zwei Portionen Milch(-produkte) am Tag zu sich nahmen (3).
Eine Studie aus dem Jahr 2005 untersuchte bei Frauen aus 40 Ländern den Zusammenhang zwischen Ernährung und Brust-, Eierstock- sowie Gebärmutterkrebs. Es konnte nachgewiesen werden, dass die Krebswahrscheinlichkeit mit jedem Bissen Fleisch, Milchprodukt und Käse ansteigt. Pflanzliche Lebensmittel wie Bohnen und Getreide senkten die Krebswahrscheinlichkeit (4).

Brustkrebs
Britische Forscher wollten die Ursache von Brustkrebs lokalisieren und fanden dabei heraus, dass Ernährungsfaktoren, insbesondere ein hoher Fettanteil, einen starken Einfluss auf die Brustkrebsentstehung haben. Sie sind sich zwar noch nicht einig, welche Nahrungsmittel negativ zu beurteilen sind, doch eines steht fest: Pflanzliche Lebensmittel sagen dem Brustkrebs den Kampf an und stärken die Abwehr. Insbesondere Getreide und Hülsenfrüchte sollen vorbeugend bei Brustkrebs wirken (5).

Darmkrebs
Der World Cancer Research Fund (WCRF) und das American Institute for Cancer Research (AICR) zeigten in einer Studie auf, dass der Konsum von Käse möglicherweise das Dickdarmkrebsrisiko erhöht (6).
Auch in einer Studie von van der Pols et al. wurde der Zusammenhang zwischen Milchkonsum und Krebs untersucht. Die Wissenschaftler kamen zu dem Schluss, dass eine Familienernährung, der bereits im Kindesalter sehr viel Milch und Milchprodukte zugrunde liegen, mit einem höheren Risiko für Darmkrebs im Erwachsenenalter einhergeht (7).

Kuhmilchalternative: Ein Rooibos-Mandel-Shake © PROVAMEL
Prävention
Es gibt zahlreiche gesunde pflanzliche Alternativen zu Milch und Milchprodukten. Versuchen Sie doch einmal Reis-, Hafer- oder Sojadrinks. Eine pflanzenbasierte Ernährung ist voller Mineralstoffe, Vitamine und sekundärer Pflanzeninhaltsstoffe, die das Krebsrisiko senken können. Weitere hilfreiche Informationen finden Sie unter PETA.de/gesundvegan.
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Quellen:
(1) Norat T, Dossus L, Rinaldi S, et al. (2007): Diet, serum insulin-like growth factor-I and IGF-binding protein-3 in European women. In: Eur J Clin Nutr. 2007 Jan;61(1): 91-98. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16900085
(2) Barnard Neal D., M.D.: Milk Consumption and Prostate Cancer.http://www.cancerproject.org/survival/cancer_facts/prostate_dairy.php
(3) Susanna C Larsson, Leif Bergkvist, Alicja Wolk (2004): Milk and lactose intakes and ovarian cancer risk in the Swedish Mammography Cohort. In: The American Journal of Clinical Nutrition. http://www.ajcn.org/content/80/5/1353.abstract
(4) Ganmaa D, Sato A. (2005): The possible role of female sex hormones in milk from pregnant cows in the development of breast, ovarian and corpus uteri cancers. In: Med Hypotheses. 2005; 65(6):1028-37. Epub 2005 Aug 24. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16125328?dopt=Citation
(5) Wiseman R. (2000): Breast cancer hypothesis: a single cause for the majority of cases. J Epidemiol Community Health 2000; 54:851-8. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC1731579/pdf/v054p00851.pdf
(6) World Cancer Research Fund (WCRF) und American Institute for Cancer Reasearch (AICR) (2007): Food, nutrition, physical activity, and the prevention of cancer: a global perspective. 129, 139, 179
(7) Jolieke C van der Pols et al. (2007): Childhood dairy intake and adult cancer risk: 65-y follow-up of the Boyd Orr cohort. In: The American Journal of Clinical Nutrition. http://www.ajcn.org/content/86/6/1722.short